Filmphysik (Update in eigener Sache)

Eine kurze Meldung zum Stand der Physik:
Weil mittlerweile tausende zwei Physikkollegen meine Lerntheke zur Filmphysik angefragt haben: Ich habe etwaige Fehler ausgemerzt und jede Aufgabe mit einer ausführlichen Lösung versehen.

Interessenten bitte per Mail an halbtagsblog@gmail.com oder im Downloadbereich (allerdings mit separatem Passwort, damit meine Schüler nicht einfach die Lösung abschreiben…)

image

langsam geht’s wieder los…

So langsam nähern sich die Ferien in NRW ihrem Ende. Ich bin sowieso schlecht darin, während des Urlaubs in ein ganz anderes Leben zu wechseln, so dass ich mich durchweg auch mich Schulkram beschäftigt habe. Die kommenden Wochen werden eine echte Herausforderung für mich und ich mache mir schon in die Hose freue mich sehr auf das, was da kommt.

weiterlesen

Darf man als Lehrer auch Mensch sein?

Darf man als Lehrer auch Mensch sein?
Diese Frage stelle ich mir manchmal. Zum Beispiel wissen fast alle meine Schüler, dass ich Fan von Borussia Dortmund bin. Und schon fast traditionell trage ich nach dem Gewinn der Meisterschaft einige Tage das BVB-Trikot über unter meinem weißen Hemd. Das freut einige Schüler, andere regt es auf. Ganz sicher ist es eine kleine Ablenkung vom Unterricht.

Außerdem trage ich hin und wieder Nerd-Shirts, also T-Shirts mit abgedrehten Anspielungen, unverständlichen Scherzen und dergleichen. Mittwochs ist mein Nerd-Tag. Auch dies sorgt mancherorts für Freude, auf jeden Fall aber für leichtes (besorgtes?) Grübeln.

2012-04-23 15.13.34

In meinen klaren Momenten zwischendurch frage ich mich, welche Wirkung das auf die Schülerinnen und Schüler macht. Wenn ich an meine ehemaligen Lehrer denke, dann erinnere ich mich tatsächlich vor allem an jene Lehrer, mit denen ich irgendeine Geschichte verbinde. Mein Englisch-Lehrer in der Unterstufe zum Beispiel war Mönchengladbach-Fan, an seinen Namen kann ich mich dagegen nicht mehr erinnern.

Als negativ ist sicher zu nennen:

  • Diskussionen über das Pro und Contra von Borussia Dortmund bzw. dem Witz des T-Shirts
  • ganz allgemein eine Ablenkung vom Unterricht
  • …?

 

Positiv fiele mir ein:

  • die Schüler lernen mich als Menschen kennen, nicht als Roboter, der nur in der Schule lebt und arbeitet
  • eine Horizonterweiterung, wenn man plötzlich über den Doppler-Effekt oder Schrödingers Katze spricht
  • mehr BVB-Fans in der Welt: Denn was ich geil finde, müssen die Schüler natürlich auch geil finden :-D
  • …?

 

Wie handhabt ihr das? Dürfen alltägliche Spleens bei euch in den Unterricht? Oder anders: Empfindet ihr Lehrer als positiver, wenn sie sich mit ihren Hobbies zurückhalten?

 

[Das T-Shirt übrigens ist eine Anlehnung an die Serie “The Big Bang Theorie”, in der von den Hauptfiguren (genialen Physikern und Star-Trek-Fans) eine Abwandlung von Stein, Schere, Papier gespielt wird: ‘Stein, Schere, Papier, Echse, Spock’. Dabei gilt:
”Schere schneidet Papier, Papier bedeckt Stein, Stein zerquetscht Echse, Echse vergiftet Spock, Spock zertrümmert Schere, Schere köpft Echse, Echse frisst Papier, Papier widerlegt Spock, Spock verdampft Stein und wie gewöhnlich: Stein schleift Schere.”]

Der Plan

Vor einiger Zeit haben meine Frau und ich den Film “Der Plan” gesehen und Carolina hat das am Rande mitbekommen.

