Nerd-Humor (11)

Nerd-Humor (11)

Zum dritten Dezember meines Blog-Weihnachtskalenders öffnet sich ein Türchen für alle Nerds. Alle Nerds? Nein, nur ein paar ganz, ganz wenige.

Woran merkt man, dass man Nerd ist? Man lacht zum Beispiel über Witze, die alle anderen dämlich finden.

Zu Beginn meines Mathematikstudiums habe ich mir geschworen, mich sofort zu exmatrikulieren, wenn ich beginne, über eine bestimmte Art von Witz zu lachen.

Ein Beispiel:

Die Funktionen feiern eine Party. Alle haben spaß nur die e-Funktion sitzt alleine in der Ecke. Kommt die Parabel zu ihr: „Mensch e-Funktion, integrier dich doch mal“ Darauf die e-Funktion resigniert: „Das würde doch auch nichts bringen“

Nicht lustig? Zugegeben, die Pointe ist eher platt und wird wohl schon in der Schule rumerzählt. Vielleicht ist er deswegen etwas abgedroschen.

Der Punkt ist der: Man sagt speziell Ärzten – und im Besonderen: Chirurgen – nach, einen besonders makaberen Humor zu entwickeln. Immer mit der Entschuldigung „die müssen ja kompensieren, was sie da tagtäglich erleben.“

Und wir Mathematik-Nerds? Müssen wir etwa nichts kompensieren?

Tag für Tag, Woche für Woche lesen wir Bücher, anhand deren Titel normale Menschen keine Rückschlüsse auf den Inhalt ziehen können. Hier ein Beispiel eines solchen Buches meines ehemaligen – und sehr geschätzten – Professors für Stochastik, an dem ich sogar in bescheidenem Maße mitwirken durfte.

Wir Mathematik-Nerds sind zertreut (ich lasse hin und wieder den Haustürschlüssel außen stecken und suche ihn dann später wie bescheuert) und umgeben von anderen Naturwissenschaftlern, die stets sagen: „Mathematik? Pah! Das ist doch nur eine Hilfswissenschaft…!“

Es scheint, als reagiere jede Berufsgruppe mit ihrer eigenen Form von Humor auf den ihr typischen Alltag.

Ich bitte also um ein gewisses Verständnis, wenn ich nun einen der coolsten Scherze erzähle, die die Analysis je hervorgebracht hat. Die Pointe ist der Hammer!

„Sei ε < 0.“

In diesem Sinne, fröhlichen dritten Dezember.

7 Replies to “Nerd-Humor (11)”

  1. Vor lauter Begeisterung über diesen Blogeintrag sind meine Valenzelektronen in einen angeregten Zustand übergegangen und besetzen jetzt ein sp2-Hybridorbital, das bereit wäre mit deinem 2s2-Hybridorbital zu überlappen, um eine kovalente Bindung einzugehen.
    Ach übrigens….wir Chemiker lachen auch gerne 😀

    Two atoms are sitting at a bar. Suddenly one says:
    „Gosh, I think I lost an electron“
    „Are you sure?“
    „Positiv!“

    Ach und ich habe noch die allgemeine Gehaltsformel:
    Es ist ja allgemein bekannt, dass Ingenieure und Naturwissenschaftler nie so viel Geld verdienen werden wie Geschäftsleute. Den Beweis dafür liefert die Mathematik :

    1. Zeit = Geld (time is money)
    2. Wissen = Leistung (knowledge is power)

    Jeder kennt aus der Physik: Arbeit/Zeit = Leistung
    Mit : 1. Zeit = Geld und 2. Wissen = Leistung
    Erhält man also : Arbeit/Geld = Wissen

    Aufgelöst nach Geld ergibt das :

    Arbeit/Wissen = Geld

    Man erkennt also : Wenn man unendlich viel weiss, kann man arbeiten wie man will, ohne dass Geld dabei herausspringt. Oder auch : Wenn das Wissen gegen Null geht, dann geht das Geld gegen unendlich, egal wie viel Arbeit geleistet wird.

    1. Ein Ingenieur zu einem Mathematiker: Ich finde Ihre Arbeit ziemlich monoton. Mathematiker: Mag sein! Dafür ist sie aber stetig und nicht beschränkt.

  2. Auch wenn ich das mit „Sei ε < 0.“ nicht verstehe, finde ich diese Art von Humor klasse!
    Macht weiter so!

    Auch wenn ihr das sicher schon kennt, hier ein Zitat von schueler.cc:

    Das Jahr hat 365 Tage.
    Davon sind 52 Sonntage und 52 Samstage.
    365-104 = 261 Tage
    Arbeitet ein Lehrer wirklich 261 Tage?
    Ein Lehrer Arbeitet ca. 8 Stunden, also etwa 1/3 des Tages.
    261 : 3 = 87 Tage
    Arbeitet ein Lehrer wirklich 87 Tage?
    Im Jahr sind 6 Wochen Sommerferien (30 Schultage),
    2 Wochen Winterferien (10 Schultage),
    2 Wochen Osterferien (10 Schultage),
    2 Wochen Pfingstferien (10 Schultage),
    1 Woche Herbstferien (5 Schultage) und noch
    8 bewegliche Tage.
    Ergibt zusammen 73 Schultage
    Also: 87-73 = 14 Tage
    Arbeitet ein Lehrer wirklich 14 Tage im Jahr?
    Es gibt ja auch noch Feiertage:
    Neujahr, 1.Mai, Fronleichnam, Allerheiligen, Tag der deutschen Einheit, Christi Himmelfahrt,
    Ergibt zusammen 6 Tage
    14-6 = 8 Tage
    Arbeitet ein Lehrer 8 Tage im Jahr?
    Moment, da entfallen ja 7 Tage wegen Ausflüge, Abiturprüfungen, Wandertage,………8-7 = 1 Tag
    Was ist wenn ein Lehrer mal krank ist?

    Mit bestem Dank an Manuel J.

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