Aus dem Lehreralltag..?!

Ich bin eigentlich ein positiv gestimmter Mensch. Die meiste Zeit bemühe ich mich, die guten Seiten dieser und jener Aspekte zu betonen und das Potential in Menschen zu sehen, nicht so sehr die Probleme.
Aber es gibt Situationen, die mich dann doch vom Hocker hauen. Wie heute zum Beispiel.

Ich komme in “meine” Klasse rein und gebe nach der Begrüßung Termin und Inhalt der kommenden Klassenarbeit bekannt. Die Schüler nicken zufrieden. Ein, zwei Rückfragen ob dieses oder jenes abgefragt wird.

"Und hey”, schwöre ich die Schüler schließlich ein, “das wird die erste Klassenarbeit, die ich als Lehrer schreiben lassen darf und es wäre ja soooo cool, wenn ihr so richtig zeigen würdet, was ihr so alles drauf habt!”

Die Klasse fängt Feuer.

Denkt an die schriftlichen Übungen, die wir geschrieben haben”, erinnere ich sie, “ich hatte euch genau gesagt, was ich erwarte und diejenigen, die sich darauf vorbereitet haben, konnten mit dem Ergebnis auch echt zufrieden sein! Wir haben jetzt noch ein paar Tage Zeit und ich werde euch wieder genau sagen, was ich erwarte und was dran kommen wird.”

Strahlende Gesichter. Ja, die Schüler sind stolz. Sie empfinden die Klassenarbeit nicht als Notendruck, sondern als Chance, sich selbst und mir zu beweisen, dass sie richtig gut gelernt haben.

“Aber Herr Klinge”, meldet sich plötzlich ein Schüler, “wenn wir es schaffen, in der ganzen Klasse alle eine drei oder besser zu schreiben, feiern wir dann eine Party?”

Zwei Dutzend Augenpaare richten sich gespannt auf mich. Ich zögere bedeutungsschwanger zwei, drei Sekunden, als müsste ich die Entscheidung arg abwägen.

“Alles klar. Wenn ihr euch so reinhängt, dass ihr alle so gute Noten schreibt – dann feiern wir hier ein ordentliches Fest!”

Die Klasse jubelt.

Es sind Stunden wie diese, die einem den ganzen Tag verzaubern. Obwohl speziell diese Klasse wirklich konzentriert arbeiten kann, hohe soziale Kompetenzen aufweist und insgesamt leicht zu führen ist, haben sie heute noch eifriger, noch intensiver und noch konzentrierter mitgearbeitet als sonst. Ich habe den Eindruck, dass jeder einzelne Schüler erwartungsvoll und konzentriert in die nächsten Tage geht, der Blick auf die Klassenarbeit ist sehr positiv. Das ist… wow!
Natürlich gab, gibt und wird es auch andere Tage geben. Mit dieser Klasse und mit anderen.
Aber wenn die Kinder Schule nicht als gemeinen Institution begreifen, sondern als einen unglaublichen, fantastischen und manchmal merkwürdigen Weg ins Leben und wenn sie die Lehrer nicht als Handlanger des Bösen sondern als Stützen und Führer auf diesem Weg empfinden – dann ist Schule der großartigste Ort auf der Welt.

Positives.

In letzter Zeit muss ich viel an einen guten Freund aus Tübinger Tagen denken – denn dieser Freund hat mich unwahrscheinlich tief geprägt. Und je mehr Zeit verstreicht, je öfter ich darüber nachdenke, desto intensiver wird sein Einfluss auf mich.

Denn er hatte eine unwahrscheinlich konstruktive Art, mit Menschen umzugehen. Wann immer in seiner Gegenwart Dritte zum Gesprächsinhalt wurden, wann immer gelästert oder anderweitig schlecht geredet wurde, dann hatte dieser Freund eine sanfte, aber bestimmte Art, Gespräche in eine andere, positive Richtung zu lenken. Ohne die Lästerer bloßzustellen. Ohne das Lästern als solches anzuprangern.

