Schwarzmarkt im Unterricht

Schwarzmarkt im Unterricht

10808739_414639288684227_293149982_nMein Kollege Riza Kara und ich haben viel an unserem letzten Projektbuch “Papierbrücken” gearbeitet und probiert.
Um wirtschaftlichen Aspekten gerecht zu werden, haben wir eine Art optionales Manager-Spiel in das Projekt eingebunden: Als Lehrer kann man kleine EC-Karten an die Schüler austeilen, für die sie sich dann vorne neues Papier kaufen können. Der Hintergedanke war, dass jede Gruppe sorgsam mit ihrem Materialpool umgeht und man diesen Punkt schlussendlich auch bei der Bewertung einfließen lassen kann. Stichwort “Nachhaltigkeit” oder auch “Wirtschaftlichkeit”.

In der Praxis entsteht parallel zu unserem Wirtschaftssystem ein zweiter, illegaler Handel: Ein Schwarzmarkt. Einzelne Schüler dealen untereinander: “Hey, ich geb dir mein Snickers, wenn ich deine Kreditkarte bekomme!” An anderer Stelle erschaffen die Kinder ein Abbild des realen Lebens: “Wenn du mir diesen Stapel Papier rollst und klebst, bekommst du…”

Plötzlich haben wir Händler in der Klasse, kleine Bankkaufleute die sich im verhandeln als überaus gewitzt darstellen. Und Arbeiter, die unter widrigsten Bedingungen (“Los! Markus! Du musst schneller arbeiten!”) von ihren Chefs angetrieben werden.

Verdammt! Wir wollten zauberhafte Brücken bauen und haben stattdessen einen florierenden Schwarzmarkt erschaffen. (Bevor wir den ausheben, haben wir noch ein paar Kreditkarten verscherbelt – im Tausch gegen gute Rezensionen bei Amazon.)

Aber – natürlich – ist das eine wunderbare Situation, um mit den Kindern darüber zu sprechen.

One Reply to “Schwarzmarkt im Unterricht”

  1. Das st die Art Gamification, die ich mag: Unerwartete Konsequenzen, das System asutricksen, ein anderes Spiel daraus machen als gedacht. (Ich mag ja auch Brett-, Börsen- und Handelsspiele.)

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