Product Placement in “24”

Zur Zeit läuft die achte Staffel der Fernsehserie “Twentyfour”. Das besondere an “24” ist, dass jede Staffel genau 24 Episoden hat und jede Episode genau einer fortlaufenden Stunde des Tages entspricht. Während einer Staffel begleitet der Zuschauer die Hauptfigur also 24 Stunden lang durch einen Tag. Diese “Echtzeit” macht 24 zu einer der spannendsten Serien am deutschen amerikanischen Fernsehhimmel. Wer es nicht kennt, sollte unbedingt mal reinschauen!

Und wie jede teure Serie muss sich auch “24” ein wenig über Product Placement finanzieren, d.h. bestimmte Autos, Handys, Computer werden von bestimmten Firmen gesponsort, dafür tauchen sie hin und wieder im Bild auf.

Und: Okay: Windows ist nicht besonders sexy, Windows Mobile ist nicht besonders sexy. Das iPhone ist toll und Palm war ist natürlich auch toll. Macbooks findet man besonders häufig bei romantischen Komödien mit Jennifer Lopez, Windows PCs eher in Actionkrachern wie “2012”.

Während Jack im vergangenen Jahr mit einem Palm Treo auf Verbrecherjagd war, ist das bei ihm dieses Jahr noch nicht eröffnet worden. Seine Kollegin Dana Walsh (gespielt von Katee Sackhoff) benutzt zumindest das neue PalmPre. Und immer wieder blitzt ein angebissene Apfel von den Notebooks der Regierungsmitarbeiter.

Soweit, so gut. Alles im Trend.

Aber!

Wenn es mal wieder Zeit ist, dass so richtig was in die Luft fliegt. Wenn der richtige Augenblick für eine echte Katastrophe gekommen ist – dann braucht man ein echtes Windows.

Auch ein Kerl wie Jack Bauer geht auf Nummer sicher: Wenn es schief gehen soll, dann vertraut der Mann auf Bewährtes.

In der dritten Episode der aktuellen 7. Staffel wird mit dem HTC Excalibur ein Windows Mobile Handy als Detonator für eine Bombe genutzt:

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Das ist Windows Mobile at its best! :-)

Und morgen veröffentliche ich, welche App man dafür braucht :-D

Rezension – Surrogates (weitgehend Spoilerfrei)

Rezensionen sind genau mein Ding – jeden meiner Freunde habe ich mit zweifelhaften Film- und Buchempfehlungen schon in arge Zweifel über meinen geistigen Zustand gestürzt.

Ich möchte auch diese Rezension also unter eine grundsätzliche Warnung stellen. Wie immer sind Erfahrungsberichte völlig subjektiv und so ist es wichtig zu wissen, aus welcher Perspektive ich einen Film bewerte.surrogates[1]

Zum einen: Ich fand sowohl Minority Report als auch I Robot und I am Legend großartig. Sie gehören sicher nicht zu den besten Filmen aller Zeiten, aber man kann sie durchweg empfehlen. Sowohl Tom Cruise als auch Will Smith machen eine gute Figur, die Effekte sind vom Feinsten, das Bild von der Zukunft gleichermaßen überzeugend wie gruselig und die Geschichten waren einigermaßen durchdacht und tiefgründig (…und im Fall von I Robot hatte man mit Isaac Asimov sogar das gute Gefühl, große Literatur bearbeitet zu haben!)

Zum anderen: Ich mag Bruce Willis. Nicht so sehr, dass ich heimlich ein Stickeralbum von ihm anfertige, aber doch so sehr, dass ich mir seine Filme gerne ansehe.

Soviel zu den Voraussetzungen.

Surrogates ist nun ein Film, der sich irgendwo zwischen Minority Report und I Robot ansiedelt. Hier der Trailer.

Ein Bombentrailer! Ich hatte etwas von der Technologie von I Robot erwartet – der gleiche cool-relaxte Umgang mit Robotern. Und mich auf einen Kriminalfall wie in Minority Report gefreut – eine Hatz nach dem Mörder quer durch die Stadt, mit überraschenden Wendungen und einer Menge Zerstörungswut. Und ich hatte auf die gleiche, subtil gruselige Atmosphäre von I am Legend gehofft – einer düsteren Zukunft in der das Gefühl der Isolation vorherrschend ist.

Ich hatte nicht wirklich das Gefühl, dass Surrogates sich mit diesen drei Filmen in irgendeiner Art vergleichen wollte – dafür ist es zu unterschiedlich.

Und zu schlecht. Trotzdem sollen die genannten Filme als Vergleich dienen. Man könnte den Film auch “ARD-Tatort mit den Frauen von Stepford” nennen.