Sanft.

Aber bestimmt.

Dabei war er kein lustiger Kasper, der in allem ganz naiv nur Tolles sah. Ganz im Gegenteil setzte er sich sehr kritisch mit Themen und Menschen meiner Gemeinde auseinander. Aber er tat das stets so, dass er das Ansehen Anderer respektierte.

Ich habe arge Mühe, ihm nachzueifern. Aber ich merke, dass der bewusste Verzicht auf Lästern, auf Schlechtmachen von Diesem und Jenem nicht einfach eine Kalenderweisheit ist. Oder ein moralisches Gebot. Es verändert mich. Und es verändert mein Umfeld.
Diesem Freund habe ich viel zu verdanken. Nur sehr wenige Menschen haben mich so sehr verändert, wie er.

 

Wo Menschen zusammenkommen, gibt es Reibungspunkte. Immer. Überall. In der Gemeinde. Der Schule. Auf pädagogischen Halbwochen. Immer sind Leute für unseren Geschmack zu dick, zu dünn, zu groß, zu klein, zu hässlich, zu dumm, zu merkwürdig, zu laut, zu leise, zu still, zu vorlaut.
Rob Bell schrieb einmal, dass der Tod Jesu uns dazu einlädt, bestimmte Aspekte unseres Lebens sterben zu lassen. Wir werden eingeladen, die zerstörerischen Teile zu begraben, damit neues Leben entstehen kann.

Lästern über andere.
Diesen Teil will ich in mir sterben lassen. Damit etwas neues entsteht. Etwas Positives.

Negatives.

Immer und immer wieder begegnen uns Menschen, die uns Kraft kosten. Nach deren Begegnung wir ausgelaugt sind und uns schlecht fühlen.

Und es gibt Orte, die uns abschrecken. Mit denen wir eigentlich nur Negatives verbinden. Gebäude. Situationen. Geschichte.

Ich bin wirklich schlecht darin, solche Dinge von mir fernzuhalten. Unliebsame Gespräche verfolgen mich oft bis tief in die Nacht und ich wünschte, ich hätte dieses oder jenes gesagt. Es fällt mir schwer, Orte und Situationen hinter mir zu lassen.

Warum ich das schreibe?

Weil es um Positives geht.

Pädagogische Halbwoche

Die vergangenen drei Tage haben wir, d.h. alle Lehramtsanwärter (LAAs) der Sek.1 aus dem Kreis Siegen gemeinsam verbracht.

Jugendherberge Freusburg
Jugendherberge Freusburg

Ein befreundeter Lehrer sagte mal, man solle Fazits (bei großen Gruppen) immer im Ausmaß einer SMS formulieren. Also dann:

Ich empfand die Zeit, die KollegInnen und die Erfahrung als unschätzbar wertvoll.

Nach nun knapp drei Monaten in diesem unglaublich geilen tollen Beruf empfinde ich einige Aspekte als entscheidend für meine Erfahrung. Das gute Verhältnis zum Kollegium ist so ein Beispiel. An der Schule bin ich da sehr gesegnet und dankbar – erfahren wir als Referendare dort doch jede Unterstützung, die man sich nur erträumen kann. Wir dürfen hospitieren, fragen, experimentieren, mitarbeiten, zugucken, reden, lernen, austauschen und und und. Alles, ohne dass ich auch nur einmal das Gefühl gehabt hätte, jemanden genervt zu haben.

Für die versammelte LAA-gruppe ist das etwas schwieriger: Wir sehen uns nur einmal die Woche, wir haben zwei getrennte Hauptseminare und unterschiedliche Fachseminare. Auch nach drei Monaten kennt man noch nicht alle Namen, was zu der immer gleichen skurrilen Szene führt:

Eine Gruppe von uns sitzt bunt zusammengewürfelt am Tisch. Alle gucken sich etwas unsicher ein, bis sich endlich einer traut: “Ey, sorry. Können wir einfach nochmal kurz unsere Namen sagen?” Alle grinsen erleichtert auf und nicken. Wie in der Schule gibt es in unserem Kopf immer diese Hemmschwelle, sich bloß nicht lächerlich machen zu wollen.

