Die Zukunft ist gerade bei Kickstarter zu finden.

Die Zukunft ist gerade bei Kickstarter zu finden.

Auf der Plattform „kickstarter“ können Menschen ihre Ideen oder entwickelten Produkte vorstellen und um finanzielle Unterstützung bitten. Jeder Besucher kann dann ein solches Projekt unterstützen.

Aktuell wird dort für ein Produkt geworben, von dem ich ganz frech behaupte, dass unsere Schulen in näherer Zukunft verändern wird: Das Superbook.
Dabei handelt es sich im Grunde um ein „dummes“ Notebookgehäuse für 99 Dollar, das man mit seinem Smartphone „beleben“ kann: Einfach sein Handy anschließen und das Notebook erwacht mit den gewohnten Apps.

Denken wir an eine kleine Schule mit einem normalen Computerraum (etwa 20 Computer), dann summieren sich die Anschaffungskosten für Hard- und Software auf mindestens zehntausend Euro. Für Computer, die nach drei bis vier Jahren veraltet sind. An meiner eigenen Schule arbeiten wir an allen Computern weiterhin mit Windows XP, weil nur das Upgrade uns zehntausende Euro kosten würde – abgesehen davon, dass Windows 10 auf den alten Möhren vermutlich nur bedingt sinnvoll ist.

Wofür wird der Computerraum normalerweise genutzt?

Um im Internet zu recherchieren. Um Präsentationen vorzubereiten. Um kleine Referate zu verfassen. Um Lernprogramme zu nutzen.

Wenn man ehrlich ist, benötigt nichts davon einen richtigen Computer – all das lässt sich schon heute mit jedem Smartphone erledigen. Mit dem Superbook ließe sich für vergleichsweise wenig Geld eine Schule ausrüsten ohne die Hardware ständig aufrüsten zu müssen. Schließt man ein aktuelleres Handy an, wird das Superbook besser.

Ich behaupte: Diese Art des Computers gestaltet die Zukunft an Schulen mit. Der Computerraum wird verschwinden.

17 Replies to “Die Zukunft ist gerade bei Kickstarter zu finden.”

  1. Prinzipiell stimme ich dir zu. Wäre eine tolle und günstige Möglichkeit. Leider wird dies bei mir, in Baden-Württemberg, in absehbarer Zukunft, nicht die Schule revolutionieren, da, sollte jeder Schüler sein eigenes Handy verwenden, die Daten- und Jugendschutzbestimmungen nicht eingehalten werden können, zumal ich nicht das Recht habe, auf dem Smartphone der Schüler, etwas zu installieren. Zudem wären Schüler, welche kein Smartphone besitzen, benachteiligt.

    1. Ich glaube, dass sich dafür Lösungen finden lassen werden.
      Bedenkt man diesen Artikel aus Hamburg („Schüler müssen ein iPad kaufen oder die Klasse wechseln“) sehe ich das einigermaßen pragmatisch. Letztlich werden die Eltern abstimmen.
      Office für iPhone/Android ist kostenlos – Schüler ohne Smartphone gibt es kaum noch. (Und es spricht ja nichts dagegen, 2 oder 3 richtige Computer für diese Schüler da stehen zu lassen).

  2. Es ist schon eine schöne Idee, aber ich glaube du bist etwas zu gehyped.

    Die Schüler benötigen ein Smartphone und das hat längst nicht jeder. Oft ist es auch von den Eltern unter Verschluss, kaputt oder schlichtweg veraltet.
    Das Handy muss dazu noch die Übertragung der Bildinhalte unterstützen. Selbst heute haben nur Handys ab der Mittelklasse diese Funktion integriert. Und wer weiß schon, was in zwei oder drei Jahren ist, wenn sich USB-C 3.0 gegen MicroUSB 2.0 durchsetzt und MHL bzw. OTG einen inkompatiblen Nachfolger kriegt. Meine eigenen Erfahrungen mit ähnlichen, aber noch stärker proprietären, Konzepten zeigt auch, dass die meisten Apps nicht auf diese Arbeit ausgelegt sind. Eine Produktivitätssteigerung kommt somit wenig zustande.

    Ich würde mir auch ein baldiges Ende der Computerräume wünschen. Aber mit allen Hürden, technologische, finanzielle, rechtliche und bürokratische, sehe ich das nicht kommen.

    1. MHL scheint es doch nicht zu brauchen. Aber mein Argument bleibt, wenn man sich die Mindestanforderungen für die Handys ansieht. Ich bin mir sicher, dass in meinen Klassen ein Großteil diese Anforderungen nicht erfüllt.

  3. Hm das ist mir zu eng gedacht. Für den Informatikunterricht braucht man vernünftige Geräte auf denen man flüssig programmieren kann. Sowas sprengt den Rahmen eines Smartphones einfach.
    Aber für den Rest stimme ich dir zu, die meisten Aufgaben können auch so erledigt werden, allerdings nicht an Schulen, die Informatikunterricht für die Sek II anbieten.

