OneNote-Projekt: Windows Live Sync – Wave 4

Seit wenigen Stunden gibt es einen Einblick in die Updates des “Windows Live”-Systems – unter anderem auch in Windows Live Sync, was zumindest für die OneNote-Nutzer sehr interessant sein dürfte.

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Und der absolute Knaller ist: LiveSync wird wohl mit Windows Skydrive syncen können.

Vereinfacht ausgedrückt: Jeder Besitzer einer Windows LiveID (also jeder, der LiveSync oder MSN nutzt oder eine Hotmail-Adresse hat) verfügt auch über einen Online-Speicher von 25GB. Und diese Online-Festplatte wird demnächst per LiveSync angesteuert werden können.

Die Möglichkeiten sind grandios: Ich kann meine Notizbücher direkt in Skydrive hineinkopieren und dann von jedem beliebigen Rechner auf die Daten zugreifen. Und da im Sommer ein Web-Interface für OneNote veröffentlicht wird, sind wir dann tatsächlich in der Lage, stets auf alles zugreifen zu können.

Langsam, ganz langsam wird das richtig, richtig cool!

Naturwissenschaftliche Frage der Woche 5

Ich werde in Zukunft regelmäßig Fragen und Aufgaben aus den Naturwissenschaften und der Mathematik hier präsentieren. Interessierte Leser dürfen gerne ihre grauen Zellen bemühen und schauen, was an mathematischen Verständnis noch geblieben ist. Lehrer sind dazu eingeladen, die Fragen an ihre Schüler weiterzugeben und von ihnen beantworten zu lassen. Und alle anderen dürfen diese Beiträge getrost ignorieren. :-)

#5

Es ist allgemein bekannt, dass der absolute Nullpunkt die tiefste mögliche Temperatur bezeichnet. Aber… gibt es auch eine höchste mögliche Temperatur?

Wir sind Lena

Ja, ich habe es auch gesehen. Bis zum Schluss. Und es hat wirklich Spaß gemacht. “Es”. Das “Event”.

Aber ein Blick ins Internet zeigt, dass es auch viele kritische Stimmen gibt.
Der Eurovision Song Contest ist als “Event” bei vielen mindestens so verhasst, wie das Public Viewing bei der Fußball WM. Oder jede andere Großveranstaltung. Zu viel Kommerz. Zu viele Leute, die sich ansonsten weder für Fußball, noch für Raab oder den Song Contest interessieren, feiern plötzlich und liegen sich in den Armen. Sobald etwas groß wird, setzt bei einigen reflexartig eine Abwehrhaltung ein. Aber – Event hin oder her – selbst die nörgelnden BVB-Fans im schwatzgelb-Forum stehen drauf, mit 80.000 anderen im Westfalenstadion die Mannschaft anzupeitschen :-)

imageIst es nicht merkwürdig, dass diese gemeinschaftlichen Events im gleichen Maße wachsen, wie die Bedeutung von Volks- und Familienfesten abnimmt? Niemand feiert heute noch Erntedank. Oder kennt den Schützenkönig von Siegen (hat Siegen überhaupt einen Schützenkönig?). Das Gefühl von Gemeinschaft (im Sinne einer gemeinsamen Identität) hat für mein Empfinden stark abgenommen. Familien leben heute viel weiter verstreut als früher und auch der Wert des Zusammenhalts gilt heute weniger. Wir sind unabhängiger. Flexibler.

Einsamer?

Hin und wieder, wenn es die Gelegenheit des gemeinsamen Feierns gibt – dann bricht es aus uns hervor. Wir gucken uns an, wie ein “als Finne gestylter Japaner in Norwegen serbisch singt” und sind guter Dinge.  Gutgelaunt schrieb der Spiegel beim Auftritt der Griechen:

+++21.52: Griechenland. Die Pleitegeier. Und wir haben jeden Quadratmillimeter von diesen Fummeln bezahlt. Und falls es mit dem Sieg nicht klappt, auch die Rente der Band.

+++21.53: Wundert einen, dass die überhaupt länger als zwei Minuten singen.

+++21.54: Die Musiker haben im letzten Jahr genau 21,46 Euro Steuern bezahlt.

Und wir johlen darüber. Es ernstes Thema. Viel Geld und viele Existenzen wurden da vernichtet. Aber wenn wir in Gemeinschaft sind, dann zählt das alles nichts, nicht wahr? Wir liegen uns mit Fremden in den Armen und fühlen uns… Ja, wie eigentlich?

Geborgen? Zu Hause?
Als Christ bin ich davon überzeugt, dass es letzten Endes genau das ist, wonach wir streben sollten. Diese Form von Gemeinschaft. Von Vertrauen und Geborgenheit. Diese Art des Miteinanders. Liebt Gott und liebe deinen Nächsten.