Ein wichtiges Ziel (vielleicht sogar das wichtigste überhaupt) dieser drei Tage waren sicher, genau diese Hemmschwelle zu senken. Und ich denke, dass ist auch gelungen.

Es wurde unendlich viel gelacht und Erfahrung ausgetauscht, Zeit verbracht und Sorgen geteilt. “Cliquen” wurden dezent aber deutlich immer wieder aufgebrochen und neu zusammengesetzt und am Ende habe ich unwahrscheinlich viel mitgenommen.

Zweifellos gab es auch kritisches, ausbaufähiges. Mit dazu gehört sicher auch die Leitung der Jugendherberge, die vermutlich einfach einen schlechten Tag hatte :-). Angesichts der Kunden Gäste (und wir vierzig Lehrer wären womöglich mit vierzig Schulklassen á 20 Schülern in den nächsten vierzig Jahren insgesamt zwanzig mal für drei, vier Tage vorbeigekommen – das sind dann zwei Millionen entgangene Übernachtungen…) hätte man sich da allerdings ein kooperativeres Verhältnis gewünscht.

Dies war jedoch keine Werbung für die Freusburg – schade, denn das Gebäude ist toll. :-(
(Update: Mittlerweile hat die Freusburg eine andere Leitung – wen wunderts…)

Moderner Mathematikunterricht..?

Offene Aufgaben, Fermi-Aufgaben, kompetenzorientierter Unterricht.

Es ist gar nicht so leicht, den aktuellen Ansprüchen an den modernen Mathematik-Unterricht gerecht zu werden. Nicht nur der eigene Widerstand muss überwunden werden (kennt man doch aus der eigenen Schulzeit meist nichts anderes als Frontalunterricht mit der Aufforderung, nun doch bitte von Seite 132 die Aufgaben 2 bis 4, jeweils a) bis f) zu rechnen.)image

Auch die Schüler “wehren” sich gegen die neuen Formen des Unterrichts – denn die sind deutlich anstrengender.

In einer 6. behandeln wir das Thema “Drehsymmetrie” – um etwas Abstand vom Buch zu gewinnen, habe ich einige der Aufgaben geöffnet. Normalerweise geht es vor allem darum, Figuren als dreh- bzw. achsensymmetrisch zu erkennen, drehsymmetrische Figuren zu vervollständigen oder den Drehwinkel zu messen.

Alles Aufgaben, deren Schwierigkeitsgrad zwischen “leicht” und “musst nix verstehen, einfach nachmachen” bewegt. Ich habe versucht, die Aufgaben zu öffnen.

“Zeichne eine Figur, die drehsymmetrisch zum Winkel 90°, 60°, 30°  ist.”

Urgs. Zwanzig Hände gehen hoch. “Herr Klinge, wie….”

Was ein Aufschrei. Obwohl soeben an Beispielen besprochen sind viele Schüler schon bei 90° völlig überfordert. Aber, wovon eigentlich?

Eines ist klar: Offene Aufgaben müssen geübt werden. Der Umgang mit Freiheit muss gelernt werden.

HTC Software: Swype

Vor einigen Monaten geisterte eine neue Software für Windows Mobile durchs Netz: Swype. Eine neue Art des Schreibens.

Statt zu tippen, wird über die Tasten gewischt und das Programm errät, welches Wort man geschrieben hat. Einen besseren Eindruck vermittelt wohl dieses Video:

 

Nach Wochen und Monaten des Bastelns und Hoffens und Wartens gibt es Swype nun endlich auch auf deutsch. Juchuuu :-)

ScreenShot4

Habe es auf dem neuesten ROM von NRG problemlos installieren und ausprobieren können.

