Uni-Umfragen (usw.)

Einigermaßen regelmäßig bekomme ich Anfragen von Studierenden, die sich mit diesem und jenem Thema beschäftigen und gerne meine Unterstützung wollen. Manchmal geht es um die Arbeit mit Lerntheken, häufiger Anfragen bzgl. der Filmlerntheken und manchmal geht’s um das Bloggen an sich. In den allermeisten Fällen unterstütze ich die Fragesteller gerne und antworte ausführlich, gebe Material dazu etc.etc.

Aber hin und wieder erreichen mich “Massenanfragen”. Wie diese:

Continue reading

Excel im Mathematikunterricht

Vor zwei Wochen lud mich meine ehemalige Seminarleiterin ein, genau heute vor ihren Referendaren einen Vortrag über “Neue Medien im Mathematikunterricht” zu halten. Dem zu entsprechen fiel mir (zugegebenermaßen) zunächst schwer: Denn eigentlich bin ich der Meinung, dass man nicht viel mehr braucht als einen Bleistift, Papier und evtl. einen Taschenrechner, um eine ganze Menge Spaß im Unterricht zu haben.

Der Umgang mit Whiteboards oder dynamischer Geometriesoftware hat mich bisher wenig überzeugt und besonders aufregend ist der Umgang mit Excel auch nicht. Neue Medien im Unterricht sind nicht so meins. Trotzdem sagte ich zu – denn zumindest der Umgang mit Tabellenkalkulationsprogrammen ist inzwischen Pflicht.

Continue reading

Hangover vs. Charlie Chaplin

Noch zwei Wochen Unterricht hier in NRW.
Tatsächlich sind die letzten beiden Wochen mitunter die anstrengendsten: Die Noten sind gemacht. Schüler wie Lehrer sind ferienreif und das gute Wetter trägt sein übriges dazu bei, die Arbeitsmoral zu senken. Es ist mehr “betreutes Rumlungern” als Bildungsoffensive.

Es ist die Zeit, in der vermehrt Filme geguckt werden, um das Schuljahr entspannt ausklingen zu lassen. Leider funktioniert das nur ein, zwei Tage lang – irgendwann hängen auch den Kindern die ewigen Filme zum Hals raus. “Nicht schon wieder was gucken…” (sic!)

Auch meine Klasse wünscht sich gemeinsames Kino im Klassenraum und ich habe vorsichtig nachgefragt.

Continue reading

Gespenstermotten (mit Glasknochen)

imageGestern haben wir eine Exkursion gemacht. Eine Kollegin wollte mit ihrer 5 (der Klasse mit der Röntgenbrille) auf irgendwelche Wiesen pilgern, in der Gespinstermotten ganze Bäume eingesponnen haben. Passte weder bei ihr, noch bei mir gerade ins Thema – aber um die Zeit nimmt man jede Exkursion mit, die sich gerade anbietet. Zumal Exkursionen ins Umfeld der Schule einfach grundsätzlich schön sind.

Mit meinen Glasknochen-Kindern ist so etwas immer etwas umständlicher, als im Normalfall – aber nichts, wovon ich mich abhalten ließe. Über die Gespenstermotte erzählte ich meiner Klasse, dass ihre Larven sich unter die Haut bohren und das Gehirn aussaugten dass sie sich am besten an die Biokollegin wenden sollten.

Bei einer Exkursion mit 60 wilden Kindern durch die Großbaustelle Siegen-Eiserfeld ist (für mich) diszipliniertes Verhalten elementar. Meine Schüler wissen das. Sie wissen auch, dass ich sofort jeden nach Hause schicke, der sich nicht benimmt. Ich würde das gar nicht schreiben, wenn ich in diesen Tagen nicht wieder merken würde, wie wichtig das für den Lehrerberuf ist: Ohne Disziplin ist es völlig egal, welche Methoden und Fachkenntnisse ich habe, weil es die Schüler schlichtweg nicht interessiert. (Ich denke manchmal, an der Uni sollte mehr “Persönlichkeitsbildung” oder “Selbstbewußtsein” geschult werden und weniger “Geschichte der Pädagogik unter Commenius” – aber das ist ein anderes Thema).

Einzelarbeit.

Nach dem Projekttag “Ein Tag im Rollstuhl”.

Lehrerin: “Ich möchte, dass es jetzt 5 Minuten ganz still ist. Und dann… (wartet bis es ruhig ist) schreibt jeder mal auf ein Blatt Papier sein Fazit. Also, was hat mir gut gefallen, was fand ich nicht so gut. 5 Minuten! Jeder für sich!

Emil (kräht): “Mit dem Paaartner?”

Einen Tag im Rollstuhl

IMAG0017Durch die freundliche Unterstützung von Herrn Weth, der im Haus der Gesundheit in Freudenberg arbeitet, bekam meine ganze Klasse die Möglichkeit, einen Schultag lang im Rollstuhl zu verbringen. Ich liebe meinen Beruf für solche Möglichkeiten.

