Digitales Rechtemanagement

Digitales Rechtemanagement

Ein (für die IT-Welt) spektakuläres Urteil ist in den USA gefällt worden.

Die Vorgeschichte

Justin Gawronski besaß einen ebook-Reader, auf dem er ein elektronisches Buch gelesen hat. Irgendwann hat der Verkäufer des Buches und des Gerätes (Amazon.com) festgestellt, dass er das Buch nicht hätten verkaufen dürfen. Also wurde das Buch von der Firmenzentrale auf allen Geräten gelöscht, via Fernsteuerung. Die Kunden erhielten das Geld zurück – und beschwerten sich. Wieso kann eine Firma einfach so auf die Geräte der User eindringen und die Inhalte verändern? Das wäre so, als würde der örtliche Buchhändler in mein Wohnzimmer einbrechen, sich den irrtümlicherweise verkauften Atlas zurückholen und das Wechselgeld auf die Anrichte legen.

 

Das Urteil

Gawronski hat das betreffende Buch (ironischerweise 1984, Orwells Dystopie über einen fiktiven Überwachungsstaat) nicht nur gelesen, sondern auch mit Anmerkungen verfasst. Beides ist weg.

Und bekommt nun 150.000 $ Entschädigung.

 

Die Folgen

Spannend ist das Urteil für uns, weil diese Thematik brandaktuell ist. Weltweit werden seit Jahren Millionen Musikstücke verkauft, die sicher via Fernsteuerung löschen lassen. Der Videomarkt ist auf dem Sprung dahin.

Dieses Urteil stellt eine Barriere dar, die uns Kunden schützt. Es ist nicht erlaubt, einfach so in fremder Leute Eigentum einzudringen und es zu verändern. Wie werden Millionen iPhone-Kunden es aufnehmen, wenn sich Apple irgendwann entschließen sollte, von den eingebauten Funktionen zur Kontrolle Gebrauch zu machen?

Nur der öffentliche Druck hat dazu geführt, dass es inzwischen DRM-freie Musik bei iTunes & Co zu kaufen gibt – und so sehr ich die Firmen in ihrem Streben nach Kontrolle und Profit verstehen kann: Mir kommt nichts mit DRM oder Fernwartung ins Haus.

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