Physik fürs Leben

Physik fürs Leben

2013-03-22 12.21.22Zwischen den Jahren rief mich meine Frau auf dem Handy an. Sie wäre irgendwo in der Wallachai über einen Nagel gefahren und stünde jetzt mit einem Platten auf einem Parkplatz. Ich solle mir bitte etwas einfallen lassen.

Von solchen Situationen ist man bin ich im ersten Moment überfordert. Ja, was macht man denn nun? Den ADAC rufen? Die Polizei? Meine Schwiegermutter?
Letzten Endes habe ich einen Sommerreifen eingepackt und mich auf den Weg gemacht. Auf dem Parkplatz den Reifen gewechselt und dann in die Werkstatt gefahren. Eigentlich gar nicht so schwer.

Aber wie alles im Leben, muss man es mal gemacht haben, um darüber Bescheid zu wissen. Also

erzählte ich meinem Physikkurs diese Geschichte und – genau wie ich – hatten die wenigsten je einen Reifen gewechselt. Thematisch passte das ganz gut zum Drehmoment, so dass ich mir kurz vor Ostern von meinem Kurs die Sommerreifen aufziehen lies. Freundlicherweise stellte ein Schüler seinen Wagen ebenso zu Verfügung.

Natürlich durfte ich mir Spott anhören, wie ich meine Schüler nur so ausnützen könnte. Tatsächlich aber glaube ich, dass in einigen Jahren das allermeiste aus dem Physikunterricht vergessen worden ist. Aber: Wie man einen Reifen wechselt, dass wissen nun alle. Und wo lernt man so etwas sonst?

2013-03-22 12.20.54

(Natürlich werde ich – ganz im Sinne des Spiralcurriculums – diese Einheit wiederholen. Der Oktober böte sich doch an, oder? 😉 )

17 Replies to “Physik fürs Leben”

  1. In der Fahrschule lernt man das. Auf jedenfall hab ich das dort gelernt. aber nur Theoretisch. Praktisch erst bei meiner Schwester, als sie Sommerreifen brauchte. (bei meinem Eigenen Auto musste ich neue Kaufen, da musste das eben in der Werkstatt dran)

  2. Also aus dem Physikunterricht hab ich noch die Eselsbrücke beim Magnetismus im Kopf. Diese Drei-Finger-Regel. Nur hab ich leider vergessen, wofür die Finger stehen 🙁

    1. Ich: Arbeit = Kraft * Weg und wie ein Flaschenzug Funktioniert und was das mit einander zutun hat

      (wir haben damals unseren Physiklehrer an einer Schaukel hochgehoben, das Seil hinten an einen Tisch gebunden und sind erst mal eine Rauchen/Süßes holen gegangen. Ja Jugendliche sind schlimm und Böse)

      Also wenn du Jemals auf die Idee kommen solltest den Flaschenzug duch zu nehmen, und eine Schaukel dran Installierst, setz dich nie selbst hinein.

  3. Meiner Frau passierte voriges Jahr vor der Haustür gleiches und ich genoss beim Reifenwechsel die bewundernden Kommentare meines Nachbarn. Da ich anderseits seit Jahren zu bequem zum normalen Reifenwechsel bin, hier mein kurzfristiges Angebot: Die erste Spiralwiederholung zeitnah, zwei Autos = zwei Gruppen, ich assistiere dir. Und das ganze deklariert als Unterrichtsgang auf die andere Talseite. Bitte schnell entscheiden, denn meine Frau glaubt mir so langsam nicht mehr, dass es vielleicht doch noch schneien könnte. 😉

  4. Der Kurs hat sicher nicht die „Sommerreifen aufgezogen“, sondern lediglich andere Räder montiert.
    Das ist ein himmelweiter Unterschied.

  5. Toll und was kann ich meine Lateinschüler machen lassen? Mir im Garten einen Grill in Form eines Mini-Colosseums mauern lassen?

      1. die armen Löwen XD

        Lateinamerikanische Tänze lernen lassen.
        (auch wenn das einzige Lateinische dabei das Latein im namen ist)

  6. by the way: wenn du schon im Physikunterricht einen auf Fahrlehrer machst. Dann muss noch der Bremsweg dran und welche Kräfte dabei auf uns wirken. Dann, warum ein Auto Spur und Sturz hat. Warum man nicht vom Mopet fliegt, wenn man sich in die Kurve legt, usw. Da lernt man auch was fürs Leben.

    (Apropo, ich habe damals [Lange is es her] meine Mofaprüfbescheinigung genau bei dem Lehrer gemacht, den wir an die Decke gezogen haben. Das war im nachhinein betrachtet Physikunterricht mit dem Extra Mofa fahren)

  7. Mein Auto hat gar kein Reserverad, sondern nur eine Kompressordose im Kofferraum. Kann doch sicher auch in den Unterricht einbauen.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: