… und was wir wahrnehmen. (2)

… und was wir wahrnehmen. (2)

Also probierten sie es aus.

Der großartigste Violinist der Welt spielt auf der besten Violine der Welt eines der schönsten Stücke der Welt – mitten in einer U-Bahn-Station in Washington D.C.

Es gibt sogar eine Videoaufnahme davon. Wahnsinnig spannend zu sehen. Die Leute kamen… und gingen vorbei. 1097 Menschen. Nichts. Ohne Reaktion. Bell spielte acht grandiose Stücke. Unter anderen Umständen hätten die Menschen Schlange gestanden und hunderte Dollar gezahlt, um in den Genuss eines so persönlichen, so distanzlosen Konzertes von Joshua Bell zu gelangen. Die Macher dieses Experiments berichteten, dass die Akustik in der Station grandios gewesen sei. Einzigartig.

Aber die Menschen gingen vorbei.

Bell beendete ein Lied.

Niemand klatschte.

Nicht

ein

Einziger.

Ein paar Leute nahmen ihn wahr, blieben kurz stehen – und eilten dann geschäftig weiter. Weit über Tausend bemerkten ihn gar nicht.

Eine einzige Frau erkannte ihn und warf eine 20$ Note in seinen Hut. Der Rest spendete insgesamt 12 Dollar und 37 Cent.

Wie kann das das sein?

Warum haben sie nicht zugehört?

Sie waren beschäftigt.

Sie waren voller Sorgen.

Sie hatten eine To-Do-Liste.

Sie wußten nicht, dass hier ein Meister am Werk war.

Alles was sie hätten tun müssen, wäre kurz anzuhalten, aufzuschauen – und sie hätten einen dieser Momente gehabt, die man im Leben nicht mehr vergisst.

Wir sollten öfter anhalten.

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