Matthäus

Am Mittwoch hat meine Frau Tee über ihr Notebook geschüttet und es damit zerstört. Unwiederbringlich. Die Sony-Werkstatt schätzt die Kosten für ein neues Mainboard auf 450 bis 500 €uro. Na danke.

Am Nachmittag erklärte ich unserer Tochter das Dilemma.

„Dann musst du einen neuen kaufen“, stellt sie nüchtern fest.

„Das kostet Geld“, erwidere ich. „Hast du welches?“

Sie schüttelt den Kopf. „Dann müssen wir Geld kaufen“, meint sie.

„Das kostet auch Geld. Wir können höchstens Sachen verkaufen. Dann bekommt man Geld.“

Sie nickt. Versteht.

„Mein Lego kannst du verkaufen.“ Sie verzieht das Gesicht. „…und auch meine Kuscheltiere.“

Wow. Wann habe ich mich zuletzt von wertvollen Dingen getrennt, um einem anderen Menschen zu helfen?

Ich kann mich nicht erinnern. Statt dessen kommt mir eine Bibelstelle in den Sinn.

2 Jesus rief ein kleines Kind, stellte es in die Mitte 3 und sprach: „Das will ich euch sagen: Wenn ihr euch nicht ändert und so werdet wie die Kinder, kommt ihr nie in Gottes neue Welt. 4 Wer aber so klein und demütig sein kann wie ein Kind, der ist der Größte in Gottes neuer Welt.

Matthäus 18

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7 Responses to Matthäus

  1. Nils says:

    Wer kann das schon gut?
    Die Welt wäre besser…

  2. benni says:

    wow!!
    da muss ich ja fast weinen!!
    tolle kinder, tolle tochter 🙂

  3. Siggi says:

    Mir ist das auch mal passiert, mit Kaffee (inkl. Milch). Seltsam: Nach ein paar Monaten wollte ich das Ding als defekt bei Ebay verkaufen und drückt noch mal auf den Startknopf – und – das Ding läuft wieder…
    Hab´s aber nicht in der Werkstatt checken lassen…

  4. Pingback: Wow… « …ein Halbtagsblog…

  5. jobo72 says:

    Hallo!

    So Leid es mir für Ihre Frau tut, so eindrucksvoll finde ich die Reaktion Ihrer Tochter! Ein Lehrstück im Alltag. Vielen Dank, dass Sie uns daran teilhaben lassen!

    Ihnen und Ihrer Familie alles Gute!

    Josef Bordat

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  7. Schwabe in Österreich says:

    Danke für deinen tollen Blog, den ich leider erst heute entdeckt habe (ich lese jetzt seit glatten 4 Stunden darin).

    Diese Geschichte finde ich nun wirklich berührend. Und es ist nicht das erste Mal, dass ich feststelle: „Kinder sind oft die besseren Erwachsenen!“

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