HTC Kamera Bug

Seit den Zeiten von XDA und MDA bin ich der Firma HTC verfallen. Die machen einfach schöne Smartphones und ihre Sense Oberfläche gefällt mir ausnehmend gut. In den letzten Jahren hat HTC immer wieder zukunftsweisende Features eingebaut, ist damit gescheitert und musste dann zusehen, wie Konkurrenten mit dem gleichen Kram erfolgreich wurden.

Ich mag HTC.

Aber seit einigen Tagen, machen sie es mir echt schwer. Und etwa hunderttausend Leuten auch. Denn die Kamera lagt/hängt/crasht. Sowohl beim HTC M8, A9, M9 oder HTC 10. Es hat mich einige Stunden und mehrere komplette „Hardware Reset“-Zyklen gekostet, um die Ursache herauszufinden. Googeln hat leider nichts gebracht – was der Grund für diesen Eintrag ist! Liebe Betroffene – es gibt eine schnelle Heilung!
Der Grund für die kaputte Kamera liegt in einem Update von „HTC Speak“. Was immer es tut – die Kamera geht dadurch kaputt und hängt sich völlig auf. Das Update ist vom 19.6. – heute haben wir den 28.6.

2Als ich – nach viel Frust und Fluchens – via Twitter HTC informierte, bedankte man sich höflich und tat… nichts.

Das ist mir völlig unbegreiflich… ich meine.. wenn ich Samsung-Manager wäre, könnte ich mir nichts besseres ausdenken: Ein Update, dass sämtliche Kameras auf einmal lahmlegt (wieder einmal die Kamera, HTC!) und dann tagelanges Abwarten. Himmel. HTC! Ich bin ein Fanboy! Tut was!

Allen anderen:

Ruft den Playstore auf. Anschließend von links in den Bildschirm wischen und „Meine Apps und Spiele“ auswählen. Dann in der Liste „HTC Speak“ suchen und aufrufen. Anschließend auf „deinstallieren“ klicken und – ganz wichtig – im Menü oben rechts bei „automatisches Update“ das Häkchen entfernen. Nach einem Neustart funktioniert die Kamera wieder.

Hmpf.

(Ich hatte Alternativen. Aber was soll ich machen… „Echte Liebe“.)

Tags: HTC Camera, Kamera, Bug, Fehler, hängt, Problem, crasht, geht nicht,

Ein Bildungssturm tobt.

Weitgehend unbeachtet von der deutschen Medienlandschaft zieht ein gewaltiger Bildungssturm heran, der insbesondere die deutschen Schulbuchverlage in den nächsten Jahren hinwegfegen könnte.

Deutschland gibt Jahr für Jahr rund 200 Millionen Euro für neue Schulbücher aus. Dieses Geld wandert an eine Handvoll Verlage, die sich im Bildungssektor sehr wohl fühlen: Klett, Schroedel, Cornelsen, Westermann etc.  Weil sich Schulbücher zügig abnutzen und ständig aktualisiert werden müssen, ist dies für die Verlage ein gutes, weil berechenbares Geschäft. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass auch diese Branche von ähnlichen Veränderungen betroffen sein wird, wie ehedem die Musik-, dann die Film- und zuletzt die Buchbranche: Die Digitalisierung erhält Einzug, alte Vertriebswege funktionieren nicht mehr. Zuletzt wurde versucht, dieser Entwicklung z.B. durch digitale Schulbücher entgegenzusteuern – viele dieser Ideen waren jedoch nicht durchdacht.

Nun ist nach Apple und Microsoft ein weiterer Big Player in den Bildungsmarkt eingestiegen – und er könnte das Ende der Schulverlage einläuten: Amazon.

Seit kurzem können sich Lehrkräfte aus Schulen in den USA unter amazoninspire.com bei einem Portal für Lehrunterlagen im Schulbereich registrieren – einem Äquivalent zum deutschen 4teachers.de. Im Unterschied zu diesem werden die Materialien auf Amazon allerdings unter der Creative Commons Lizenz zur Verfügung stehen. Das bedeutet,  Lehrer dürfen das Material beliebig verändern und weiterverbreiten. Die Gestaltung der Seite, wie Screenshots u.a. bei Techcrunch zeigen, orientiert sich am normalen Amazon Store. Die Kombination aus Amazons Marketingmacht und CC-BY als Standardlizenz könnte den Bildungssektor auch hier in Bewegung bringen.
Auch das US-Bildungsministerium verfolgt mit der Initiative #GoOpen das Ziel, Lehrunterlagen an Schulen zu öffnen, Stichwort #OER. Sukzessive sollen die herkömmlichen, teuren Bildungsmaterialien durch freie ersetzt werden. Spannend finde ich, dass diese (in meinen Augen sehr positive) Initiative durch Amazon unterstützt wird. Ein Indiz dafür, dass man den Einfluss von Wirtschaftsunternehmen auf den Bildungssektor nicht grundheraus ablehnen darf.

Im gleichen Atemzug hat Google neue Bildungstools für Lehrer vorgestellt. Google Cast for Education zielt mithilfe von Google Classroom auf einen besser strukturierten Computerraum. Die freie Office Suite wird weiter und weiter ausgebaut und Google Formulare erhält neue Vorlagemöglichkeiten für Lehrer, die nun mit wenigen Klicks Klassenarbeiten inklusive Multiple-Choice-Antworten und Punktevergabe erstellen können. Insbesondere letzteres finde ich sehr spannend und werde das in den nächsten Tagen mal testen und darüber schreiben.