    1. “ … allerdings nicht an Schulen, die Informatikunterricht für die Sek II anbieten.“
      Auch nicht an der bayerischen Mittelschule, da wird ebenfalls programmiert, wenn auch auf einfachem Niveau.

      1. Noch.
        In Physik bspw. gibt es jetzt schon viele wunderbare Apps – das wird mehr und mehr. Erst recht, wenn die Chromebooks, wie in den USA aktuell der Fall, sich wie geschnitten Brot verkaufen und dafür sorgen, dass Android Apps mehr und mehr und mehr verbreitet werden.

        1. Ich würde mich als Informatiklehrer dennoch stark dagegen stemmen, da es einfach nicht die Arbeitsrealität eines Informatikers abbildet. Durch das Fach hat man einfach die Möglichkeit das ein stückweit nachzuempfinden. Zudem halte ich auch nicht viel von plattformgebundenen Umgebungen. Egal ob Android, IOs, oder die „großen“ MacOS, Microsoft, Linux usw.
          Zudem das schon angesprochene Problem der vorhandenen Smartphones. Ich selbst besitze keines und möchte auch keines, da ich darin mehr negatives als positives derzeit sehe, zudem sind nicht alle Geräte auf dem gleichen Stand und schon hat man Unterschiede in der Qualität, was sich in der Informatik sehr schnell schlecht auswirken kann.

  4. Ich stimme den restlichen Kommentatoren zu. Das ist 99% Hype und besitzt (derzeit) nur wenig Alltagstauglichkeit. Erst recht nicht in der Schule.

    Neben den technischen Problemen (Android only, entsprechendes Smartphone benötigt u.s.w.) kommen auch die bereits angesprochenen „rechtlichen“ Fragen etc. hinzu.

    Vielleicht als Möglichkeit für Schüler wenn sie es selber nutzen wollen – und können. Aber es kann nicht von Schulen statt einem Computerraum angeschafft werden. Da hängt zu viel dran, auch Dinge die vielleicht nicht direkt offensichtlich sind.

  5. In der fünften Klasse haben mittlerweile gute 90% der Kinder ein Smartphone (ohne Datentarif), wobei es beim Rest nicht an finanziellen Dingen scheitern, sondern eher Bedenken wg. des Jugendschutzes bestehen, ein gebrauchtes Smartphone liegt zu 100% bei irgendwem im Verwandtenkreis in einer Schublade herum.

    Und was die Leistung angeht… hej, ein Smartphone hat heute schon längst mehr Power als die Rechner der Apollo-Mission oder mein 90er Jahre-PC. Es muss ja nicht immer direkt der Videoschnitt sein, dafür kann man auch eine kleine Auswahl an Geräten in der Schule bereitstellen.

    Unabhängig von den Problemchen des Alltags finde ich das Konzept gut. Es vervollständigt den Gedanken des BYOD-Projekts („Bring your own device“) und entlastet den Schulträger eminent. Ich weiß z.B. nicht, wie eine Schule im Ruhrgebiet jemals diese Investitionen stemmen sollte (Selbst für Inklusionskinder gibt es derzeit nur eine Pauschale von 20€/Jahr für Extrakopien…). Manchmal muss man einfach praktisch denken und handeln, anstatt überall nur Bedenken zu sehen, aber das wird wohl nie die deutsche Mentalität werden, lieber steht man sich selbst im Weg (Datenschutz!).

  6. Die Idee mit dem Superbook ist schon genial und auch ich sehe das Potential für Schule. Schulträger können mit wenig Geld deutlich mehr erreichen.

    Was die Verbreitung brauchbarer Smartphones angeht, wie hier verschiedentlich kritisch angemerkt, da befinden wir uns ohnehin gerade in einer Umbruchphase. Wie Geräte wie der Oneplus Three und andere Geräte von Xiaomi und ähnlich zeigen, sind gute Geräte von der Leistung eine iPhone oder Galaxy S7 auch zum halben Preis zu haben, nur eben von anderen Herstellern. Das zeigt letztlich auch, wie überteuert die Markenmodelle tatsächlich sind.
    Die Idee, mehr aus dem Smartphone zu machen ist übrigens nicht so neu. Vor fünf Jahren versuchte sich Motorola mit dem Atrix, welches mit Tastatur, Bildschirm und Maus oder einer Notebook-Eindockstation zum vollwertigen PC werden sollte. Damals hatte man keinen Erfolg. Das Superbook könnte da schon mehr erreichen. Man wird sehen, ob sich das Konzept durchsetzt. Ich jedenfalls werde es im Januar 2017 testen, wenn der Zeitplan eingehalten wird.

  7. Mal etwas off-topic…

    Das Upgrade auf Windows 7 (8 oder 10) würde euch zehntausende Euro kosten? Habt ihr schon einmal was vom FWU Vertrag gehört? Da wird nach Anzahl der Vollzeitkräfte (Vollzeit = mehr als 200h im Jahr oder so ähnlich) abgerechnet. Das sind bei 60 Lehrern ungefähr 3500€ im Jahr, je nach Lizenzen. Sobald man mehr Rechner als Lehrer hat lohnt sich das Ganze eigentlich.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: