Projekt: Hörspiel – Interaktiv!

Im letzten Teil meines Projekt-Berichts möchte ich eine Alternative zu der gestriegen Lösung vorschlagen. Nachdem nun einige Hörspiele produziert worden waren, musste etwas neues her. Eine Veränderung. Mit einem Freund wurde ein weiteres Projekt gestartet, ein “Interaktives Hörspiel”.

Ausgangspunkt waren für uns jene (mehr oder minder) bekannten Abenteuerbücher, die in den 80er Jahren recht populär waren: Ein solches Buch sprach den Leser direkt an – ”Du stehst in einem Flur mit zwei Türen.” – und bestand aus etwa 300 Kapiteln. Die meisten Kapitel enden mit einer Entscheidung: “Willst du durch die linke (276), oder die rechte Tür (63) gehen?” Und je nach Entscheidung las man dann in Kapitel 276 oder 63 weiter.
Der besondere Reiz dieser Bücher liegt darin, dass man die Handlung innerhalb eines vorgefertigten Rahmens selbst steuern kann. Und je nach Entscheidung endet die Geschichte gut oder schlecht, schnell oder erst nach vielen Versuchen.

Heute findet man diese Form des Geschichten-Erzählens meines Wissens nach nur noch in den Soloabenteuern des Schwarzen Auges. Eben diese sollten uns als Vorlage für unser neues Projekt dienen. Die Geschichte wurde hier und da umgeschrieben und als klassische mittelalterliche Geschichte in die eigene Heimatstadt gelegt.

Der Aufbau des Hörspiels ist dabei ganz einfach: Es gibt genau 304 Kapitel, das bedeutet 304 html-Sheets, 304 Hintergrundbilder und ebensoviele mp3-Tracks. Das klingt erstmal komplizierter, als es ist.

Fangen wir mit dem einfachsten an, den mp3s. Im Vergleich zu den großen Hörspielen mussten hier immer nur kleine Abschnitte vertont werden. Die durchschnittliche Länge beträgt 2 Minuten – so etwas hat man schnell gemacht. Jedes Kapitel aus der Geschichte muss dabei ordentlich vertont und mit Hintergrundgeräuschen versehen werden.
Anschließend wurde für jedes Kapitel ein Bild erstellt. Wir haben dafür Screenshots eines Computerspiels erstellt und die mit einem Filter etwas verfälscht. Auf diese Weise erhielten wir Bilder der Straßen, Räume und von Personen. Vieles doppelt sich – wenn ein Hafen in sechs Abschnitten vorkommt, dann gibt es dafür meist nur zwei verschiedene Bilder.
imageZuletzt kommen die html-Sheets – und diese sind auch für absolute Nicht-Programmierer leicht zu erstellen. Wir haben fünf Grundtypen erstellt. Der erste Typ hatte nur einen Knopf, der zweite zwei Knöpfe, … Man öffnet also die html-Seite mit einem Editor und schreibt sinngemäß hinein: “Das ist Abschnitt ‘200’, nimm Hintergrundbild ‘200’, spiel mp3 ‘200’ ab und benutze drei Knöpfe die zu 11, 300 und 201 verlinken und auf denen steht: “Friede”, “Freude”, “Eierkuchen”.”

Das Ergebnis sieht man im zweiten Bild: Man befindet sich in einer Amtsstube und wartet auf den Zeugen eines Diebstahls. Nun kann man entweder den Schreibtisch durchwühlen, im Regal oder im Stehpult nach Verdächtigem suchen oder einfach auf den Zeugen warten. Je nachdem, wo man draufklickt, geht die Geschichte weiter.

Der Zeitaufwand für dieses Hörspiel war… deutlich geringer, als für alle anderen, auch wenn es komplizierter klingt. Die zahlreichen kleinen Kapitel sorgen schnell für ein Erfolgserlebnis und durch den dreigliedrigen Aufbau (html+mp3+bilder) kann man die Arbeit sehr schön aufteilen. Sicher bleiben es einige Stunden Arbeit – aber man kommt schneller zum Ziel.
Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, haben wir insgesamt eine komplette Woche in dieses Hörspiel investiert.

Wenn ich zukünftig die Gelegenheit bekommen sollte, eine Hörspiel-AG zu leiten, würde ich mich auf jeden Fall für diese Variante entscheiden. Wer noch Fragen hat kann mich gerne anmailen.

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