Noch mehr Zombies auf meinem Blog

Ich lese gerade “Feed” von Mira Grant.
Die Handlung spielt im Jahr 2040. Die Welt ist von einer Seuche befallen, die die Toten untot wieder auferstehen lässt. Die Menschheit lebt in Angst – es gibt keine großen Versammlungen mehr, jeder bleibt soweit es möglich ist, zu Hause. In dieser Zeit haben Internet-Blogs eine viel größere Glaubwürdigkeit, als die traditionellen Medien, so dass die Hauptfiguren der Buches (Shaun und Georgia Mason) entsprechend Blogger sind.

Die Autorin vermischt geschickt (pseudo-)dokumentarische Blogartikel mit der Handlung des Buches. In dessen Zentrum stehen denn auch weniger die Untoten, als vielmehr die Lebenden: Wie sich die Menschen damit arrangiert haben. Interessant (zumindest für mich) ist es allemal, Blogger im Fokus eines Buches zu sehen und immer wieder zu denken ‘ah… kenne ich’. Werbung aussortieren. Anfragen abschmettern. Gastartikel aufnehmen. Gastartikel schreiben.

imageLetzte Woche erhielt ich dann eine neue Art Anfrage: Eine Firma wolle gerne Gastartikel zu einem bestimmten Thema  auf meinem Blog veröffentlichen und würde mich dafür auch bezahlen. Hui, dachte ich, jetzt geht’s aber los.
Anfragen zum Linktausch o.ä. kommen relativ häufig vor. Eine Firma (ich muss gestehen, ich weiß nicht mehr, welche) hat mir vor einiger Zeit ungefragt eine Mag-Lite Taschenlampe zugeschickt, in der Hoffnung, sie könnten hier werben.
Aber Geld?
Ich bin neugierig geworden und habe nachgefragt. Wie viel ist Werbung auf einem kleinen Blog wohl wert?
Vor allem aber warf diese Situation noch weitere Fragen auf: Darf ich als Beamter eigentlich einen Nebenverdienst haben? Bringt mich mein Blog jetzt ins Gefängnis? Was, wenn mir jemand einen Teppich anböte? Könnte ich dann in die FDP eintreten? Und nicht zuletzt: Muss der Artikel “Als Lehrer schnell reich werden in drei Schritten” jetzt umgeschrieben werden?

Ob Eitelkeit oder nicht – es ist immer auch spannend, welche Auswirkungen das Schreiben eines Blogs so nach sich zieht. Und das sind, nach nun bald drei Jahren, durchaus einige.

Zunächst: Die genannte Firma bot mir auf Nachfrage eine langfristige Zusammenarbeit an, also mehrere Artikel pro Monat ‘für mich’ zu schreiben. Es würde sich also um eine Nebentätigkeit meinerseits handeln. Nebentätigkeiten von Beamten sind durch das Beamtengesetz, ab § 64 geregelt. Dort ist die Genehmigungspflicht beschrieben und es sind auch sogenannte “Versagensgründe” aufgeführt, also Gründe, warum man mir eine Nebeneinkunft verbietet. Und da Werbung mich in meiner “Unparteiligkeit” beeinflusst [§64, (2) 2.], vermute ich, ein regelmäßiges Einkommen würde abgewiesen. Aber genau weiß ich das nicht.

Schwieriger ist die Sache mit der Taschenlampe. Denn Geschenke, die mich “materiell besser stehen” darf ich als Beamter nicht annehmen – Stichwort: Bestechung. Das regelt eine Verwaltungsvorschrift des Bundes. Dort steht, Geschenke bis 25 € dürfen angenommen werden, es besteht jedoch eine Anzeigepflicht gegenüber dem Dienstherrn. Schwierig. Die Lampe hat ja nichts mit meinem Beruf zu tun. Tatsächlich weiß ich nicht mal mehr, wer sie mir zugeschickt hat. Wäre ich verpflichtet gewesen, sie zurückzuschicken? Auf wessen Kosten? Hätte ich sie dem Land NRW zuschicken müssen? Man stelle sich nur mal vor, man hätte mir statt der Taschenlampe einen Teppich geschenkt – wenn ich den an die Landesregierung weiterschicke.. ;-).
Um mein Gewissen zu beruhigen, habe ich mir folgende Regel auferlegt:

Das Bestechungsgeld
Die Taschenlampe wird nicht benutzt, bis zu dem Tag,
da sich die Toten wieder erheben um die Lebenden zu fressen.

