ISS, Olympia und die kugelförmige Flamme

Am 09.11.2013 verließen zwei russische Astronauten die Internationale Raumstation ISS für einen Außeneinsatz mit einem ganz besondern Gegenstand in der Tasche. Die Olympische Fackel. Es war nicht der erste Besuch einer Olympischen Fackel auf der ISS, aber der erste Weltraumsparziergang mit ihr. Doch schon bevor sich die Fackel auf den Weg ins Weltall machte, gab es rege Disskusionen über die Sicherheit der Astronauten. Sollte man wirklich eine brennende Fackel auf die ISS bringen? Zu gefährlich entschied die Flugleitstation in Moskau. Doch wäre eine entfachte Fackel wirklich ein Sicherheitsrisiko gewesen? Immerhin wurden auch schon auf der Raumstation MIR experimente mit Feuer und Flammen durchgeführt. Man munkelt, dass ein anderer Grund zu der Entscheidung der Flugdirektion führten. Die Schwerelosigkeit. Jede Kerzen- oder Fackelflamme benötigt Sauerstoff zum brennen. Entzündet man eine Flamme auf der Erde, so steigen die Verbrennungsprodukte und die darüberliegende aufgeheizte Luft nach oben. Aufgrund der Konvektion im Raum sinkt kalte Luft nach unten und speißt die Flamme mit neuem Sauerstoff. Unsere Kerze Brennt am docht Kegelförmig ab. Entzündet man jedoch eine Kerze im Weltall sieht das ganze anders aus. Die Schwerelosigkeit sorgt dafür, dass es zu fast keiner Konvektion kommt. Der Kerze geht aufgrund der nicht vorhandenen

Kerze auf der Erde und im All - NASA.gov

Kerze auf der Erde und im All – NASA.gov

Gasbewegung im Raum buchstäblich die Luft aus, da die entstandene heiße Luft und die Verbrennungsprodukte genau dort bleiben wo sie sich gerade befinden. Der Sauerstoff rund um den Kerzendocht verbrennt. Ist dieser jedoch aufgrbraucht erlischt die Kerze. Der bisherige Rekord einer brennenden Kerze im Weltall lag bei 16 Minuten. Laut NASA sollen mit den experimentellen Bedingungen, die auf der ISS geschaffen werden können sogar 167 Minuten erreicht werden. Hätten die Astronauten also die Olympische Fackel, entzündet durch die Sonne mit einem extra dafür vorgesehenen Hohlspiegel in ihrer Sojuskapsel mit auf die ISS genommen, wäre die Flamme der Fackel spätestens nach 167 Minuten ausgegangen. Das hätte zur Folge gehabt, dass eine der wichtigsten Regeln der olympischen Traditionen gebrochen hätte werden müssen. Das Olympische Feuer darf im laufe der Olympiade nicht erlischen. Natürlich hat diese Regel ihren Ursprung, genau wie die Olympiade, in der Antike und sollte heutzutage nicht mehr zu ernst genommen werden. Veranschaulicht man sich aber die wichtigkeit der ewig brennenden Fackeln in der damaligen Religion wird einem bewusst, warum den Veranstalltern dem IOC ein erlischen der Fackel, vorallem vor diesem Hintergrund und mit diesem Medieninteresse überhauptnicht gefallen würde. Also waren es nun gerade einmal 2 kg Aluminium die die Astronauten mit sich spazieren führten. Über den Sinn und die Aktuallität solcher teueren Veranstalltungen kann man streiten. Worüber man nicht streiten kann ist die schönheit einer Kugelförmigen Flamme im schwerelosen Raum. Deshalb hier nochmal ein kleiner Eindruck von der ehemaligen Raumstation MIR.

http://www.youtube.com/watch?v=IgzCMKdAYuI

Und wer noch mehr Informationen über die experimente der NASA auf der ISS haben möchte klicke auf das Bild der beiden Flammen oben.

 

Bestattung, Diamanten und Beethovens Haare

Ordinär in Sarg oder verbrannt in einer Urne, eingefroren in flüssigem Stickstoffkonserviert und ausgestellt oder verteilt im Weltall. Die Möglichkeiten sich heutzutage bestatten zu lassen sind riesig und Tag für Tag kommen neue, kuriose Verbringungsarten der sterblichen Überreste hinzu. Eine der herrausragendsten Arten seine Gebeine konservieren zu lassen bietet die Firme LifeGem aus den USA. Nach einer erfolgreichen Verbrennung der Gebeine kann man als Angehöriger die angefallene Asche vorbeibringen und in Diamanten verwandeln lassen. Doch wie funktioniert das?

