SEfU oder: Die Crux mit dem Feedback

Ich habe eine Feedbackrunde in einer meiner Klassen durchgeführt und spannende Ergebnisse erhalten. Die Frage ist aber – was mache ich jetzt damit? Vergangene Woche habe ich meinen 10er Mathematik-Kurs geben, meinen Unterricht auszuwerten. Dazu habe ich die SEfU-Webseite benutzt. Die Abkürzung „SEfU“ steht für „Schüler als Experten für Unterricht„. SEfU ist ein Instrument zur Selbstevaluation des eigenen Unterrichts, das speziell für die Unterstützung der individuellen Unterrichtsentwicklung von Lehrerinnen und Lehrern konzipiert wurde. Es bietet der bzw. dem Lehrenden die … weiterlesen

#26: Mose kann’s noch.

In Zeiten, da in der Mehrzahl nichtreligiöse und nicht getaufte “patriotische Europäer” plötzlich panische Angst vor der Islamisierung ihres Auenlandes Abendlandes haben, wollen wir uns in unserer Reihe weiterhin mit diesem “Abendland” beschäftigen. Wo kommt es her? Was sind seine Wurzeln? In den vergangenen Monaten sind wir schon tief eingetaucht und haben, so glaube ich, eine ganze Menge neuer Blickwinkel entdeckt. Nachdem wir uns zuletzt damit beschäftigt haben, die Bibel aus größerer Entfernung zu betrachten, Abstand zu gewinnen und nach Mustern … weiterlesen

“Versagen des Bildungssystems”? *grml*

(Heute mal ein paar wütende Worte, neudeutsch “rant”.) Schulforscher der Universitäten Dortmund und Jena haben im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung einen Chancenspiegel erstellt und unter anderem untersucht, welche Korrelation zwischen (sozialer) Herkunft und Schulerfolg besteht. Ergebnis laut Armin Himmelrath von SPIEGEL ONLINE: Wer aus einem benachteiligten Umfeld kommt, braucht in deutschen Klassenzimmern nicht auf Fairness und Chancengerechtigkeit zu hoffen. Fairness? Chancengerechtigkeit? Hoffen? Damit behauptet Himmelrath, wir Lehrer würden unsere Schüler in der Masse unfair und ungerecht behandeln. Und es klingt, als … weiterlesen

Handschrift vs. Computerverständnis

Meine Tochter schreibt gerne Geschichten. Seitenlang bekriegen sich Elben und Orks, erleben Mädchen Abenteuer auf dem Schulweg, befreunden sich Jungen mit Gespenstern aus der Tiefkühltruhe.Sie hat sogar ellenlange “Abenteuerbücher” verfasst, in denen man am Ende des Kapitels wählen konnte, wie es weiterging und im entsprechenden Kapitel weiterlesen musste um zu erfahren, ob Legolas und Tauriel nun einander retten, oder nicht. Zu schreiben ist – wie meine befreundeten Deutschkollegen immer sagen – die beste Art, schreiben zu lernen. Untersuchungen zeigen, dass … weiterlesen

Schülerhirn im Unterricht (SiS)

Vertretungsstunde in meiner eigenen Klasse. Die Jungs sind aufgedreht und unruhig. “Timo”, greife ich mir einen raus und plötzlich wird es ganz still, “du darfst jetzt entscheiden: Ihr könnt Handy spielen und quatschen und tun, was ihr wollt… für etwa 30 Sekunden. Danach endet meine Geduld und ihr bekommt eine Stillarbeit. Oder ihr werdet jetzt leise und wir schauen uns Christians Gehirn an.” Timo zögert. Gleichzeitig (!) lehnen sich die Banknachbarn von links und rechts zu ihm rüber und flüstern … weiterlesen

“Wissen Sie, was ich meine?”