Nun erübrigt sich eine solche Software bei dem TouchPro 2 – aber ich bin damit sogar schneller, als mit der originalen Tastatur.

Kann es also nur empfehlen :-)

TabletPC – Touchscreen deaktivieren?

So sehr die Bedienung von TabletPCs mit dem Finger durch die Medien auch gehypt wird – jeder Nutzer eines solchen Notebooks wird bestätigen, dass dies oft nicht viel mehr als ein nettes Gimmick ist.

Die Stiftbedienung ist – obwohl lange nicht so sexy – deutlich wichtiger, deutlich sinnvoller.

Bei den Modernen Tablets wie dem TX2 oder TM2 gerät man oft in die Situation, die Touchfunktion ausstellen zu wollen. Zu nervig ist sie beim durchgängigen Schreiben oder Zeichnen mit dem Stift. Immer wieder wird mit dem Handballen unbeabsichtigt eine Funktion aufgerufen.

Normalerweise geht das so anstandslos wie umständlich über die Systemsteuerung.

Hier nun gibt es ein kleines Tool, welches das im Handumdrehen erledigt. Via Shortcut ins Startmenü ist das Aktivieren bzw. Deaktivieren der TouchFunktion nun binnen Sekunden erledigt :-)

Update: Hier der neue Link.

Neulich im Unterricht…

Ich vertrete eine Technik-Stunde. Alle Schüler der 9. Klasse sind mehr oder minder in ihre Arbeiten vertieft. Einer ist besonders weit weg ruhig: Ein Kopfhörer kommt aus seinem Kragen und steckt in seinem Ohr, gut versteckt durch die Kapuze seines Pullovers.

Ich trete vor ihn, deute auf meinen Kopf und dann auf mein Ohr. Er reagiert und nimmt den Kopfhörer heraus.

Ich kann mich viel besser konzentrieren, wenn ich Musik höre”, grummelt er.

Ist mir egal”, erwidere ich.

Zehn Minuten später.

Der Schüler hat den Knopf wieder im Ohr. Er hält den Kopf merkwürdig schräg in der Hoffnung, ich würde nicht bemerken, dass sich seine Kapuze rein zufällig neben seinem Ohr aufbauscht.

Ätzend, denke ich. Diese Jugend heute! Völlig respektlos!

Abends.

Ich kaufe noch schnell im Supermarkt ein. An der anderen Kasse fällt mir ein Mann, Ende dreißig auf, der ungewöhnlich laut mit der Kassiererin spricht.

“JA. DIE MILCH HABE ICH ZWEIMAL. WAS MACHT DAS?”

Knopf im Ohr. In beiden Ohren.
Die Kassiererin antwortet. Ebenfalls sehr laut. Ein wenig genervt.

Der Mann bezahlt parallel mit mir, schiebt dann seinen Einkaufswagen mitten in den Gang und verharrt verträumt, schaut zu einem Werbeplakat.

Ich warte. Denn ich kann nicht vorbei.

In Zeitlupe zieht der Mann den Einkaufswagen weiter, ohne irgendwen zu beachten. Fünf Minuten später steht er verträumt auf dem Parkplatz. Und mir im wieder im Weg.

Ätzend, denke ich.

Aber mir wird mal wieder deutlich, gegen wen ich die Kids da erziehen muss. Denn was die Großen vormachen, machen die Kurzen nach.

Kindermut tut selten gut… oder so

Endlich kann ich meiner Tochter richtige Geschichten vorlesen.

Nicht mehr die ätzenden einfachen Kinderbücher über nackte Bären, sondern richtige Bücher. Otfried Preussler zum Beispiel. Den Räuber Hotzenplotz haben wir soeben beendet.

Zunächst wiederholt Carolina alles, was bisher geschehen ist (Großmutter, Kaffemühle, Räuber Plotzenhotz, Seppel, Kasperl, Kiste mit Sand, Gold, Zauberer Petrosilius Zwackelmann, gute Fee, Unke) und dann gibt’s ein neues Kapitel.

