Gastbeitrag: KIVA

Gastbeitrag: KIVA

Ein Gastbeitrag von der unglaublich tollen Ramona, einer alten Freundin aus Tübinger Zeiten. Smiley

clip_image002Auf einem Kongress Anfang des Jahres hörte ich eine junge sympathische Frau namens Jessica Jackley sprechen. Sie mochte so in meinem Alter gewesen sein und sie sprach über ihren Traum. Den Traum, die Welt zu verbessern, die Armut der Welt zu bekämpfen. Mit ein paar Freunden saß sie vor ca. 5 Jahren zusammen und träumte. Wie konnte man die ärmsten der Armen unterstützen aus dem Teufelskreis der Armut auszubrechen und Leben zu gestalten? Wie konnte man diesen Menschen eine neue Chance bieten? Es entstand eine Idee und die jungen Leute waren verrückt genug zu sagen – das probieren wir jetzt einfach mal aus. Das hat mich wahnsinnig beeindruckt und tut es bis heute.

clip_image004http://www.kiva.org/ ist ein Online-Dienst durch den Menschen von überall auf der Welt Mikrokredite vergeben können.

Wie das funktioniert? Irgendwo auf der Welt gibt es eine Frau – zum Beispiel Elizabeth in Peru – die einen Kleiderladen eröffnen will. Dafür benötigt sie ein paar Hundert Dollar, die sie nicht hat. Eine Bank würde ihr niemals einen Kredit geben und wenn dann zu nicht überwindbaren Konditionen. Doch wer von uns könnte nicht mal $ 25 für ein paar Monate entbehren? Und genau so funktioniert es. Mitarbeiter vor Ort, nehmen Elizabeths Daten auf, machen ein Foto und beschreiben ihre Geschäftspläne. Dieses Profil können wir auf kiva.org sehen. Über ein paar wenige Klicks (z.B. PayPal) leihen wir Elizabeth $ 25 (oder mehr). Das machen jetzt mehrere Personen auf der ganzen Welt, bis sie ihre Kreditsumme zusammen hat. Dann bekommt sie das Geld von den lokalen Mitarbeitern (non-profit Institutionen, mit denen kiva.org zusammenarbeitet) und eröffnet also ihren Laden. Sobald das Geschäft läuft und sie Gewinn machen kann, clip_image006zahlt sie das Geld zurück und die Summe erscheint innerhalb von Monaten Stück für Stück auf unserem Kiva-Konto (übrigens mit einer Rückzahlungsrate von fast 99%). Ich habe schon $ 20.83 von meinen $ 25 von Elizabeth zurückbekommen. Ob ich das Geld nun wieder durch Paypal einziehen möchte oder vielleicht Pedro mit seiner Ziegenfarm in Brasilien unterstützen möchte, J bleibt mir überlassen.

Was ich besonders cool fand, ist, dass man wirklich in Sekundenschnelle online sehen kann, wie die Kredite aufgefüllt werden. Man kann mit seinen Leuten, die man unterstützt, richtig mitfiebern. Neuerdings gibt es auch so was wie Studienkredite, um jungen Leuten Bildung zu ermöglichen.

clip_image008Die Hürde, in ein armes Land zu gehen und aktiv vor Ort zu helfen, mag uns manchmal zu hoch zu sein. Doch bei einem solchen System zählt die Frage „was können wir schon tun“ nicht mehr. Denn ein paar Euro kann jeder für eine begrenzte Zeit entbehren. Und wie viele Klicks machen wir täglich in unseren Online-Communities – warum nicht mal Klicks, die die Welt verändern?

Die Facts:

  • Registrierung ist kostenlos und geht schnell und einfach. (https://www.kiva.org/register) Man kann seinen Account auch mit Facebook verbinden.
  • Man braucht ein PayPal Konto (http://www.paypal.de/de). Dadurch hat Kiva die Möglichkeit bei allen finanziellen Abwicklungen Kosten zu sparen.
  • Falls man mal Fragen hat oder etwas schief lief, hat Kiva einen Service – ich bekam innerhalb eines Tages eine Email von einem Mitarbeiter!

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