“Was habt ihr geguckt?”, fragt sie neugierig beim Frühstück. “Der Plan”, antworte ich und erwäge kurz, ob ich ihr den Konflikt des Films – Unterscheidung zwischen Prädestination und freiem Willen – klar machen soll. Ich entscheide mich für eine didaktische Reduktion:

“Da geht’s um einen Jungen, der hat sein Zimmer nicht aufgeräumt. Und seine Eltern schimpfen mit ihm und dann macht er einen Plan und alles wird gut!”, erkläre ich.

Carolina beisst vom Brot ab und fragt interessiert: “Hat er sich versteckt?”

Mathematik im Fernsehen.

Neulich informierte uns das ZDF über den vom Bundesinnenminister veröffentlichen Verfassungsschutzbericht. Dort ist zu lesen, dass die Zahl der "Straftaten mit extremistischem Hintergrund aus dem Bereich ‘Politisch motivierte Kriminalität – links’" von 4.734 im Jahr 2009 auf 3.747 im vergangenen Jahr gesunken (ein Minus von 20,8%), die der "Straftaten mit extremistischem Hintergrund aus dem Bereich ‘Politisch motivierte Kriminalität – rechts’" von 18.750 auf 15.905 (minus 15,2%) gesunken ist.

Veranschaulicht wurden diese Zahlen mit folgender Grafik.

Hier bietet sich eine sehr ‘schöne’ Möglichkeit, mit Schülern im Unterricht über die Auswertung und Präsentation von Daten zu sprechen. Was ist an den Säulendiagrammen missverständlich? Was müsste besser gemacht werden? Darf man solche Ergebnisse überhaupt so darstellen?

Tatsächlich ist die Größe der Säulen falsch, denn die Grafik suggeriert, das etwa gleich viele Straftaten mit links- wie rechtsextremistischem Hintergrund geschehen sind.
Um eine Vergleichbarkeit zu schaffen, müsste die Grafik z.B. so aussehen:

Quelle.

…eine kurze Meldung zum Stand des Humors…

Futurama ist wieder da. Neben “The Big Bang Theory” eine der wenigen Serien für Nerds und mit Nerds und von Nerds.

Ich setze mich oft eher kritisch mit den Artikeln des SPIEGELs auseinander, aber in diesem Fall muss ich dem Autoren der Rezension über Futurama absolut beipflichten.

"Futurama" erzählt von dem wenig erfolgreichen Junggesellen Fry, der 1999 durch ein Missgeschick in eine Zeitkapsel stolpert, eingefroren wird und erst 1000 Jahre später wieder auftaut. Fortan arbeitet er in "New New York" für den intergalaktischen Frachtdienst…

[…]

Die Zukunft ist in "Futurama" zwar laut und bunt, befindet sich aber gleichzeitig noch im Betastadium und wirkt ganz schön rückwärtsgewandt. Nur weil Autos fliegen können, ist stockender Berufsverkehr noch lange nicht Geschichte. Die Technik ist fortgeschritten, der Rest hinkt hinterher…”

Die Serie kommt zwar erst im Herbst nach Deutschland, echte Nerds bevorzugen aber natürlich das original.

Da nun Mentalist und Greys Anatomy in die Sommerpause gehen, die 8. Staffel von 24 hinter mir liegt und Lost für mein Empfinden “jedes-weitere-Wort-ist-eine-Verschwendung…” ist – habe ich nun endlich etwas, um mich durch die Sommermonate zu retten.

Juchuuuuu.

Wieviel Fernsehen dürfen Kinder (2)

Vor einigen Wochen schrieb ich über die Frage, wieviel Fernsehen für Kinder wohl gesund sei.

Ein Thema, dass wohl alle Eltern und auch viele Blogger anspricht, bspw. hier und hier und hier.

Ich selbst gehe eher entspannt in die Frage – wie bei (fast) allem ist wohl auch hier der Kontext und die Dosis entscheidend: In einem stabilen sozialen Umfeld erleben Kinder den Fernseher sicher anders, als in einem schwierigen familiären Kontext. Kinder die jeden Tag stundenlang draußen spielen erleben eine Stunde TV am Abend anders, als solche, die vornehmlich in ihrem Zimmer auf den Abend gewartet haben.