Die deutschen Schulbuchverlage sehen sich einer gewaltigen Herausforderung gegenüber. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sie der gewaltigen Macht von Amazon, Google, Apple und Microsoft entgegentreten werden. Noch sind die Lehrer auf ihrer Seite – aber das waren die Musikhörer, Filmegucker und Bücherleser auch einmal. Und heute gibt es Spotify, Netflix und den Kindle.

Es bleibt spannend.

Fernsehauftritt.

Ich bin von Stefan Malter eingeladen worden, an einer Sendereihe zum Thema “Digitale Bildung” teilzunehmen. Ausgestrahlt wird sie auf dem Fernsehsender NRWision – dieser Sender ist Teil des Projekts “Ausbildungs- und Erprobungsfernsehen in NRW”. Die Programmredaktion übernehmen hier Studierende des Journalistik-Studiengangs an der TU Dortmund. Die Redaktion entsteht durch die Studenten im Rahmen von Praxis-Seminaren. Zur aktuellen Reihe “Digitale Bildung” sind einige Bildungsexperten eingeladen worden, darunter der weithin bekannte André Spang.

Quelle: nrwision / TU DortmundRegie, Kameraführung und das Interview wurden von Studenten durchgeführt und es hat mich ganz besonders gefreut, an dieser Stelle der Ausbildung mal reinschauen zu dürfen. Ich bin immer noch unsäglich nervös vor solchen Medienauftritten und frage mich jedes mal, warum ich mir den Stress eigentlich antue – aber auch dieses Mal hat es unglaublich viel Spaß gemacht. Ich hatte auch das Glück, mit meinem Bruder unterwegs zu sein und wie das manchmal unter Geschwistern ist: Man wird wieder zum albernen Schuljungen. Das half wunderbar gegen die Anspannung, die erst wiederkam, als Malter uns durch das Fernsehstudio und den Regiebereich führte. Vor meinem inneren Auge sah ich meinen Bruder schon, wie er im verdunkelten Studio umherstolperte und polterte, die Regie mit seinen Fragen nervte und wahllos auf Knöpfe drückte, während er aus dem Hintergrund ständig Fotos mit Blitz machte. Ein kurzer Blick ins grinsende Gesicht meines Bruders verriet mir, dass er das gleiche dachte. “Ich glaube nicht, dass die Lust aufs Gewinnen bei dieser Sache dich so sehr antreibt, wie die Angst vor der Blamage!”, gab er mir noch einen guten Rat mit auf den Weg. Dann ging es los.

Interviewt wurde ich von Lars Frensch, der sich sehr gründlich auf mich “eingelesen” hat und ein kurzweiliges Gespräch über die digitale Schultasche mit mir führte. Irgendwann in Richtung August/September wird die Sendung ausgestrahlt. Ich freue mich drauf.

Jetzt heißt es noch eine Woche Schule durchhalten und dann fahre ich zum Abschluss des Jahres mit meiner Klasse nach – haha, ausgerechnet! – London. Darauf kann ich mich im Augenblick noch nicht so richtig freuen: Viele Stunden Busfahrt sind für lange Leute immer quälend, dazu sehr wenig Schlaf und viele aufgeregte Kinder. Hm.

Ich habe meine Klasse gefragt, was wie wir die nächsten Tage miteinander verbringen wollten und es wurde sich gewünscht, die “Lesetage” von früher zu wiederholen. Ich denke, ich werde diesmal Auszüge von Walter Moers Zamonienromanen lesen. Die sind einfach wunderbar und beginnen werde ich mit der kleinen Gute-Nacht-Geschichte “Das Brot” aus Ensel & Krete.

Bildquelle: nrwision / TU Dortmund

Absurdes aus dem Alltag

Eine liebe Kollegin muss für eine kurze Zeit auf den Hund eines Kollegen aufpassen und korrigiert nebenher eine Klassenarbeit. (Aus erkennungsdienstlichen Gründen wurde der Hund auf dem Bild anonymisiert)

IMG_20160622_195917 (Medium)

Plötzlich: Ein Windstoß.
Die Klassenarbeit fliegt über die Wiese. Voller Freude, endlich spielen zu dürfen, saust der Hund los.

Und frisst die Arbeit.

Nicht die ganze. Ein Teil konnte gerettet werden:

IMG-20160622-WA0002

Die Kollegin kommt sich reichlich dämlich vor, ihrer Schülerin erklären zu müssen, ein Hund habe ihre Arbeit gefressen. Sei selbst gehört zu den eisernen Lehrern, die Schüler-Ausreden sofort durchschauen. Ihr solle jemals jemand mit der Ausrede kommen, ein Hund habe die Hausaufgaben gefressen. Und nun das.

Zum Glück stehen wir uns als Kollegium sehr nahe und überbieten uns mit hilfreichen Vorschlägen. “Lass die Arbeit einfach verschwinden lassen und behaupte, die Schülerin habe sie abzugeben vergessen!” kommt es von einem. “Behaupte, die Arbeit wäre eine 1 aber wegen der katastrophalen Ordnung sei leider nur eine 3 drin!” vom nächsten.

Am Schluss können wir uns nur auf einen Punkt der Geschichte einigen: Auf jeden Fall ist die Schülerin Schuld.