HP Touchsmart TM2 (Rezension)

Nach knapp vier Jahren des täglichen Gebrauchs habe ich mir nun ein neues Notebook zulegen dürfen (ja.. “dürfen”. In einer Ehe darf man – mehr ist nicht drin 😉 ).

Bis zuletzt habe ich ein aufgerüstetes Acer c312xmi genutzt, welches seinerzeit rund 1600 Euro gekostet hat. Sehr viel Geld für ein Notebook – ein akzeptabler Preis für einen TabletPC.

Nun also was neues. 😀

Die Erfahrung gebot mir erneut den Kauf eines Tablets – zu nützlich empfinde ich die Verbindung von Stift & OneNote. Ich habe mich für das HP TM2 entschieden – HP bietet Lehrern bessere Konditionen an, so dass ich mit 840 Euro knapp die Hälfte von vor vier Jahren gezahlt habe.

Eine ausführliche, mehrteilige Video-Rezension des Notebooks findet man hier, eine ausführliche, technische Besprechung hier.

Für mich spannender sind jedoch Erfahrungswerte konkreter Nutzer – und die typisch nervigen kleinen Macken bemerkt man ja erst nach einigen Tagen. Hier also eine Rezension ohne technische Details etc.

Zunächst einmal das Positive: Das Ding ist geil! Und jeden Cent wert. image

Zunächst einmal hält der Akku tatsächlich die versprochenen sieben bis acht Stunden durch. Bei gedimmter Helligkeit und abgeschaltetem WLAN. Aber das ist schon okay – damit kann man gut arbeiten.

Die Tastatur fühlt sich gut an – die Tasten sind groß (auch die Pfeiltasten im Unterschied zum TX2) genug und haben eine raue Oberfläche, die gefühlt eine gute Haftung bietet.

Außerdem toll: Das TM2 hat zwei Grafikkarten – eine, die nur im Akku-Betrieb anspringt und möglichst wenig Strom verbraucht und eine richtige, mit der man ordentlich was anstellen kann. Hin und wieder überkommt mich der Drang, ein wenig zu zocken. Zu selten, dass sich ein richtiger Spiele-PC lohnen würde, aber zu häufig, als dass ich mit einer integrierten Intel-Lösung zufrieden wäre. Und da mir Benchmarks eigentlich überhaupt nichts sagen, nur zwei Richtwerte: “Drakensang” läuft bei 1280×800 absolut flüssig, genauso wie “Call of Duty 6 – Modern Warfare 2”. Da geht also was.

Schön sind auch die integrierten Spielereien – eine ordentliche WebCam für Skype, MSN & Chatroulette, ein integrierter FingerprintReader, Bluetooth und auch im Tablet-Modus bedienbarer Knopf zum An-/Abschalten des WLANs. Außerdem sind LEDs in einige Tasten integriert – bspw. leuchtet die CAPSLOCK-Taste AUF, WENN MAN VERSEHENTLICH MAL WIEDER ALLES groß schreibt. Eine LED neben der WebCam warnt einen davor, sich direkt nach dem Duschen vor den Rechner zu setzen, die Mute-Taste leuchtet ebenfalls.

Umgewöhnen musste ich mich von dem rauen Display meines Acer-Notebooks an den glatten Bildschirm des TM2. Während es früher noch einen Widerstand gab, der ein wenig an das Schreiben auf Papier erinnert, so ist es nun, als schreibe man auf Glas. Das wird noch ein wenig Übung erfordern. Abgesehen davon funktioniert das Schreiben tadellos. Sehr sinnvoll ist die Funktion, die Fingerbedienung abzuschalten, wenn sich der Stift bis auf wenige Zentimeter dem Bildschirm nähert – so wird verhindert, dass man mit dem aufliegenden Handballen irgendwelche Funktionen aufruft, obwohl man nur schreiben will.

Das Notebook erscheint hochwertig verarbeitet – das Chassis ist aus Aluminium und macht einen stabilen Eindruck. Ich werde hier schreiben, wenn der Eindruck täuschen sollte. Mit dem Prozessor bin ich zufrieden – ich war unsicher, ob die 1,3 Ghz nicht zu schwach sind, um vernünftig arbeiten zu können. Aber Pustekuchen: Magix VideoDeluxe läuft wie geschmiert, CoD ebenso und auch meine riesigen OneNote-Notizbücher werden ohne Verzug geladen.

Gibt’s auch negatives?

Klar. Es gibt zum Beispiel nur einen Kombi-Stecker für Mikrofon und Kopfhörer – glaube ich zumindest. Oder er ist nur für Kopfhörer. So richtig schlau werde ich aus der einen Buchse nicht – mein Headset kann ich wohl nur noch zum hören brauchen. Ich habe probiert, ein Handy-Headset anzuschließen, aber das hat auch nicht so richtig funktioniert. Das HTC-Headset meines Handys wird sofort erkannt und ich kann gleichzeitig Mikrophon und Kopfhörer nutzen.