Bei diesen Geschichten macht mir das Vorlesen deutlich mehr Spaß. Klar, einen Räuber Hotzenplotz kann man viel besser theatralisch darstellen, als den dämlichen Bären (sorry 😉 ). Zuletzt hat sich Carolina so erschrocken, dass sie rückwärts ins Bett gefallen ist. Aber wenn da ein Kerl kommt mit sieben Messern und einer Pfefferpistole, dann kann man sich auch mal erschrecken.

Seit gestern nun also ein neues Buch: Das kleine Gespenst.

“Hast du da denn keine Angst?”, frage ich sie provozierend.

“NEEEEE”, schreit sie empört und springt auf dem Bett auf und ab, “ich bin doch kein BAAABBYYYY.”

“Na gut”, erwidere ich, “aber wenn es zu spannend wird, dann hören wir auf, okay?”

Sie winkt ab und schaut mitleidig.

Also geht es los. Sie sitzt im Schneidersitz auf der Bettkante und lauscht gespannt.

“Auf Burg Eulenstein hauste seit uralten Zeiten ein kleines Gespenst. Es war eines jener harmlosen kleinen Nachtgespenster, die niemandem etwas zuleide tun, außer man ärgert sie.
Tagsüber schlief es in einer schweren, eisenbeschlagenen Truhe aus…”

Carolina gähnt laut und provozierend und streckt sich. Dann grinst sie mich an. Das war ein Statement. Angst hat sie keine.

Aber weitergelesen wird erst, nachdem sie ordentlich durchgekitzelt wurde.

Vom kleinen Gespenst natürlich. :-)

Jesus will die Christen retten

imageWenn man “Fan” von etwas oder jemandem ist, dann neigt man dazu, Negatives zu ignorieren und Positives hervorzuheben.

Und weil ich ein “Fan” von Rob Bell bin, gilt dies in meinem Falle für alles, was er schreibt, entwirft und produziert. Ich mag ihn einfach. Sein theologisches Weltbild überzeugt mich gleichsam in seiner Tiefe wie auch in seiner Freiheit.

Vor einiger Zeit wurde auch sein neuestes Buch (abgesehen von dem eher künstlerischen Drops Like Stars) ins Deutsche übersetzt. “Jesus will die Christen retten – Anstöße für eine Kirche, die ihre Vision verloren hat” ist der Titel. Und ich habe mir einiges erhofft.

Thematisch schlägt das Buch eine ähnliche Richtung ein, wie Claibornes “Ich muss verrückt sein, so zu leben”. Rob Bell ist unverkennbar Teil der aktuellen Evolution der christlichen Kirchen, die u.a. Soziales wieder stärker in den Mittelpunkt rückt.

Die ersten vier Kapitel empfand ich als Laie überaus interessant: Rob Bell schafft es immer wieder, verschiedene Aspekte miteinander zu verbinden, Zusammenhänge zu schaffen und biblische Geschichten in ein klares Licht zu rücken. So sind die ersten Kapitel im Grunde “nur” ein Überblick über die wichtigsten biblischen Geschichten. Faszinierend, spannend – aber auch nicht mehr.

Im Anschluss widmet sich das Buch (bis zum Ende) dann einer ausführlichen Kritik der aktuellen Kirche. Für meinen Geschmack fehlt ihm jedoch die Schärfe und Überzeugungskraft eines Shane Claiborne, um mich hier wirklich zu packen. Die Brillianz des Anfangs ist verloren gegangen. Trotzdem hat er meines Erachtens recht: Auch (und gerade) wir Christen müssen manchmal errettet werden. Von so vielem – auch wenn der ein oder andere Kommentar dies vehement von sich weist. 😉

Insgesamt kann ich das Buch nicht wirklich empfehlen – vielleicht waren meine Erwartungen aber auch zu hoch…? :-)

Chatroulette

Seit einigen Wochen hat ein neuer Hype das Internet erfasst: Chatroulette!