Ich lebe in der komfortablen Situation, dass unsere Tochter bis 16 Uhr im Kindergarten spielt, tobt, bastelt, malt und was-weiß-ich-noch. Wenn sie abends noch was gucken will (was etwa dreimal in der Woche vorkommt), sehe ich da gar kein Problem drin. Das können dann auch mal zwei Folgen “Bibi und Tina” sein.

Apropos Inhalte: Durch unser MediaCenter bin ich unabhängig vom Fernsehprogramm und habe volle Kontrolle über das, was geguckt wird. Und auch hier darf meine Tochter aus dem Vollen schöpfen. Von “Bibi und Tina” bis “Es war einmal das Leben”, von “Biene Maja” bis “Pippi Langstrumpf” – alles hat so seine Phase. Im Moment ist Bibi Blocksberg der Star – bald kommt sicher wieder Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminza Efraimstochter Langstrumpf dran.

Ob ich genauso entspannt wäre, wenn der Kindergarten nur bis 12 ginge? Keine Ahnung. Gerade in den Ferien nervt es mich schon, wenn sie sich zu sehr auf ihre Serien als Highlight des Tages konzentriert.

Also Fernsehen: Ja. Aber nur, wenn auch Zeit mit der Familie verbracht wurde. Zumindest bei uns und dem ersten Kind ;-)

Nerdhumor (1000)

Ich liebe Horrorfilme.

Kein Filmgenre fasziniert mich so sehr wie das des Horrors. Unerträgliche Spannung, Blut, Monster, Zombies, Schreie und immer das Gefühl der vollkommenen Empathie für die Opfer. Doch dieses Genre ist eins der wenigen, bei dem sich selbst die eingefleischten Fans oft unstimmig sind über die Qualität eines Filmes. Jeder hat seinen eigenen Geschmack. Viel Blut oder kein Blut, dummer oder smarter Mörder, Zombies oder Menschen, usw.. Über all diese Sachen kann man streiten, aber über eine Sache nicht. Über die Art, wie in einem Film der Zuschauer erschreckt wird. Egal wie sehr man versucht sich nicht zu erschrecken, wenn man den Film noch nicht kennt, erschreckt man sich immer. Alle Sinne werden wach, die Herzfrequenz erhöht sich schlagartig, man atmet ruckartig ein oder schreit, die Rückenmuskulatur verhärtet sich und man erstarrt.

Einfach toll! :-)

Und da es sich hier um einen Eintrag für Nerds handelt, habe ich hier die Formel, um den Schockergrad eines Horrorfilms zu berechnen:

Schockergrad = (es + u + cs + t)² + s + (tl + f)/2 + (a + dr + fs)/n + sin(x-1)

Diese Formel kommt nun nicht von mir, sondern von der britischen Mathematikerin namens Anna Sigler auf. Sie basiert auf der wissenschaftlichen Auswertung von klassischen Gruselfilmen.

Die Forscher definierten folgende Variablen: Eskalierende Musik (es), der Unbekannte (u), Verfolgungsjagden (cs), Eingeschlossensein (t), Schreck (s), aber auch das reale Leben (tl), Fantasie (f), Alleinsein (a), dunkler Raum (dr), die Filmszenerie (fs), die Zahl der Leute (n), Blut und Eingeweide (sin x). Die Formel hat mehrere Bausteine: Die Umgebung steht in einem ganz bestimmten Verhältnis zur Zahl der Leute: Alleinsein, dunkler Raum, Setting, das alles wird geteilt durch die Zahl der Beteiligten. Je mehr dabei sind, desto geringer ist der Effekt.
Reales Leben – oder Authentizität – sowie Fantasie werden durch zwei geteilt, damit sie nicht übergewichtet sind, auf der anderen Seite werden die Elemente Verfolgung, Unbekannter und eskalierende Musik quadriert, um sie höher zu gewichten. Blut ist eher unwichtig. Gibt es etwas grauenerregenderes als das Alleinsein mit dem Unbekannten?

“Steven Spielberg (in Jaws) reached the optimum level,” explained mathematician Anna Sigler, who led the research, “perfectly allowing the viewer to see just enough blood to be scared of the great white shark, but not so much that it repulsed us”.