Im Vorfeld habe ich die Klasse intensiv auf den Tag vorbereitet – die Aktion selbst aber ganz entspannt in die Hände meiner fähigen Kollegen gelegt, so dass ich bequem einen Kaffee trinken zusehen und unterstützen konnte.

Continue reading

Die 10 Gebote (…meines Unterrichts!)

Frl. Rot wies auf ein überaus amüsantes Youtube-Video hin, indem sich Juri über zehn Dinge äußerte, die er an der Schule hasste. Sehr komisch – und viel Wahrheit darin. Überhaupt ist Schule geprägt von Regeln und Gesetzmäßigkeiten. Zuallererst allerdings von uns Lehrern in Richtung Schüler.

Den ganzen Tag predige ich meinen Schülern Ge- und Verbote. (Jeder Lehrer bekommt eine Sammlung bei der Anstellung überreicht – zusammen mit einem karierten Jackett mit Flicken auf den Ärmeln, einer großen Busfahrer-Tasche und einem roten Notenbüchlein):

10 Gebote

(eine Verschriftlichung für für die Google-Reisenden und RSS-Leser am Ende des Artikels.)

Leider hört das an dieser Stelle nicht auf. Insbesondere wir Lehrer haben eine endlose Zahl von Regeln und Gesetzen zu befolgen, die sich zum Teil auch noch widersprechen. Herr Rau äußerte sich an dieser und jener Stelle darüber. Es gibt einen Leitfaden für Staatsbedienstete, in denen uns verboten wird, Facebook, Twitter und Google effektiv zu nutzen. Obwohl die Gründe nachzuvollziehen sind, entsteht der Eindruck, dass die Schule mal wieder nichts mit dem echten Leben zu tun hat. Zwei angehende Lehrerinnen schrieben just darüber, dass sie im Studium aufgefordert wurden, sich über das Handy im Schuleinsatz Gedanken zu machen. Ergebnis: Eher mau. Kollegen bilden Whatsapp-Gruppen mit ihren Klassen, erhalten Krankmeldungen über Facebook etc.etc. Der Unterschied zwischen Gesetz und Realität wird vielleicht anhand eines Schaubildes deutlich:

image

Dies alles wiegt umso schwerer, wenn man sich Herr Larbigs aktuellen Blogartikel (und insbesondere das Ende) zu Gemüte führt: Wie kann digitale Integration von Lehr- und Lernmedien fortgeführt und erleichtert werden.

Und vor allem: Wie, wenn man nur Moodle benutzen darf? Da könnte man als Lehrer glatt selbst ein Video drehen: “10 Dinge, die ich an der Schulpolitik hasse”.

Continue reading

Das Ende naht. :-)

2013-06-19 11.43.12

Das Schuljahr nähert sich langsam seinem Ende und sowohl ich, als auch die Schüler sind ferienreif.

Ein paar Projekte stehen aber noch an.
Nächste Woche Freitag bekommt meine Klasse 14 Rollstühle zur Verfügung gestellt. Der normale Unterricht wird ein wenig unter der Überschrift “Behindert durch den Schulalltag” (oder so ähnlich) stehen. Ich möchte erreichen, dass meine 26 “gesunden” Kinder zumindest einen Vormittag erleben, wie es ist, im Rollstuhl zu sitzen. Eine Auswertung folgt hier.

Die Homepage der Schule darf (und muß) noch erweitert werden.

Zwei Stapel Hefte liegen noch unkorrigiert herum, Noten müssen eingetragen und einige Konferenzen noch hinter mich gebracht werden. Um mich aufzuheitern, habe ich heute (am heißesten Tag des Jahres) bei gefühlten 38°C Raumtemperatur mit einem Eis in der Hand vor 30 empörten Schülern unterrichtet. (Meine Schüler haben mir den gemeinen Scherz verziehen.)

imageAch ja… und dann gibt es ja noch meine App: Nach zwei Tagen habe ich 94 Downloads gezählt. Ich werde im Sommer also Zugang zum PlayStore beantragen und schauen, ob ich meinen Blog nicht auch da reinbringe.

Den Halbtagsblog als Android-App

imageEnde dieses Monats beendet der Google Reader seinen Dienst. Dies ist insofern für mich von Belang, als ich fast 500 RSS Abonnenten habe – also Leute, die den Blog nicht über den Browser aufrufen, sondern meine Inhalte über ein Programm geliefert bekommen. Dieses Programm wird bei den meisten der Google Reader sein.

Bis es hier einen vernünftigen Nachfolger gibt und weil ich einen Ruf als Nerd zu verteidigen habe, also die Alternative: Meinen Blog als eigenständige Android-App.

Screenshot_2013-06-10-19-49-22Wie teuer ist die denn?
Kostenlos! Was sonst! Creative Common Lizenz!

Und was bekommt man dafür?
Jeder neue Artikel wird direkt auf das Handy geschickt. In voller Länge, inklusive Bilder und fast genauso lustig wie hier im Blog.

Warum gibts deine App nicht im PlayStore? (Appstore?)
Google verlangt 25 $ Entwicklergebühr, damit man Apps in den Playstore stellen kann. Das lohnt sich bei meinen paar Lesern nicht.