Außerdem fehlen die PgUp/PgDwn- und die 1st und End-Tasten. Dachte ich zumindest. Denn sie sind eigentlich doch da:

  • FN+Up = PgUp
  • FN+Down= PgDwn
  • FN+Left = 1st
  • FN+Right = End

Unverständlich, wieso HP die Funktion nicht aufgedruckt hat – jeder der zuweilen im Internet surft braucht den Bildlauf und jeder, der hin und wieder Texte schreibt, braucht die Tasten, um an den Anfang bzw. das Ende der Zeile springen zu können. Nunja – zumindest hab ich’s gefunden.

imageDie integrierten Lautsprecher sind… bescheiden. “Blechern” ist noch höflich ausgedrückt.

Nicht mehr dabei ist die Fernbedienung vom TX2. Schade – damit wären Präsentationen ein Stück weit beeindruckender gewesen. Auch der zweite Akku des TX2 ist hier nicht mehr dabei.

Was fehlt mir?

Beleuchtete Tasten wären etwas feines. Wie oft sitze ich (ja, auch als Lehrer ;-)) bis tief in die Nacht am PC, vergesse bei all der Arbeit (!) das Licht anzumachen und suche dann von Stunde zu Stunde mühevoller die Tasten.

Kleiner sollte das Display nicht mehr sein – der Bildschirm ist ein deutliches Stück kleiner, als ein DIN-A4 Blatt. Wenn ich die Wahl gehabt hätte, wäre ich bei 14’1 Zoll geblieben. Irgendwo muss die Hand zum Schreiben ja aufliegen.

Obwohl das Design des Notebooks ausgesprochen gelungen ist, sollten sich empfindliche Gemüter von touchfähigen TabletPCs eher fernhalten: Auf dem Bildschirm sieht man sofort jeden Fingerabdruck. Für ein Arbeitsgerät völlig in Ordnung – für Modefimmel aus Cupertino eher nicht 😉

Das eingravierte Muster wirkt etwas „feminin“, das ganze Notebook ist in einem zarten Alt-Rosa gehalten. Ständig werde ich gefragt, ob dies das Notebook meiner Frau sei. Echte Kerle könnten darunter leiden 😉

Würde ich das Gerät wiederkaufen?

Auf jeden Fall! “Einmal Tablet, immer Tablet!”

Update: Mittlerweile haben sich in meinem Umfeld fünf sieben zehn weitere Leute das TM2 geholt und sind alle wohl sehr zufrieden damit. Keine Ausfälle, keine Beschwerden soweit 🙂

Update 2: Weil sehr viele Leute durch Google + „acer aspire 1825ptz“ hierauf stoßen: Ich kenne auch zwei Kollegen mit diesem Notebook – beide sind augenscheinlich zufrieden. Es gibt jedoch keine ernsthafte Möglichkeit, die Geräte mit einem Stift zu bedienen. Richtiges Schreiben wie auf Papier geht nur mit einem resistiven Bildschirm (wie bei den HP Geräten)

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7 Responses to HP Touchsmart TM2 (Rezension)

  1. winter says:

    cooles teil – aber einmal apple immer apple
    wobei so ein tablet etw sehr feines ist, als lehrer und dieswäre wohl der einzige grund, wo ich EINES tages sagen könnte/würde dass ich auf windoof umsteige ^.^

  2. Stormcloud says:

    Hey, danke für die Rezi. Hab auch schon eine weile nach einem bezahlbaren Tablet Ausschau gehalten. Nach dem Acer Aspire 1825 PTZ bin ich nun aber auf den HP tm2 umgestiegen. Dein Bericht hat den Ausschlag gegeben, mich für das Model zu entscheiden. Bin schon sehr gespannt auf das Gerät!

    • Jan-Martin Klinge says:

      Inklusive Chance, dich für das OneNote-Projekt zu gewinnen? Oder haust du dir da Linux drauf? 🙂

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  5. MIchael S. says:

    Hi, habe auch so ein Teil und verzweifle bei der Suche nach einem Adaapter für meinen Headset-Kopfhörer !! Auch Saturn/MEdiaMarkt meinen das gibt es wo aber sie wissen nicht wo. Detto bei Conrad! Die HP Seite empfiehlt USB-Headsets – na TOLL! Da hätte sie sich die Buchse ganz sparen können

    WER HAT WOHER EINEN PASSENDEN ADAPTEER FÜR DIE 3,5 MM KLinke auf Mic+Stereo-Sound getrennt?

    • Jan-Martin Klinge says:

      Ich denke nicht, dass du da fündig wirst.
      Was funktioniert sind normale Telefon Klinke-Headsets (HTC, iPhone etc.) – die haben Kopfhörer und Mikrophon in einem Stecker und werden vom Notebook auch als solche erkannt. Alternativ ein USB-Headset.
      Die Buchse ist ja nicht ganz überflüssig – um bspw. Computerboxen für eine Präsentation etc. anzuschließen, Filme mit Kopfhörern zu schauen.

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