Was uns schlussendlich zurück zum Buch “Feed” führt: Werde ich nun ein Zombieblogger? Erliege ich der Versuchung des Geldes und benenne meinen Blog in HalbneunLive-Gewinnspiel-Blog um?

Es bleibt spannend Smiley mit geöffnetem Mund

(Ach ja… für die Neugierigen: pro veröfffentlichtem Gastartikel hätte man mir 25 € gezahlt. Drei wären nur für den Juni drin gewesen, inkl. Aussicht auf längerfristige Zusammenarbeit.)

Vater-Tochter-Dialoge.

Ich bin eigentlich ziemlich überzeugt von meiner Erziehung.
Meine Tochter ist das, was ich als wilde Mischung von Ronja-Räubertochter und Prinzessin-Lillifee bezeichnen würde: Sie kann sich benehmen, wenn wir irgendwo zu Besuch sind oder es mir wichtig erscheint, ist dabei aber nicht immer apathisch-brav, sondern sieht abends aus wie ein schmutziger Räuber Hotzenplotz.

Hin und wieder jedoch gerate ich ins Grübeln, ob das, was ich da tue, nicht doch in einer Katastrophe enden wird.
Neulich zum Beispiel liefen Carolina und ich durch die Stadt, als ihr Blick zufällig in das Schaufenster eines Kaufhauses fiel. Dort standen eine Reihe Schaufensterpuppen in Sportklamotten, jedoch… ohne Köpfe.
Meine Tochter erstarrte, und schrie dann: “PAPAAAA! DA SIND ZOMBIES!” 
Kinder haben einen sechsten Sinn dafür, wie sie ihre Eltern ärgern können – und als Carolina merkte, dass ich sie vom Laden wegzog und mir die ganze Situation “ein wenig” unangenehm war, brüllte sie nur umso lauter. “ZOMBIES! DA SIND ZOMBIES!”

Mittwoch dann saßen wir beim Frühstück, als sie plötzlich den Löffel akurat zur Seite legte, mich ansah und sagte: ”Papa, du weißt erst was Angst ist, wenn ein Ork auf einem Fahrrad an dir vorbeifährt.”

Irgendetwas habe ich falsch gemacht. Ganz bestimmt. Zwinkerndes Smiley

Windows 8 Design fürs Android Tablet

In der großartigen TV-Serie “Big Bang Theory” gibt es diese Szene, in der die vier Hauptdarsteller (Nerds Physiker) über ihr Notebook gebeugt im Wohnzimmer sitzen und via Internet das Licht im Zimmer ein- und ausschalten. Von dieser technischen Meisterleistung begeistert demonstrieren sie das der Nachbarin Penny, die jedoch kein Verständnis dafür aufbringt. “Wow, gerade schaltet jemand aus Peking unser Licht ein!”

Spieltrieb halt.

Im Grunde bin ich ein Spielkind. Obwohl mir Handy & Co natürlich viel Arbeit abnehmen, sind sie im Grunde nur die logische Fortsetzung der Lego-Kisten von früher: Ich spiele gerne. Probiere gerne neue Sachen aus und erfreue mich kurz daran.

Seit längerem nutze ich den Launcher7 um meinem Handy das elegante Kacheldesign der Windows Phones zu verleihen. Seit einigen Tagen ist das nun auch für Tablets mit deutlich höherer Auflösung möglich: Die App “MetroUI HD” wirft jede Menge dieser ‘Tiles’ auf den Desktop und bringt etwas Struktur in die Oberfläche.

