Mathematik in der Politik…

Zur Zeit tobt ja ein öffentlicher Streit um das Buch und die darin enthaltenen Thesen von Thilo Sarrazin. Ich habe weder das Buch gelesen, noch möchte ich mich in der einen oder anderen Richtung zu Sarrazin äußern.

Im SPIEGEL ist nun ein Interview mit dem Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Klaus Zimmermann, zu lesen, in dem jener behauptet: “Ohne Migranten müssten die Deutschen mehr Steuern zahlen.”

Wir haben einmal berechnet, dass bei den Ausländern in Deutschland das Gegenteil der Fall ist. Um die Zahlungsfähigkeit der öffentlichen Haushalte zu gewährleisten, müsste jeder Deutsche rund hundert Euro im Jahr mehr zahlen, wenn es die ansässige ausländische Bevölkerung nicht gäbe.

100 Euro.

Beim ersten Mal überliest man solch eine Behauptung. Er wird schon recht haben und überhaupt, es ist ja nur eine Zahl. Aber wenn man kurz darüber nachdenkt, kommt erstaunliches dabei heraus:

  • Wenn wir von einem Migrantenanteil von 20% ausgehen (also viermal so viele Nicht-Migranten), dann haben wir bei 80 Millionen Bundesbürgern 16 Millionen Migranten.
  • Wenn 20% der Bevölkerung weg, zahlt jeder Nicht-Migrant 100 Euro im Jahr mehr.
  • Also bringt jeder Migrant 400 €uro Steuern im Jahr. (64 Mio * 100 Euro = 16 Mio * x Euro)
  • 16 Millionen Migranten, 20% der Bevölkerung, bringen also 6.400.000.000 €uro = 6,4 Mrd €.
  • Gemessen an den gesamten Steuereinnahmen von etwa 300 Mrd €uro sind das nur 2%.

Das Ergebnis: 20% der Bevölkerung (die Migranten) zahlen nur 2% der Steuern.
Die Intention von Herrn Zimmermann in diesem Interview war es, die Thesen von Sarrazin zu entkräften und Migranten als wertvollen und wichtigen Teil der Bevölkerung darzustellen. Tatsächlich aber hat er das Gegenteil getan und extrem abwertende Zahlen von sich gegeben.
Dass diese ganze Überlegung auf sehr zweifelhaften Thesen basiert, sollte jedem klar sein.

Ich darf an dieser Stelle ganz herzlich dazu einladen, die Mathematik nicht als entsetzliches Übel aus der längst vergangenen Schulzeit zu betrachten, sondern sich immer neu und immer wieder zu fragen: Stimmt das eigentlich, was mir da erzählt wird?

erster Schultag…

Der erste Schultag liegt hinter mir.
Wie erhofft habe ich meine Matheklasse aus dem letzten Schuljahr fast unverändert behalten dürfen. Auf Grund der Anfangshektik durch die neuen Schüler, Organisatorischem und Allerlei hatte ich dann heute auch direkt drei Stunden mit ihnen.

Ahhhh!

Es gibt so Klassen – da kommt man einfach gerne rein. Die Schüler sind diszipliniert und kennen mich und meine Erwartungen. Ich bin in diesem Schuljahr sogar stellvertretender Klassenlehrer – was mir hoffentlich viele Einblicke in die Aufgaben und Pflichten gewährt. Großartig!

Nach der fälligen Organisation habe ich die Schüler gefragt, welche Note sie in Mathematik am Ende auf dem Zeugnis haben wollen, was ihr Ziel ist. Nach einigem hin und her haben sich die meisten eher vorsichtig geäußert. Nur drei Schüler haben ein “sehr gut” als Ziel. Vielen reicht ein “befriedigend”.
Die Noten habe ich aufgeschrieben und werde die Schüler bei Gelegenheit an ihre Ziele erinnern. Vor den Zeugnissen werde ich sie dann um eine Selbsteinschätzung bitten. Ich habe schon letztes Jahr gemerkt, dass es für einige Schüler ganz wichtig ist, sich konkrete Ziele zu setzen. Mal sehen, was daraus wird.

Nach einem lockeren Einstieg habe ich die Zeit genutzt, um die Regeln und Erwartungen in meinem Kurs aus- und anzusprechen und dann in Gruppenarbeit das ganze 6. Schuljahr noch einmal zu wiederholen. “Kommen Brüche auch in diesem Jahr dran?”, fragt eine Schülerin gequält.
Insgesamt ein konzentriertes, leises Arbeiten – die Klasse ist wirklich fantastisch. Morgen lasse ich (wie vor den Sommerferien angekündigt) einen Test über ausgewählte Themen des letzten Jahres schreiben – die Schüler wissen, was dieses Jahr auf sie zu kommt. Verärgertes Smiley

HTC-Software: Profile ändern

Eine wirklich coole (und kostenlose) Alternative zu G-Alarm ist bei den xda-developers veröffentlicht worden: “Profile switch”.