+++23.40: Griechenland. Zahlen die jetzt eine der 122 Milliarden in 12 Punkten zurück?”

Nee – tun sie nicht. Aber das ist auch egal. Denn einmal im Jahr geht’s es in ganz Europa nur um Trash und Party. Und wenn ich nur einen kurzen Blick in die Geschichte blicke, dann empfinde ich tiefe Dankbarkeit über soviel oberflächlichen Quatsch.
Party! Und das ist auch gut so!

Sabbat.

Als Israel vor vielen, vielen Jahren aus Ägypten floh und das Gelobte Land erreichte, führte Gott die Sabbat-Gesetze ein. Diese Gesetze gab es nicht etwa deshalb, um Sonntags bzw. Samstags in den Gottesdienst zu gehen. Vielmehr sollten sie sicherstellen, dass das Volk der Hebräer sich nicht wieder einer ausbeuterischen Wirtschaft zuwenden würde, wie jener, aus der sie gerade errettet worden waren.

Die Sabbat-Gesetze waren “eine Art göttliches Kontrollsystem für Israels Wirtschaft, damit niemand zu reich oder zu arm würde.” (Claiborne)

Es gibt Gesetze, die fordern, dass man Fremde und illegale Einwanderer willkommen heißen soll, Gesetze für das Abmähen der Felder, die es den Armen erlauben, die Reste einzusammeln – lauter solche Sachen.

Eines der aufregendsten Sabbat-Gesetze kam alle sieben Jahre zum Tragen. So wie erwartet wurde, dass man alle sieben Tage nicht arbeitet, damit Menschen und Tiere und Land sich ausruhen können, feierte

“…das ganze Volk jedes siebte Jahr ein Fest, das sogenannte Sabbatjahr, in dem man das ganze Jahr über von der Arbeit befreit war.

In dieser einjährigen Pause war alle Nahrung, die auf den Feldern weiter wuchs, für arme Familien […] gratis. Außerdem wurden alle Schulden, die während der vergangenen sechs Jahre aufgelaufen waren, erlassen.” (Claiborne)

Diese Gesetze stellten sicher, dass jene in der Gesellschaft, die immer reicher werden wollten, eine Pause einlegen mussten, damit der Abstand zwischen Arm und Reich minimal blieb.

Es ist für uns beinahe unmöglich, zu erfassen, was für einen kulturellen Gegenentwurf diese wirtschaftliche Praxis bedeutet. Was für eine Gesellschaft war das, in der alle gemeinsam jedes siebte Jahr innehalten?

Die Weinexperten und der böse Chemiker

Jeder kennt das… Bei zappen durch das anspruchsvolle und unglaublich interessante deutsche Fernsehprogramm sieht man auf Arte oder dem Bayrischen Rundfunk ein paar gut gekleidete Menschen, die sich gerade durch verschiedene Weinsorten schlürfen. „Ich bin Sommelier und ich erkenne einen guten Wein an seinen Aromen und an seiner Seele“. Ich konnte mir ehrlich gesagt noch nie vorstellen, dass ein Mensch wirklich differenzieren kann, wie ein guter Wein schmeckt und wie ein schlechter. Natürlich möchte ich das Können dieser Menschen nicht in Frage stellen… dass haben nämlich schon andere Wissenschaftler für mich gemacht. Professor Helmut Guth, Lebensmittelchemiker und Aroma-Spezialist an der Bergischen Universität Wuppertal hat 1997 zum ersten Mal die Zusammensetzung von Weißwein analysiert, wobei er nicht nur alle 600 Geruchs- und Geschmacksstoffe des Weins erkannte, sondern ein Molekül entdeckte, dass für den Geschmack des Weins eine entscheidende Rolle spielt, das Weinlacton. Natürlich war klar, dass Prof. Guth nun in der Lage war synthetischen Wein herzustellen. Das tat er auch. Im Mai 2008 beschloss er mit dem Fernsehteam des WDR ein Paar anerkannte Weinexperten auf die Probe zu stellen. Dazu benötigte Prof. Guth natürlich nicht alle 600 Stoffe, sondern nur 25 Geruchsstoffe und 16 Geschmacksstoffe. Diese Mischte er mit etwas Wasser, Ethanol und Quercetin (dem Weisweinfarbstoff) und fertig war der Synthetische Wein. Abgefüllt in eine Weinflasche bekamen die beiden Weinexperten jeweils ein Glas echten und ein Glas vom Laborwein (Meinen Sie wirklich ich würde einen Blogeintrag verfassen, wenn die beiden Experten rausgefunden hätten welcher der echte ist…). Natürlich erkannten die beiden den Laborwein nicht und waren sogar sehr angetan von seiner Qualität.

