DUPLO-Sammelbilder

547641_323700977735401_1150255225_nErinnert ihr euch noch an die spitzenmäßigen Sammel-Kleberbilder von deutschen Nationalspielern in DUPLO und HANUTA? Natürlich tut ihr das! Gab es etwas Größeres, als Uwe Bein samt Schnauzer (Serien-Bild Nr. 14, falls Günther Jauch mal fragt) im EM-Album von 92 zu haben?

Inzwischen bin ich meinem Traum, einmal selbst durch die wahrscheinlich längste Praline der Welt verewigt zu werden, so nah wie nie: Der wunderbare Herr Rau hat ein Lehrerblogger-Quartett erstellt und liefert die Vorlage zum selbst-Inhalte-füllen-für-den-Unterricht gleich mit.

Entstanden ist das, weil Fontanefan Walte Böhme zur Wahl des besten Lehrerblogs 2014 aufgerufen hat (und dazu, mehr Werbung untereinander zu machen) (Passend dazu auch Maik Rieckens Kommentar, wie Schulbuchverlage uns Blogs als Dorn im Auge betrachten (müssen)).

Mathestunde (Gedicht)

Ich weiß nicht: Gehört das in die Rubrik “Feedback zu Ihrem Unterricht, Herr Klinge”?

 

2013-12-20 08.23.16In der Mathestunde müssen wir alle sitzen

die Sonne scheint, die Schüler schwitzen.

Das Thema hat kaum einer verstanden,

der Lehrer schreit “Ihr werdet auf der Straße landen!”

In der letzten Reihe sind alle am pennen,

die vorne müssen die Zähler nennen.

Die Schüler müssen büffeln,

man riecht, wie sie nach Schweiß schon müffeln.

Langeweile verbreitet sich im Raum,

das Thema interessiert uns alle kaum.

Der Lehrer merkt, die Klasse schwätzt,

“Oh warum wurde die Prügelstrafe abgesetzt?”

Nach dem Klingeln machen wir alle Pause,

doch können wir noch lange nicht nach Hause.

Ja, so ist sie unsere Runde,

in der schönen Mathestunde!

Klingonisch im Abitur.

1524916_500757073363123_1322066422_nGelangweilt nehme ich meine Pausenaufsicht wahr, als drei Schüler entschlossenen Schrittes auf mich zukommen. Ein schelmisches Grinsen liegt auf ihren Gesichtern, als sie vor mir stehen.

“nuqneH, Herr Klinge”, grüßen sie mich fröhlich und ich ahne, dass dies ein ganz besonderes Gespräch wird. Ich werde nicht oft auf klingonisch gegrüßt.

“laH tlhIngan lo’ jIH je cha’DIch Hol, qaStaHvIS DuSaQ?” radebrecht einer von ihnen. Ich brauche einige Augenblicke und muss tief in meinem Gedächtnis kramen, Komposita zusammenfügen und einige Vokabeln erahnen. Ich ahne, dass sie nicht nur eine Frage stellen, sondern mich auch direkt prüfen wollen.

“Um ehrlich zu sein”, antworte ich, “habe ich noch nie darüber nachgedacht, ob man klingonisch als zweite Fremdsprache anerkennen lassen kann.”

Einen Moment herrscht Stille.

“Aber”, füge ich hinzu, “keine Frage ist so dämlich, dass ich ihr nicht nachgehen würde!”

FB-Freundschaft vs. Quizduell-Feindschaft

2014-01-18 12.37.58Die HandyApp Quizduell geistert gerade durch alle Medien – ein kurzlebiger Hype ist entstanden, der zweifellos bald vergangen ist. Wer nicht weiß, worum es geht: Beim Quizduell treten zwei (einander unbekannte) Spieler in verschiedenen Kategorien an und müssen Fragen beantworten. Wer mehr weiß, hat gewonnen und bekommt Punkte. Man kann auch gegen Freunde antreten.

Ein lustiger Zeitvertreib mit teils abstrusen Fragen.

Nachdem ich mich einige Male mit meiner Frau und auch irgendwelchen Unbekannten duelliert habe, postete ich augenzwinkernd einen Kommentar bei Facebook, dass ich neue Herausforderer suchen würde.

Etwas, dass ich besser nicht getan hätte. weiterlesen

Mathematik-Uhren (zum selber basteln)

Einer der meistgelesenen Artikel des Blogs ist die Anleitung zum Bau einer “Countdown-Uhr” – für viel Freude sorgt außerdem meine Nerd-Uhr im Klassenzimmer, die statt normaler Ziffern die Binärcodes der entsprechenden Zahlen aufweist.

Im Internet gibt es eine ganze Menge teurer Uhren für naturwissenschaftlich begeisterte Menschen Nerds zu kaufen. Grund genug, mich diesem Trend anzuschließen und euch zumindest zwei dieser Uhren hier zu präsentieren.

Die Ziffernblätter gibt es hier als veränderbares .docx oder als statisches .pdf zum downloaden. Von der Größe her passen sie optimal in eine IKEA-RUSCH Uhr. Die ist nicht hübsch, aber funktional und günstig.

Erste Uhr: Die 9er Uhr.