Die Software für Windows Mobile tut, was der Name verspricht: Schnelles, fingerfreundliches umschalten zwischen verschiedenen Profilen und ich finde großen Gefallen an der Software. Ich bin nämlich (noch) in einem Alter, indem weite Teile meines Freundeskreises studieren – und das bedeutet für einen erschöpften Familienvater wie mich das ertragen von nächtlichen SMS.

“Alter! Sitze gerade aufm Markt. ist so cool – komm vorbei!” – 2:36 Uhr
”War gerade in der Herr-der-Ringe-Nacht im Kino. Wirklich geil!” – 4:15 Uhr
… und so weiter.
Nachts ist mein Handy aus. Und es soll mir bloß keiner kommen, dass er mich nachts um 2 erreichen muß, wenn der Hund die Hausaufgaben gefressen hat. Sowas gibts nicht.
Mit Profile Switch kann ich nun (noch eleganter) jeden Abend mein Handy in den Flugmodus stellen – eine Funktion, die von G-Alarm jeden Morgen mit dem Klingeln des Weckers wieder automatisch umgeschaltet wird.

Beim Frühstück darf das Handy noch bimmeln – in der Schule dann aber gerne lautlos sein. Außerdem fahre ich häufiger ins Ausland. Damit verbunden immer ein ängstliches Ausschalten des mobilen Internets. All das läßt sich hier fingerfreundlich und schnell machen. Insgesamt – sehr zu empfehlen!

imageimageimage

Sabbat. Ein wenig.

Okay – so richtig zurückgehalten habe ich mich in den vergangenen Wochen dann doch nicht. Zuviele aufregende Dinge sind passiert.

Trotzdem habe ich die Zeit genossen.

Aber jetzt… jetzt geht es wieder los und ich bin aufgeregt und begeistert und stecke voller Tatendrang. Dieses Schuljahr wird grandios! Und damit verbunden werde ich (hoffentlich) auch wieder häufiger bloggen. Smiley mit geöffnetem Mund

Fortbildung

Ich wurde vom Amt für Lehrerbildung für heute eingeladen, im Rahmen einer Fortbildung der „Lernwelt Saar“ ein Seminar zum Thema “OneNote” zu gestalten. Vor einer Gruppe Lehrerinnen und Lehrer soll ich die Software vorstellen, Zeit zum ausprobieren geben und auch den Nutzen von OneNote im Lehreralltag skizzieren.

Was für eine Ehre!

Ich freue mich sehr darauf.
Gerade weil Prof. Spannagel im Studium meinen Horizont im Bezug auf Web 2.0 und digitale Medien in der Schule unglaublich erweitert hat und ich meine Staatsarbeit über einen digitalen Physikkurs schreiben möchte, bin ich sehr motiviert, anderen Kollegen die Möglichkeiten und Perspektiven von guter Software aufzuzeigen.

Nach einem halben Jahr als Lehrer habe ich immer noch keinen einzigen Ordner im Arbeitszimmer stehen, keinen Papierstapel und keine Hefte. Alles ist digitalisiert. Wenn ich an die Erziehung meiner Tochter, den Schullalltag und meine Renovierungsversuche im Wohnzimmer denke, dann sieht es so aus, als habe ich (ausnahmsweise) mal etwas zu erzählen, was wirklich funktioniert. Smiley

http://lernweltsaar.helliwood.de/Seiten/default.aspx

Nerd-Humor (10000)

Vergangene Woche lief im amerikanischen Fernsehen eine der – wie ich finde – brilliantesten Episoden einer bekannten Zeichentrickserie überhaupt, denn sie bewies, das “reine Mathematik auch Anwendungen in der wirklichen Welt” bietet. (Auch wenn “wirkliche Welt” aus dem Munde einer Zeichentrickfigur ein wenig skurril erscheint…)