Die Roboter (bzw. “Surrogates”) treten kaum in Erscheinung – sie sehen ja auch aus wie Menschen. Also nichts von I Robot. Und abgesehen von den Sequenzen im Trailer gibt es auch ansonsten nichts an Zukunftstechnologie zu bestaunen. Schade.

Der Kriminallfall sollte eigentlich die treibende Kraft der Geschichte sein – gewürzt mit spektakulären Effekten die einen Hauch von Zukunft erahnen lassen – man denke nur an Tom Cruise, der über durchsichtige Glasscheiben seinen PC bedient oder den cool designten Audi von Will Smith in I Robot. Leider bedient Surrogates nichts davon. Von Zukunft ist nichts zu spüren – alles sieht aus wie 2010. Und der Mord… Die Opfer und der damit verbundene wirtschaftliche Aufruhr sind mir als Zuschauer völlig gleichgültig. Das liegt sicher auch an der Hatz des Films. Mit 106 Minuten arg kurz, wird für das Kennenlernen von und Identifizieren mit den Charakteren kaum Zeit verschwendet. Womit ich beim dritten Punkt bin:

I am Legend strahlte – zumindest in der ersten Hälfte des Films – ein unfassbar gruseliges Gefühl der Isolation aus. Man fühlte mit dem Helden, der sich irgendwie durch seinen Alltag kämpfen muss. Hier hätte Surrogates wirklich Punkten können. “Als einziger Mensch unter Robotern” – wie es im Trailer heißt – wird binnen weniger Minuten abgehandelt. Surrogates verschenkt auch diese Chance. Bruce Willis Ehekrise scheint aufgesetzt – ich kann ihn einfach nicht als Familienmenschen annehmen. Die Rolle seiner Frau bleibt völlig blass.

SPOILERANFANG!!

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Mit der Auflösung des Filmes ist dann meines Erachtens der Tiefpunkt erreicht.

Die Vernichtung aller Surrogates und aller mit ihnen verbundener Menschen droht. Binnen weniger Sekunden schafft Bruce Willis es jedoch, alle Menschen zu retten. gleichzeitig aber alle Surrogates zu zerstören. Die Menschheit kann neu anfangen – Happy End. Das ist schwach.

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SPOILERENDE!!

Dazu kommen z.T. merkwürdig unpassende Synchronstimmen und eher bescheidene Actionsequenzen. Da hätte man mehr erwartet.

So bleibt hinterher irgendwie ein fader Geschmack zurück. Aber was hätte man aus diesem Film alles machen können!

So aber ist das Beste schon im Trailer gezeigt worden. Diesen Film kann man sich leider sparen.

Da freue ich mich dann docher eher hierauf:

Hochschulreife… irgendwie

Bisher brauchte man in Deutschland das Abitur als Zugang zur Universität. Einzig Meister, Techniker und Fachwirte hatten noch ein eingeschränktes Hochschulzugangsrecht.

Von Humboldts ursprünglicher Version (Prüfung in Latein, Griechisch, Französisch, Deutsch, Latein & Naturlehre) sind wir heute weit entfernt.

Zum Glück. Denn eine besondere Begabung für Sprachen kann ich nicht aufweisen.

Die Süddeutsche Zeitung berichtete vergangene Woche über eine Änderung des Zulassungsrechts in Niedersachsen; dort dürfen zukünftig auch Elektriker und Krankenschwestern studieren.

Konkret: Wer eine Berufsausbildung hat und danach drei Jahre Berufspraxis vorweisen kann, der darf auch ohne Abitur fachbezogen studieren.

Einerseits halte ich eine gewisse humanistische Grundbildung für wichtig. Nicht zum Angeben oder für Günther Jauch, sondern für sich selbst.

Andererseits ist das Abitur auf dem Papier mehr wert, als in der Realität. Wenn wir ehrlich sind – das meiste haben wir nicht nur längst wieder vergessen, wir haben es auch in der Schule nicht wirklich gewusst. Ich befürworte eine erhöhte Durchlässigkeit unseres Bildungssystems – und zwar nach oben.

Wir dürfen in einer Zeit und in einem Land leben, in dem sich jeder von ganz unten nach ganz oben arbeiten kann. Und wenn sich bspw. ein KFZ-Mechatroniker nach vier Jahren zu einem Maschinenbaustudium entschließt, dann sollte man ihm meines Erachtens jede denkbare Unterstützung zukommen lassen.

