Gartenparty beim Buckingham Palace. London #4

IMG_20160706_115145Okay, ich gebe es zu. Diese ganze Stress-Nummer und “ich bin überarbeitet”.. das war alles Quatsch. Spätestens heute bin ich mit der Welt wieder im Reinen.

Nach unserer Ankunft in London haben wir das Gepäck im Hostel verstaut und sind augenblicklich in die Stadt spaziert um dort zu frühstücken. Dazu sind wir eine Weile gelaufen und haben dann um Shakespeares Globe Theatre hier und da und dort kleine Cafés entdeckt; anschließend die Schüler in Viergruppen zum Frühstücken geschickt. Einige sind in eine französische Patisserie verschwunden, andere in moderne Veganer-Schuppen. Nach der langen Nacht konnten alle zum ersten Mal… durchatmen. Auftanken.
Leider hat Niklas die Reise auf der Fähre arg mitgenommen: Ein rebellierender Magen ist keine Freude. Erst recht nicht, wenn man weit weg von zu Hause ist. Mühsam und mit aschfahlem Gesicht schleppt er sich mit. Aber welche Alternativen haben wir?

Der Rest der Gruppe ist bestens gelaunt. Wir haben keinen einzigen “Stinkstiefel” in der Klasse, niemanden, der irgendwo schlechte Stimmung oder Null-Bock verströmt. Natürlich machen wir alle immer alles gemeinsam – aus der Lust am gemeinsamen Miteinander heraus. Meine Co und ich stehen staunend daneben. Vormittags schicken wir die Schüler umher – sie sollen allerlei unwichtiges in Erfahrung bringen und dazu Leute befragen und – na klar – ihr Englisch einsetzen. Es ist, wie meiner zweijährigen Tochter zuzuschauen, die auf der hohen Rutsche steht und nicht weiß, ob sie sich wirklich, wirklich traut. Man kann in ihrem Gesicht das Wechselbad aus Angst, Mut, “jetzt, ja!”, “nein, doch nicht” ablesen. Genauso geht es meinen Achtklässlern in London. Ist die Hemmschwelle, eine fremde Sprache zu nutzen, einmal gefallen, gibt es für viele Jungen und Mädchen kein Halten mehr. Ständig werden Leute angesprochen. “Entschuldigung – wo bitte geht es zum Museum xy?” “Verzeihung, können Sie mir etwas über yz erzählen?”

Mittags machen wir eine Bootstour (“Schon wieder ein Boot?”, stöhnt Niklas) die Themse hinab und können viele Touristenhighlights im Schnelldurchlauf sehen. Von Milbank aus wandern wir nordwärts in den Buckingham Palace, wo wir uns bei bestem Wetter die Sonne auf den Pelz scheinen lassen.

Ja – es ist wie Urlaub. Ich würde gerne von lustigen Anekdoten, skurrilen Pannen und dergleichen berichten – aber es gibt nichts. Alles läuft absolut reibungslos, alle haben Spaß. Fast schäme ich mich, das zu schreiben. Diese Klasse ist ein Traum.

Es kann sich nur noch um Sekunden handeln, bis die nächste Katastrophe hereinbricht.

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