Top 5 der ätzendsten Sätze bei Elternsprechtagen :-)

Als Lehrer kennt man eigentlich nur andere Lehrer und erzählt sich auch ausschließlich Lehrergeschichten. Im Laufe der Jahre kommen einem absurde und komische Berichte unter, die ich – mehr zeichnerisches Talent vorausgesetzt – alle gerne in Comics  umgewandelt hätte. So bleibt mir heute nur eine kurze Sammlung von Tipps für Eltern, wie sie dem geschätzten Klassenlehrer Ihres Kindes eine echte Freude machen können: “…ich habe einen Lehrer in der Familie/im Freundeskreis und wenn ich dem erzähle, was hier abgeht, dann…” … weiterlesen

Eltern im Kindergarten.

Kollegin Henner erzählt in ihrem Blog von einem Elternabend im Kindergarten, bei dem die Eltern eingeladen gezwungen wurden, bis in den späten Abend hinein selbst zu erleben, wie sich Kindergarten anfühlt. Sie durften mussten nähen und basteln und allerlei.Es ehrt die KindergärtnerInnen, dass sie Einblick in ihre Arbeitswelt geben wollen – es gibt eben doch einen Unterschied zwischen dem IKEA-Smaland und einem richtigen Kindergarten. Aber – bei allem Respekt vor der Arbeit – ich hätte den Zirkus gewiss nicht mitgemacht, … weiterlesen

Licht am Ende des Tunnels.

Während meine Kollegin Eva sich mit Flüchtlingskindern auseinandersetzt, arbeiten meine Co und ich uns an der hiesigen Jugend ab. Thomas, einer unserer Chaoten tritt in der Pause an meine Co heran. “Frau Stock…”, er sieht sich verstohlen um, als fürchte er, beobachtet zu werden, “…wir durften die letzten zwei Tage in der Pause im Spieleraum sein.” Meine Co guckt fragend. “Und?” ”Ohne Aufsicht”, ergänzt Thomas und sein Gesicht bekommt einen verschwörerischen Ausdruck. ”…?” ”Das geht nicht. Gar nicht! Sie müssen … weiterlesen

“FÜHLT SICH DAS STUMPF AN!?”

Immer wieder kämpfen wir in der Schule mit unseren (und anderer Leute) eingeschränkten Wahrnehmungen. Die Kollegen der Pausenaufsicht kennen meine Klasse beispielsweise nur als chaotischen Haufen, der in erster Linie tobt und stört. Die Nebenfachlehrer haben ein anderes Bild der Kinder als die Klassenlehrer. Die Inklusionshelfer kennen die Kinder anders, als die Eltern. Meine Co-Klassenlehrerin hat das einmal ganz treffend beschrieben: Während die Lisa sich zu Hause beschwert, dass der Felix heute in der Pause wild getobt und dabei zwei … weiterlesen

Schülerarbeit: Ein Dialog.

Hr. Klinge: “Hallo Ramona.” Fr. Stock: “Hallo Jan-Martin. Hast du schon von Emil und Laurin gehört? Hr. Klinge: “Dass die zwei wieder im B-Trakt waren? Ja, das habe ich. Herr Müller war ziemlich wütend darüber.” Fr. Stock: “Kann ich verstehen. Ich weiß auch nicht, wie wir sie daran hindern können.” Hr. Klinge: “Ja, das Abschreiben lassen bringt wohl nicht viel!” Fr. Stock: “Vielleicht sollten wir sie mal einen Dialog darüber schreiben lassen, was wir über das Thema denken.” Hr. Klinge: … weiterlesen

Mit Achtklässlern im Kunstmuseum. Oh je…

Glucksend und kichernd drängen sich meine Jungs in den Aufzug. Eigentlich dürfen nur acht Personen gleichzeitig fahren, aber natürlich halten sie sich nicht dran. “Einer geht noch!” Eine Frau des Sicherheitspersonals bemerkt den Unfug und kommt schnellen Schrittes auf die Kinder zu. Die Jungen fangen an zu kreischen krakeelen.Die Fahrstuhltüren schließen sich.Die Sicherheitsfrau rennt los.Die Jungs lachen und fürchten sich; drücken sich in die Ecke des Fahrstuhls. Wir haben immer noch Klassenfahrtswoche.Gestern sind wir in einem Bowling Center gewesen. Hinfahrt … weiterlesen

“Der einäugige Hamster mit Holzbein?”

“Die Kuh mit dem verdrehten Horn!” Carolina lacht und nickt. “Wie machst du das, Papa? Jetzt bin ich aber dran!” Ich schließe die Augen und Lina starrt mich sekundenlang an. “Frosch mit der Harfe?”, rät sie ins Blaue. “Nein, leider nicht”, lache ich. Entgeistert mustern uns die Leute im Wartezimmer, unentschieden, ob sie lachen oder einen Arzt holen sollen. Zwei Stunden vorher: Ich lese gerade das Buch eines bekannten Zauberers und Körpersprachenexperten und bin in dem Kapitel angelangt, wie man … weiterlesen

Schülerarbeit: “Liebes Tagebuch,”

Weil meine Schüler in den Pausen ständig durch die Gänge rennen, muss ich mir im 2-Tages-Rhythmus die Beschwerden meiner Kollegen anhören. Vielleicht spricht es für die Klasse, dass tatsächlich alle Kinder der Klasse bei dem Unsinn mitmachen – auf jeden Fall kann ich mir nicht den oder die Übeltäter schnappen und bestrafen. Als es mir dann irgendwann zu blöd wurde, habe ich sie einen Aufsatz schreiben lassen: “Was schreibt Herr Klinge wohl abends in sein Tagebuch, nachdem er wieder und … weiterlesen

Fuuuuußball! (Und anderes.)