HTC Software

Mit dem App-Store hat Apple eine wirklich intelligente Möglichkeit entwickelt, schnell und unkompliziert Software aufs iPhone zu bekommen. Bei Windows Mobile war es seit jeher anders: Man musste sich die Software mühsam zusammensuchen. Auch hier gibt es abertausende von Programmen – aber nicht zentral gebündelt.

Seit ein paar Monaten hat Microsoft eine Kopie des App-Stores entwickelt: Den Marketplace. Mit bescheidenem Erfolg – erst recht in Nicht-USA-Ländern. Keine zweihundert Applikationen stehen zur Auswahl. Bescheiden.

Eine Alternative bietet der OpnMarket an. Das Prinzip ist das gleiche wie im AppStore oder im Marketplace. Die Software bietet tausende von Freeware-Applikationen zum direkt-installieren an. Toll :-)

Ein weiterer Tipp:

Die Freeware “Manila Birthday” sammelt alleimage Geburtstage aller Kontakte zusammen und präsentiert sie schön übersichtlich.

Sie unterstützt QVGA, VGA und WVGA und ist auf deutsch hier erhältlich. Immer wieder mal reinschauen lohnt sich – die xda-developers sind recht fix in diesen Dingen.

Wie man auf dem Screenshot sieht zeigt die Software die verbleibenden Tage bis zum Geburtstag an und errechnet auch das Alter. Gerade als Pastor sicher eine nützliche Funktion (lieben Gruß an dieser Stelle.. *g*)

Eine weitere Software die ich hin und wieder nutze kommt imagevon woabi.de. Dort bekommt man eine ebenso hässliche wie nützliche Software. Mit ihr lässt sich der Barcode an Produkten auslesen. Anschließend sucht das Programm im Internet nach alternativen Preisen. Man braucht kein Woabi-Benutzerkonto, wenn man seine Suchen nicht sammeln (??) will.

Ich habe keines und die Software läuft prima.

HTC Update

So grandios das neue HTC Leo Manila build ist, es gibt doch eine Schwäche im SMS Client des neuen HTC HD2.

Der ursprüngliche Gedanke war wohl, dass man auf einen Schlag alle Informationen zu einer Person bekommt. Screen002Im Bild kann man das schön anhand der Tabs unten erahnen: Der Reihe nach die Kontaktinformationen, alle SMS, alle Mails, Facebook-Updates und die Telefon-Historie. Im Grunde ein Traum.

Im neuesten Build jedoch gab es eine Änderung: Wurden bisher die SMS immer gestückelt geladen und angezeigt, wird jetzt versucht alle SMS als gewaltige Konversation anzuzeigen. Der Effekt: Das Handy laggt. Es vergehen einige Sekunden, bis es sich gefangen hat.

Die Verzögerung ist insbesondere dann nervig, wenn man auf eine SMS antworten möchte.

HTC hat jedoch ein Update rausgebracht, dass diesen Fehler behebt – mit Erfolg, wie ich empfinde. Habe seit dem Einspielen kein Problem mehr gehabt.

Die Installation ist nicht ganz einfach, denn zuerst muss via TaskManager der Prozess Messaging_Client.exe gekillt werden. Aber danach sollte es ohne Probleme gehen.

Kristallografie

Ein Gastbeitrag von Nils

Ist es nicht unglaublich, was für schöne Dinge die Natur für uns bereit hält?

Jeder der schon mal in einer Tropfsteinhöhle war, wird mir zustimmen.clip_image002

Mineralien und Kristalle faszinieren mich jeden Tag aufs Neue.

Die verschiedenen Farben, die unterschiedlichen Strukturen und Formen und vor allem die Leichtigkeit, mit der man sie selber herstellen kann.

Löst man ein Salz in heißem Wasser bis ein Bodensatz des Salzes entsteht und lässt diese Lösung einfach abkühlen entstehen wunderschöne große Kristalle.

Mit genug Geduld und der richtigen Anleitung kann man sogar Kristalle züchten mit einer Kantenlänge von bis zu 20cm.

Ich habe vor kurzem angefangen die Kristallzüchtung zu meinem Hobby zu machen.

Und ich bin begeistert von dem Erfolg, den ich mit meinen Züchtungen habe.

Auf den selbst erstellten Aufnahmen sieht man einen gut ausgebildeten Chalkanthit- oder Kupfersulfat-Pentahydrat-Kristall (CuSO4 · 5 H2O). Einmal clip_image004makroskopisch aufgenommen und einmal lichtmikroskopisch bei 40facher Vergrößerung.

Die blaue Farbe entsteht nicht nur durch die im Kristall enthaltenen Atome sondern auch durch Wassermoleküle, die zwischen den Atomen eingeschlossen sind (Kristallwasser).