Das besondere an der Episode “The Prisoner of Benda” liegt – wie so oft – tief in der Geschichte verborgen: Sie wurde geschrieben von Ken Keeler, der nicht nur Autor zahlreicher Simpsons- und Futurama-Episoden ist, sondern auch einen Doktor der Mathematik besitzt. Ein echter Nerd eben.
Ausgangspunkt der Folge ist im Grunde ein Satz aus dem Bereich der Gruppentheorie (einer mathematischen Disziplin), der von Keeler verfasst wurde: Professor Farnsworth und Amy entwickeln eine Maschine, mit der sich das Bewußtsein zweier Körper vertauschen läßt. Aber direkt zurück geht es nicht mehr, man braucht einen dritten Körper als Umweg – Einzelheiten spare ich mir Zwinkerndes Smiley . Es kommt jedoch die Frage auf, wieviele andere Körper man mindestens braucht, um am Ende wieder alle Charaktere in die richtigen Körper zu bekommen. (Freunde der Gruppentheorie werden an dieser Stelle jubeln…)
Im Verlauf der Episode wird jenes Theorem sauber gelöst (s.Screenshot) und das ist einfach großartig. Denn es gibt ein ein unumstößliches Gesetz im Land von Film und Fernsehen: ‘Unterhaltung’ ist immer wichtiger als ‘Wissenschaft’. Im Zweifel biegt man sich die Effekte eines Wurmloches, Pulsars oder Fluxkompensators so zurecht, dass sie in die Story passen. Aber in diesem speziellen Fall wurde ein mathematischer Satz aus Gründen der Unterhaltung geschrieben. Das ist wunderbar. Noch dazu ein richtig schöner. Smiley

Wem das alles zu öde ist, schmunzelt vielleicht über den Untertitel der Episode: “Was in Cygnus X-1 passiert, bleibt in Cygnus X-1.” (orig. “What happens on Cygnus X-1 Stays on Cygnux X-1”)

Cygnus X-1 ist ein schwarzes Loch.

Können 4 Millionen Arbeitslose einen See überfluten?

Der vorgestern verstorbene Theaterregisseur und Aktionskünstler Christoph Schlingensief hatte 1998 eine skurille Idee. Um dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl eins auszuwischen, rief er alle Arbeitslosen im Land dazu auf, mit ihm zusammen gleichzeitig  in den Wolfgangsee in Österreich zu steigen, um diesen zum Überlaufen zu bringen, und dadurch das Urlaubsdomizil von Helmut Kohl zu fluten. Doch es wurde nichts aus der Überflutung, da der damalige Bürgermeister von Salzburg die Durchführung der Aktion verhinderte. Die Frage, die jeden Naturwissenschaftler jetzt interessiert, wollen wir jetzt mal klären. Hätten die Arbeitslosen den Wasserstand des Sees so stark erhöhen können, dass Helmut Kohl nasse Füße bekommen hätte?

Um die ganze Rechnung ein wenig zu vereinfachen, gehen wir einfach mal davon aus, dass es sich bei dem See um einen Quader handelt. Außerdem sollte man  wissen, dass nach dem Archimedes-Prinzip das Volumen, das ein Körper verdrängt, seinem eigenen Volumen entspricht. Durch die Änderung der Höhe des Wasserspiegels lässt sich das Volumen des Körpers berechnen. Umgekehrt kann man bei bekanntem Volumen die Änderung der Höhe berechnen. Das ist was wir wollen.

Das Volumen eines Quaders berechnet sich aus der Formel  a×b×c.  Da a×b der oberen Fläche des Quaders entspricht,  nennen wir a×b einfach „O“ (wie der Buchstabe, nicht die Ziffer; gemeint ist die obere Fläche des Quaders, die den Wasserspiegel darstellt, nicht die Gesamtoberfläche des Quaders). Somit berechnet sich das Volumen aus O×c, wobei c die Höhe des Wassers im See beschreibt. Der Wolfgangsee hat eine Oberfläche von 12,84km². Das sind 12840000m². Die mittlere Höhe des Sees beträgt 52m. Somit beträgt das Volumen des Sees 12840000m²×52m667680000m³. Dieser Wert entspricht dem bekannten Wert des Volumens (siehe Wikipedia). Das Volumen eines Menschens beträgt 0,075m³. Die Wasserhöhe lässt sich also berechnen aus der Summe des Seevolumens und des Volumens der darin schwimmenden Menschen, geteilt durch die Oberfläche des Sees. Somit ergibt sich die folgende Formel für die Wasserhöhe des Sees, abhängig von der Anzahl der darin schwimmenden Menschen (Y):

Schwimmt also ein Mensch im See (Y=1) ergibt sich eine Wasserhöhe von 52,000000006m. Das entspricht einer Höhenänderung von 6 Nanometern. 1998 gab es in Deutschland rund 4 Millionen Arbeitslose. Setzen wir für Y also 4000000 ein, ergibt sich eine Wasserhöhe von 52,0234m. Das entspricht einer Höhenänderung von 2,3cm.

Halten wir also fest: 4 Millionen Arbeitslose können keine Überflutung erzeugen. Doch wie viele Leute hätte man gebraucht um Helmuts Hütte zu fluten, wenn diese 2m über der Wasseroberfläche befestigt wäre?