Flyer 1

Obwohl ich eigentlich ein Fan der HTC Sense-Oberfläche bin, nervt sie mich auf dem Flyer ganz extrem. Eine enorme Platzverschwendung sorgt dafür, dass man nur wenige Apps auf dem Bildschirm ablegen kann, verbunden mit dem langsamen Wechsel der Seiten ist das ziemlich nervig.
Nun also MetroUI HD. Auf 10”-Geräten sicher noch eindrucksvoller, aber zum ersten Mal bin ich nicht ganz so genervt vom User Interface. Das gefällt. Kachelgröße und Art kann man frei bestimmen. Animierte Live-Tiles gibt es (bisher) noch nicht – aber zumindest Facebook gibt direkt Nachricht, wenn es was neues gibt.

Flyer 2

Sehr unschön und darum für den Dauergebrauch nicht so richtig zu empfehlen: Jede Kachel wird als Widget auf dem Bildschirm abgelegt – und das zieht Strom. Und zwar massig. Mein Flyer hält normalerweise drei bis vier Tage durch – mit MetroUI nur noch einen. Auf dem Screenshot zu erkennen: 15:51 Uhr und außer Mails abgerufen und zwanzig Minuten gelesen habe ich nichts gemacht – trotzdem nur noch 54% Akku. Das ist zu wenig. Und Handy und Tablet jeden Abend zu laden, ist mir dann doch etwas viel. Nachdem ich das Gerät komplett neu aufgesetzt habe, hat sich das Problem mit dem Stromverbrauch gelegt.
Außerdem merkt man, dass die App erst ein paar Tage alt ist: Warum zeigt das Kalender-Tile z.B. nur das Datum an, aber nicht den nächsten Termin? Warum kann ich keine bestimmten Fotoalben auswählen (der zeigt so haufenweise Plattencover an)? Warum gibt es keinen Kontakte-Tile? Warum keinen Mail-Tile mit Anzeige der neuen Nachrichten? etc.

Vielleicht ändert sich da was in den nächsten Wochen. So kann ich das bisher jedoch leider nicht empfehlen nur WP7-Fans empfehlen.

Vorlagen für Tiles (Kacheln) gibt es hier und hier zuhauf gratis, ich habe mir irgendwann Icon7 gekauft.

 

Tags: WP7, Android, Tiles, Tablet, Windows Phone 7,

Arbeiten mit Google Documents

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Nachdem eine meiner Klassen für den DFB Berichte zur kommenden EM schreibt, habe ich mich entschieden, den “Akt des Schreibens” ins Internet auszulagern.

Ausgangspunkt ist der Wunsch nach einer eleganten Möglichkeit, mit zwanzig Leuten an einem Dokument zu arbeiten, ohne dass achtzehn gelangweilt herumstehen.
Die Google Documents bieten hier ein fabelhaftes, kostenloses Umfeld um genau das zu tun – verschiedene Leute können an einem Dokument arbeiten.
Um Datenschutz etc. habe ich mir im Vorfeld keine besonderen Gedanken gemacht. Die Hälfte der Schüler hat bereits über ihr Android-Handy einen Google-Account, der Rest hat sich mit mehr oder weniger gefakten Namen schnell einen gemacht.

Seitdem sind ein paar Tage vergangen. Unsere Vorstellung war ein erster Test – der reibungslos abgelaufen ist.
Heute ist der Vorbericht über Portugal fertig geworden – ebenfalls ausschließlich von zu Hause in kooperativer Arbeit entstanden.
Positiv dabei: Mein zusätzlicher Arbeitsaufwand beträgt pro Tag etwa 5 Minuten. Ich schaue abends kurz in die Dokumente und lese, was die Schüler so geschrieben haben. Korrigiere hier und da einen Rechtschreibfehler und setze eine Anmerkung [Klinge: Was bedeutet das? Warum vertragen die Portugiesen weder Otternnasen noch Ozelothmilch?]. Mit einigermaßen motivierten Schülern kommt dabei recht zügig ein brauchbares Ergebnis zustande.
Negativ: Ich kann nicht nachprüfen, welcher Schüler was geschrieben hat. Es kann sein, dass sich die ganze Arbeit auf die fünf, sechs Schüler verteilt, deren Namen ich im “zuletzt bearbeitet von”-Feld sehe. Für eine gerechte Beurteilung ist das zu wenig.

