…auf dem Zahnfleisch

Am Ende eines (Schul-)Jahres ist man platt.
Für Außenstehende ist das manchmal schwer nachzuvollziehen – aber ein Schuljahr kostet richtig Kraft. Auch (oder gerade?) die letzten Wochen vor den Sommerferien sind geprägt von Hektik und Stress. Allenthalben Konferenzen die eingehalten und Listen, die ausgefüllt werden müssen, Bücher müssen zurückgegeben, Schulfeste vorbereitet, Praktika begleitet und Exkursionen geplant werden.

In den letzten Tagen steht für mich noch ein Projekttag zur Gestaltung des Schulhofes, eine Exkursion mit meinem Technik-Kurs, die Zeugniskonferenzen, ein Schulfest für die Unterstufe, der Sporttag und ein Grillabend mit den Eltern meiner Klasse an. Zwischendurch immer noch Gespräche, Termine und Unterricht und Gedanken an den bevorstehenden Umbau unserer Homepage.

Meine Tochter möchte gern die Schule wechseln und auf eine Grundschule hier im Ort gehen. Deren Kollegium freut sich und die zukünftige Klassenlehrerin besucht meine Tochter diese Woche noch, um zu sehen, in welchem Umfeld “sie bisher gelernt hat”. Abgefahren!
(Dann kann ich der alten Schule auch nochmal deutlicher formulieren, was ich von ihrer Politik halte.)

Zusammen mit den Renovierungs- und Umbauarbeiten hier am Haus freue ich inzwischen wirklich auf die Ferien. Mir fehlt vor allem etwas, das ich “kreative Langeweile” nenne.

Albert Einstein sagte mal, Kreativität sei Intelligenz beim Spielen.

Ein guter Spruch. Genau das vermisse ich aktuell. Auf meinem Rechner liegen knapp 20 halbfertige Blogartikel herum – aber ich kann mich nicht aufraffen, sie zu Ende zu bringen. Ich würde gerne darüber schreiben, wie man mit dem neuen OneNote mit zwei Klicks seinen Unterricht mit Kollegen austauschen kann. Ich will mal wieder coole Ideen für meinen Unterricht haben (weil der mich gerade selbst langweilt) und..und..und..

Aber dafür muss ich zuerst noch zwei Wochen Schule aushalten und dann mal das Gehirn ein paar Tage auf Standby runterfahren.

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12 Responses to …auf dem Zahnfleisch

  1. Andreas says:

    Wünsche dir noch ausreichend Kraft und erholsame Ferien!

  2. Jürgen says:

    „Am Ende eines (Schul-)Jahres ist man platt.“
    Nein. Wir nicht. Wir sind guter Dinge und bringen mit den Kids das Jahr zu einem ersprießlichen Ende. Mit Freude.

  3. Frau Henner frauhenner.blogspot.com says:

    Lieber Jan-Martin, wenn man bedenkt, was in den letzten Wochen bei dir beruflich, medial, privat so alles losgewesen ist – beziehungsweise nur allein das, woran du uns durch den Blog teilhaben lässt, dann verwundert es mich überhaupt nicht, dass du platt bist. Gute Erholung!

  4. Rebecca says:

    Niht nur für die lehrer ist diese zeit hart, auch für die Schüler… vor allem den Schülern, die ohren abschluss machen…
    Ich steck gerade mitten drin und bin echt fertig jeden schultag nur am üben und lernen und nach der schule zu hause auch noch einmal den ganzen nachmittag durchlernen… irgendwann raucht einem der kopf und man hat keinen bock mehr…
    Dennoch wünsche ich ihnen weiterhin viel Erfolg und sie halten das schon durch XD

  5. Petra Kamuk says:

    Da ich aus Interesse an OneNote auf deinen Blog gestoßen bin, würde ich mich sehr über die Info freuen und warte schon gespannt darauf 😉
    Wir haben noch 4 Wochen vor uns, die Erschöpfung hat sich noch nicht eingestellt. Dir alles Gute und baldigst erholsame Ferien!

  6. Der Yeti says:

    Tut mir leid, kein Mitleid.
    In der Wirtschaft ist es natürlich alles ganz locker.
    Besonders im Sommer muss man vor den Betriebsferien (der anderen Betriebe!) auch keinen Wert darauf legen, dass die Ware pünktlich da ist. Es ist auch nicht so, dass hier irgendetwas schief läuft. Alle sind zuverlässig, alles läuft glatt und keiner verbaselt wichtige Fristen.
    Alles total easy!
    Reden wir auch gar nicht davon, dass man ja im Sommer tatsächlich mal 2 oder (mit Glück) 3 Wochen frei hat -sofern man nicht sogar im Urlaub angerufen wird, weil die Vertretung planlos ist.
    Klar, auch 6 Wochen unterrichtsfreie Zeit sind nicht mit 6 Wochen Urlaub gleichzusetzen.
    Aber irgendwie habe ich immer mehr den Eindruck, dass der „Lehrer an sich“ dazu neigt, zu jammern, wie schlecht es ihm geht, wieviel mehr Arbeit er hat und wie der Bildungsauftrag aufgrund von Geldmangel den Bach runtergeht.
    Ist alles nicht von der Hand zu weisen – aber es geht allen anderen Arbeitnehmern nicht anders.
    Die Arbeitsbelastung, das Tempo, der Druck und die „fachfremden“ Aufgaben haben sich in den vergangenen Jahren drastisch erhöht. Bei gleichzeitiger Ausweitung der Arbeitszeit und Verknappung des Urlaubs.

    Ist auch nicht einfach, so zu arbeiten – für Außenstehende ist das manchmal schwer nachzuvollziehen.

    • Dieser Drang, sich rechtzufertigen und Lehrer für ihren ach-so-leichten Job zu kritisieren, scheint bei manchen Menschen genetisch einprogrammiert zu sein.
      Aber du hast natürlich recht: Ich geht davon aus, dass man in der freien Wirtschaft doppelt so viel verdient wie ich und außerdem Firmenwagen und Extras bekommt, während man eigentlich nur herumsitzt… Oh man.

    • nanu says:

      Ich frage mich, ob du diese Blog wirklich liest oder nur einen Platz zum Stenkern suchst. Dass man sich mal erschöpft fühlt, gehört zum Leben dazu und dann auch, dass man hier darüber schreibt. Jan erzählt hier genug über seine unzähligen Aktivitäten. Bitte! such dir einen Wirtschaftsblog, in dem du dich verstanden fühlst.

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