Die große Erschöpfung!?

2010-08-09 13.46.42Ich bin ein ganz großer Fan von Bill Cosby. Ich liebe seine Fernsehserie wegen ihres durchweg positiven Familienbildes, ich liebe Cosbys Humor und seine Art, über Familie und Ehe zu sprechen. Ich liebe das, weil ich Familie liebe. Weil ich meine Ehe liebe. Und weil ich meine Tochter liebe und auch noch das Vergnügen habe, beruflich mit Kindern arbeiten zu dürfen.
Neulich bin ich über einen lustigen Test für werdende Eltern gestoßen. Er stammt aus dem Buch “A beginners guide to fatherhood” von Colin Falconer. Ich finde den Test ganz lustig, weil ich Familie liebe und weil ich kleine Babys süß finde und gerne mit Kindern arbeite.

Ein Auszug:

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Statistik im Schaubild

Wider besseren Wissens lese ich mir bei Artikeln auf SPIEGEL ONLINE die Foreneinträge durch. Immer wieder. Obwohl ich weiß, welcher Mist da verzapft wird, kann ich mich diesem Sog nicht entziehen. So auch heute, als eine Hochstapler-Lehrerin ertappt wurde und die Forumsteilnehmer der Reihe nach diagnostizieren, dass die gute Frau das “sicher besser machte, als die ganzen studierten Lehrer.”

Und jedesmal, wenn dort ein killian84 schreibt, dass seine Nachbarin, eine Lehrerin ständig im Garten sitzt und überhaupt nie arbeitet und deshalb per se alle Lehrer faule Säcke seien… hach…
Es wird mal wieder Zeit für ein Schule im Schaubild:

Statistik im Schaubild

Mathematik-Uhren (zum selber basteln)

Einer der meistgelesenen Artikel des Blogs ist die Anleitung zum Bau einer “Countdown-Uhr” – für viel Freude sorgt außerdem meine Nerd-Uhr im Klassenzimmer, die statt normaler Ziffern die Binärcodes der entsprechenden Zahlen aufweist.

Im Internet gibt es eine ganze Menge teurer Uhren für naturwissenschaftlich begeisterte Menschen Nerds zu kaufen. Grund genug, mich diesem Trend anzuschließen und euch zumindest zwei dieser Uhren hier zu präsentieren.

Die Ziffernblätter gibt es hier als veränderbares .docx oder als statisches .pdf zum downloaden. Von der Größe her passen sie optimal in eine IKEA-RUSCH Uhr. Die ist nicht hübsch, aber funktional und günstig.

Erste Uhr: Die 9er Uhr.

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Den Mathematikern unter euch sind die vollführten Operationen bekannt – den anderen jedoch völlig egal. Also spare ich mir eine Erläuterung und leite viel lieber zur absoluten Nerd-Uhr über:

Nerduhr

Wer über die Bedeutung der einzelnen “Ziffern” rätseln möchte, sollte lieber nicht mehr weiterlesen – für alle Interessierten folgt nun eine Aufschlüsselung dieser Sammlung an kruden Zeichen:

  1. Die Legendre-Konstante ist eine mathematische Konstante, die in einer 1798 von Adrien-Marie Legendre aufgestellten Formel zur Abschätzung der Anzahl der Primzahlen, die nicht größer als eine gegebene Zahl n sind, auftritt. Ihr Wert wurde später als genau 1 nachgewiesen.
  2. Ein mathematischer Witz: Unendlich viele Mathematiker gehen in eine Bar. Der erste bestellt ein Bier, der zweite ein halbes Bier, der dritte ein viertel Bier und so weiter. Der Barkeeper sagt: “Ihr seid alle Idioten” und stellt zwei Bier auf den Tresen.
  3. Der HTML Hexcode.
  4. Kongruenzrechnung der Zahlentheorie in der Mathematik, zuweilen auch Restklassenarithmetik genannt.
  5. Der Goldene Schnitt. Etwas verarbeitet.
  6. Drei Fakultät: 3·2·1=6
  7. Eine sich endlos wiederholende Nachkommastelle, die man mit dem Cauchy-Konvergenz-Kriterium als genau 7 berechnen kan
  8. Die grafische Darstellung eines binären Codes
  9. Ein Beispiel für eine Quaternäre Zahl – im Gegensatz zu unserem (auf der Zahl 10 basierenden) Dezimalsystem, würde das Zahlsystem auf der Zahl 4 beruhen. (Das ist übrigens nicht irgendein Quatsch, sondern ein kalifornischer Indianerstamm (die Chumash) haben mithilfe des quaternären Zahlensystems gezählt – heutzutage nutzt man das u.a. bei der Berechnungen der vierdimensionalen Raumzeit.)
  10. Der Binomialkoeffizient. Wird in der Kombinatorik genutzt.
  11. Die hexadezimale Version der Zahl 11. Hexadezimale Zahlen sind übrigens ein Zahlensystem, dass auf der 16 beruht: 0-9 & A-F.
  12. Eine schlichte Wurzel zum Abschluss.

Na, ist das abgefahren? Smiley mit geöffnetem Mund

Neues Jahr.

Das neue Jahr hat begonnen und ich hoffe, ihr hattet schöne Weihnachten, einen guten Start ins neue Jahr und womöglich großartige Ferientage.

