Wahn. Stadtlauf. London.

Heute morgen habe ich mich mit einer Studentin der Uni Siegen getroffen, um Feedback für ein Computer-Projekt zu geben. Es ging um die Entwicklung eines regionalen Portals für Schulen – war ganz spannend, da mal reinzuschauen.

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Anschließend der jährliche Stadtlauf. Tausende von Schülern laufen in Siegen um die Wette – fantastisch organisiert und durchgeführt. Meine Schüler sind mittlerweile zum dritten Mal dabei und kennen die Abläufe blind. Das ist völlig entspannend.

Heute Abend geht es auf Klassenfahrt nach London. Die Hoffnung ist, dass die Kinder sich beim Stadtlauf schön müde laufen. Die ersten Rückmeldungen (“Herr Klinge, jetzt habe ich richtig Power!”) lassen mich zweifeln.
Ein Kollege berichtet gut gelaunt von den London-Fahrten der letzten Jahre. Busfahrer ohne Navigationsgerät. Busfahrer ohne Deutsch-Englisch-Kenntnisse, die unterwegs einen “klitzekleinen privaten Abstecher nach Belgien” gemacht haben. Streikende Fähren. Falschfahrer auf der Autobahn. Er habe schon alles erlebt.

Meine Glasknochen-Mädels fahren nicht mit. Eine zwölfstündige Busfahrt, dazu das Gedränge in Londons U-Bahnen – wer wollte die Verantwortung tragen? Sie werden aber mit schönem Alternativprogramm versorgt und sind nicht traurig.

Ich selbst schon eher. So lieb ich meine Klasse habe – Klassenfahrten sind anstrengend. Und lange Busfahrten für lange Leute auch. 61 Plätze hat der Bus. 60 Leute fahren mit. Hm. Ich habe meine Thrombosestrümpfe angezogen, meine Katzenfelldecke eingepackt und mir das Hörbuch „Wahn“ von Stephen King aufs Handy überspielt, das ich vor drei Jahren schon einmal hörte (seinerzeit, als ich zwei Anhalter damit fürchterlich verschreckt habe). Es  geht um den Bauunternehmer Edgar Freemantle, der sich nach einem Unfall zurückzieht und zu malen beginnt, bis er entdeckt, dass seine Bilder ein unheimliches Eigenleben entwickeln. David Nathan liest fantastisch (ich bin ein Groupie! Nathan, wenn du dich selbst googelst: Ich bin ein Groupie!). Eingepackt außerdem mein Surface, damit ich meine Erlebnisse direkt verbloggen kann.

Ab 20 Uhr geht’s los – ausgewählten Kindern haben wir gesagt, sie sollten um 21:30 Uhr am Treffpunkt sein. Vielleicht wird es dann doch ganz entspannt. Drückt mir die Daumen.

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One Response to Wahn. Stadtlauf. London.

  1. Coreli says:

    Guter Tipp mit den Thrombosestrümpfen und dem Hörbuch (auch wenn ich sicher nicht „Wahn“ nehme, denn „Wahn“ habe ich schon genug dabei, und damit meine ich nicht nur die Schüler).
    Mein Audible weist noch genügend Guthaben auf um auch noch tödlich langweilige Konzertproben zu überstehen und die wahnsinnig netten Kollegen. Wir fahren zwar nur von nahe Ludwigsburg (ja das mit der netten PH 😉 ) nach Berlin, aber wie dort die sprachliche Verständigung sein wird……

    LG
    Coreli
    PS Eine gute Zeit in London und wie wäre es mal mit einem SiS mit Wünschen Fremder vor Klassenfahrten. Beliebtester Wunsch „Schönen Urlaub!“

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