Viel Spaß beim Rechnen :-)

Friends

IMAG0038In unregelmäßigen Abständen fahren Carolina und ich für ein paar Tage zu meiner Familie nach Belgien. Dort warten dann sehnsüchtig drei Hunde darauf, dass ein kleines Mädchen mit ihnen spielt und spricht und spielt und spricht und… Schon Tage vorher kennt Carolina kein anderes Thema mehr.
Im Verlaufe eines jeden Vormittags, Mittags und Nachmittags werden mit ihrer Lieblingshündin Fibi dann alle ‘Bibi und Tina’-Folgen nachgespielt. Da werden (imaginäre) Pferde gestriegelt und geritten, angebunden und gefüttert, kranke Pferde gepflegt, verschwundene Pferde gesucht, gestohlene Pferde gerettet, verkaufte Pferde (dank eines Irrtums des Käufers) zurückgegeben und ähnliche oder gleiche Geschichten noch mit allen anderen Figuren des ‘Bibi und Tina’-Universums wiederholt.

Immer dabei: Fibi.

Für mich bedeuten diese Stunden wahre Erholung. Denn die Hunde sind geduldig und widersprechen nicht. Aber irgendwann sind auch sie erschöpft.
Schon am ersten Vormittag kam Fibi müde hereingetrottet, sah mich einen Augenblick mitleidig an und fiel auf die Seite. Wo sie dann erstmal schlief und sich auch nicht durch Carolinas Hex-Sprüche aufwecken lies (“Fibi ist jetzt wieder superstark, hex hex”). Zeit für Joey, den nächsten Hund. Kaum war die Idee ausgesprochen, verschwanden die beiden zu neuen Abenteuern nach draußen.
So ging das Stunde für Stunde. Tag für Tag. Ein unermüdlicher Redeschwall, sprudelnde Phantasie.

Und zurück blieb ich mit einem schlafenden Hund. Von draußen klingt gedämpft Carolinas Stimme.

Ich denke, die meisten Eltern werden jene seltenen Momente kennen, in denen man die eigenen Kinder beim Spielen beobachtet. Es ist bezaubernd.

Heilig.

Im neuen Testament sagt Jesus, wir sollten ‘werden wie die Kinder’. Ein Blick auf die schlafende Fibi lässt in mir vielmehr den Wunsch aufkeimen, mehr so zu sein wie die Hunde. Denn Liebe strengt an. Und Erziehung strengt an. Und von außen zuschauen, ist etwas anderes, als wirklich dabei zu sein, nicht wahr? Mittendrin, statt nur dabei. Carolina hat die Energie, von morgens sieben bis abends um acht ununterbrochen Abenteuer zu erleben und abwechselnd mir, meinen Geschwistern und den Hunden auch noch davon zu erzählen.

Volles Leben.

Zum Glück geht ab morgen der Kindergarten wieder los. Zwinkerndes Smiley

Auch kleine Versuche können begeistern

„Oft sind es nicht die großenVersuche, die die Begeisterung in einem Wecken, sondern die kleinen, einfachen.“

Ein Versuch, der mich immer wieder begeistert ist so einfach nachzumachen, dass er sogar mit Kindergartenkindern durchgeführt werden kann. Man nimmt einen Zuckerwürfel und betreufelt diesen mit etwas handelsüblicher Tinte. Ist die Tinte getrocknet gibt man etwas Wasser auf einen Teller und legt den Zuckerwürfel hinein. Das folgende Video erklärt dieses Experiment noch einmal und zeigt Bilder von dem Versuch.

Der Zucker löst sich schneller im Wasser als die Tinte. Die großen Farbstoffmoleküle werden von den kleineren Zuckermolekülen mit sich gerissen. Die Zuckermoleküle tragen sozusagen die Farbe auf dem Rücken. Man kann somit wunderbar dabei zuschauen wie sich der Zucker auflöst und welchen weg die Zuckermoleküle einschlagen. Ebenfalls eignet sich dieser Versuch sehr gut für das Fach Chemie, um die Brown’sche Molekularbewegung oder die Entropie anschaulich zu erklären.

Wie man noch mehr aus diesem einfachen Versuch rausholen kann seht ihr in meinem folgenden Experiment. Und ich muss ehrlich sagen… Ich bin jedesmal unglaublich fasziniert von diesem Video :-)

Geburtstag. Familie.

Ich habe Geburtstag. Heute.
Ich schätze, es braucht immer besondere Anlässe, damit man sich mal zurücklehnt, und über seine Werte, sein Leben und seine Vergangenheit nachdenkt. Welche Menschen man verloren hat. Welche gewonnen. Welche Eigenschaften man verloren hat. Und welche gewonnen. Welche Überzeugungen. Welche Fehler man gemacht hat. Und was man noch einmal machen würde.