Graphitstruktur

Graphitstruktur

Kann man wirklich aus der Asche von Toten Diamanten machen? Die Asche die bei der Feuerbestattung übrig bleibt besteht zu einem Teil aus reinem Kohlenstoff. Der entstandene Kohlenstoff liegt in der sogenannten Graphit-Modifikation vor.

Graphit besteht aus Schichten aus Kohlenstoffsechsringen, ist schwarz und schmierig. Um nun aus dem Graphit einen Diamanten zu bekommen benötigt man 60000 bar Druck und 1500 °C.

Diamantstruktur

Diamantstruktur

Durch den hohen Druck und die hohen Temperaturen ordnen sich die Kohlenstoffatome im Graphit neu an. Sie bilden nun eine geordnete dreidimensionale Kristallstruktur, die Diamantstruktur. Der fertige Diamant wird anschließend geschliffen und verwogen und kann dann als Schmuckstein getragen oder ausgestellt werden. Desweiteren kann durch verschiedene Zusätze auch noch eine Diamantfarbe gewählt werden. Den günstigsten Aschediamanten erhält man schon ab 2000 $. Doch es kommt noch besser.

Neben der Privaten bestattung bietet LifeGem auch Diamanten zum verkauf die aus den verbrannten Haaren von prominenten Toten stammen. Den Anfang machten sie mit 10 Haaren von Ludwig van Beethoven. Der daraus hergestellte Diamand wurde für einen guten Zweck auf der Internetseite von LifeGem versteigert. Diamanten aus weiteren Prominenten wie Albert Einstein und Marilyn Monroe  sollen folgen. Da der gesamte Ablauf auch über den Postweg erfolgen kann, steht also der Verwandlung in einen Diamanten nichts mehr im Weg. Wer Oma also als Halskette tragen möchte… Auf gehts – bald ist Weihnachten!

Ingenieure, Gummis und John Gough

Kaffeetrinken mit den Bauingenieuren. Ich lausche den interessanten Gesprächen über Brückenbau, Erdbebentarnkappen, der Statik des Schiefen Turms von Pisa und den Lästereien über die Architekten. Einer der Jungs plant einen Brückenbau und schaut sich äußerst intensiv seine Zeichnung an, als ein anderer plötzlich brüllt:

“Da müssen Dehnungsfugen rein, du Idiot!”

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Der Husten des Ammon

Husten. Ab zur Apotheke meines Vertrauens. Wie immer ärgern freuen sich die netten Angestellten über ein aufgedrängtes, intensives Gespräch über die Wirksamkeit von homöopathischen Arzneien und über den Sinn und Zweck von Vitaminpräparaten. Als die wahre Absicht meines Besuchs zum Vorschein kommt, mein Husten, beginnt ein erneutes Gespräch über das Mittel der Wahl. Mucosolvan®, Prospan®, Silomat®, Tonsipret®… Ich entscheide mich für eine Packung Salmiakpastillen für 0,70 € und verlasse die verärgerten glücklichen Apotheker. Doch warum Salmiakpastillen? Continue reading

Ouzo auf dem Weisshorn

Der irische Physiker und Bergpionier John Tyndall unternahm im August 1861 eine wagemutige Reise. Nachdem er einige male davon gesprochen hatte das Weisshorn in den Walliser Alpen mit seinen 4505 m zu besteiegen, war es nun endlich soweit. Mit den beiden Bergführern Johann Benet und Ulrich Wenger von Randa machte er sich auf den Weg. Auf halber Strecke hielt Benet es für eine gute Idee eine kleine Pause einzulegen um einen Ouzo zu trinken. Natürlich war allen bewusst, dass der Alkohol die körperlichen Strapazen nicht leichter machen würde. Also schlug Tyndall vor, den Ouzo mit ein wenig Wasser zu verdünnen. Im Moment des Zusammentreffens von Ouzo und Wasser passierte etwas Unerwartetes. Der Ouzo trübte sich weiß. Tyndall war fasziniert von dem was er sah und nahm sich vor, nach der Besteigung dem Phänomen auf den Grund zu gehen. Am 19. August 1861 schrieben die drei Geschichte und bestiegen das Weisshorn als erste.

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