Ich habe mit Familie und Freunden gefeiert und die Zeit wahnsinnig genossen. Nebenher mehrere Bücher gelesen und außerdem Bill Cosbys Show “Far From Finished” genossen. Unglaublich komisch. Und typisch Cosby: Man kann die Show sowohl mit dem dreijährigen Enkel als auch der 97jährigen Uroma gucken: Er verzichtet konsequent auf Witze über Minderheiten, Drogen, Sex oder Gewalt. Statt dessen viel Selbstironie und amüsante Anekdoten. Herrlich.

Ein kurzer Rückblick, bevor ich wieder neu durchstarten kann: Das letzte Jahr hatte nicht nur Schönes, sondern auch einige negative Erlebnisse zu bieten: Im Frühjahr ein heftiger Autounfall und im Sommer die Beerdigung meines Opas. Großartig dagegen der traumhafte Urlaub in Florenz und die viele Zeit, die ich mit meiner Tochter genossen habe. Seit kurzem schreibt außerdem meine Kollegin Eva hier im Blog (was ich ganz fantastisch finde). Überhaupt – das Blog:
Im letzten Jahr durfte ich über 770.000 Besucher hier begrüßen. Das ist einerseits schmeichelhaft (man schreibt schließlich, um gelesen zu werden), hat mir aber auch meine Grenzen aufgezeigt – bin ich doch nebenberuflich auch Lehrer und Familienvater.

Was steht nun im kommenden Jahr an?

Zunächst einmal machen viele Referendare ihr Examen und da bin ich auf die ein oder andere Weise involviert und fiebere sicher auch bei dem ein oder anderen mit.
Rob Bell hat sich im vergangenen Jahr eine wirklich coole Reihe über die Bibel verfasst, mit der ich mich intensiv auseinandersetzen will – mal sehen, wann ich dazu Zeit finde.
Außerdem haben meine Frau und ich gerade ein Haus gekauft – auch das wird ganz viel Zeit und Energie kosten.
Ich weiß von einem neuen Kurs, den ich ab dem Halbjahr übernehmen werde und nicht zuletzt laufen immer noch einige Projekte in der Schule und auch meine Inklusionsklasse wird mich weiter fordern.

2013-12-31 12.02.30Bis dahin aber spiele ich mit meiner Tochter weiter “Herr der Ringe” auf der Xbox. Ich bin ja kein großer Spieler vor dem Herrn, aber zu zweit im Splitscreen-Modus… das macht richtig Laune.

Jahresausklang

2013-12-19 09.35.58“Die letzten Tage vor Weihnachten sind für alle Menschen anstrengend. Alle drehen durch!”, erklärt mir eine Freundin mit richtigem Beruf ohne Mitgefühl. ”Aber in der Schule drehen die Kinder durch und sind laut dabei!”, versuche ich es erneut. Doch ohne Erfolg.

An meiner Schule gestalten die 5er und 6er jährlich eine Weihnachtsfeier für die Eltern und Mitschüler. Dabei präsentieren sie, was sie in ihren AGs und Musisch/Künstlerischen Fächern gelernt haben. Vom Rhönrad über Jonglage-Gruppen hin zu Chor und Orchester findet sich da eine ganze Menge. Zusätzlich zu den Vorbereitungen und Proben finden nebenher noch Elterngespräche statt. Die  sind in der Regel positiv, aber auch zeitintensiv. Dazu gab es diese Woche eine Konferenz mit den Inklusionshelfern meiner Glasknochenkinder und dem Verein, der sie betreut. Außerdem standen die Gutachtenkonferenzen der Referendare an. Dabei setzen sich alle betreuenden Kollegen zusammen und werten die vergangenen Monate aus, damit der Schulleiter ein Gutachten über den- bzw. diejenige schreiben kann. Die Note dieses Gutachtens geht letztlich mit 25% in das Zweite Staatsexamen mit ein – ist also ein bedeutendes Stück Papier. Viele Referendare hatte ich selbst im Unterricht, mit anderen habe ich Projekte angestoßen, wie bspw. das Schreiben unserer NW-Workbooks.

Außerdem in dieser Woche: Eine Fortbildung des Ministeriums zur “Implementierung der neuen Kernlehrpläne im Fach Physik in der Sekundarstufe 2”. Ja. Hm. Ich fand es nett, ein paar Kollegen kennenzulernen. Insgesamt sehe ich da aber viel verschenktes Potential.
Platt gesagt: Wenn ich zusammen mit einer Referendarin binnen 12 Monaten drei komplette NW-Workbooks für die Klassen 5 und 6 zusammenstellen kann, die an unserer Schule mittlerweile von vielen Kollegen dankbar als Leitfaden angenommen werden – wieso schafft das Ministerium das nicht? Dort wird von Vernetzung gesprochen und Austausch und diesem und jenem. Mit ihren Mitteln könnten die in kürzester Zeit… ach. Jedenfalls: Ein ganzer Tag ging dafür drauf.
Heute dann ein Brennballturnier mit den Parallelklassen und die Muppets Weihnachtsgeschichte. Morgen wird noch gefrühstückt und dann sind endlich Ferien.

Letztlich sah meine Woche etwa so aus:

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Richtiger Unterricht war diese Woche kaum dabei – aber auch das gehört zum Lehrerberuf.

Nun sind aber erst mal Ferien und mindestens bis nächste Woche Mittwoch wird sich nur erholt.
Euch eine großartiges, ruhiges, besinnliches, familiäres Weihnachtsfest und vielen Dank fürs Lesen in diesem Jahr voll spannender Projekte, Exkursionen, Angriffen von osteuropäischen Hackernetzwerken und und und.

Bis zum nächsten Jahr.