Nerd-Humor (10000)

Vergangene Woche lief im amerikanischen Fernsehen eine der – wie ich finde – brilliantesten Episoden einer bekannten Zeichentrickserie überhaupt, denn sie bewies, das “reine Mathematik auch Anwendungen in der wirklichen Welt” bietet. (Auch wenn “wirkliche Welt” aus dem Munde einer Zeichentrickfigur ein wenig skurril erscheint…)

Das besondere an der Episode “The Prisoner of Benda” liegt – wie so oft – tief in der Geschichte verborgen: Sie wurde geschrieben von Ken Keeler, der nicht nur Autor zahlreicher Simpsons- und Futurama-Episoden ist, sondern auch einen Doktor der Mathematik besitzt. Ein echter Nerd eben.
Ausgangspunkt der Folge ist im Grunde ein Satz aus dem Bereich der Gruppentheorie (einer mathematischen Disziplin), der von Keeler verfasst wurde: Professor Farnsworth und Amy entwickeln eine Maschine, mit der sich das Bewußtsein zweier Körper vertauschen läßt. Aber direkt zurück geht es nicht mehr, man braucht einen dritten Körper als Umweg – Einzelheiten spare ich mir Zwinkerndes Smiley . Es kommt jedoch die Frage auf, wieviele andere Körper man mindestens braucht, um am Ende wieder alle Charaktere in die richtigen Körper zu bekommen. (Freunde der Gruppentheorie werden an dieser Stelle jubeln…)
Im Verlauf der Episode wird jenes Theorem sauber gelöst (s.Screenshot) und das ist einfach großartig. Denn es gibt ein ein unumstößliches Gesetz im Land von Film und Fernsehen: ‘Unterhaltung’ ist immer wichtiger als ‘Wissenschaft’. Im Zweifel biegt man sich die Effekte eines Wurmloches, Pulsars oder Fluxkompensators so zurecht, dass sie in die Story passen. Aber in diesem speziellen Fall wurde ein mathematischer Satz aus Gründen der Unterhaltung geschrieben. Das ist wunderbar. Noch dazu ein richtig schöner. Smiley

Wem das alles zu öde ist, schmunzelt vielleicht über den Untertitel der Episode: “Was in Cygnus X-1 passiert, bleibt in Cygnus X-1.” (orig. “What happens on Cygnus X-1 Stays on Cygnux X-1”)

Cygnus X-1 ist ein schwarzes Loch.

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