Der größte Störenfried meines Unterrichts.

Der größte Störenfried meines Unterrichts.

Ich stelle immer wieder fest, dass ich selbst oft genug der größte Unruheherd in meinem Unterricht bin. Aber… ich kann nicht anders. Ein kleines Kind ist in mir drin, das den ganzen Tag nur Unsinn machen möchte.

Aus dem Hauswirtschaftsunterricht hat Jeremy heute eine Spagetti mitgebracht. Mitten in der Stunde holt er sie raus und piekst damit seinen Nachbarn. Die 10er sind – zwischen ZAP und Sommerferien nicht mehr ganz so motiviert. Dafür ist die Laune umso besser: Die Noten stehen fest, einige von ihnen sind in wenigen Wochen im Berufsleben angekommen.

Emil meldet sich. “Herr Klinge, der Jeremy ärgert mich mit seiner Nudel!”

Das sind Steilvorlagen, die ich nicht liegen lassen kann. Ich muss einfach darauf reagieren. “Jeremy”, insistiere ich, “steck deine Nudel wieder weg!”. Damit hat auch der letzte seine Konzentration verloren und Emil fügt lautstark und mit erhobenem Zeigefinger hinzu: “Ich möchte ergänzen, dass es sich um eine dünne Nudel handelt, Herr Klinge!”

Die Laune ist gut und bleibt gut, als ich das Klassenbuch einfordere und eintrage, dass “Jeremy mit seiner dünnen Nudel Mitschüler belästigt”.

Diesen Kurs werde ich wirklich sehr vermissen. Ich erinnere an meine letzten 10er. Unseren Ausflug zum Länderspiel. Auch das ein unglaublicher Kurs.

Ein toller Beruf.

One Reply to “Der größte Störenfried meines Unterrichts.”

  1. Das kenne ich nur zu gut 🙂 Ich habe aber den Eindruck, ein bisschen Blödsinn im Unterricht bessert die Lehrer-Schüler-Beziehung ungemein und macht einen menschlicher. Warum sollte Schule immer nur ernst sein?

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