OneNote (vs. Evernote) (mobile)

Nach wie vor verwalte ich meine Unterrichtsvorbereitung mit OneNote. Es ist und bleibt die eierlegende Wollmilchsau unter den Computerprogrammen und weder Evernote noch (beliebige Alternative einfügen) vermag mich davon abbringen.

Die Synchronisation ausgewählter Notizbücher mit meinem Tablet verläuft problemlos, obwohl die mobile App von OneNote mit dem Wort “rudimentär” allenfalls höflich beschrieben ist.
Seit kurzem bin ich in der Beta-Tester-Gruppe für die Android-App von OneNote und darf zukünftige Features schon jetzt ausprobieren. Und tatsächlich gibt es neues:

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Lehrerfortbildung zu OneNote

Am Samstag hatte ich die Ehre (und das Vergnügen) eine Fortbildung zum Thema “Unterrichtsorganisation mit Microsoft OneNote” leiten zu dürfen. Angefragt wurde ich vom Studienkolleg der Stiftung der Deutschen Wirtschaft. Diese Stiftung vergibt u.a. Stipendien an Lehramtsstudenten, um diese besonders zu fördern.
Ich bin jemand, der sich recht mühsam durchs Studium gequält hat und so weit weg von einem Stipendium, wie Schalke 04 von der Deutschen Meisterschaft – ein ewiger Traum, auch “mal dazu zu gehören”.

Zwei unterschiedlichen Gruppen durfte ich berichten, wie ich meine Unterrichtsaufzeichnungen und mein Material so strukturiere, um möglichst viel Zeit zu sparen. Denn ein großer Teil der Vorbereitung von Unterricht besteht aus dem Zusammensuchen von “gutem Stoff”.
Als skurril empfand ich die Beobachtung, dass kaum einer der Lehramtsstudenten, Referendare und Lehrer sein Smartphone in der Hand hatte. Weder beim Frühstück, noch beim Vortrag oder dem Mittagessen. Und das lag nicht etwa daran, dass sie keine gehabt hätten – sie schienen allesamt einfach fokussiert auf die Fortbildung zu sein.
Fand ich sehr beeindruckend.

Spaß hat es gemacht und womöglich hat der ein oder andere eine Anregung gefunden, zukünftig unübersichtliche “Unsortiertes”-Ordner auf der Festplatte zu vermeiden.

OneNote gratis (& für Mac)

multiplatformAn verschiedenen Stellen habe ich in diesem Blog über OneNote gesprochen – die eierlegende Wollmilchsau unter den Computerprogrammen schlechthin – und für Lehrer meines Erachtens ideal geeignet. (Wer es nicht kennt: Ich habe hier und hier eine Einführung dazu geschrieben und auch mal ein Video dazu erstellt (s. Ende des Artikels).

Bisher fristete OneNote ein Schattendasein im Office-Paket. Dort wurde es wenig bis gar nicht wahrgenommen – aber das hat sich ab heute geändert:

OneNote ist gratis.

Ich kann nur jedem empfehlen, sich OneNote anzusehen. In dem Video unten reiße ich kurz an, wie ich meinen Unterricht strukturiere und vorbereite. Und ehrlich: Ich habe kein Blatt Papier mehr hier rumliegen. :-)

 

Nachteile?

Ja.

Denn es gibt einen Unterschied zwischen dem (Premium) Office OneNote und dem Freemium Gratis OneNote: Die kostenlose Version verzichtet zunächst auf SharePoint-Unterstützung, Versionsgeschichte und die Outlook-Integration. Nichts davon ist für den Normaluser relevant.
Ärgerlicher ist, dass das Gratis-OneNote wohl nur mit WebNotizbüchern funktioniert – die Daten liegen also in jedem Fall auf den Microsoft-Servern. Abgesehen von Fragen des Datenschutzs ist das auch ab bestimmten Dateigrößen quatsch. Ich zumindest habe eine Menge MP3s, Bilder, Filme und Dokumentationen in OneNote abgelegt – solche Datenmengen funktionieren nur offline.

OneNote für Android

Seit einigen Tagen ist OneNote auch in einer Variante für Android herausgekommen.

