Bailey (Bailinho Rodriguez Klinge)

Es klingelt.
Nichtsahnend öffne ich die Tür und sehe einen völlig Fremden vor mir. Einen Fremden, der gelassen unseren Hund am Nacken zur Haustür geschleppt hat.
Mein Blick wandert von ihm zum Hund und wieder zurück.
”Hi”, stellt er sich vor. “Ich besuche eure Nachbarn – und Bailey ist in mein Auto gesprungen.”

Bailey strahlt mich begeistert an. Ihre Augen rufen “Abenteuer! Abenteuer! Abenteuer!” ihre sabbernde Schnauze dagegen “der Mann hat ganz lecker riechende Sitze!”

“Sie sagten mir, ich solle Bailey einfach hier abliefern.”

Ich entschuldige mich, blicke zerknirscht drein und hoffe, der junge Mann fährt kein Auto mit weißem Lederbezug.

Unser Australian Shepherd ist ein schlechter Wachhund, aber ein toller Familienhund. Sie liebt Menschen (und ich finde, damit passt sie prima in unsere Pastorenfamilie) und früher oder später wird sie zum Postboten ins Auto springen und mit ihm eine Runde fahren.

Ich glaube ja, dass viele Kinder ihren zweiten Namen nur als Steigerung ihres ersten tragen. Wenn ich Carolina rufe, dann überhört sie das geflissentlich – rufe ich sie aber zusätzlich mit zweiten Namen, ahnt sie, dass es Ärger gibt. Natürlich hat auch Bailey einen zweiten Namen (benannt nach Bender Rodriguez aus Futurama) und den schimpfe ich laut vor mich hin, kaum dass der Fremde gegangen ist.

Aber da ist der Hund schon längst verschwunden und schaut mit Carolina eine Dinosaurier-Dokumentation.

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Hach…

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  1. Das ist der Unterschied von Hund zu Katze. Die Hündin wird von einem Fremden zurückgebracht. Unser Kater würde eher einen Fremden anschleppen. Geht raus auf die Straße und wirft sich den in Bahnhofsnähe häufigen Pendlern an den Hals (und ist damit unfassbar erfolgreich). Ich warte darauf, dass irgendwann ein Fremder auf dem Sofa vor dem Kamin bei uns sitzt und den Kater streichelt.

    • Das erinnert mich an den Kater, der wohl in der Nähe der Bushaltestelle wohnte, an der ich im Studium immer ausstieg, wenn ich zu meinem Freund fuhr. Es passierte nicht selten, dass das Tier dort an der Haltestelle saß und dann die 500 Meter bis zur Haustür mit mir mitlief und jedes mal extrem enttäuscht dreinschaute, als ich diese schloss, ohne den Kater mit in die Wohnung zu nehmen. Eines Tages traf ich bei unserem gemeinsamen Spaziergang die Besitzer, die mir daraufhin erzählten, dass der Kater gut und gerne mal ein paar Tage weg sei, jedoch immer gut genährt wieder auftauchte. Sie vermuteten, dass es auch Leute gab, die ihn mal für ein paar Tage adoptierten.