Brieffreundschaft & Ausblick

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Durch glückliche Umstände bin ich in die Gelegenheit gekommen, eine Brieffreundschaft mit einer Schule in Shanghai aufzubauen. Als ich in meiner Klasse nach Interesse fragte, meldeten sich alle. 29 Schüler aus Eiserfeld schreiben mit 29 Schülern aus Shanghai – das klingt (zumindest für uns Dorfmenschen) großes Abenteuer. Mit der Shanghaier Kollegin bin ich überein gekommen, zunächst echte Briefe schreiben zu lassen.

Dies mutet im 21. Jahrhundert vielleicht seltsam an, aber ich habe selbst schon einige Brieffreundschaften gepflegt – und zu Grabe getragen. E-Mails schreibt man schnell hin und her – aber nach wenigen Tagen ist das Interesse erlahmt. So viel gibt es dann doch nicht zu erzählen.

Wie aufregend ist dagegen ein echter Brief von der anderen Seite der Welt? Positiver Nebeneffekt: Als Lehrer haben wir die Kontrolle darüber, ob unsere Schüler wirklich schreiben. Geplant war außerdem: Die chinesische Kollegin könnte ein Thema vorgeben, ihre Schüler schreiben darüber (auf deutsch) und wir antworten (auch auf deutsch).

Aber erstens kommt es anders und zweitens wenn man denkt.

Tatsächlich haben sich meine Schüler wahnsinnig über die Briefe aus China gefreut. Sie wurden bestaunt und herumgereicht, jeder las jedem den Inhalt stolz vor. Die saubere Schrift wurde bewundert und sich im gleichen Atemzug für die eigene Sauklaue geschämt.

Aber: Die Briefe brauchen Ewigkeiten. Und zwar wirklich Ewigkeiten. Es vergehen Wochen, bis alle Briefe eingetroffen sind, dazu gehen hier und da einzelne verloren – sehr frustrierend. Also werden wir in den nächsten Wochen doch zur E-Mail wechseln. Für die Schüler wird das sicher spannend, z.T. haben sie sich schon bei Computerspielen im Internet getroffen und sind gemeinsam Monster jagen gegangen.

Mit der Kollegin aus Shanghai schreibe ich per Whatsapp. Ich hoffe, wir bekommen irgendwann ein skype-in-the-classroom hin: Von Klassenraum zu Klassenraum videotelefonieren, das wäre wunderbar.

Außerdem steht in den nächsten Wochen noch unser Sportfest an. Außerdem planen wir am Mädchen-Junge-Tag etwas ganz Besonderes und in der letzten Schulwoche fahren wir gemeinsam nach London. Da laufen alle Planungen schon auf Hochtouren und ich werde langsam nervös….

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4 Responses to Brieffreundschaft & Ausblick

  1. Kollege says:

    Was heißt „Mädchen-Junge-Tag“?

  2. Reiner Wadel says:

    Briefe mit Hand schreiben lassen, scannen und per E-Mail verschicken geht nicht?

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