Damit bin ich (endlich) MobileNoter los, das nur eine sehr rudimentäre Übersetzung von OneNote auf der Android-Ebene war (read only, viele Fehler & Abbrüche).

Die offizielle App hat auch einige Mankos: Sie funktioniert nur mit Notizbüchern, die man via Windows Live Synchronisiert. Meine riesigen Unterrichtsnotizbücher sind damit ausgeschlossen. Bleiben kleinere Notizbücher. Organisatorisches (bspw. Schülerlisten: Wer hat schon für den Ausflug bezahlt?), AGs und Ideen für Vertretungsstunden. Hin und wieder schiebe ich mir auch die Stunden für den nächsten Tag da rein. Viel mehr als meinen Tablet brauche ich nicht. Nichts großes, aber ganz gut, es immer dabei zu haben.

Schade: Der Stift vom Flyer wird bisher nicht unterstützt. Da aber inzwischen auch Samsung einige Geräte mit Stift ausliefert, hoffe ich, dass das noch nachgerüstet wird.

Auf den Bildern (Fotoexperimente mit Schülern) der Vergleich zwischen dem mobilen OneNote (oben) und dem echten (unten). Die Synchronisation klappt ganz wunderbar.
Und mit der Zeit… wer weiß. :-)

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37°–Immer mit Herzblut. Auch fachfremd.

Ein bisschen überrascht bin ich schon von dem Trailer für die Lehrer-Dokumentation heute abend im ZDF.

In wenigen, dramatischen Schnitten werden genervte Lehrer und prügelnde Schüler gezeigt und das Bild völligen eines Chaos präsentiert. Irre ich mich, oder ändert sich das Lehrerbild gerade in der Öffentlichkeit? Aber kann es sein, dass man bei der öffentlichen Betrachtung gerade “auf der anderen Seite vom Sattel fällt”? Von Gerhard Schröders “faulen Säcken” wandelt sich das Bild nun zu einem völlig überforderten Sozialarbeiter, der sich mit Mühe durch 41 türkische, 16 russische Schüler und nur einem einzigen deutschen Schüler in auch nur einer einzigen Klasse kämpft. Aber klar: der ganz normale Lehreralltag in einer durchschnittlichen Schule ist bei weitem nicht so aufregend, als dass man im Fernsehen darüber berichten wollte.

Der Trailer hat mich – ehrlich – erschrocken. Vorausgesetzt, er verfälscht nicht, dann darf ich freimütig behaupten, dass an meiner (Real-)Schule nicht mal im Ansatz solche Verhältnisse wie in besagtem Hamburger Gymnasium herrschen. Vielleicht sollten die Menschen in Hamburg am Ende doch dankbar sein, dass sich die Gymnasialeltern abschotten Zwinkerndes Smiley. Ich kenne auch von meinen Kollegen im Umfeld keine Schule, in der solche Verhältnisse vorherrschen.

Was mir aber (ganz unbescheiden) aufgefallen ist: Im SPIEGEL-Artikel über die Dokumentation wird berichtet, dass ein Lehrer, obwohl er selbst in der 10. Klasse Französisch abgewählt hat, eben jenes Fach nun fachfremd unterrichten muss.
Mit aller nötigen Demut darf ich an dieser Stelle auf mein OneNote-Projekt hinweisen: Durch den (kostenlosen (!), aufwandfreien (!!)) Austausch mit meinen Kollegen sammeln sich auf meinem Rechner gerade – wohlsortiert und ausgearbeitet – die Stunden in den Fächern Technik, Biologie, Chemie, Sozialwissenschaften, Englisch, Deutsch, Religion, Mathe, Physik. Wie gesagt: Ohne Aufwand. Ohne sortieren. Zwei von den aktuell neun Fächern unterrichte ich selbst – für den Rest bekomme ich Tag für Tag, Woche für Woche neue ausgearbeitete Stunden.

Fachfremd unterrichten? Ganz ehrlich – ich freu mich drauf! Smiley mit geöffnetem Mund

Die Fernseh-Dokumentation "Immer mit Herzblut. Lehrer: Mehr als ein Job" ist am Dienstag, 11. Januar, um 22.15 Uhr im ZDF zu sehen.