Familienzoff.

clip_image001Okay, wir hatten da diesen Familienstreit.

Nichts ernstes. Aber schon absurde Engstirnigkeit auf der einen, überlegene Wissenschaft auf der anderen Seite. Abstruse Intuition gegen kühlen Sachverstand. Ich vermute, dass es diese Art Krach in allen Familien gibt – aber ich bin gekommen, um ihn zu beenden. Man könnte sagen, heute wird hier eine jahrhundertealte Frage der Menschheit beantwortet.

Es geht natürlich um die Frage, ob es sich lohnt, eine Flasche Sekt noch eine Stunde vor der Party in den Kühlschrank zu stellen. Aber da ich keinen Alkohol trinke, hieß es bei uns: Lohnt es sich, eine zimmertemperaturwarme Packung Milch eine Stunde vor dem Frühstück in den Kühlschrank zu stellen? Wird aus warmer Plörre binnen einer Stunde ein erfrischendes Glas Gesundheit?

Meine Brüder behaupten das. Und wenn wir uns mal uneinig sind, dann steigen wir in den Ambu Jitsu Ring und lassen die Fäuste sprechen. Aber danach folgt dann ernste Wissenschaft.

Also bewaffneten wir uns mit Milchtüten (Tetra-Pack vom Lidl, 1.5% Fett) und Thermometern, Papier und Stift. Uuuuund:

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Der Kühlschrank ist auf eisige 7°C eingestellt – in der Tür (wo die Milch üblicherweise steht) herrschen kühle 10°C.
Die Messung ergab, dass ein Liter Milch ziemlich genau alle 30 Minuten ein Grad Celsius an Temperatur verlor. Um von Raumtemperatur 18°C auf köstliche 10°C zu kommen, benötigt die Milch entsprechend vier Stunden.

Vier.

Stunden.

Das ist länger, als ich im Ambu Jitsu Ring durchgehalten habe. Aber am Schluss dennoch triumphiert.

Das ist Wissenschaft! Dafür, Kinder, geht man zur Schule!

 

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Ein paar Google-Schlagworte zum Schluss:

Wie lang braucht ein Liter Milch im Kühlschrank um abzukühlen? Lohnt es sich, eine Flasche Sekt kurz vor der Party in die Gefriertruhe zu stellen? Wie schnell kühlt eine Flüssigkeit im Kühlschrank ab?