(Alle Eltern sollten jetzt genau aufpassen! 😉 )

Über eine Webseite wird man wild und zufällig mit irgendwem auf der Welt zu einer Videokonferenz verbunden. Und wer wartet da? Vor allem Männer. Und zwar vor allem nackte Männer. Nackte masturbierende Männer. Nicht nur – aber gut 10% aller Teilnehmer dürften in diese Kategorie fallen. Genug, um Kinder von der Seite fernzuhalten.

Die Seite ist vor allem deshalb so populär, weil die prompte Verbindung mit wildfremden Menschen auf der Welt tatsächlich einen gewissen Charme versprüht. Ich bin neulich auf einen Screenshot gestossen, der dies sehr gut ausdrückt:

image

Ich weiß bei dem Bild nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Per Zufall werden hier Leute zusammengeschaltet, die sich auf offenem Feld gegenseitig umbringen würden. Und offenbar erkennen sowohl die Soldaten als auch die Vermummten die Skurrilität der Situation – sie lachen.

Und darin sind sich dann alle doch wieder erschreckend ähnlich, nicht wahr? Im Grunde wollen wir alle nur unseren Frieden um unser Leben gestalten zu können.

Was für ein dämlicher, kindischer Krieg.

Neues HTC ROM – GTX Style

In regelmäßigen Abständen (was für uns Nerds soviel heißt wie: Alle vier Tage) veröffentlicht NRG ein neues ROM für nahezu die ganze Bandbreite an HTC Phones: HD2, HD, HTC Touch Diamond 2, Touch Pro 2, Diamond, Touch Pro, XPeria X1 sind nur die, die mir jetzt spontan einfallen.

Nachdem ich längere Zeit trocken tapfer gewesen bin, hats mich nun mal wieder erwischt: Ein neues ROM. Einer der anderen Nerds bei den xda-developers hat ein komplett neues Theme entworfen, dass NRG optional anbietet.

Statt vieler Worte, einfach ein paar Screenshots:

ScreenShot1 ScreenShot2 ScreenShot3

Einfach beeindruckend. Wem das Standard-Manila-Theme also zu dunkel war, hat hier ein wirklich schönes, helles Motiv. Dazu bin ich auf Windows Mobile 6.5.5 umgestiegen – die großen Tasten sind deutlich einfacher zu bedienen.

Auch schön (und auf dem Screenshot erkennbar): Footprints funktioniert nun. Allerdings ist es nicht viel mehr als ein nettes Gimmick: Es geht darum, immer jene Orte zu fotografieren und dort “abzulegen”, an denen man seine Fußspuren hinterlässt: Berühmte Orte, die man besucht hat. Das Lieblingsrestaurant. Die Bilder werden mit GPS-Koordinaten und beliebigen Anmerkungen gespeichert. Ein einzelner Klick öffnet Google Maps und zeigt den Ort an. Schön und durchdacht – aber eher überflüssig. Die Halbwertszeit eines Handys (und damit dieser Art von Geschichtsschreibung) ist ja eher begrenzt: In fünf Jahren sind dann alle gesammelten Footprints weg.

ScreenShot5 ScreenShot6

Auch cool: Die BVB-Aktie steigt wieder. Auf über einen Euro. Es geht aufwärts :-)

Wieder mit dabei ist der ebook-Tab von Manila. Er ist praktisch und ermöglicht mir, meiner Tochter jeden Abend den Räuber Hotzenplotz problemlos vorzulesen. :-)

Seit gestern ist nun ein neues ROM mit CFC-komprimierten Manila-Files online, will heißen: schneller und kleiner! 😉

Sehr zu empfehlen!

