Monsterspiel.

Monsterspiel.

Wenn ich an meine frühen Computerspielerfahrungen zurückdenke, dann sind mir vor allem jene Momente in Erinnerung geblieben, die ich mit meinen Geschwistern geteilt habe.
In einem der ersten RPGs überhaupt – dem legendären Dungeon Master – haben wir uns zu dritt Stunde um Stunde vor dem PC gegruselt und Mumien, Skelette und allerhand Pixelmonster getötet. Ein großer Spaß.

Mit Carolina spiele ich hin und wieder Skyrim. Den Nach-Nach-Nachfolger von Dungeon Master. (Und genau wie mit mei-nen Geschwistern früher bedeutet das: Ich spiele und sie schaut zu.) Und es ist ein großes Abenteuer für sie. Genau die richtige Mischung aus Grusel und Stolz über unsere vollbrachten Heldentaten.

Vor kurzem übernachtete Matze, ein Pastorenkollege meiner Frau bei uns und als ich einen Moment auf der Couch saß, begann Carolina zu erzählen.
image”Weißt du”, sagte sie, “mein Papa und ich, wir spielen ein Monsterspiel. Das darf man eigentlich erst mit 16 aber wir spielen das schon. Und daaaa”, sie stellt sich auf die Couch, “hat mein Papa letztens gegen einen Drachen gekämpft und ist so auf seinen Kopf gesprungen.”
Begeistert klettert Carolina auf mich und setzt sich auf meine Schultern. “Und dann hat er mit dem Schwert so tjuuu zack tjuuuu zack dem Dracken den Kopf abgeschlagen.”
Zur Verdeutlichung hackt Lina auf meinen Kopf ein.

Ich werde rot und versuche, die Sache herunterzuspielen. Es wäre nur einmal vorgekommen und überhaupt. Der Kollege lacht und macht eine spöttische Bemerkung über Pädagogen.

Zwei Stunden später sitzen wir im Gottesdienst zu Gast in einer anderen Gemeinde. Eine junge Frau führt von vorne ein frommes Kinderlied ein und erklärt die Bewegungen dazu. “Und jetzt kommt die Zeile: ‘Und dann war Jesus tot’”, erzählt sie und fragt: “Und welche Bewegung könnte denn dazu passen?”
Grinsend beugt sich Matze zu uns rüber: “Macht doch nochmal das mit dem Drachen vor!”

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