Der größte Störenfried meines Unterrichts.

Ich stelle immer wieder fest, dass ich selbst oft genug der größte Unruheherd in meinem Unterricht bin. Aber… ich kann nicht anders. Ein kleines Kind ist in mir drin, das den ganzen Tag nur Unsinn machen möchte.

Aus dem Hauswirtschaftsunterricht hat Jeremy heute eine Spagetti mitgebracht. Mitten in der Stunde holt er sie raus und piekst damit seinen Nachbarn. Die 10er sind – zwischen ZAP und Sommerferien nicht mehr ganz so motiviert. Dafür ist die Laune umso besser: Die Noten stehen fest, einige von ihnen … weiter

Gleichberechtigung

“9 von 10 Nobelpreisträgern sind Männer. Die Chefs der wichtigsten Firmen sind Männer. Ihr kennt haufenweise Erfinder aber keine Erfinderinnen. Männer haben’s drauf – Frauen leider nicht.” werfe ich einer Klasse an den Kopf. “Eigentlich…”, füge ich herablassend hinzu, “könntet ihr Mädchen auch direkt zu Hause bleiben.”

Ich blicke in erstaunte Gesichter.
Zunächst fragt eine Schülerin mich verunsichert, ob ich das wirklich ernst meinen würde. Wir kennen uns seit sechs Jahren, haben uns gegenseitig immer mal Sprüche gedrückt und mehr als einmal … weiter

Das Surface als WiFi-Kahoot-Router

Ich habe eine Vertretungsstunde in einer 8. Klasse.
Wir kennen uns aus dem Technikunterricht vom letzten Jahr und haben Papierbrücken erforscht und gebaut.

Auf die Frage, was zuletzt gemacht wurde („Nix!“ „Wir machen nie etwas“ „Keine Ahnung“) kam irgendwann „Martin Luther“ ans Tageslicht. Ja, da hätte man und so.
Ich entschied mich, mittels Kahoot gemeinsam ein Quiz zu spielen. Bei Kahoot handelt es sich um ein Online-Quiz, das mit beliebig vielen Teilnehmern gespielt werden kann – jeder Spieler benötigt ausschließlich ein internetfähiges Gerät. … weiter

Das Leben als Künstler

Mit meinen Kindern, meiner Frau und meinen Schwiegereltern füllen wir ein Mehr-Generationen-Haus. Die Eltern meiner Frau sind ganz wunderbare Menschen, die in ihrem Leben viel und hart gearbeitet haben. Mit den Händen. Nicht zu vergleichen mit einem fragilen Lehrkörper, der offenkundig keinerlei körperlicher Belastung ausgesetzt werden darf. Komme ich nachmittags aus der Schule, arbeiten sie im und am Haus oder im und am Garten. Es gibt immer etwas zu tun.

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Germanistik für Anfänger.

Schule – ein Hort ständiger und gegenseitiger Korrekturfreude.

Während einer ruhigen Arbeitsphase unterhalte ich mich mit zwei Schülern über Kinofilme. Unweigerlich kommen wir auf die Neuverfilmung von Stephen Kings “ES” zu sprechen.

”Worum geht’s?”, fragt jemand von hinten.

ES”, erwidere ich.

Und gleichzeitig, aus allen vier (!) Ecken des Klassenraumes ertönt ein lautes “Das heißt ‘ISS’!”

Schule! Nirgendwo wird so gerne in alle Richtungen korrigiert. Immerhin: Die Deutschkollegin hat ganze Arbeit geleistet 🙂

Chronik: ein 1500-€i, Rückblick & Ausblick

Eine wesentliche Daseinsberechtigung zieht dieses Blog mittlerweile aus seiner Bedeutung als Chronist. Ich weiß, dass einzelne Schüler zuweilen in alten Artikeln stöbern und sich daran erfreuen und erst neulich fragte mich eine Schülerin, wie mein Ausflug nach Tübingen gewesen sei – ihre Eltern hätten meinen Blog lesen und würden zuweilen nachfragen, ob dieser oder jener Sachverhalt tatsächlich so abgelaufen sei.

Entsprechend:
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Wolkig mit Aussicht auf Regenbogen

Alle paar Jahre habe ich das Glück, auf Kurse zu treffen, die – unbewusst – als ganzes beschließen, Physik zu mögen. In diesem Schuljahr ist es meine 7.
Es ist nicht so, dass die Kinder in ihrer Freizeit Physik-Bücher lesen oder besonders naturwissenschaftlich geprägt sind. Auch die Voraussetzungen für einen gelingenden Unterricht sind denkbar ungünstig: Physik findet in Einzel- und Randstunden jeweils nachmittags statt. Da sinkt die Motivation zum Arbeiten ganz enorm.

Aber die Zusammensetzung der Mädchen und Jungen ist in dieser … weiter

Theater

Wie auch in den letzten Jahren bin ich mit meiner Klasse ins Theater gegangen. Aus der Wertschätzung der vergangenen Jahre ist auf meine Anfrage („Wollen wir?“) ein allseits empörtes „Was fragen Sie überhaupt?“ geworden. Schwere Stücke haben wir uns in den letzten Jahren angeguckt, klare Geschichten und abstrakte Erzählungen – dieses Jahr war mit „Briefe an Bäume und Wolken“ ein sehr abstraktes. Die Vorlage des rumänisch-französischen Autors Matei Vișniec ist auch für erwachsene Zuschauer nicht ohne, da sie keine Geschichte erzählt, sondern mit einzelnen Bildern … weiter

“Ich muss euch da was sagen…”

In meinem, an zauberhaften Ideen nicht eben armen Alltag hatte ich zuletzt eine der Schlechteren. Und bedauerlicherweise mussten meine Kollegen das ausbaden (aber vielleicht (bestimmt!) geht ja alles gut aus…).

Aber von vorne.
Unsere Projektarbeit mit den OER-Lerntheken läuft ganz wunderbar. Nach und nach sind wir dabei, den gesamten Stoff der Sekundarstufe 1 in Form von freiem Material auf den Markt zu werden. Die Kombination aus laminierter Karte und digitalem Mehrwert wird von Schülern und Eltern sehr dankbar angenommen. Dazu schaffen wir es immer wieder, … weiter