Einige wenige Dinge stehen in den letzten drei Schulwochen noch auf meiner ToDo-Liste: Mit meiner Klasse steht noch der jährliche Mädchen-Junge-Tag an. Die Kinder freuen sich schon sehr drauf. Die Beobachtung zeigt, dass man den Jungs eigentlich nur einen nassen Schwamm in die Hand drücken muss, damit sie glücklich und einige Stunden beschäftigt sind – die Mädchen sind da schwieriger und anspruchsvoller. Außerdem hat sich die Klasse wieder ein gemeinsames Grillen mit den Eltern gewünscht. An dieser Stelle wurde zu … weiterlesen

Rebellion in der Klasse.

Eine Schülerin wird zum Nacharbeiten einbestellt. Im Laufe des Unterrichts ist einer Kollegin der Geduldsfaden gerissen und sie hat sich den nächsten Störenfried rausgegriffen. “Aber”, jammert sie, “Herr Klinge ich habe wirklich gar nichts gemacht. Der Emil hat Grimassen geschnitten und dann habe ich lachen müssen!” Ich nicke verständnisvoll – aber natürlich kann ich nichts daran ändern. Die Folge wären endlose Diskussionen darüber, wer zu Recht und Unrecht bestraft würde. Natalie gehört zu den ruhigen Mädchen, die eigentlich nie auffallen. … weiterlesen

Kinderstube

Demnächst feiert meine Schule 25jähriges Jubiläum. Neben allerlei Brimborium werden meine Co und einige Mädchen der Klasse ein Kinderschminken anbieten und brauchten Freiwillige zum Üben und ausprobieren. Und da war er wieder: Einer jener Momente, von denen ich bedaure, das die Eltern nicht teilhaben können. Die ganze Mittagspause über ließen sich die Jungs der Klasse Bärte und Muster, Spinnen und Tattoos aufmalen. Geduldig ertrugen sie Blumen, falsche Augenbrauen und Katzengesichter. Diese Klasse ist zu einer Art Familie zusammengewachsen, in der … weiterlesen

Siebtklässler und Auschwitz

[Ein Gastbeitrag meiner Co-Klassenlehrerin, Ramona Stock.] Im Deutschunterricht der Klasse 7 werden an unserer Schule häufig Bücher gelesen, die die NS-Zeit thematisieren. Die Sekundärliteratur schlägt derartige Bücher aufgrund der mangelnden „psychologischen Reife und Empfänglichkeit für das Thema Holocaust“ der jüngeren Schüler meistens erst ab der 9., frühestens der 8. Klasse vor. Auch ich war äußerst skeptisch: Ist die unfassbare Grausamkeit der nationalsozialistischen Effizienz und Menschenverachtung nicht zu viel für die noch kindlichen Gemüter unserer Siebtklässler? Und was ist mit unseren … weiterlesen

Feuer fangen.

Seit einem Jahr arbeitet sich mein WP-Technikkurs durch mein Elektronik-Workbook. Wie immer geht es den einen viel zu langsam, während die anderen gerne wieder Praktisches machen wollen. Weil ein Referendar nun in den Kurs einsteigt, haben wir genau das gemacht: Die Schüler sollen ein Radio bauen. Grundlage ist ein Opitec-Bausatz, der von jedem Schüler individuell modifiziert werden soll. Hin und wieder lehnt man sich als Lehrer zurück und staunt und genießt einfach. Ein Schüler möchte den Kippschalter durch einen selbstgebauten … weiterlesen

Wasserschlacht (aus päd. Gründen)

Wir Lehrer stehen immer wieder vor einem Dilemma: Erlauben wir etwas, das eigentlich nicht okay ist, aber doch irgendwie Spaß macht? Der Sommer zieht so langsam ins Land – die Kinder spielen weniger mit dem Handy und mehr miteinander. Als es letzte Woche so warm war, entwickelte sich zwischen einigen 5ern, 6ern und 7ern eine zünftige Wasserschlacht auf dem Schulhof. Direkte Beobachter war ein Grüppchen 8er, denen man im Gesicht ablas, wie gerne sie mitmischen würden – aber schon zu … weiterlesen

Post vom Jugendamt

Das Gesundheitsamt hat mich angeschrieben – sie sind um die Gesundheit meiner Jüngsten besorgt und wollen persönlich vorbeikommen, um sich ein Bild zu machen. Nächste Woche Mittwoch. (Und nein, das ist kein Scherz.) Angefangen hat alles mit einem Spaziergang im Januar im verschneiten Wald: Vor unseren Augen stolpert ein kleines Rehkitz aus einem Busch und starrt uns ängstlich an. Selbst Bailey ist zu perplex, um zu reagieren und nach einigen Momenten des gegenseitigen Schweigens springt Bambi auf und verschwindet zwischen … weiterlesen