Bei zukünftigen Projekten würde ich aber jederzeit wieder so arbeiten. Der Arbeitsaufwand ist im Verhältnis zum Ergebnis absolut marginal. Unseren Bericht gibt es ab Donnerstag oder Freitag übrigens hier zu lesen.

Ein Rätsel

Diesen Montag kam mein Freund Nils auf mich zu und erzählte mir eine spannende Geschichte: Sein Professor wäre mit einem Rätsel auf ihn zugetreten, welches Grundschulkinder im Allgemeinen ziemlich zügig lösen würden und Frauen nach wenigen Minuten. Männer bräuchten seiner Erfahrung nach deutlich länger aber am schlimmsten sei es mit Mathematikern, die seien außerstande, der Lösung auf die Spur zu kommen.

Nun war meine Neugierde geweckt. Ich wollte wissen, worum es ging und ob ich mehr Mathematiker als Mann sei. Folgende Reihe von Zahlen sei gegeben:

1, 11, 21, 1211, 111221, 312211, …?

Welche Zahl kommt als nächstes?

Natürlich liegt in Zeiten von Google und Wikipedia die Versuchung nahe, sofort auf die Lösung zu schielen.
Ich möchte an dieser Stelle aber an den populärsten Artikel dieses Blogs überhaupt erinnern: “Mathematik ist wie… dieses Bild”: Nicht die Lösung ist das Entscheidende, sondern der Prozess dahinter. Das Nachdenken, grübeln, Lösung finden. Lasst euch Zeit beim Denken. Genießt das Grübeln, die Lösung ist nicht schwer (zumindest für die Leserinnen dieses Blogs).
Mein Kollegium jedenfalls denkt und forscht und erfreut sich daran. Ein Schüler hatte tatsächlich nach gut zwanzig Minuten die Lösung. Ähnlich wie bei dem Bild gibt es auch hier genau eine Lösung und wenn man es weiß, ist man sich ganz sicher. Wenn man “vermutet” oder “rät”, dann ist es ziemlich sicher falsch.

Also: Kinder recht flott, Frauen zügig, Männer lahm, Mathematiker gar nicht.

EM Berichterstatter (1)

Nachdem der DFB unsere Bewerbung als Nachwuchs-Reporter angenommen hat, standen zwei Dinge auf dem Plan.
Zunächst einmal die spöttischen Kommentare meiner Kollegen ertragen und zum anderen musste ich mir Gedanken über die Organisation machen. Unsere Aufgabe wird sein, verschiedene Länder der EM vorzustellen. Zum einen sachliche Informationen, zum anderen Anekdoten oder welchen Stellenwert der Fußball dort hat. Mit reichlich Erfahrung in Sachen Gruppenarbeit stand ich vor einem Problem:

23 Schülern, aber wenige Artikel.

Ich habe mich für eine technisch-spielerische Lösung entschieden: Google Documents, bzw. Google Drive, wie es heute heißt. Das ist im Grunde eine Art “Online-Word”, auf dem jeder von zu Hause zugreifen kann, dem ich es erlaube und der einen Google Account hat.
Ich habe bisher gar nicht mit Google Documents gearbeitet und war gespannt, wie ich selbst hineinfinden würde und ob ich zwei Dutzend Siebtklässlern den Zugang ermöglichen könnte.