Erwärmt man die Kristalle auf 60°C verdampfen die Wassermoleküle und der Kristall entfärbt sich und fällt in sich zusammen.

Jeder Kristall kann einem bestimmten „Kristallsystem“ zugeordnet werden. Dieses System beschreibt jeweils die Geometrie, in der der Kristall kristallisiert. Diese Geometrie erkennt man meistens schon ohne ein Mikroskop.

Kochsalzkristalle kristallisieren kubisch (Würfelförmig). Zucker kristallisiert monoklin (Grundfläche: Parallelogramm).

Chalkanthit kristallisiert triklin. Das bedeutet, dass alle Kanten a,b,c des Kristalls unterschiedlich lang und alle Innenwinkel des Kristalls ungleich 90° sind.

clip_image006 Triklines-Kristallsystem

Für den Laien schlecht erkennbar, doch kennt man die verschiedenen Kristallsysteme, ist es nicht schwer Kristalle in diese einzuordnen.

Die schön geformten Kanten und Ecken eines Kristalls erkennt man meistens erst richtig unter einem Lichtmikroskop.

Um lichtmikroskopische Aufnahmen zu machen, egal wovon, benötigt man ausschließlich ein Lichtmikroskop und eine handelsübliche Digitalkamera. Nach dem Ausrichten des Objektträgers und der Scharfstellung setzt man das Kameraobjektiv auf das Okular und zoomt etwas heran. Fertig ist das lichtmikroskopische Foto.

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Die lichtmikroskopische Aufnahme des CuSO4 · 5 H2O Kristalls zeigt einerseits die wunderschön glatten Kanten des Kristalls und andererseits erkennt man beim genauen hinsehen kleine Wassereinschlüsse rechts oben unter der Kristalloberfläche.

Selbst die Farbe in der ein Kristall entstehen soll lässt sich wunderbar beeinflussen.

Also! Mit ein wenig Geduld und der nötigen Kenntnis über den Kristallisationsprozess lassen sich Kristalle züchten, die in Größe, Form und Farbe individuell gestaltet werden können.

Für Anleitungen und Informationen können sie mich gerne kontaktieren. :-)

Twitter

Vor wenigen Tagen berichtete die Morgenpost über die mangelnden Fähigkeiten der Lehrer in Sachen Medienkompetenz. In Sachen digitale Medien sind uns Länder wie Ungarn und Dänemark weit voraus. Nun stehe ich gerade am Berufsanfang und – so wurde es uns von Professor Spannagel gepredigt – wir hätten als solches die Pflicht uns mit diesen Dingen auszukennen.

Seit ein paar Tagen experimentiere ich nun also auch mit Twitter. Denn ich möchte mir (noch) nicht vorwerfen lassen, ich wäre altmodisch.

Twitter ist im Grunde eine Mischung aus einem Blog und einem Facebook-Account: Einerseits ist es genauso öffentlich wie ein Blog, d.h. jeder der geschätzten 1,5 Milliarden Internetnutzer kann sowohl diesem Blog, als auch meinen Tweets (also den Twitter-Einträgen) folgen. Andererseits ist Twitter kürzer gefasst (max. 140 Zeichen) und es geht weniger um tiefgreifende Blogeinträge, als vielmehr um kurze Status-Updates.

Man erhält durch Twitter die Möglichkeit, von bestimmten Personen auf dem Laufenden zu bleiben. Politikern zum Beispiel – wenn man das möchte. Ich folge unter anderem dem Tweet von NRGZ28 um über Neuentwicklungen für mein Handy auf dem Laufenden zu bleiben. Und dem von Rob Bell weil er ein unglaublicher und inspirierender Mensch ist. Und dem von Bill Cosby, weil… na, braucht es für Bill Cosby einen Grund?Screen001

Seit einigen Tagen nun bin auch ich dabei. Und, obwohl man mir das unterstellen könnte, nicht, weil ich mich für einen sonderlich interessanten Menschen halte. Nein! Zum einen – wie immer bei mir – weil mein Handy Twitter sehr elegant in die Benutzeroberfläche eingebunden hat. (HTC Touch Pro 2; Custom ROM; NRGZ Build 31-12-09) Die meisten technischen Innovationen locken mich durch Spielerei an.

Aber es gibt auch weitere Gründe.

Twitter bietet mir die Möglichkeit, quasi in Echtzeit von Ereignissen berichten zu können, die auch andere Menschen als nur meinen Facebook-Freundeskreis interessieren könnten. Ich denke da an Schulfeste, Ausflüge, Klassenfahrten, Exkursionen etc. Via Twitter kann ich Eltern, Ehemalige und Heimgebliebene stets informieren, ohne gleich einen langen Blogeintrag verfassen zu müssen.

