Filmen mit dem DFB

Filmen mit dem DFB

2012-06-20 16.12.40Heute war es also soweit. Am späten Vormittag sollte ein freundlich gestimmter Tross vom DFB ankommen.
Das Vorfeld zu so einer Aktion ist, besonders an einer großen Schule, etwas kniffelig. Alle Kollegen müssen informiert werden, dass ich ihnen die Klasse an dem Tag wegnehme.
“Ab wann?” – “Keine Ahnung.”
“Wie lange?” – “Keine Ahnung.”

Außerdem müssen vorsorglich verschiedene Räume belegt werden. “Brauchst du den PC-Raum wirklich?”“Keine Ahnung.”
”Ab wann brauchst du die Turnhalle?” – “Puuhh.”

Außerdem ist die Klasse völlig aufgedreht. Eine enorme Lautstärke, jeder hat noch Fragen oder Ideen. “Dürfen die fünf Leute aus dem G-Kurs auch dabei sein oder müssen die Unterricht haben?”  Als mich zwei Schülerinnen fragten, ob sie in der Turnhalle ihr Glätteisen anschließen könnten, habe ich mich kurz gefragt, was zur Hölle ich hier eigentlich mache.
Natürlich verspätet sich das Team vom DFB. Und natürlich suchen zwischendurch irgendwelche Kollegen völlig panisch die Schüler. Und unser Klassenraum war belegt. Und in den Computerraum mussten wir doch nicht. Dafür aber in die Turnhalle – wenn auch deutlich später als geplant. Die ist dann aber belegt. Also stören wir den Sportunterricht einer anderen Klasse. Und die nachfolgende AG ebenso.

Und irgendwann realisiere ich, dass ich an einer ganz großartigen Schule bin: Obwohl die Kollegen von den Störungen nicht begeistert sind, höre ich keine Beschwerde. Statt dessen ein Schmunzeln hier und ein amüsiertes Lächeln dort. Danke dafür!

Im Vorfeld hatte man mir ein Skript zugeschickt, in dem der Film kurz erläutert und Szene für Szene beschrieben wurde. Optimistische zwei Stunden hatte das Team angesetzt, am Ende wurden es fünf. Fünf Stunden mit knapp dreißig Schülern, die sich allesamt bis zum Schluss vorbildlich verhalten und auch mal längere Pausen über sich ergehen lassen haben. Fast eine Stunde lang wurden die Schüler z.B. einzeln interviewt. Für den Rest durchaus herausfordernd, da Ruhe zu bewahren, aber die Klasse hat sich insgesamt von ihrer besten Seite gezeigt.
Im Laufe des Films wird eine (nachgestellte) Unterrichtsszene gezeigt: Langweiliger Mathematikunterricht als Kontrast zum aufregenden DFB-Projekt. Um Himmels willen… als ob ich so unterrichten würde. Und als ob es je eine Klasse wagen würde, sich so zu benehmen, wie die Klasse es im Film durfte. Aber es ist eher ein “So geht es nicht, liebe Lehrer”-Video geworden.

Ganz großartig war das Maskottchen Paule. Er (also, der Mensch unter dem Kostüm) hat sich den Schülerinnen und Schülern vorgestellt, geduldig Fragen beantwortet und Autogramme geschrieben. Zwischendurch im Kostüm herumgealbert und sich den ein oder anderen über die Schulter geworfen.
Klassenbild

Am Ende des Tages bin ich ziemlich platt.
Es ist ganz schön anstrengend, gleichzeitig zu organisieren und für Ruhe zu sorgen. Aber der Artikel über Griechenland wurde via Google-Docs binnen weniger Stunden fertig geschrieben. Und hier in NRW sind es nur noch zweieinhalb Wochen bis zu den Ferien. Das geht schon noch irgendwie. Smiley

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