Physik. Zehnte Klasse.Eine verzweifelte Schülerin steht vor mir. „Wenn du mit deinem Referat nicht vorwärts kommst, dann schreib doch erst einmal alles auf, was du weißt.“, sage ich. „Ja, aber was, wenn ich gar nicht weiß, was ich weiß?“ Sie seufzt schwermütig. „Oder noch schlimmer: Wenn ich weiß, was ich nicht weiß, aber nicht weiß, was ich noch alles wissen müsste, um zu wissen, was ich wissen muss.“ Sie seufzt noch einmal. „Wissen Sie, was ich meine?“ „Nein.“ „Ich weiß!“, … weiterlesen

#25: Abstand

Wenn man sich mit einer Sache beschäftigt, ist etwas Abstand davon ganz wichtig. Auch bei der Bibel. Man kann einen Vers lesen und die einzelnen Worte studieren. Man kann einen Satz wirken lassen. Oder nach Aussage und Sinn in einem ganzen Abschnitt suchen. Einen Absatz oder ein Kapitel aufnehmen. Oder man tritt einen Schritt zurück und blickt auf das gesamte Buch. Man kann die Bibel aus verschiedenen Höhen betrachten – von der Bedeutung eines einzelnen Wortes hin bis zum 5000-Meter-über-den-Dingen-Blick … weiterlesen

Enid Blyton–Relikt vergangener Zeiten.

Nachdem wir die SAMS Bücher durchgelesen haben, versuche ich Carolina für Enid Blyton zu begeistern. Was habe ich ihre Bücher als Kind verschlungen. Fünf Freunde. Geheimnis um. Rätsel um. Die Schwarze Sieben. Sogar Hanni und Nanni habe ich gelesen.Und immer ging es um kluge Kinder, die Verbrechen lösen und Geheimnissen auf die Spur kommen. Enid Blyton war für mich damals, was Rosamunde Pilcher für Kollegin Eva heute ist: Bewährtes, immer wiederkommendes Rezept. Familie sozusagen. Doch ich komme aus einer Zeit, … weiterlesen

Elternbrechtag

Habe ich das neulich richtig gelesen? Jan schrieb ungefähr: „Elternsprechtage sind ja immer ganz nett.“ Nein, sind sie nicht. Das heißt jetzt nicht, dass ich sie schlecht finde, denn gut sind sie eigentlich schon, aber nett? Bei uns läuft vormittags Unterricht bis 13.10 Uhr und dann Elternsprechtag von 14 bis 19 Uhr. Die Heizung wird um 15 Uhr abgestellt. Gespräche sollten im 10-Minutentakt stattfinden und solchermaßen werden auch die Termine vergeben. Also reicht die Zeit für 30 Gespräche, und ich … weiterlesen

Sprache und Erziehung

Im Kollegium unterhalten wir uns über Sprache. Wir Lehrer sind dazu angehalten, auf eine “geschlechtergerechte Sprache” zu achten. Dazu gibt es Fortbildungen. Erlasse. Sitzungen.“Liebe Schüler, es brennt. Bitte verlasst das Gebäude!”Sind damit nur die Jungen gemeint? Sollen die Mädchen verbrennen?Liebe Leserinnen und Leser, natürlich nicht. Abseits aller Haarspalterei, die wir in Deutschland (und besonders in den Amtsstuben) betreiben gibt es natürlich auch ernstere Beispiele sprachlicher Unzulänglichkeiten: „Weil du so ungezogen bist, muss der Papa dich jetzt schlagen und das macht … weiterlesen

Revision – Wozu eigentlich?

Heute hatte ich die Nachbesprechung meiner eigenen zwei Revisionsstunden und ich will gar nicht soviel darüber erzählen, was daran nun gut oder blöd war.Einzig folgender Aspekt: Mein Unterricht lebt ganz besonders von der Beziehung zwischen mir und den Schülern. Es wird gelacht, Sprüche geklopft und wild ins Blaue hinein spekuliert. Wenn jedoch Prüfer (oder insbesondere die Schulleitung) im Klassenraum mit dabei sitzt, dann werden selbst die größten Chaoten plötzlich handzahm. Das ist natürlich nett gemeint, weil man mir ja helfen … weiterlesen

“Dienstliche Beurteilung”

Zu Beginn einer Lehrerkarriere wird man von der Schulleitung auf Tauglichkeit überprüft. “Revision” nennt sich das. Ähnlich wie ein Unterrichtsbesuch bei den Referendaren setzt sich mein Schulleiter in meinen Unterricht und verfasst eine “Dienstliche Beurteilung” über das, was ich da so tue. Bei mir steht das Dienstag an. Ich wurde von meinem Schulleiter darauf hingewiesen, keine Showstunde zu machen, sondern ganz normalen Unterricht. Aber natürlich überlegt man sich Stundeninhalt und –verlauf sehr genau und da ich meinen eigenen Unterricht oft … weiterlesen