Via Facebook Twitter-App werden meine Twitter-Meldungen gleichzeitig auch in Facebook gepostet. Das hat den Vorteil, dass ich nicht alles zweimal schreiben muss.

Im Moment ist es nur ein Experiment und vielleicht beende ich das Ganze wieder in ein paar Monaten. Aber… wer weiß? :-)

Herr Spannagel wäre stolz auf mich ;-)

Karrierepläne

Ali Agca dürfte den meisten eher durch seine Taten, als seinen Namen im Gedächtnis sein: Am 13.5. 1981 schoss er auf Papst Johannes Paul II. und verletzte diesen lebensgefährlich.

Heute wird er nach 29 Jahren Haft entlassen.

Zeit genug, um Buße zu tun, Einsicht zu erlangen und ein anderer Mensch zu werden.

Das Wort Gefängnis-“zelle” kommt ursprünglich von der Kloster-zelle. Denn Ziel der Haft waren einst tatsächlich mehr Buße und Einkehr als Strafe. Man sollte als geläuterter Mensch zurück in die Gesellschaft entlassen werden.

In 29 Jahren sollte Agca doch ein wenig davon verinnerlich haben.

Möchte man meinen.

Denn Ali Agca hat nun mit einem, wie er meint, “Spezialisten für den Vatikan” Kontakt aufgenommen: Dan Brown. Er wolle – ab heute – das “perfekte Evangelium” schreiben. Es soll die Apocalypse schildern und außerdem das Christentum erklären, welches “der Vatikan nie verstanden” habe.

Nunja. Da hat er sich mit Dan Brown ja einen echten Fachmann geholt, nicht wahr? (Ein Historiker sagte einmal recht unverblümt, dass “Sakrileg” das einzige Buch sei, nach dessen Lektüre man dümmer sei als vorher..)

Die Offenbahrungen des Ali Agca bekommen wir allerdings nicht umsonst. Und auch nicht kostenlos. Rund 3.500.000 $ schweben ihm als Gage für sein autobiographisch gefärbtes, apokalyptisches und christlich-lexikares Werk vor.

Scheint, als hätte er genau verstanden, worauf es im wahren Christentum ankommt. :-)

Du musst so nicht leben!

Vor einigen Jahren habe ich habe eine echt schwierige Zeit durchlebt: arbeiten, arbeiten, arbeiten, hetzen, arbeiten, andere Leute beeindrucken, arbeiten, hetzen, arbeiten. Hierhin, dorthin, dieses, jenes. Machen, machen, machen.

Ich musste jedem zeigen, dass ich besser, schneller, klüger, härter arbeitend war. Bis ich irgendwann kurz vor dem Burn-Out war.

Und solange man nicht anhält und einen Schritt zu Seite geht, durchblickt man dieses Tempo nicht. Man hinterfragt sich nicht, warum man tut, was man da tut.

Ich verlor langsam aber sicher den Spaß an allem und jeden Sinn für die Leidenschaften meines Lebens. Ein Freund von mir – der die Art von Freund ist, den man sich nur erträumen kann –, lud mich zum Essen ein.

Und nach einer Weile sagte er “Du musst so nicht leben.”

Ich sagte: “Ja, klar. Weiß ich, weiß ich.”

“Nein, du musst so nicht leben!”

“Neee, im Ernst. Nächste Woche läuft es ruhiger, dann wird es wieder besser laufen. Ich meine.. ich habe einen Plan, um das wieder hinzukriegen.”

Und er: “Nein, du musst so nicht leben!”

Ich erwiderte genervt: “Ja, okay! Ich habe es gehört. Ist angekommen!”

“Du musst so nicht leben!”

“Alter…”, antwortete ich. “Ist ja gut jetzt!” Und dann sagte er es wieder.

“Du musst so nicht leben!” Und wieder.

“Du musst so nicht leben.”

Ich versuchte noch eine Weile ihm klarzumachen, dass ich seinen Standpunkt begriffen habe, aber er machte immer weiter und weiter. Irgendwann dann habe ich aufgehört, ihm zu widersprechen und habe angefangen, ihm zuzuhören.

Und er sagte es wieder. Und wieder. Und wieder.

“Du musst so nicht leben! Du musst so nicht leben. Du musst so nicht leben.”

Und noch während er es immer und immer wieder sagte, wurde es zu einer Art Mantra für mich. “Du musst so nicht leben!”

Heute weiß ich, dass mein Freund für mich gekämpft hat.

“Du musst nicht so leben!”

Rob Bell.