1. Schritt: Alle brauchen einen Google-Account.
Bei gefühlten 30° im Computerraum (einer der spärlichen Sonnentage der Stadt Siegen…) gegen den Lärm von zwanzig begeisterten Kindern anzukämpfen ist antrengend selbstmörderisch. Meine Fresse! Der eine hat sein Passwort vergessen, der nächste die Ziffer in seiner E-Mail-Adresse. Wieder einer hat eine Nicht-Google-Adresse und benutzt sie aber für seinen Google-Account und möchte wissen, ob das auch bei Google-Documents klappt und noch jemand hat sich verklickt und weiß nicht mehr vor und nicht zurück. Und alle versuchen gleichzeitig bei 35° C auf mich einzureden. Und wie Grundschüler kommen sie dazu ganz nach vorne und bilden eine verschwitzte Menschentraube um mich. Ich schwitze. Die Schüler schwitzen. Und es ist ohrenbetäubend laut.

2. Schritt: Alle müssen Zugriff auf den von mir freigestellten Ordner und die Dokumente bekommen.
Ging eigentlich ganz schnell. Nur flux die E-Mail-Adressen eintragen und fertig.

3. Schritt: Kooperatives Arbeiten.
Alle schauen sich ein Dokument an und ich möchte demonstrieren, wie man kooperativ (also zu mehreren daran arbeiten kann. Das klappt irgendwie zu gut. Denn ständig ändert irgendein Schüler etwas. Und bei jeder Änderung poppt ein kleines Farbfeld im Text auf, dass einen informiert, wer hier gerade rumpfuscht. Ping. Ein Schüler fügt ein Wort hinzu. Ping. Ein andere löscht es sofort wieder. Ping. Einer schreibt HAHA ans Ende. Ping. Ein anderer löscht es. Dreiundzwanzig Schüler fangen an, gleichzeitig an einem Dokument zu fummeln und bei gefühlten 38° sehe ich nur noch bunte Punkte vor mir. Einige regen sich auf. Andere lachen. Wieder andere beteuern ihre Unschuld. Es wird lauter. Und heißer.

Aber es funktioniert.

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Irgendwann herrscht Ruhe. Alle Bildschirme sind aus. Die Schüler sitzen wie Strafgefangene auf ihren Händen, um weder Maus noch Tastatur zu berühren zu können.
Endlich kann ich ein paar Worte sagen. Organisatorisches. “Kommentare bitte in eckigen Klammern. Jeder Schüler kann überall die Stichpunkte ergänzen – den Fließtext dürfen aber nur die Kerngruppen bearbeiten.”

Und es klappt. Ganz wunderbar sogar.
Abends sitze ich zu Hause uns kann zusehen, wie einzelne Schüler die Texte bearbeiten. Ich kann ihnen sogar beim Denken zu sehen: Sätze werden geschrieben. Gelöscht. Umformuliert. Neu geschrieben.

Ein absoluter Traum für konspiratives kollaboratives Arbeiten in der Schule. Ich wünschte, so etwas hätte es schon zu meiner Zeit gegeben!

Als ich völlig erschöpft im Lehrerzimmer niedersinke und stolz auf die Stunde zurückblicke, nähert sich meine Lieblingskollegin von der Seite. “Sag mal”, grinst sie, “kann es sein, dass Schule für dich eine Art Spiel ist? Du willst herausfinden, wie schlimm eine Situation werden kann und wie es dir dann geht?”

Ich überlege kurz. “Ich bin Dortmund-Fan. Da ist man Leidenszeiten gewöhnt!” 😉

Die Geister, die ich rief…

ColorTouchIch habe eine besondere Klasse.
Genau genommen habe ich nur besondere Klassen, aber diese siebte Klasse sticht durch ihre Fußball-Begeisterung negativ auffällig hervor.
Jungen wie Mädchen begeistern sich gleichermaßen für den Sport: Während der Pausen wird draußen gekickt und während des Unterrichts heimlich über die letzten Transfergerüchte gesprochen.

Als der DFB nun, im Zuge der kommenden EM alle fünften bis achten Klassen dazu aufrief, sich als Nachwuchsreporter zu bewerben, sah ich meine Chance gekommen. Als Rache sozusagen. “Ihr habt mich jetzt Woche für Woche mit der Bundesliga abgelenkt, jetzt will ich auch mal sehen, was in euch steckt!”