Das ist aber schade!
Finde ich auch. Darum ein Angebot: Wird die App 100x heruntergeladen und installiert, dann bringe ich sie in den PlayStore für alle.

Wirklich?
Es gibt nur eine Möglichkeit, das herauszufinden!

Wie installiere ich diese App denn?
Du lädst diese Datei hier runter. Kopierst sie auf dein Handy und klickst in einem Dateimanager einfach drauf. Fertig.

Das wars?
Ja.

Gibts keine coolere Möglichkeit?
Klar! Alternativ mit dem Handy diesen QR-Code scannen – dann startet der Download der App direkt auf das Smartphone, wo man es dann bequem installieren kann:

Apps für den Unterricht (Beamer-Fernbedienung)

Smart IR Remote (Fernbedienung Android)

In den Powerknopf meines HTC One ist ein Infrarot-Sensor eingebaut. Lange Zeit habe ich den Sinn dahinter gar nicht verstanden – es erschien mir reichlich dämlich, mein Handy aus der Hosentasche zu kramen um den Fernseher einzuschalten – wenn doch die eigentliche Fernbedienung direkt vor mir liegt.
Nun… das erscheint mir immer noch dämlich.
Aber ich habe ein Einsatzgebiet gefunden, indem mir diese App sehr entgegenkommt: In unserer Schule hängt nämlich in fast jedem Raum ein Beamer. Die zugehörigen Fernbedienungen jedoch sind an zentraler Stelle gesammelt und so manches Mal musste ich weite Wege laufen, denn einige Geräte lassen sich ohne Fernbedienung gar nicht einschalten (sic!). Inzwischen jedoch kann ich jedoch jeden Beamer der Schule direkt mit meinem Handy ein- und ausschalten. Das ist nicht nur sehr praktisch, sondern entlockt auch dem schläfrigsten Schüler ein “Wooowww, Herr Klinge! Welche App ist das? Kann ich das auch?”

Diese App funktioniert leider nur auf ausgewählten Smartphones wie dem HTC One oder dem Samsung Galaxy S4, denn es wird ein Infrarot-Sensor benötigt. Außerdem ist sie mit über 7 Euro auch sauteuer.

(Playstore Link)


Immer wieder werden hier Smartphone-Apps vorgestellt, die sich im Unterricht sinnvoll einsetzen lassen. Einen Überblick aller bereits besprochenen Programme findest du hier.

Fehlt noch etwas? Weitere Vorschläge einsenden.

Anekdoten aus der Schule

Ein Schüler starrt während der Klassenarbeit minutenlang schweigend auf eine Gleichung (3x-x = …) und meldet sich dann: "Herr Klinge, ist das ein Minus oder ein Bindestrich?"

Ich antwortete das einzige, was man in so einer Situation sagen kann. “Weder noch, es handelt sich um einen Gedankenstrich.“

Apps für den Physikunterricht (Akustik)

Frequenz Generator Pro für Android zum erzeugen von Frequenzen. Klappt sehr gut.

Installiert man die Software auf zwei Geräten (Handy & Tablet) und erzeugt mit beiden Geräten den gleichen Ton, kann man sehr schön die Überlappung von Schallwellen hören. Ausgezeichnete Software! In der kostenlosen Version laufen die Töne nur 20 Sekunden lang, in der 99-Cent-Version bis zu 5 Minuten.

Außerdem:

FrequenSee für Android.

Einfache, kostenlose Software zum verdeutlichen des Frequenzspektrums. Patscht man auf den Bildschirm, friert das Bild ein (zumindest in der HD Version).

Beide sehr nützlich im Unterricht!


Immer wieder werden hier Smartphone-Apps vorgestellt, die sich im Unterricht sinnvoll einsetzen lassen. Einen Überblick aller bereits besprochenen Programme findest du hier.

 

Fehlt noch etwas? Weitere Vorschläge einsenden.

Wie man ein Theaterstück (professionell) filmt.

Mit die beliebtesten Artikel auf diesem Blog sind “Anleitungen”. Wie fülle ich meinen Toner auf? Wie erstelle ich eine “Wer wird Millionär?”-Präsentation? Mehrere Benutzer auf einem Tablet? Wie geht dieses? Wie jenes? Heute soll ein weiterer Artikel dazustoßen:

In vielen Schulen werden sensationelle Projekte auf- und durchgeführt, die zuweilen von einem der Beteiligten aufgenommen werden. Diese Videos kommen nur selten über das typische “Homevideo”-Feeling hinaus: Die Kamera wird mit der Zeit schwer und sinkt immer wieder nach unten; man hört schwere Seufzer des Filmenden gefolgt von einem gemurmelten “Oh man.. so lang noch..!?” und dann und wann hebt ein sich Arm mit Armbanduhr ins Bild. Zwinkerndes Smiley

Ich möchte euch heute Schritt-für-Schritt zeigen, wie man mit wirklich einfachen Mitteln, ohne zu großen Zeitaufwand (!) und vor allem ohne echte Kenntnisse eine halbwegs professionelle Aufnahme z.B. eines Theaterstückes hinbekommt.

Continue reading