Geheime Geschenke.

Geheime Geschenke.

Mein Handy klingelt. Meine Schwiegermutter ruft an.
Vor Schreck lasse ich das Handy fallen. Ich gehe bei uns zu Hause nie ans Telefon – es ist fast immer für meine Frau. Wenn man mich erreichen will, muss man das mobil tun. Sie will also explizit mich sprechen.

Nervös melde ich mich.

Nach kurzem Geplänkel erzählt sie mir, dass sie zum Geburtstag meiner Frau ein besonderes Geschenk habe. In ihrem Alter habe sie sich mühsam ins Internet gequält, auf die Seite eines christlichen Radiosenders und dort in einem elektronischen Formular einen Gruß und einen Musikwunsch ausgefüllt.

“Oh” kommentiere ich verhalten. Christentum im Stile der Volkmusik. Genau mein Ding! Und ich ahne, was jetzt kommt.
”Und jetzt kommst du ins Spiel!”, fährt sie unbeeindruckt fort, “du musst am Sonntagabend das Radio anmachen, damit sie davon überrascht wird.”

Ich fange unwillkürlich an zu prusten, als ich mir die Szene vorstelle. “Wie soll das gehen?”, frage ich, “Schatz, lass uns heute an deinem Geburtstag doch mal einen frischen, frommen Sender hören?”
Ich lache. Sie weiß ebenso wie ich, dass weder ich, noch meine Frau so einen Mist einen Sender hören. “Wird sicher unauffällig!”

Ich kichere.

“Die senden das zwischen 18 und 19 Uhr.”

“Eine GANZE Stunde…?!”

“Stell dich nicht so an!”, auch sie erkennt die Komik in der Sache, “na, dann hörste halt unter der Woche schonmal rein. Sagst, du wolltest mal was neues hören! Und dann geht das.”

Nun. Es ging nicht.
Keine 5 (!) Sekunden (!!) lief der Sender, als Carolina aus dem Garten hereingestürmt kommt. “Papa, was ist das….?!”, fragt sie angewidert irritiert. “Das hört man bis draußen!”
Nun, zumindest hat meine Schwiegermutter sich gefreut und wir hatten einen lustigen Abend.

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