Gesagt. Getan.
Wir formulierten eine Bewerbung und brachten unsere besonderen Talente zum Ausdruck. Besonders schön – die Fremdsprachen-Kenntnisse einzelner Schüler könnten genutzt werden, um unsere zukünftigen Berichte zu übersetzen. Stichwort: Integration.

Ich freute mich über das Engagement, rechnete aber nicht ernsthaft mit dem Erfolg unserer Bewerbung.

Bis ich dann heute Post vom DFB bekam: Ja, liebe 7c. Nun wird es ernst!
Wir sind ab sofort Nachwuchsreporter des DFB und werden uns nun so richtig in die Arbeit stürzen dürfen.

Herzlichen Glückwunsch!

(Und ganz ehrlich.. Lehrer sein ist einfach der coolste Beruf der Welt! Ist das nicht… geil?! Das ich sowas machen darf? Wuhuuuu)

HP TM2 auf 32bit

Ein Eintrag wirklich nur für Google-Reisende:

Weil der Druckertreiber für OneNote in der 64bit Version immer noch bescheiden ist (man kann nur vorgefertigte DIN-Normen drucken) habe ich meinen Rechner komplett formatiert und Windows 7 32bit (x86) installiert. Alles läuft wunderbar, bis auf den Fingerabdrucksensor – die Treiber der HP Homepage sind leider nur für 64bit Betriebssysteme ausgelegt.

Schlußendlich funktioniert hat es mit diesem Treiber und dieser Software.

 

Google-Schlagworte: fingerprint reader; x86; x64; HP Touchsmart tm2; 1090eg; digitalpersona personal;

Ein Verbotskatalog für Lehrer.

Datei:Vienna-convention-sign-B2a.svgDer Regierungsbeauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs Johannes-Wilhelm Rörig handelt gegenwärtig mit vielen wichtigen Leuten einen Verhaltenskodex aus, der unter anderem festlegt, dass Lehrer und Erzieher

  • bei gemeinsamen Übernachtungen die Räume der Minderjährigen erst nach Anklopfen betreten dürfen
  • die Kinder nicht im eigenen PKW nach Hause fahren dürfen
  • Facebook-Kontakte zwischen Lehrern und Schülern verbietet.
  • und die Anwesenheit in Dusch- und Waschräumen generell untersagt [Link]

Sexueller Missbrauch ist ein ernstes Thema und ich kann nachvollziehen, dass das Erstellen von Verbotskatalogen nach einem richtigen Schritt klingt, mit dem man Kinder schützt. Ich behaupte jedoch, dass ein solcher Katalog den Kindern – zumindest in der Schule – eher schadet, als nützt und vielleicht kann der ein odere andere Lehrer meine SIchtweise bestätigen (oder widerlegen).

Ich möchte mich gar nicht mit den harmloseren Dingen wie “erst nach Klopfen die Räume betreten” oder “Kinder ohne Körperkontakt wecken” auseinandersetzen. Kein Lehrer mit halbwegs gesundem Menschenverstand wird ein Zimmer mit SchülerInnen betreten, ohne vorher zu klopfen.
Was die verbotenen Facebook-Kontate angeht: Sollte man vielleicht Christian von Boetticher (“Es war schlichtweg Liebe.”) von der CDU mal befragen und evtl. Politikern den Kontakt mit dem Volk verbieten…!? Im Ernst – das ist doch Unsinn. Wie schon an mehreren Stellen ausgeführt, nutzen viele Lehrer Facebook als reines Werkzeug.

Spannend – und auf den ersten Blick harmlos – ist die Forderung, Lehrer dürften “Dusch- und Waschräume nicht mehr betreten”. Denn obwohl dieser Grundsatz erstmal vernünftig klingt, wäre er im Alltag eine Katastrophe!Übersetzt heißt heißt das nämlich, Rörig fordert Aufsichts-freie Räume.

