Übernachtungen…

Übernachtungen…

Neulich übernachtete eine Freundin bei meiner Tochter.
Den ganzen Tag hatten sie zusammen gespielt und getobt. Aber um halb acht war dann einfach Schluß. Für kleine Kinder. Aber erst recht für mich.

Aber natürlich sahen die Kinder das anders. Kaum war das Licht aus und ich im Arbeitszimmer, ging das Getuschel los.

“Papa, ich mach die CD was lauter, okay?”, rief meine Tocher. Okay. Die CD wurde lauter. Und mit ihr das Getuschel. Denn über den lauten Klängen von Bibi und Tina konnten sich auch die Mädels nicht mehr verstehen. Schließlich flüsterten sie so laut, dass ich oben im Arbeitszimmer jedes Wort verstehen konnte.

Also ging ich runter. Und tat so, als wollte ich etwas aus dem Schlafzimmer holen.
Natürlich war es mucksmäuschestill.

Ich ging wieder hoch. Und sofort ging das Getuschel los. Dann hörte ich die nackten Füsse meiner Tochter auf der Bettrutsche quitschen. Also wieder runter. Und ermahnen. “Halb neun, Fräuleins, Schluß jetzt!”

So richtig wohl fühle ich mich in der Rolle des Erziehers aber nicht. Sehr gut kann ich mich nämlich an meine Jugendzeit erinnern. Damals genossen wir die ersten EGA-Grafikkarten mit 16 Farben und zusammen mit meinem Freund saßen wir Stunde um Stunde vor dem Bundesliga Manager Professional. Ich kann mich daran erinnern, wie uns seine Eltern nachts um drei erwischten und zurechtstutzten. Ich kann auch daran erinnern, wie meine Eltern uns erwischten und genauso reagierten.
Ich kann es nachempfinden – aber ich muss mich wohl damit anfreunden, auf der anderen Seite zu stehen.

Wird Zeit, dass ich nochmal runtergehe!

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