Filmbeitrag über die DFB-Aktion

Ein bisschen seltsam ist es ja schon, sich selbst im “Fernsehen” zu sehen, aber die Aktion ist einfach zu cool, um unerwähnt zu bleiben: Der DFB hat den Filmbericht über unsere Klasse online gestellt.

Unbedingt angucken :-)

Link zum Video oder direkt hier:

Vielen Dank an den DFB, die teilnehmenden Schüler und die Kollegen für die großartige Unterstützung. Smiley mit geöffnetem Mund

Elternabend für die neuen 5er

Wenn man so junger Lehrer ist wie ich, macht man alles vieles zum ersten Mal. Nächstes Jahr bekomme ich meine erste 5 und ich bin mindestens so aufgeregt und fröhlich, wie die Schüler.

Vorgestern war Elternabend, bei dem allerlei Informatives weitergegeben wurde. (Auch für mich Zwinkerndes Smiley)

Am Anfang einige Schüler, die allerlei Kunststücke vorführten. Jonglieren. Tanzen. Jonglieren und tanzen gleichzeitig.

Anschließend eine Präsentation der “Top-10-Elternfragen”.

  • “Mein Kind war nach der Grundschule spätestens um zwei zu Hause. Wie soll es da mit Ganztag klarkommen?”
  • “Die Schule ist ja rieeesig. Wie sollen sich die Kleinen denn hier zurechtfinden?”
  • “Bis jetzt hatten die Schüler eine Klassenlehrerin, aber jetzt sind da ganz viele Lehrer! Wie sollen die Kindes damit zurechtkommen?”
  • “Wie teuer ist das Mittagessen in der Schule?”
  • “Was bedeuten die ganzen Abkürzungen? MuKu? DuG? NW? WP1?”
  • “Wie kommen die Kinder mit dem Bus zur Schule?”

 

Danach die Vorstellung der neuen Klassenlehrer (IIICCCHHH Party-Smiley) und dann der allgemeine Infoteil über Bücher etc.

Wirklich skurril ist: Ich kann mich noch an meine eigene “Einschulung” in der 5. Klasse erinnern. Wie ich aufgeregt in der Aula saß und versucht habe, mir die Gesichter zu merken. Und natürlich weiß ich noch, wie man sich als ‘Eltern’ bei so einem Info-Abend fühlt.
Aber… vorne zu stehen. Und zu wissen, da kommt ein ganz grandioser Jahrgang mit viel Spaß auf mich zu, ist einfach.. Wow!

Auf die Gefahr, mich zu wiederholen: Dieser Beruf ist sooo geil! Smiley

Suppe pusten

Am Mittagstisch mit meinen Kollegen bemerkte ich die riesige Anzahl an Studenten, die äußerst intensiv in bzw. auf die brühend heiße Mensa-Vorspeisensuppe pusteten. Einige Löffel später entschied ich mich ein paar Studenten zu befragen, ob sie überhaupt wüssten, was sie da täten. Nach einer äußerst erfolgreichen Umfrage konnte ich mit Sicherheit sagen, dass es keinen fast alle Studenten in der Mensa sehr interessiert hat. “Die Luft die man in die Suppe pustet ist kälter als die Suppe und kühlt diese ab”, war die häufigste falsche Antwort auf meine Frage neben der Antwort: “Verschwinde du Nerd”.

Unsere heiße Suppe besteht aus Wasser und einigen geschmackgebenden gelösten und ungelösten Substanzen. Betrachten wir diese Suppe im molekularen Maßstab können wir erkennen, dass sich die Wassermoleküle in der Suppe bewegen. Je schneller sich die Wassermoleküle bewegen, desto heißer empfinden wir die Suppe. Da die Moleküle ziellos und mit unterschiedlichsten Geschwindigkeiten durch die Suppe hüpfen Suppekann es passieren, dass sich ein Wassermolekül in Richtung der Wasseroberfläche bewegt. Reicht die Energie seiner Bewegung aus, um die Anziehungskräfte zwischen ihm und den anderen Molekülen zu überwinden springt es sozusagen aus der Suppe raus. Da es nur die schnellen und damit Energiereichen Moleküle schaffen aus der Suppe zu hüpfen, bewegen sich die Moleküle in der Suppe im Durchschnitt langsamer, die Suppe wird kälter. Beim Pusten auf die Suppe werden Wassermoleküle von der Oberfläche weggeblasen, jedes Wassermolekül, das die Suppe verlässt entzieht der Suppe also Energie und damit Wärme. Das Prinzip der Verdunstung kommt auch bei der Thermoregulation unseres Körpers zum Einsatz, wir schwitzen.