Mal Schritt für Schritt gedacht.
Erstens: Wie oft habe ich es erlebt, dass mein Sportlehrer in die Duschen gekommen ist? Nie. Nicht ein einziges Mal. Habe ich an meinen Schulen je gehört, dass dies der Fall gewesen ist? Auch nie. Im Normallfall passiert so etwas auch nicht. Das weiß jeder Sportlehrer selbst.
Zweitens: Jeder kennt die Stellen auf dem Schulhof, die relativ uneinsichtig sind. Die Aufsicht kann hier nur schwer oder gar nicht reingucken. An diesen Stellen findet man zum einen die Raucher, zum anderen die Schläger. Wird irgendwer verhauen oder beklaut, dann in diesen dunklen Ecken, wo es keine Aufsicht gibt.

Wenn nun Lehrern offiziell verboten würde, die Duschen zu betreten, hätte man eine solche aufsichtsfreie Zone geschaffen. Was immer dort passiert – der Lehrer darf dort nicht rein.
Kerngedanke der “Aufsicht” in der Schule ist nämlich nicht die totale Kontrolle wie im Gefängnis. “Aufsicht” bedeutet, die Kinder müssen sich “beaufsichtigt fühlen”. Sie müssen also das Gefühl haben, dass ein Lehrer jeden Moment dazukommen kann. Auch in der Dusche kann Johannes dem Wilhelm nicht eine zimmern, weil der Lehrer jederzeit das Recht hat, dazwischenzufahren.

Solche Verbotskataloge nützen gar nichts. Ganz im Gegenteil, sie richten nur Schaden an. Was wir brauchen, ist mehr Transparenz und nicht mehr Verbote.

Darf man als Lehrer auch Mensch sein?

Darf man als Lehrer auch Mensch sein?
Diese Frage stelle ich mir manchmal. Zum Beispiel wissen fast alle meine Schüler, dass ich Fan von Borussia Dortmund bin. Und schon fast traditionell trage ich nach dem Gewinn der Meisterschaft einige Tage das BVB-Trikot über unter meinem weißen Hemd. Das freut einige Schüler, andere regt es auf. Ganz sicher ist es eine kleine Ablenkung vom Unterricht.

Außerdem trage ich hin und wieder Nerd-Shirts, also T-Shirts mit abgedrehten Anspielungen, unverständlichen Scherzen und dergleichen. Mittwochs ist mein Nerd-Tag. Auch dies sorgt mancherorts für Freude, auf jeden Fall aber für leichtes (besorgtes?) Grübeln.

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In meinen klaren Momenten zwischendurch frage ich mich, welche Wirkung das auf die Schülerinnen und Schüler macht. Wenn ich an meine ehemaligen Lehrer denke, dann erinnere ich mich tatsächlich vor allem an jene Lehrer, mit denen ich irgendeine Geschichte verbinde. Mein Englisch-Lehrer in der Unterstufe zum Beispiel war Mönchengladbach-Fan, an seinen Namen kann ich mich dagegen nicht mehr erinnern.

Als negativ ist sicher zu nennen:

  • Diskussionen über das Pro und Contra von Borussia Dortmund bzw. dem Witz des T-Shirts
  • ganz allgemein eine Ablenkung vom Unterricht
  • …?

 

Positiv fiele mir ein:

  • die Schüler lernen mich als Menschen kennen, nicht als Roboter, der nur in der Schule lebt und arbeitet
  • eine Horizonterweiterung, wenn man plötzlich über den Doppler-Effekt oder Schrödingers Katze spricht
  • mehr BVB-Fans in der Welt: Denn was ich geil finde, müssen die Schüler natürlich auch geil finden 😀
  • …?

 

Wie handhabt ihr das? Dürfen alltägliche Spleens bei euch in den Unterricht? Oder anders: Empfindet ihr Lehrer als positiver, wenn sie sich mit ihren Hobbies zurückhalten?