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Den Mathematikern unter euch sind die vollführten Operationen bekannt – den anderen jedoch völlig egal. Also spare ich mir eine Erläuterung und leite viel lieber zur absoluten Nerd-Uhr über:

Nerduhr

Wer über die Bedeutung der einzelnen “Ziffern” rätseln möchte, sollte lieber nicht mehr weiterlesen – für alle Interessierten folgt nun eine Aufschlüsselung dieser Sammlung an kruden Zeichen:

  1. Die Legendre-Konstante ist eine mathematische Konstante, die in einer 1798 von Adrien-Marie Legendre aufgestellten Formel zur Abschätzung der Anzahl der Primzahlen, die nicht größer als eine gegebene Zahl n sind, auftritt. Ihr Wert wurde später als genau 1 nachgewiesen.
  2. Ein mathematischer Witz: Unendlich viele Mathematiker gehen in eine Bar. Der erste bestellt ein Bier, der zweite ein halbes Bier, der dritte ein viertel Bier und so weiter. Der Barkeeper sagt: “Ihr seid alle Idioten” und stellt zwei Bier auf den Tresen.
  3. Der HTML Hexcode.
  4. Kongruenzrechnung der Zahlentheorie in der Mathematik, zuweilen auch Restklassenarithmetik genannt.
  5. Der Goldene Schnitt. Etwas verarbeitet.
  6. Drei Fakultät: 3·2·1=6
  7. Eine sich endlos wiederholende Nachkommastelle, die man mit dem Cauchy-Konvergenz-Kriterium als genau 7 berechnen kan
  8. Die grafische Darstellung eines binären Codes
  9. Ein Beispiel für eine Quaternäre Zahl – im Gegensatz zu unserem (auf der Zahl 10 basierenden) Dezimalsystem, würde das Zahlsystem auf der Zahl 4 beruhen. (Das ist übrigens nicht irgendein Quatsch, sondern ein kalifornischer Indianerstamm (die Chumash) haben mithilfe des quaternären Zahlensystems gezählt – heutzutage nutzt man das u.a. bei der Berechnungen der vierdimensionalen Raumzeit.)
  10. Der Binomialkoeffizient. Wird in der Kombinatorik genutzt.
  11. Die hexadezimale Version der Zahl 11. Hexadezimale Zahlen sind übrigens ein Zahlensystem, dass auf der 16 beruht: 0-9 & A-F.
  12. Eine schlichte Wurzel zum Abschluss.

Na, ist das abgefahren? Smiley mit geöffnetem Mund

Kriminalfall #2

Frustriert sitze ich heute morgen in der Schule: Mein Blog ist schon wieder offline.
Seit der letzten Attacke habe ich alle meine Passworte durch kryptische Zahlen- und Zeichenfolgen ersetzt – mit der Folge, dass ich seitdem immer nachschlagen muss, was genau wo mein Zugangscode ist. Außerdem habe ich Filter installiert, die ein Einloggen in den Blog außerhalb von Deutschland unterbinden. Und auch wer dreimal hintereinander das falsche, ellenlange Passwort eingibt, muss sich zunächst eine neue ip suchen. Nach menschlichem Ermessen – zumindest aber nach Alltagsuser-Ermessen – habe ich alles getan, was in meiner Macht steht, um meine Homepage stabil zu halten.

Und trotzdem sitze ich frustriert da und vermute eine erneute Attacke aus dem Ostblock.

Hier und da ermuntern mich Schüler (Danke!) – ich solle meinen Blog nicht aufgeben. Das war sehr nett. Aber nach den vielen Stunden Arbeit letztes Mal, ist meine Motivation auf dem Boden. Ich werde das bloggen aufgeben. Ausführlich denke ich darüber nach, welches neue Hobby ich mir suchen könnte. Zumindest habe ich zukünftig wohl mehr Zeit, meinen Unterricht vorzubereiten – vorbei die Zeit der Schwellenpädagogik1.

“Herr Klinge”, unterbricht mich Yuri in meinem Tagtraum. Yuri ist ein stummer, blonder Junge, der erst seit kurzem in Deutschland ist. Ich weiß nicht, ob Juri in diesem Schuljahr überhaupt schon mal etwas gesagt hat. Mühsam konzentriere ich mich wieder auf den Unterricht. “Wenn Sie mir geben 5 Minuten an Computer, ich repariere Ihren Blog”.
Irritiert schaue ich ihn an, entsinne mich dann aber an meine Aufgabe. Wir sind hier in der Schule. Ich bin Lehrer. Und meine Aufgabe ist es – verdammt nochmal – Kinder zu beflügeln und etwas beizubringen.

“Los geht’s, Yuri!”, feuere ich ihn an und füge noch hinzu: “Und ihr andern, aufgepasst: Vielleicht lernt ihr noch was!”
Yuri setzt sich an den LehrerPC, über den Beamer schauen wir alle gebannt mit. Ob die NSA in diesem Moment auch zuschaut?

Zehn Minuten später steht mein Blog wieder. Yuri setzt sich wortlos auf seinen Platz und versinkt wieder in Schweigen. Ich traue mich nicht mal zu fragen, was eigentlich passiert ist, geschweige denn, wie er …das Dings… repariert hat.

Macht nichts.

Hurra! Ich habe meinen Blog wieder. Smiley mit geöffnetem Mund

 

 

1: ein müder Lehrerscherz: Als Schwellenpädagogik wird jene Pädagogik bezeichnet, die man sich beim Übertreten der Türschwelle ausdenkt. Fällt in die Gleiche Kategorie wie die Hammer-Pädagogik (“Was hammer letzte Stunde gemacht?”)