Alles eine Frage des Blickwinkels.

IMAG0500Mein Bruder und ich arbeiten im Garten. Das Pool-Projekt läuft ganz gut, aber es gibt Schwierigkeiten. Die zwei Schaufeln bspw. sind unterschiedlich das nervt uns ganz gewaltig. Mit der einen kann man schlechter schippen, schlechter drauftreten und der Winkel ist auch kacke.

“Das ist eine Fehlkonstruktion”, schimpfen wir einhellig.

Später kommt mein Schwiegervater dazu. Ein richtiger Handwerker. Während er gräbt und schaufelt, nutzt er er die beschissene Schaufel. Nur richtig. Sie ist super.

Mein Bruder flucht. “Oh man… Die Schaufel ist völlig okay. Wir sind die Fehlkonstruktion hier.”

Dürfen Lehrer im Sommer in der Schule kurze Hosen tragen?

Neulich sitze ich mit Jan auf der Fensterbank im Lehrerzimmer und ich sage:”Guck dir mal den Andreas an, wie der wieder rumläuft!” Jan darauf:”Der könnte wegen mir im Handtuch bekleidet unterrichten – ich finde den einfach nur genial und er macht vermutlich grandiosen Unterricht.”

Verläuft zwischen uns der Graben, der die Lehrergenerationen trennt? Immerhin bin ich gute 12 Jahre älter und bin weder tätowiert noch gepierct und trage meine Haare nicht zu Rastalocken gedreht. Ich bin der Meinung, dass ich als Lehrer durchaus eine Vorbildfunktion habe – und die gilt irgendwie auch in Hinblick auf das äußere Erscheinungsbild. Dabei meine ich jetzt nicht, dass man im Kostüm oder Anzug rumlaufen muss (wobei es Schulen geben soll, an denen das durchaus Standard ist), aber es ist doch schon gut, wenn die Bluse gebügelt ist und die Schuhe sauber sind. Mir ist auch klar, dass die Welt bunt ist und einen eigenen Stil zu haben, gilt als erstrebenswert. Dennoch finde ich es schwierig, wenn Lehrer im Sommer in kurzen Hosen rumlaufen oder mit Wollmütze im Lehrerzimmer sitzen.

Ich bin eine Old-School-Ignorantin: Die Kleidung sollte sauber und ordentlich sein, und der Tatsache Rechnung tragen, dass wir Kinder nach einigen Jahren in die Welt entlassen, und da sollten diese dann nicht im Büro oder im Betrieb in kurzen Hosen oder mit Wollmütze auftauchen.

Wie seht ihr das?

Osterferien 2015: Baby, Schule, Pool, BVB

Endlich Ferien. Ferien, die ich sehr herbeigesehnt habe und nun auch schamlos genieße.

IMG_20150401_161129 1Einiges an Zeit widme ich der Kombination Hund & Baby. Kleine Kinder greifen immer nach den spannenden Dingen – und bei einem Tier sind das stets die Augen: Aber Bailey lässt alles geduldig über sich ergehen. Jedes Grapschen und Ziehen und Zerren. Ich vergesse nie, dass ein Hund ein Raubtier bleibt – aber dieser scheint mit dem kleinen Mensch prima klarzukommen.

Ich habe mir vorgenommen, jeden Tag 8 Klassenarbeiten zu korrigieren und halte das (bisher) auch durch. Ich müsste auch noch jede Menge Unterricht vorbereiten – aber dazu habe ich aktuell keine Lust.
Ich gewöhne mich langsam an den Abschied von meiner 10. Klasse. Die letzte Arbeit wurde geschrieben, jetzt stehen nur noch die ZAP und das Länderspiel an. Ich bin nicht nur aus Verbundenheit auf die Ergebnisse gespannt, sondern auch aus lerndidaktischer Perspektive: Diese Klasse hat seit Klasse 7 praktisch ausschließlich mit Lerntheken gearbeitet. Das Mathematik-Buch haben wir nicht ein einziges Mal genutzt. Um sicherzustellen, dass ich nicht meine eigene Suppe auf Kosten der Schüler koche, schreiben wir im Jahrgang sehr ähnliche Klassenarbeiten. Mein Kurs schneidet dabei nicht signifikant besser oder schlechter ab. Also alles im gründen Bereich…!?
Ich werde die Lebensläufe auch die nächsten drei Jahre verfolgen um zu schauen, wie meine Schüler in der Oberstufe zurechtkommen: Haben sie “eigenverantwortliches Lernen” gelernt? Haben sie begriffen, dass ihr Lernerfolg maßgeblich von der eigenen Anstrengung und nicht von der Lehrperson abhängt? Oder werden sie am Bruch “offene Arbeitsform” vs. “frontale Abiturvorbereitung” scheitern? Auch hier bin ich gespannt.

IMAG0292 (Medium)Überdies verbringe ich viel Zeit im Garten.
Unsere Vorbesitzer haben uns einen heruntergekommenen Swimming Pool hinterlassen, der in den nächsten Wochen von mir generalüberholt wird.
Aktuell wird Schubkarre um Schubkarre Erde, Steine und Dreck abgehoben und weggebracht. Ziel wird eine Terrasse außen mit einem Pavillon sein, dazu muss das Becken gereinigt und repariert werden. Wenn es am Ende schön wird, schreibe ich vielleicht nochmal was zum Bau. Wenn es hässlich wird, frage ich die Chemiekollegen nach Sprengstoff (und würde auch darüber schreiben).

Zwei Highlights stehen in den Ferien noch an: Durch glückliche Umstände fahre ich nicht nur Samstagabend zum Spiel des BVB gegen die Münchener Batzis (je nach Spielverlauf korrigiere ich dann nächste Woche großzügiger oder schlechtgelaunter), sondern auch nach Gladbach zum Spiel der falschen Borussia gegen die richtige.
Aufregend wird Samstagabend: Als letzter großer Lothar Matthäus-Fan Deutschlands hoffe ich, die Expertenrunde im Anschluss auf dem Stadionrasen zu stören und den Loddar zu drücken.

Zeitumstellung

Meine Frau und ich fragen uns jedes Mal, ob unsere Smartphones die Zeitumstellung automatisiert übernehmen oder ob wir nachhelfen müssen (sie machen es automatisch).

Die Uhren in unseren Autos verändern sich jedoch nicht.
Während Angela in ihrem Auto konsequent die Sommerzeit eingestellt lässt, bemühe ich mich um Aktualität: Leider habe ich dann aber meist Besseres zu tun, so dass ich oft erst nach einem Quartal dazu komme, die Uhr in meinem Auto einzustellen. So entsteht immer völliges Chaos und die Uhren sind uns letztlich gar nicht hilfreich: Wir wissen nie ob und welche Uhr gerade richtig oder falsch geht, schon umgestellt wurde oder nicht.