Zitat: Wein A regt mehr an, er macht mehr Spaß, er ist vielschichtiger, er hat mehr Aromen, es ist mehr ein Wechselspiel in den Aromen.“

Dieses Ergebnis lässt zwei mögliche Schlüsse zu: Entweder spricht es für die gute Qualität des Weins, oder für die schlechte Qualität der beiden Experten, wobei man dazu sagen muss, dass einer der Beiden deutsch-österreichischer Meister im Wein degustieren (verköstigen) ist. Lassen wir diese Frage offen und halten fest: Nicht alles was wir Chemiker im Labor herstellen muss gleich minderer Qualität entsprechen.Freut euch schon mal auf das Bier aus dem Labor… Erlenmeyer-Pilsner… oder so… ^^

Naturwissenschaftliche Lösung der Woche 2

Okay, die Frage war:

Warum erzeugt ein Löffel, mit dem man wiederholt an die Innenwand einer Tasse mit frisch zubereitetem, löslichen Kaffee oder Kakao schlägt, einen immer höheren Ton?

Der Grund für dieses Phänomen scheint arg umstritten zu sein.

Zunächst einmal: Ein angeschlagener Becher verhält sich wie eine Glocke: Der Klang hängt in erster Linie von Material, Dicke, Umfang und Höhe des Bechers ab. Außerdem vom Abstand zwischen dem Wasserspiegel und dem Boden, aus dem sich eine besondere Frequenz ergibt.

Ein Teil der Klangveränderung könnte also daher rühren (kleines Wortspiel), dass wir beim Umrühren den Wasserpegel in der Mitte absinken und am Rande ansteigen lassen. Allerdings reichen diese Veränderungen nicht aus, um die deutlich wahrzunehmende Klangveränderung zu erklären. Da muss es mehr geben.

Und dieses mehr ist Luft.
Wenn man kochendes Wasser aus Pulverkaffee gießt, bilden sich sehr, sehr viele kleine Luftbläschen. Sie bremsen die Fortpflanzung der Klänge im Wasser, indem sie die Dichte verändern – die Schallwelle braucht länger, um die Oberfläche zu erreichen und so sinkt die Tonhöhe, wenn sich das Pulver anfangs auflöst.
Sobald die Bläschen an die Oberfläche gestiegen und geplatzt sind, kann sich der Schall wieder schneller ausbreiten und die Tonhöhe steigt.

Dies erklärt auch, warum der Effekt bei Kakao und Pulverkaffee viel deutlicher wahrzunehmen ist, als bei Tee.

Naturwissenschaftliche Frage der Woche 4

Ich werde in Zukunft regelmäßig Fragen und Aufgaben aus den Naturwissenschaften und der Mathematik hier präsentieren. Interessierte Leser dürfen gerne ihre grauen Zellen bemühen und schauen, was an mathematischen Verständnis noch geblieben ist. Lehrer sind dazu eingeladen, die Fragen an ihre Schüler weiterzugeben und von ihnen beantworten zu lassen. Und alle anderen dürfen diese Beiträge getrost ignorieren. :-)

#4

Wenn ich ein Blatt Papier in der Mitte falte und nochmal falte und nochmal falte, dann wird es immer dicker. Wie oft nun muss ich es falten, damit es bis zum Mond reicht?

Annmerkung: Ja ja ja! Ich weiß, man kann ein Blatt Papier nur sieben Mal falten. Mit viel Gewalt (und Hilfe der Myth Busters) auch ein wenig öfter. Hier geht es jedoch nicht um die Realität, sondern um Mathematik – und wann hätte das eine je mit dem anderen etwas zu tun gehabt?

Der Mond ist etwa eine Lichtsekunde von uns entfernt, also 300.000 Kilometer und ein Blatt Papier etwa 0,5 mm dick.
Ich lasse die Schüler zu Beginn stets schätzen und schreibe die Mutmaßungen an die Tafel – umso verblüffter sind sie am Ende vom Ergebnis.

Sonntag. Kein Sabbat.

