Napoleon und sein größter Gegner

Der mächtige Napoleon führte gegen fast alle Länder Europas einen erbitterten Krieg. Seine unzähligen Erfolge machten ihn zu einem der größten Kriegsherren aller Zeiten. Doch im Winter 1812 endete sein Feldzug schlagartig. Es war das Ende seiner steilen Karriere.  Und zwar verlor er nicht gegen seinen größten Gegner, die Russen, sondern gegen den kleinsten Gegner, den man sich überhaupt vorstellen kann.

Er verlor den Krieg gegen das fünfzigste Element des Periodensystems

Der Großteil der Ausrüstung der napoleonischen Soldaten wurde aus dem Element Zinn (Sn) gefertigt. Damals war es eine triviale Sache aus Zinn Teller, Tassen und Töpfe, sowie sämtliche Bekleidungsknöpfe herzustellen. Auf dem Weg nach Russland begann das Unglück. Zinn gehört zu den Stoffen, die temperaturabhängige Modifikationen aufweisen, a-Sn und b-Sn.  Das weiß metallische b-Sn kristallisiert in einer tetragonalen Struktur. Das pulverartige graue a-Sn hingegen kristallisiert in der kubischen Diamantstruktur. Bei Temperaturen unter 13°C kommt es zu einer Umwandlung von der einen in die andere Modifikation, dieser Vorgang wird auch Zinnpest genannt. Und wie uns allen bekannt ist, ist es in Russland im Winter nicht gerade wärmer als 13°C.

Im Klartext: Das feste metallartige Zinn zerfällt in ein feines Pulver. Dieser Vorgang läuft zwar zu Beginn relativ langsam ab, sobald aber ein wenig des a-Sn entstanden ist, reißt es das gesamte Zinn mit.

Die Soldaten Napoleons waren weder in der Lage etwas zu Essen, noch waren sie in der Lage ihre Uniformen zusammenzuhalten. Alles was aus Zinn war zerbröselte in ein feines Pulver. Den Soldaten rutschten buchstäblich die Hosen runter. Dieser Vorfall dezimierte die Armee von 600000 auf armselige 20000 Soldaten. Wäre Napoleon Chemiker gewesen, hätte er dem Zinn noch ein wenig eines andren Elementes beigemischt und es wäre nichts passiert 🙂

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2 Responses to Napoleon und sein größter Gegner

  1. Lukas says:

    Hi
    nette geschichte, aber wohl nicht wahr:

    http://www.straightdope.com/columns/read/2764/napoleon-complex

    ganz unten steht auch warum (z.B. das die knöpfe in massengräbern der napoleanischen Armee nach 190 Jahren noch ganz sind)

    der grund wieso das Napolen scheiterte war auch kein besonders harter winter, sondern schlicht und ergreifend erbärmliche ausrüstung für einen normalen winter, mangelnde nahrungsversorgung etc. aber sowas macht si schlecht in der geschichtschreibung, drum hat der napoleon auch das mit der wahnsinnskälte ein bischen aufgebauscht (wer will das schon überprüfen damals).

  2. Nils Steinbrück says:

    Vielen Dank für den Hinweis.
    Oh Man ^^ Schade… Das ist so eine schöne Geschichte.

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