Ich werde heute von meiner Tochter einen gebastelten Schmetterling, eine (mit viel Glitzer) verzierte Schachtel und ein selbstgemaltes Bild erhalten. Das weiß ich, weil sie so stolz auf ihre Geschenke ist, dass sie mir seit Tagen davon erzählt. Aber immer bereut sie es sofort – denn eigentlich darf ich das ja nicht wissen.

“Vielleicht schenke ich dir diesen Schmetterling, vielleicht aber auch nicht, Papa. Das weißt du nicht!”, sagt sie dann. Und ihre Augen strahlen. Sie blickt dann geheimnisvoll ihre Mutter an und flüstert: “Der Papa weiß das nicht, oder?”

Familie.
Die Familie ist für mich das Wichtigste im Leben.

Und weil ich als Vater auch ein alter Geschichtenerzähler bin, wird es Zeit, mal wieder eine hervorzukramen Smile.

Eines Tages saß Gott mit seinen Engeln zusammen und sagte: “Ich habe eine Idee! Ich werde eine ‘Familie’ erschaffen!”
Die Engel sahen sich verwundert an und einer fragte: “Was ist das? Eine Familie?”
Und Gott antwortete: “Ja, ich bin ganz begeistert von dieser Idee. Natürlich, bin ich von all meinen Ideen begeistert – eine der tollen Aspekte davon, Gott zu sein, ist, dass man niemals dämliche Ideen hat, aber diese hier ist einzigartig! Die Familie wird die Art sein, wie wir die Menschen miteinander verbinden. Eine Art Band zwischen ihnen, in Liebe. Und so wird es funktionieren: Erwachsene Menschen, große Menschen werden sich verpflichten, für die neuen fremden Menschen, die Babys zu sorgen.”
Und der Engel fragte: “Werden die Großen dafür bezahlt?”
”Nein”, erwiderte Gott, “genau genommen werden die neuen Menschen die Großen eine Stange Geld kosten. Und nicht nur das: Die Kleinen werden am Anfang nichtmal in der Lage sein, zu sprechen. Sie werden nur weinen und schreien und man muss erraten, warum sie das tun. Sie werden den Großen ihren Schlaf rauben und alles in ein riesiges, schmutziges Chaos verwandeln, so dass man ständig waschen und putzen muss. Außerdem werden die Kleinen sehr verletzlich sein. Man wird 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche auf sie aufpassen müssen.
Dann, wenn der kleine Fremdling zwei Jahre alt ist, kann er Worte wie ‘Nein’ und ‘Meins’ sagen und mit Spielzeug um sich werfen. Und außerdem denke ich über etwas nach, was ich Pubertät nenne. Ich habe mich noch nicht ganz entschieden, aber wenn, dann werden die Kleinen sich verändern, sie werden verrückte Dinge tun und ihre Körper werden sich verändern. Sie bekommen Pickel und ihre Stimme wird brechen und quicken. Und sie werden weiter wachsen und wenn sie dann groß sind und schön und toll und wieder bei verstand, dann werden sie ausziehen. Das ist die Idee.
Was denkt ihr darüber?”

Die Engel drucksten herum und scharrten mit ihren Füssen im flauschig-wolkigen Boden. Wer soll es ihm sagen? Ich werde das nicht tun! “Herr, niemand wird das wollen! Wer würde sich für so etwas verpflichten? Warum sollten sie so etwas tun?”
Und an dieser Stelle wurde Gott ganz aufgeregt, denn jetzt käme der coole Part.

“Sie werden es selbst nicht genau wissen. Sie werden auf diese kleinen Körper schauen, auf die kleinen Hände und die kleinen Füße und sie werden denken, dass diese kleine Fremdling unfassbar schön ist, selbst wenn alle diese Babys gleich aussehen und alle Babys wie Winston Churchill aussehen werden. Sie werden denken, dass dieses Baby wunderschön ist. Und eines Tages dann wird der kleine Mensch sie anlächeln und sie werden dann denken, dass sie im Lotto gewonnen haben. Sie werden nichtmal Worte haben, um das zu beschreiben. Und dann wird der kleine Fremdling “Papa” und “Mama” sagen. Er wird zuerst ‘Papa’ sagen, weil Papas so selbstaufopfernd und fürsorglich sind, wie ich sie liebe. Aber Mamas sind auch gut. Er wird also “Papa” und “Mama” sagen und seine Ärmchen ausstrecken und ihre Nacken umgreifen und sie umarmen und für den Kleinen wird nun klar, wozu Arme und Hände erschaffen wurden.
Sie werden verstehen und vergessen. Sie werden scheitern und überwältigt sein. Und das alles dreht sich im Kern nur um Gnade. Alles um Gnade. Gnade ist die grundlose Güte, die großzügige, hingebende Liebe, die ich für sie empfinde und sie füreinander empfinden werden. Darum die Familie.
Die Kinder, die junge Generation, wird lernen, dass sie geliebt und geschätzt und versorgt wird, bevor sie nur irgend eine Sache gemacht hat, um etwas zu verdienen. Und die Großen, die Erwachsenen, werden lernen, dass sie empfangen, wenn sie verschenken. Je mehr sie geben, umso mehr werden sie erhalten und sie werden verstehen, dass dies das Beste im Leben ist. Sich verschenken. Sie werden etwas über mich lernen. Über die Schönheit der Generationen miteinander.
Und eines Tages werde ich ihnen sagen, ‘Ich bin dein Vater, du bist meine Tochter, du bist mein Sohn’. 

