Lehrerwechsel vs. Kontinuität?

20140827_130625Im Sommer werde ich meine Klasse schon drei Jahre leiten. Dann ist Halbzeit. Ein guter Augenblick, sich Gedanken zu machen, ob ich die Klasse behalten oder abgeben möchte.
An meiner Schule werden stets zwei Klassenlehrer eingesetzt und nachdem meine erste Co mich wegen ihrer Familienplanung verlassen hat, habe ich mit ihrer Nachfolgerin genauso viel Freude im Alltag. Als wir uns über die Zukunft unserer Klasse unterhalten wird uns beiden schnell klar: Egal was und wie – aber wir bleiben zusammen.

Wir nehmen uns Zeit, viel Zeit, um uns Gedanken zu machen. Zwei Aspekte stehen zentral im Vordergrund:

  • Was ist gut für die Klasse? und
  • Was wollen wir eigentlich?

Familienleben.

IMAG0114_1Kritisch beäugt Oma die kleinen Babyfingerchen vom Amy. “Ihr müsst mal daran denken, der Kleinen die Hände zu waschen”, belehrt sie uns. “Nicht, dass die krank wird.”

“Keine Sorge”, murmelt Carolina wie beiläufig ins Wohnzimmer, “der Hund hat die vorhin ganz sauber geleckt.”

Sie sagt das in einem Tonfall, bei dem man nicht genau weiß, ob sie einen Witz gemacht hat.

Kinderpsychologie

Die kleine Amy spuckt Milch.
”Lina, hol mir bitte ein ZEWA”, bitte ich meine Älteste, während ich mich um das Baby kümmere. Carolina braucht einige Augenblicke, bis sie die Papierrolle entdeckt und kommt dann seelenruhig zurückgeschlendert, während ihre Freundin meinem Treiben interessiert, aber untätig zuschaut.

Carolina hat genau ein Blatt der Rolle in der Hand.

“Carolina”, sage ich, lege die Stirn in genervte Falten und wische die Sauerei mühsam weg, “wenn ich sage ‘ein Zewa’ meine ich damit zwei oder drei Blätter!”

Statt dass sie zurück in die Küche eilt, schaut sie mir entspannt zu und erklärt ihrer Freundin: “Normalerweise nennt mein Papa mich Lina. Wenn er ‘Carolina’ sagt, dann ist er sauer. ”

Ich blicke auf. “Carolina Sophie!”

“Und so nennt er mich, wenn er stinksauer ist!”, kichert sie und läuft mit ihrer Freundin rasch davon.

“Wie aus dem Gesicht geschnitten”

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“Deine Tochter sieht dir so ähnlich”, sagen die Leute ständig. “Besonders die Augen”, sagen sie.

Manchmal zu mir.

Manchmal zu meiner Frau.

Ich sehe das nicht. Für mich sehen Babys alle gleich aus.

Ein weiteres Halbjahr ist rum. Die Tage sind gerade ganz wunderbar aber ich stelle verärgert fest, dass mein Blog mir zu “berufsorientiert” geworden ist. Das nervt mich etwas, weil mein Leben nicht nur aus Schule besteht.

Notiz an mich selbst:
In Zukunft wieder mehr Blödsinniges aus dem Alltag, wie die Geschichte, als wir die Milchzähne vom Hund in Carolinas Milchzahndose gelegt und ihr erzählt haben, sie hätte als Baby solche Reißzähne gehabt.

Scheinschwanger.

Als hätten wir mit einem kleinen Baby im Haus nicht genug Arbeit, ist unser Hund scheinschwanger.
Zumindest ist meine Frau davon überzeugt – ich habe noch nie von einer Scheinschwangerschaft gehört. Offenbar gibt es das bei Hunden aber öfter. Bailey ist seit einigen Tagen extrem verspielt und nähebedürftig – zwischenzeitlich total aufgekratzt und dann scharrt sie wieder im Boden und baut sich ein “Nest”.

“Wenn wir ihr jetzt ein Kuscheltier geben”, belehrt mich meine Frau, “dann wird sie es vielleicht bemuttern. Dann hätten wir Klarheit.”

Ich bin einverstanden und wir benutzen eines von Carolinas Kuscheltieren. Einen kleinen Hund. Bailey freut sich, schnappt sich das Tier und springt in ihr Körbchen.

“Ha!”, triumphiert meine Frau, “sie nimmt es mit in ihr Nest. Der Beweis!”

imageDoch Bailey bemuttert hier niemanden. Sie beutelt den kleinen Kuschelhund, schleudert ihn umher und nach wenigen Sekunden sind von dem kleinen Schnuffeltier nur noch Fetzen übrig.

“Tja”, murmle ich.

Hm”, murmelt meine Frau.

“Was das… war das etwa… mein Bello?”, jault Carolina auf.

 

Nun. Die Liste unserer Problemstellen wird nicht kürzer.