“Political Correctness” im Lehrerberuf.

Als „First World Problems“ werden gemeinhin (und etwas abfällig) Probleme bezeichnet, die nur Menschen der ersten Welt haben. „Mich nervt, wenn der Akku meines Handys nur einen Tag hält!“ (Es gibt einen schrecklichen, sehenswerten Kurzfilm dazu hier.)

In Deutschland, scheint es mir manchmal, machen wir uns darüber hinaus noch zusätzlich Sorgen: „Future World Problems“ könnte man das vielleicht nennen, denn mit meiner Welt haben sie nichts zu tun.

Konkretes Beispiel: Vor einiger Zeit haben verschiedene Studienseminare eine Empfehlung zur gendergerechten Sprache … weiter

Hybris oder: Projekte mit dem 3D-Drucker

Die Herbstferien neigen sich dem Ende, die Klassenarbeiten sind alle korrigiert und die Aufregung das Gejammer um die kommenden Milliarden, die in das Schulsystem gesteckt werden sollen, ist etwas abgeebbt.

Zeit genug, um wieder etwas Unsinn treiben zu können.

20161019_141150Vor einigen Wochen hat mir die Firma Fischertechnik freundlicherweise einen weiter

Notes on Blindness (Apps im Unterricht)

Der britische Schriftsteller und Theologe John Hull erblindete in hohem Alter und begann seine fortschreitende Blindheit mit einem Diktiergerät in Worten festzuhalten.
Mit diesen Aufzeichnungen hat Arte ein Virtual Reality Erlebnis gestaltet, das den Zuschauer in diesen Prozess hinein nimmt.

Eine Blindheits-App und eine Virtual Reality Brille? Das klingt erstmal schräg, passt aber ganz wunderbar.

Einen kleinen Einblick liefert dieses Video:

In sechs Kapiteln wird man tiefer und tiefer in Hulls Leben gezogen und erlebt, teils beklemmend, die Auswirkungen der Blindheit … weiter

Vom Selbstdarsteller zum Monopoly-Mann

Neulich ein spannendes Gespräch mit meiner Co geführt, die über meinen Artikel “Ich entscheide” kritisch die Miene verzog. “Deine Artikel klingen manchmal”, meinte sie, “als wärest du mega streng und strukturiert und so ein Herrscher-Lehrer von altem Schlage – dabei stimmt das ja gar nicht.”
”Ich pointiere”
, rechtfertige ich mich lahm, weiß aber insgeheim, dass sie recht hat. Tagelang habe ich nach einer passenden Antwort gesucht – die mir mein fantastischer Mathematikkurs heute endlich geliefert hat.

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Ein Bildungssturm tobt.

Weitgehend unbeachtet von der deutschen Medienlandschaft zieht ein gewaltiger Bildungssturm heran, der insbesondere die deutschen Schulbuchverlage in den nächsten Jahren hinwegfegen könnte.

Deutschland gibt Jahr für Jahr rund 200 Millionen Euro für neue Schulbücher aus. Dieses Geld wandert an eine Handvoll Verlage, die sich im Bildungssektor sehr wohl fühlen: Klett, Schroedel, Cornelsen, Westermann etc.  Weil sich Schulbücher zügig abnutzen und ständig aktualisiert werden müssen, ist dies für die Verlage ein gutes, weil berechenbares Geschäft. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass auch diese Branche von … weiter

BiZ

Ich weiß nicht, wie das Schulleben an anderen Schulformen und in anderen Bundesländern aussieht – aber das Leben an meiner jetzigen Gesamtschule ist nicht mit meinem eigenen Schulleben an einem altsprachlichen Gymnasium zu vergleichen.

Ich erinnere mich an keine Form der Beratung – bei uns machten eigentlich alle Abitur und danach hieß es „Tschö“. Wer was danach gemacht hat – war für meine Lehrer völlig irrelevant.

An meiner Gesamtschule ist die Berufsberatung ganz eng mit dem Schulleben verzahnt. Zu Beginn des Jahres … weiter

Werbebande. Bildungsrevolution. KMK.

Vor einigen Monaten wurde ich von Microsoft in das „Surface Educator Expert“-Programm aufgenommen. In letzter Konsequenz bedeutet dies, dass ich vorab neue Software zu sehen bekomme (und ausprobieren darf) und außerdem (in ganz bescheidenem Rahmen) mitbestimmen kann, in welche Richtung eine Software wie bspw. OneNote weiterentwickelt wird. Mir macht das Spaß und es kostet mich wenig Aufwand.

Natürlich hat Microsoft etwas davon: Ich werde (und wurde) angefixt. Ich tauche immer tiefer in das Office ein und habe mir vergangenen Monat ein Surface-Tablet weiter

#36 Mein Problem mit der Bibel

Ich habe ein Problem mit der Bibel. Und kein kleines.

Ich bin nämlich gebürtiger Ägypter. Ich bin gemütlicher Babylonier. Ich bin ein Römer in seiner Villa.

Und das wird zu einem Problem.

Denn ich versuche der Bibel offen zu begegnen, ihre Worte wirken zu lassen – aber ich bin kein hebräischer Sklave, der unter der ägyptischen Sklaverei leidet. Ich bin kein nach Babylon verschleppter Jude. Und ich bin kein Hebräer des ersten Jahrhunderts, der unter der römischen Knechtschaft leidet.

Ich bin der Einwohner einer Supermacht. … weiter

Feedback zur Potentialanalyse (II)

Nach der Potentialanalyse gestern stand heute das verdiente Frühstück für meine 8er auf dem Plan. Bei Brötchen und Kakao haben wir den Tag gestern Revue passieren lassen.
Die Mitarbeiter der Agentur gestern versicherten mir, die Schüler wären zu ganz großen Teilen sehr zufrieden, das habe das Feedback ergeben.

Mit dem Feedback ist das aber immer so eine Sache.

Frage ich meine Schüler, wie sie meinen Unterricht finden, dann werden die meisten sagen “Großartig, Herr Klinge. Gerne bitte mehr davon.” (Stellt euch zusätzlich einen dezenten … weiter

Ein “Brigitte-Test” für meine 8er. (I)

Im Rahmen eines Pilotprojekts nehmen alle Schüler der Jahrgangsstufe 8 im Kreis Siegen an einer Potentialanalyse teil. Das ist sozusagen ein Brigitte-Test, bei dem man die Fähigkeiten und Interessen der Schüler analysiert. Weil das ganze auf viel positives Feedback gestoßen ist, müssen das ab kommendem Jahr alle Schüler NRWs machen.

Einen ganzen Haufen Achtklässler einen ganzen Tag lang triezen testen – welch schöner Lehrertraum.

Veranstaltet wird diese Analyse nicht von der Brigitte, sondern von verschiedenen privaten Anbietern, als Schule dürfen wir uns unseren Tester aber … weiter