Inklusion in der Schule.

Ich bin zurecht stolz auf meine Inklusionsklasse. Inklusion heißt, dass man auch jene mitnimmt, die nicht so schnell können. Neulich bin ich barfuß in Glassplitter getreten und habe mir einige Schnitte in der Fußsohle zugezogen. Mühsam humple ich am Tag darauf durch die Gänge der Schule. “Gehst du auch in den A-Trakt?”, frage ich meine Lieblingskollegin. “Ja, aber du gehst mir zu langsam, da lauf ich lieber allein!”

Das nennt man gelebte Inklusion – kaum geht einer mal was langsamer, wird er schon im Stich gelassen Schildkröte.

Schülerantworten

Warum ist eine Steckdose mit 220 Volt gefährlich, ein Pferdezaun mit seinen 12.000 Volt aber nicht?

Von dieser Frage ausgehend haben meine Schüler versucht, den elektrischen Strom zu verstehen. Dabei benutze ich im Unterricht das von Martin Kramer entwickelte “Menschenmodell” des elektrischen Stroms. Dabei entsprechen die Elektronen den Schülern (und Lehrern) die auf Stühlen bzw. Tischen stehen und hinab springen, um ihre Energie abzugeben.
Je höher der Tisch, desto höher die Spannung im Stromkreis. Ein Stuhl hat beispielsweise 6 Volt, ein Tisch 12 Volt und so weiter. Springt nicht nur ein Schüler, sondern gleich zwei runter, erhöht sich die Stromstärke. Soviel zu den Grundlagen, die im Unterricht erarbeitet wurden.

Neulich schrieb ich einen Test schriftliche Übung und ein Schüler schrieb folgendes:

Die Spannung im Pferdezaun ist hoch (12000 V), aber warum sterbe ich nicht, wenn ich den Zaun anfasse?
Das liegt daran, weil nicht regelmäßig Menschen von dem Tisch springen. Die Menschen springen mal nach einer Sekunde runter und dann ist wieder Pause.

Aus dem Zusammenhang gerissen eine fantastische Begründung.

Amoklauf.

Eine kleine Geschichte:

imageVor einigen Jahren drang Charles Roberts in eine Schule der Amish ein, schickte die Jungen und die Lehrerin raus und bedrohte die Mädchen mit einer Pistole. Den Schülerinnen gelang es, ihn in ein Gespräch zu verwickeln und der Mann erzählte, er sei wütend auf Gott und verbittert. Sein erstes Kind sei kurz nach der Geburt gestorben und er könne das nicht verwinden. Er konnte nicht vergeben.
Die älteste Schülerin der Klasse bot dem Mann an, stellvertretend für die anderen zu sterben. Er solle die anderen gehen lassen und sie töten.
Aber er lehnte ab. weiterlesen

Autofahr-Physik

An anderer Stelle beschäftigte ich mich bereits mit der Fragestellung, welche Folgen ein explodierender Airbag auf ein Handy haben kann, welches man vor sein Gesicht hält.
Nun eine neue Fragestellung: Welche Auswirkungen hat ein Auffahrunfall, wenn man nicht angeschnallt ist? Kann man das irgendwie berechnen? Anschaulich machen?

Man kann!

Studenten im Unterricht

IMAG0270_BURST002Vor einigen Wochen erhielt ich eine Anfrage der Universität Siegen, ob meine Klasse 5 bereit wäre, mit Lehramtsstudenten eine Mathematikwerkstatt zu gestalten.
”Klar”, habe ich gedacht. Für Projekte, die einen mich aus dem Schulalltag herausnehmen, bin ich immer zu haben und  für die Kinder ist es sowieso spannend, mit “echten Wissenschaftlern von der Universität” zu forschen. In der Praxis ist das in einer Integrationsklasse aber dann doch nicht so einfach.

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Lernen lernen.

Wie mich diese Wendung nervt. Hat mich schon immer genervt. Meine Eltern wussten es schon immer besser. Meine Lehrer auch. ‘Ich lernte nicht richtig.’ Und sowohl mein mittelmäßiges Abitur als auch mein bescheiden erfolgreiches Studium sind weitere Indizien dafür.
Heute weiß ich das natürlich besser. Heute bin ich die Nervensäge. Meine Schüler müssen das Lernen lernen. Ich versuche das über verschiedene Unterrichtsmethoden und allgemein eine hohe Schüleraktivität. Ich formuliere das im Unterricht oft platt: “Unterricht ist manchmal wie fernsehgucken. Ihr sitzt da und lasst euch berieseln – aber es bleibt nichts hängen.”

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Besinnungsaufsatz vs. Strafarbeit²

Wie reagiert ihr, wenn der Nachbarsjunge bei euch Klingelmäuschen spielt und ihr ihn auf frischer Tat ertappt?

Diese – für uns Lehrer beinahe alltägliche – Situation diskutierten wir neulich während unserer großzügigen Kaffeepause spärlichen Wechselpause. Immer wieder klopfen vorwitzige Schüler an die Tür und rennen dann weg. Wie geht man damit um, wenn man sie erwischt?

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Schulanekdoten.

Ich versuche all meinen Schülern immer und immer wieder klarzumachen, dass man Mathematik oder Physik nicht lernen kann, indem man mir zuschaut. Vorne erklären, Aufgaben gemeinsam besprechen – all das sind Dinge, die sich meine Schüler oft wünschen, die ich ihnen aber meist verwehre. Mathematik ist eben wie dieses Bild.
Und tatsächlich haben das viele verstanden. Neulich habe ich meine Klasse 8 dreißig Minuten an einer (leichten) Aufgabe rätseln lassen, bis ich sie schließlich an der Tafel besprechen wollte. “NEEIINN!”, brüllten sofort eine Handvoll. “Herr, Klinge, lassen Sie uns in Ruhe!”

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