Das ist Familie.”

Bundesliga auf Windows Mobile

Bald geht die Bundesliga wieder los.. juchuuu!

Wer es nicht erwarten kann und noch eine kostenlose Alternative zum (durchaus empfehlenswerten) Fußballkaiser sucht, wird vielleicht hier fündig.
Das Programm ist fingerfreundlich zu bedienen, unterstützt alle möglichen Auflösungen [VGA (480×640) , QVGA (240×320) ,WVGA (480×800), WQVGA (240×400) and FWVGA (480×854)] und bietet sogar einen Live-Ticker, der sich auch über WiFi aktualisieren läßt. Die Grundfunktionen (Ergebnisse, Spielplan, Tabelle) sind in meinen Augen deutlich besser (will heißen: ansprechender), als beim kommerziellen Programm gelöst – der Fußballkaiser bietet dafür aber Nachrichten, mehr Details über die Mannschaften etc.

Da mir Spielplan und Ergebnisse genügen, bin ich damit vollauf zufrieden. Anbei noch ein paar Screenshots – die Fehlinformationen einfach ignorieren. Im Programm ist alles korrekt Winking smile

 

Google-Phobie…

Tagelang debattiert die deutsche Politik schon über Googles Street-View-Pläne – doch die Bundesregierung hat immer noch keine Linie. Die Opposition mokiert sich über Aktionismus der Minister, fordert neue Datenschutzgesetze. Inzwischen sieht auch die Kanzlerin Handlungsbedarf.”

Meldet der SPIEGEL. Grünen-Chefin Renate Künast kommentiert gar:

“Das ist putzig – sie [gemeint ist CSU-Ministerin Aigner, Anm.] soll uns alle schützen statt nur populistischen Aktionismus zur betreiben.”

Sie sollen uns schützen.

Schützen.

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

Vielleicht werde ich alt und unverständig, aber wenn ich – für mich selbst – mal kurz zusammenfassen darf:
Die selben Politiker, die soeben ihr OK für Nacktscanner, das SWIFT-Abkommen, die Vorratsdatenspeicherung, noch mehr Kameras an öffentlichen Plätzen, biometrische Daten in Personalausweisen, die elektronische Meldeauskunft  und mit ELENA eine millionenfache Sammlung von Arbeitnehmerdaten an einer zentralen Speicherstelle gegeben haben, entsetzen sich nun über einen Dienst, der veröffentlicht, was man sowieso sehen kann.

Wo liegt mein Fehler?
Wieso habe ich den Eindruck, dass viele Politiker die Medien benutzen, um sich nun öffentlichkeitswirksam an die Seite der besorgten, aber unwissenden Bürger zu stellen? Das die engagierte Truppe von Rentnern (siehe Link) dagegen vorgeht, dass Google ihre Häuserfront ins Internet stellt, entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Auf RP-Online posieren sie mit grimmigen und vor allem erkennbaren Gesichtern und vollem Namen vor ihren Häusern. Und zwar… im Internet!

imageUnd weiter? Da Herr Hillesheim freundlicherweise mit Namen und Foto im Netz steht, darf ich an dieser Stelle anmerken, dass der Mendelweg meines Erachtens keine besonders aufregende Wohngegend ist. Woher ich das weiß? Weil ich seinen Namen bei www.telefonbuch.de finde. Selbstverständlich mit Telefonnummer, genauer Adresse und Karte aus der Vogelperspektive, powered by Microsoft Bing.

Das verdeutlicht doch, dass die wenigsten Menschen überhaupt eine Vorstellung davon haben, was mit ihren Daten passiert.

Aber weil es gerade hochkocht und man sich prima engagieren und Stimmen fangen kann, ist auch die Politik ganz vorne mit dabei, Google als böse Datenkrake darzustellen.

Weiteres Beispiel?