 

[Das T-Shirt übrigens ist eine Anlehnung an die Serie “The Big Bang Theorie”, in der von den Hauptfiguren (genialen Physikern und Star-Trek-Fans) eine Abwandlung von Stein, Schere, Papier gespielt wird: ‘Stein, Schere, Papier, Echse, Spock’. Dabei gilt:
”Schere schneidet Papier, Papier bedeckt Stein, Stein zerquetscht Echse, Echse vergiftet Spock, Spock zertrümmert Schere, Schere köpft Echse, Echse frisst Papier, Papier widerlegt Spock, Spock verdampft Stein und wie gewöhnlich: Stein schleift Schere.”]

Mein erster Dienstunfall.

Was wie der Beginn eines Aufsatzes (“Mein schönstes Ferienerlebnis”) klingt, ist mir heute tatsächlich passiert: Mein erster Dienstunfall.

imageUnd wie das so ist, steht man beim ersten Mal erstmal etwas ratlos da. Die Schüler schauen. Man selbst schaut. Und Tropfen für Tropfen rinnt das Leben das Blut aus meiner Hand.

Ich komme vom Land. Zu uns kam einmal im Jahr der Tierarzt und der hat in einem Rutsch Tiere und Kinder gleichermaßen Zähne gezogen, geimpft oder Wurmkuren verabreicht. Und ich entstamme einer stolzen Medizinerfamilie. Das man als normaler Mensch zum Arzt gehen kann, ist weder mir noch meinen Geschwistern bekannt. Ein ziemlich tiefer Schnitt offenbahrt mir einen Blick in das Innere meiner Hand. Wo aber hin damit?

Zunächst einmal im Sekretariat einen “Dienstunfall” melden. Aha. Dann ein Formular ausfüllen. “So schlimm ist es doch nicht, oder?”, frage ich interessiert.
“Falls es aber schlimmer wird, sich entzündet oder so, muss man dokumentieren, wo es herkommt.”, erläutert mir die Sekretärin geduldig. Zwei Kollegen mit medizinischer Ausbildung begutachten den Schaden. “Zwischen den Fingern… Das ist ne saublöde Stelle”, meint der eine. “Ich würde das nähen lassen”, kommentiert der andere. Meine irritierten Blicke deuten sie richtig. “Von einem Arzt” insistieren sie, als ich Frau Müller vom Hauswirtschaftskurs heranwinke.
Geduldig schreiben sie mir eine Adresse auf. Ein notdürftiges Pflaster hält die Wunde zusammen.

In der Praxis werde ich fröhlich empfangen. “Wie ist das denn passiert?”
Ich überlege, rücke dann aber mit der Wahrheit heraus. “Ich bin an der Tafel hängen geblieben.”

Betretenes Schweigen.

Man schaut mich an, wie meine Frau mich ansieht, wenn ich etwas wirklich Dummes gesagt habe. “Naja” beginne ich zu stottern, “…unter der Tafel ist doch so ein Kreideablage-Blech und da bin ich an der Ecke… Können wir im Bericht vielleicht schreiben, ich sei gestürzt, damit es nicht ganz so dämlich klingt?”

“Aber es ist dämlich”, sagt denkt der Arzt. Er begutachtet die Wunde und stimmt meinen Kollegen zu – das sollte genäht werden. Diesmal leider nicht mit der bunten-Blumen-Vollnarkose von vor drei Jahren. Freundlicherweise werden von der OP Fotos gemacht. “Für den Biologie- oder Hauswirtschaftsunterricht”, erkläre ich.
Im Anschluss ein Gespräch darüber, ob und wie lange ich mich krankschreiben lassen möchte. Schließlich sei ich die nächsten Tage durchaus eingeschränkt. Ich muss kurz an Gerhard Schröders Kommentar über die “faulen Säcke” denken und antworte: “Bis zu meinem 65. Lebensjahr, bitte.”

Das ist leider nicht möglich.
”Na, dann kann ich auch morgen wieder arbeiten gehen”, erwidere ich fröhlich und fahre heim.

Das Beste an der ganzen Geschichte ist aber mein T-Shirt. Es ist heute angekommen Smiley mit geöffnetem Mund

 2012-05-08 13.28.01