HP Touchsmart TM2 (Rezension)

Nach knapp vier Jahren des täglichen Gebrauchs habe ich mir nun ein neues Notebook zulegen dürfen (ja.. “dürfen”. In einer Ehe darf man – mehr ist nicht drin 😉 ).

Bis zuletzt habe ich ein aufgerüstetes Acer c312xmi genutzt, welches seinerzeit rund 1600 Euro gekostet hat. Sehr viel Geld für ein Notebook – ein akzeptabler Preis für einen TabletPC.

Nun also was neues. 😀

Die Erfahrung gebot mir erneut den Kauf eines Tablets – zu nützlich empfinde ich die Verbindung von Stift & OneNote. Ich habe mich für das HP TM2 entschieden – HP bietet Lehrern bessere Konditionen an, so dass ich mit 840 Euro knapp die Hälfte von vor vier Jahren gezahlt habe.

Eine ausführliche, mehrteilige Video-Rezension des Notebooks findet man hier, eine ausführliche, technische Besprechung hier.

Für mich spannender sind jedoch Erfahrungswerte konkreter Nutzer – und die typisch nervigen kleinen Macken bemerkt man ja erst nach einigen Tagen. Hier also eine Rezension ohne technische Details etc.

Zunächst einmal das Positive: Das Ding ist geil! Und jeden Cent wert. image

Zunächst einmal hält der Akku tatsächlich die versprochenen sieben bis acht Stunden durch. Bei gedimmter Helligkeit und abgeschaltetem WLAN. Aber das ist schon okay – damit kann man gut arbeiten.

Die Tastatur fühlt sich gut an – die Tasten sind groß (auch die Pfeiltasten im Unterschied zum TX2) genug und haben eine raue Oberfläche, die gefühlt eine gute Haftung bietet.

Außerdem toll: Das TM2 hat zwei Grafikkarten – eine, die nur im Akku-Betrieb anspringt und möglichst wenig Strom verbraucht und eine richtige, mit der man ordentlich was anstellen kann. Hin und wieder überkommt mich der Drang, ein wenig zu zocken. Zu selten, dass sich ein richtiger Spiele-PC lohnen würde, aber zu häufig, als dass ich mit einer integrierten Intel-Lösung zufrieden wäre. Und da mir Benchmarks eigentlich überhaupt nichts sagen, nur zwei Richtwerte: “Drakensang” läuft bei 1280×800 absolut flüssig, genauso wie “Call of Duty 6 – Modern Warfare 2”. Da geht also was.

Schön sind auch die integrierten Spielereien – eine ordentliche WebCam für Skype, MSN & Chatroulette, ein integrierter FingerprintReader, Bluetooth und auch im Tablet-Modus bedienbarer Knopf zum An-/Abschalten des WLANs. Außerdem sind LEDs in einige Tasten integriert – bspw. leuchtet die CAPSLOCK-Taste AUF, WENN MAN VERSEHENTLICH MAL WIEDER ALLES groß schreibt. Eine LED neben der WebCam warnt einen davor, sich direkt nach dem Duschen vor den Rechner zu setzen, die Mute-Taste leuchtet ebenfalls.

Umgewöhnen musste ich mich von dem rauen Display meines Acer-Notebooks an den glatten Bildschirm des TM2. Während es früher noch einen Widerstand gab, der ein wenig an das Schreiben auf Papier erinnert, so ist es nun, als schreibe man auf Glas. Das wird noch ein wenig Übung erfordern. Abgesehen davon funktioniert das Schreiben tadellos. Sehr sinnvoll ist die Funktion, die Fingerbedienung abzuschalten, wenn sich der Stift bis auf wenige Zentimeter dem Bildschirm nähert – so wird verhindert, dass man mit dem aufliegenden Handballen irgendwelche Funktionen aufruft, obwohl man nur schreiben will.