„Aber Street View ist äußerst heikel, weil der Nutzer die Perspektive eines Fußgängers einnehmen kann.“

Bitte was, Herr Ramelow (Linke)?

Ich verstehe es einfach nicht. Vielleicht bin ich schon zu alt noch nicht alt genug dafür.

Ihr?

ein ‘digitaler’ Physik-Kurs?

Zu Beginn des neues Jahres steht meine Staatsarbeit auf dem Plan. Drei Monate habe ich dann Zeit, mir ein wahnsinnig herausforderndes, schon 1000 Mal durchgenudeltes brandneues Thema zu überlegen, schnell ein paar Studien zu entwerfen und eine Arbeit darüber zu schreiben.

In den letzten Wochen habe ich verstärkt darüber nachgedacht, ob ich am Ende womöglich auf ein Thema stoße, dass sich nicht innerhalb dieser drei Monate untersuchen läßt. Und dann stehe ich da.

Also muss ich früher anfangen. Genau genommen…

Jetzt.

Zum neuen Schuljahr will ich darum mit einem Projekt starten, das mir genügend Zeit gibt, empirische Daten zu sammeln, mich selbst begeistert und außerdem interessant genug ist, dass die Prüfer es nicht schon tausendfach gelesen haben. Kurz: Ich möchte zum nächsten Schuljahr einen Physikkurs der Klasse 10 rein ‘digital’ führen.

Statt Physikbuch (davon gibt es an unserer Schule zu wenige) und mitgebrachten Arbeitsblättern will ich den Schülern das nötige Material per Mail zuschicken lassen. Hausaufgaben per Mail verteilen und auch einsammeln. Versuchsprotokolle am PC erstellen. Fotos von Versuchen mit dem Handy machen. Viel – für den naturwissenschaftlichen Unterricht typische – Fleiß- und Nacharbeit wird konsequent ausgelagert.
Die Herausforderungen und Schwierigkeiten dabei sind mir durchaus bewusst. Haben alle Schüler Zugang zu einem PC? Zugang zum Internet? Kann ich – in der Praxis – tatsächlich viel Arbeit nach außen lagern? Mit welchen Methoden überprüfe ich, dass die Schüler ihre Hausaufgaben und Referate nicht per Copy’n’Paste untereinander verteilen?

Aber ich denke: Selbst wenn am Ende herauskommt, dass ein solch digitaler Kurs nicht zu realisieren ist, dann ist das ein achtbares Ergebnis. Denn dann kann ich zumindest festhalten, dass alles Gerede vom Internet, Web 2.0 und PC im Klassenraum letzten Endes wenig Auswirkungen auf den tatsächlichen Schulalltag hat.

Anmerkungen? Ideen? Erfahrungen?

HTC iTouch iPro 2

“Öfter mal was Neues” lautet meine Devise in ScreenShot1Bezug auf mein Handy.
Und darum habe ich meinem TouchPro 2 vor meiner Fahrt in den Urlaub ein neues ROM samt neuer Oberfläche verpasst. “iPhone Today” heißt sie und ist… nunja, eine Kopie der iPhone Oberfläche.

Die Icons lassen sich beliebig austauschen, verschieben und mit Sonderfunktionen belegen, so dass sie direkt Uhrzeit, Wetter, Datum, Speicherplatz, Batteriestatus etc. anzeigen.
Wie beim iPhone ist die Oberfläche aufgeräumt und simpel – und das ist zugleich ihre größte Stärke: Auf vier Bildschirmen (erkennbar an den schwarzen Punkten im unteren Bereich) habe ich meine wichtigsten Programme verteilt – knapp sechzig – weitere zwanzig sind von NRG ins ROM eingebaut, werden von mir aber nie oder nur extrem selten genutzt (WorldCard Mobile, Registry Editor, WiFi Router, …). Man kann natürlich weitere Bildschirme hinzufügen.

ScreenShot2 Diese Masse an Programmen wird mir hier zum ersten Mal richtig bewusst. Ohne Umschweife sofort jedes Programm starten – das gefällt mir. Dazu kommt, dass iPhone Today sehr ressourcen-sparend ist. Auch nach mehreren Tagen des intensiven (!) Gebrauchs sind  durchgehend 40MB RAM frei. In Zeiten des aufgemotzten CHT Manilas durchaus beachtenswert. Außerdem ist iPhone Today schnell. Richtig schnell. Dieser Eindruck wird dadurch noch verstärkt, dass jedes Programm durch eine Zoom-out Animation gestartet wird. Der hübsche Effekt überbrückt die Wartezeit und macht das Bedienen sehr angenehm.