Früh am Morgen:

Ich entscheide mich morgens, einen Ölwechsel durchzuführen und will in die Garage gehen, dabei sehe ich die Post auf dem Tisch liegen. Ich will das Öl wechseln, aber zuerst muss ich die Briefe durchsehen. Ich lege die Autoschlüssel auf den Esstisch und bringe die Post ins Arbeitszimmer. Ich sortiere die Briefe und werfe die Werbung weg – dabei sehe ich, dass der Müll voll ist. Also erst den Müll rausbringen, bevor ich die Post durchgehe. Und wenn ich dabei an meinem Schreibtisch vorbeikomme, kann ich gleich einen Stapel Rechnungen mitnehmen, der noch sortiert werden muss. Dafür brauche ich noch einige Überweisungsträger – wo ist mein kleines Heft mit den Vorlagen? Als ich es finde, sehe ich: Nur noch ein freier Überweisungsträger ist übrig. Wo habe ich das Ersatz-Buch? Mein Blick fällt auf die leere Kaffeetasse auf meinem Schreibtisch. Ich werde gleich weiter nach dem Buch suchen – aber erst bringe ich die Tasse in die Küche. Ich gehe in die Küche und blicke aus dem Fenster – oh! Die Blumen müssen gegossen werden. Ich stelle die Tasse auf der Kommode ab und sehe meine Zweitbrille. Was macht die denn da? Ich bringe sie zurück – aber zuerst muss ich die Blumen gießen. Ich gehe aus dem Zimmer und… man! Jemand hat die TV-Fernbedienung im falschen Zimmer liegen lassen. Okay – ich bringe die Fernbedienung zurück und gieße die Pflanzen – aber zuerst muss ich die Überweisungsvorlagen finden.

Am Ende des Tages:

Das Öl ist immer noch nicht gewechselt. Die Rechnungen sind unbezahlt. Die Brille liegt auf der Kommode. Ebenso die Kaffeetasse. Immer noch nur ein Überweisungsträger und außerdem sind meine Schlüssel verschwunden.

Und am Ende des Tages, als ich realisiere, dass nichts erledigt ist, bin ich echt baff, denn ich war den ganzen Tag beschäftigt.

Du bist Chemiker…

Am Abendbrottisch gibt es regalmäßig Gespräche, in denen ich versuche meinen Erzeugern ein wenig über die Chemie des Alltags beizubringen. Leider scheitert dieses Unternehmen meistens an der Komplexität der Themen oder an der fehlenden Vorstellungskraft meiner Gesprächspartner. Faszinierenderweise wissen die meisten Menschen nicht, wie viel Chemie sie täglich zu sich nehmen und wie viel Chemiker in jedem von ihnen steckt. Ob man sich einen Kaffee kocht oder ein Brot backt, die meisten Unternehmungen in Sachen Nahrungsmittelzubereitung könnte man als Laborarbeit bezeichnen.  Wenn ich Ihnen zum Beispiel ein Gemisch aus Trigonellin, Chinasäure, Chlorogensäure, Polysacchariden, Furanen, Pyrazinen, aliphatischen und nicht-Heterocyclen Pyrrolen, Thiophenen und Thiazolen zubereite, würden Sie dieses mit Genuss trinken? Ja! Würden Sie. 3 Tassen am Tag (im Durchschnitt).  Auch die Aussage der Lebensmittelhersteller „Ohne Chemie“ ist der absolute Blödsinn. Alles ist Chemie! Egal was sie in die Hand nehmen, alles besteht aus einem wilden Gemisch von 92 Elementen.

Schauen wir uns das Espressokochen doch einmal an. Sie mahlen die Bohnen, um eine größere Oberfläche zu schaffen, die die Extraktion der Inhaltsstoffe begünstigt. Anschließend machen Sie eine Hochdruckflüssigkeitschromatographie, bei der ein Lösungsmittel (Wasser) unter Hochdruck eine stationäre Phase (Kaffee) durchläuft.

Oder das Backen eines Brotes. Saccharide, (2R,3S,4R,5R)-2,3,4,5,6-Pentahydroxyhexanal, Natriumchlorid, Dihydrogenmonoxid und ein paar Eukaryoten werden vermischt und über einen längeren Zeitraum erhitzt. Je nach Backtriebmittel (Natrium(hydrogen)carbonat, Ammoniumcarbonat …) erzeugen Sie bei dieser Reaktion Kohlenstoffdioxid oder Ammoniak.

Das Hauptproblem liegt in der Angst der Bevölkerung vor den so schrecklich klingenden Namen der chemischen Verbindungen. Oder?

Die Welt ist ein riesiges Chemielabor und Sie stecken mittendrin. Ob Sie nun ein Weißbrot toasten und somit Acrylamid synthetisieren oder einfach die Golden-Gate-Bridge besuchen, die mit einer höchstgiftigen Bleiverbindung gestrichen ist, machen Sie sich klar, dass Sie in einem Reagenzglas leben. Und sollte Ihnen das jetzt Kopfschmerzen bereiten, nehmen Sie einfach etwas (RS)-2-[4-(2-Methylpropyl) phenyl]propansäure, N-(4-Hydroxyphenyl) acetamid oder etwas 2-Acetoxybenzoesäure :-)