Poets, Prophets, Preachers–Rezension 3/4

Poets, Prophets, Preachers–Rezension 3/4

Die nächsten zwei Filme gehören eng zusammen: “The Science of Homiletical Architecture” und “Radar, Buckets, Chunks and the Marinade” könnte man treffend als “Predigtlehre” bezeichnen.

imageIm ersten Film setzt sich Rob Bell mit den konkreten Inhalten der Predigt auseinander. Er stellt die Behauptung auf, dass es in den meisten Predigten um drei Dinge geht:
Einen zentralen Moment bzw. ein Ereignis – oder
Eine Bewegung, eine Entwicklung – oder
Ein Geheimnis, etwas merkwürdiges, dass es zu entschlüsseln gilt.

Die erste halbe Stunde erläutert er diese These anhand von sehr eindrücklichen Bibelanekdoten. Ein schönes Beispiel bietet das Gleichnis Jesu aus Matthäus 7, man solle nicht die Perlen vor die Säue werfen.
Aber seht selbst:

Die ausgewählten Stellen sind sehr anschaulich und ich hatte auch das ein oder andere Aha-Erlebnis (besonders die skurille Geschichte um Jesus, der einen Baum verflucht, weil der keine Früchte trägt sehe ich nun in gänzlich anderem Licht…)

Im zweiten Teil von “The Science of Homiletical Architecture” geht es um vernünftiges Predigen. Wie sage ich was? Wie setze ich Geschwindigkeit, Ton, Intensität etc. sinnvoll ein.
Nichts atemberaubend neues, aber sicher nicht schlecht, es sich hin und wieder bewusst zu machen. Es finden sich Hinweise, wie man Themen öffnet und welche Gefahr in geschlossenen, zielgerichteten Themeneinheiten liegt. Interessant ist auch, das Rob Bell erklärt, wie er es schafft, frei 40, 50 Minuten am Stück zu predigen.

 

 

 

“Radar, Buckets, Chunks and the Marinade” bezieht sich hingegen konkret auf das Predigt-schreiben. Wie sieht es aus, wenn man als PastorIn auf ein leeres Blatt starrt, und der Sonntag näher und näher rückt.

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Den vierten Film empfand ich im Vergleich zu dem vorherigen als spannender. Mehrfach erklärt Bell, dass es nicht darum geht, dreißig vierzig Stunden zu opfern, um eine perfekte Predigt zu schreiben – dies sei jenseits jeder Vernunft. Und tatsächlich: schlüssig erklärt er, wie er zu seinen Predigten kommt, wie er Material sammelt und Anekdoten und Geschichten und Information am Ende zu einer Predigt zusammenbringt. Nicht durch vierzig Stunden und zahlreiche Prediger, die ihm zuarbeiten: Sondern vor allem 5 Minuten hier, 10 Minuten da um einen großen Fundus aufzubauen – der dann in einigen Stunden Arbeit zu einer (sauguten) Predigt wird.
Das klingt alles sehr gut, sehr motivierend.
Bis Rob Bell innehält und das Publikum fragt, ob jemand eine Bibel dabeihabe. Er bittet jemanden, blind eine Bibelstelle aufzuschlagen und irgendeinen Vers vorzulesen. Und prompt…

“Die Weisheit hat ihr Haus gebaut und ihre sieben Säulen behauen.”

Bell überlegt einige Sekunden und lässt dann ein Feuerwerk an Fragen, Ideen, Anmerkungen, Gedanken und Bildern abbrennen, dass mich mit offenem Mund zurücklässt. Sehr Beeindruckend!

Diese beiden Filme sind wohl in erster Linie für Prediger und Pastoren interessant – die zahlreichen Anekdoten und kleinen Informationshäppchen machen es aber auch für alle anderen zu einem Vergnügen.
Zum Beispiel: Das Wort “Vergebung” und das Wort “Tanzen” haben im hebräischen die gleiche Wurzel. In meiner Gemeinde wird eine Art “therapeutisches Tanzen” angeboten… Aha, aha! Da geht ein Licht auf…

Bisher also eine unbedingte (und natürlich völlig subjektive) Kaufempfehlung Smiley

Der letzte Teil meiner Rezension ist hier zu finden.

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