Einige Tage lang hatte ich auch den direkten Vergleich mit einem echten iPhone – und das war sehr spannend, denn für mein Empfinden ist der TP2 das iPhone, wie es sein sollte.
Das Windows Phone kann ich an jeden PC anschließen und es wird ohne Umschweife als zusätzliche Festplatte erkannt. Fotos, Musik, Daten kann ich einfach via Explorer oder Speicherkarte auf das Handy schieben – keine Synchronisierung via iTunes.
Ich kann zwischen verschiedenen mp3-Playern auswählen, die zum Teil spezielle Hörbuch-Funktionen haben – für mich sehr wichtig.
Während TomTom mich im Hintergrund durch dänische Dörfer führt und sich nur durch gelegentliche audio-Anweisungen bemerkbar macht (“in 200m links abbiegen”) kann ich im Vordergrund nach WiFi-Hotspots suchen und Fotos machen. Stichwort: Multitasking. Ein Genuss. Böte das iPhone diese – für mich esssentiellen Features – wäre es durchaus interessant :-)

Die Übersichtlichkeit und Geschwindigkeit der iPhone Oberfläche erkaufe ich mir allerdings mit einem Verlust an Information und Luxus.
Screen002_thumb1Die Kontakt-Verwaltung von HTC zum Beispiel ist wirklich grandios – das merkt man erst so richtig, wenn sie einem fehlt. Zu jedem Kontakt hat man die Übersichtsdaten, SMS-Konversation, E-Mail-Konversation, ggf. Facebook-Updates und Anruf-Historie in den Tabs unten verfügbar. Ich habe mich während meines Urlaubs mit “Phone Genius” beholfen. Nett. Gute Favoritenverwaltung, die zwischen Persönlichen und Business-Favoriten unterscheiden kann. Aber damit einher geht eine umständliche Bearbeitung der Kontakte. Auch die SMS-Unterhaltung suche ich hier vergebens. Oder Facebook-Updates. Für alles bräuchte ich wieder ein extra-Programm. Und 19,95? Hmmmm.

Außerdem ist der HTC KalenderTab nicht nur übersichtlich, sondern vor allem schnell und praktisch. In Ermangelung dieses Kalenders habe ich während der iPhone Woche den Inesoft Calendar getestet. Er ist… okay. Aber langsam. Und schwerfällig zu bedienen. In meinem Empfinden schlechter als der HTC Kalender. Dort liebe ich besonders die Agenda-Ansicht und die Monats-Übersicht. Und Inesoft ebenfalls 19,95. Definitiv ein Punkt für Sense.

Twitter-Programme gibts wie Sand am Meer. Aber so richtig warm werde ich mit keinem. Panoramic moTweets bietet eine Menge Features – die ich aber allesamt nicht brauche. Stattdessen nervte mich das Programm im Urlaub ständig mit fehlgeschlagenen Verbindungsversuchen.  Und ohne Internetverbindung kann ich die Tweets auch nicht lesen – ständig versucht es sich zu verbinden. Die HTC Sense Oberfläche dagegen bietet mit dem Twitter-Tab eine unauffällige Alternative. Wenn es möglich ist, dann werden aktuelle Tweets heruntergeladen und – ähnlich den SMS – dargestellt, ansonsten bleibt der Tab bemerkenswert unauffällig. Für Leute, die nur hin und wieder twittern und eher mitlesen, was andere schreiben, ist die HTC Version deutlich besser.

SPB Weather “ersetzt” bei mir das HTC Wetter. Wobei “ersetzt” das falsche Wort ist. Denn HTC bietet hübsche Animationen – SPB nicht. HTC erkennt via GPS jedes noch so kleine Dorf – SPB bleibt bei wenigen vorgefertigten. Unseren Urlaubsort kennt es jedenfalls nicht. HTC Weather ist integriert. SPB Weather – genau – kostet 19,95.

Beinahe zwei Wochen habe ich die iPhone-Oberfläche genießen dürfen. Ich mag die Geschwindigkeit und die Übersichtlichkeit, da mir viele Programm ansonsten im Windows Menü verloren gehen.
Aber HTC bietet mir frei Haus eine Menge Service, den ich mir ansonsten teuer (!) erkaufen muss. Kontakte, Kalender, Twitter, Wetter, …
Der Hang in Richtung Sense klingt aber deutlicher, als er in Wahrheit ist. Insbesondere der Geschwindigkeitsvorteil und die praktische, umstandslose Bedienung von iPhoneToday sind sehr ansprechend. Aber 60 Dollar für Programme auszugeben, die schlechter sind und weniger bieten – das ist keine wirkliche Option.

So werde ich in den nächsten Tagen Stunden Minuten wohl wieder flashen… Mal schaun, was sich ergibt Winking smile. Vielleicht nutze ich auch beides parallel – denn das geht bei Windows Mobile Smile.