Das Notebook erscheint hochwertig verarbeitet – das Chassis ist aus Aluminium und macht einen stabilen Eindruck. Ich werde hier schreiben, wenn der Eindruck täuschen sollte. Mit dem Prozessor bin ich zufrieden – ich war unsicher, ob die 1,3 Ghz nicht zu schwach sind, um vernünftig arbeiten zu können. Aber Pustekuchen: Magix VideoDeluxe läuft wie geschmiert, CoD ebenso und auch meine riesigen OneNote-Notizbücher werden ohne Verzug geladen.

Gibt’s auch negatives?

Klar. Es gibt zum Beispiel nur einen Kombi-Stecker für Mikrofon und Kopfhörer – glaube ich zumindest. Oder er ist nur für Kopfhörer. So richtig schlau werde ich aus der einen Buchse nicht – mein Headset kann ich wohl nur noch zum hören brauchen. Ich habe probiert, ein Handy-Headset anzuschließen, aber das hat auch nicht so richtig funktioniert. Das HTC-Headset meines Handys wird sofort erkannt und ich kann gleichzeitig Mikrophon und Kopfhörer nutzen.

Außerdem fehlen die PgUp/PgDwn- und die 1st und End-Tasten. Dachte ich zumindest. Denn sie sind eigentlich doch da:

  • FN+Up = PgUp
  • FN+Down= PgDwn
  • FN+Left = 1st
  • FN+Right = End

Unverständlich, wieso HP die Funktion nicht aufgedruckt hat – jeder der zuweilen im Internet surft braucht den Bildlauf und jeder, der hin und wieder Texte schreibt, braucht die Tasten, um an den Anfang bzw. das Ende der Zeile springen zu können. Nunja – zumindest hab ich’s gefunden.

imageDie integrierten Lautsprecher sind… bescheiden. “Blechern” ist noch höflich ausgedrückt.

Nicht mehr dabei ist die Fernbedienung vom TX2. Schade – damit wären Präsentationen ein Stück weit beeindruckender gewesen. Auch der zweite Akku des TX2 ist hier nicht mehr dabei.

Was fehlt mir?

Beleuchtete Tasten wären etwas feines. Wie oft sitze ich (ja, auch als Lehrer ;-)) bis tief in die Nacht am PC, vergesse bei all der Arbeit (!) das Licht anzumachen und suche dann von Stunde zu Stunde mühevoller die Tasten.

Kleiner sollte das Display nicht mehr sein – der Bildschirm ist ein deutliches Stück kleiner, als ein DIN-A4 Blatt. Wenn ich die Wahl gehabt hätte, wäre ich bei 14’1 Zoll geblieben. Irgendwo muss die Hand zum Schreiben ja aufliegen.

Obwohl das Design des Notebooks ausgesprochen gelungen ist, sollten sich empfindliche Gemüter von touchfähigen TabletPCs eher fernhalten: Auf dem Bildschirm sieht man sofort jeden Fingerabdruck. Für ein Arbeitsgerät völlig in Ordnung – für Modefimmel aus Cupertino eher nicht 😉

Das eingravierte Muster wirkt etwas “feminin”, das ganze Notebook ist in einem zarten Alt-Rosa gehalten. Ständig werde ich gefragt, ob dies das Notebook meiner Frau sei. Echte Kerle könnten darunter leiden 😉

Würde ich das Gerät wiederkaufen?

Auf jeden Fall! “Einmal Tablet, immer Tablet!”

Update: Mittlerweile haben sich in meinem Umfeld fünf sieben zehn weitere Leute das TM2 geholt und sind alle wohl sehr zufrieden damit. Keine Ausfälle, keine Beschwerden soweit :-)

Update 2: Weil sehr viele Leute durch Google + “acer aspire 1825ptz” hierauf stoßen: Ich kenne auch zwei Kollegen mit diesem Notebook – beide sind augenscheinlich zufrieden. Es gibt jedoch keine ernsthafte Möglichkeit, die Geräte mit einem Stift zu bedienen. Richtiges Schreiben wie auf Papier geht nur mit einem resistiven Bildschirm (wie bei den HP Geräten)