“…du hast ne nackte Frau geküsst”

Heute kam meine Tochter aus dem Kindergarten und hatte einen jener klassischen Kinderreime auf den Lippen, die jeden von uns schon zu unserer Zeit begleitet haben.

“Sag mal Tomate”, forderte sie von mir. Ich grinste und ahnte, was da kommen würde.

Ich (erwartungsvoll): “Tomate.”

Sie (lacht auf, freut sich): “Du hast eine nackte Frau überfahren.”

Ich: “??? Bitte was?”

Sie: “Ja, dass sagen die im Kindergarten.”

Ich lachte auf und versuchte den Hintergrund zu erforschen.

“Warum ist denn da eine nackte Frau auf der Straße?“

Carolina scheint ratlos. “Na, weil die duscht”, rät sie.

“Also, hast du schonmal eine nackte Frau gesehen, die mitten auf der Straße duscht?”, protestiere ich.

“Nee”; erwidert sie, “aber die im Kindergarten wohl.”

 

Ist es nicht merkwürdig, manchmal amüsant, wie wir Dinge falsch verstehen? Der weiße Neger Wumbaba ist sicher eines der bekanntesten Beispiele dafür. Und es ist nicht etwa so, dass meine Tochter irgendeinen Zweifel am Gehörten hegt. Es wird schon so stimmen.

Und ich frage mich, wie oft ich Menschen missverstanden habe. Wie oft ich Tatsachen, Ereignisse, Gesprochenes und Gedachtes falsch wiedergegeben habe. Wieviel Negatives daraus entstanden ist.

Ohne Absicht.

Und nicht so lustig.

 

 

Im Original heißt es übrigens:

„Sag mal Tomate!“

„Tomate.“

„Dein Pimmel kann Karate!“

 

„Sag mal Klettergerüst!“

„Klettergerüst.“

„Du hast ne nackte Frau geküsst!“

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