Wenn also das nächste mal eine Suppe auf den Tisch kommt, fleißig pusten!!

Über meine neue Umfrage über das Thema “Warum der Kaffee länger warm bleibt, wenn man die Milch direkt zugibt” berichte ich ein anderes mal.

“Facebookseiten von Schulen verbieten”

Als meine Tochter eingeschult wurde, hat niemand um Erlaubnis gefragt, das Gruppenbild auf die Homepage zu stellen, das wurde einfach gemacht. Und ich vermute, es hat sich hinterher auch niemand beschwert. Umgekehrt – wenn man erst um Erlaubnis fragt – finden sich immer zwei Leute, die sich weigern. Aber das ist bei jedem Tagesausflug, jeder Klassenfahrt und überhaupt bei jeder Umfrage gleich. Es gibt immer zwei oder drei, die dagegen sind. Gegen Facebook, gegen Internet, gegen alles. Continue reading

Filmen mit dem DFB

2012-06-20 16.12.40Heute war es also soweit. Am späten Vormittag sollte ein freundlich gestimmter Tross vom DFB ankommen.
Das Vorfeld zu so einer Aktion ist, besonders an einer großen Schule, etwas kniffelig. Alle Kollegen müssen informiert werden, dass ich ihnen die Klasse an dem Tag wegnehme.
“Ab wann?” – “Keine Ahnung.”
“Wie lange?” – “Keine Ahnung.”

Außerdem müssen vorsorglich verschiedene Räume belegt werden. “Brauchst du den PC-Raum wirklich?”“Keine Ahnung.”
”Ab wann brauchst du die Turnhalle?” – “Puuhh.”

Außerdem ist die Klasse völlig aufgedreht. Eine enorme Lautstärke, jeder hat noch Fragen oder Ideen. “Dürfen die fünf Leute aus dem G-Kurs auch dabei sein oder müssen die Unterricht haben?”  Als mich zwei Schülerinnen fragten, ob sie in der Turnhalle ihr Glätteisen anschließen könnten, habe ich mich kurz gefragt, was zur Hölle ich hier eigentlich mache.
Natürlich verspätet sich das Team vom DFB. Und natürlich suchen zwischendurch irgendwelche Kollegen völlig panisch die Schüler. Und unser Klassenraum war belegt. Und in den Computerraum mussten wir doch nicht. Dafür aber in die Turnhalle – wenn auch deutlich später als geplant. Die ist dann aber belegt. Also stören wir den Sportunterricht einer anderen Klasse. Und die nachfolgende AG ebenso.

Und irgendwann realisiere ich, dass ich an einer ganz großartigen Schule bin: Obwohl die Kollegen von den Störungen nicht begeistert sind, höre ich keine Beschwerde. Statt dessen ein Schmunzeln hier und ein amüsiertes Lächeln dort. Danke dafür!

Im Vorfeld hatte man mir ein Skript zugeschickt, in dem der Film kurz erläutert und Szene für Szene beschrieben wurde. Optimistische zwei Stunden hatte das Team angesetzt, am Ende wurden es fünf. Fünf Stunden mit knapp dreißig Schülern, die sich allesamt bis zum Schluss vorbildlich verhalten und auch mal längere Pausen über sich ergehen lassen haben. Fast eine Stunde lang wurden die Schüler z.B. einzeln interviewt. Für den Rest durchaus herausfordernd, da Ruhe zu bewahren, aber die Klasse hat sich insgesamt von ihrer besten Seite gezeigt.
Im Laufe des Films wird eine (nachgestellte) Unterrichtsszene gezeigt: Langweiliger Mathematikunterricht als Kontrast zum aufregenden DFB-Projekt. Um Himmels willen… als ob ich so unterrichten würde. Und als ob es je eine Klasse wagen würde, sich so zu benehmen, wie die Klasse es im Film durfte. Aber es ist eher ein “So geht es nicht, liebe Lehrer”-Video geworden.

Ganz großartig war das Maskottchen Paule. Er (also, der Mensch unter dem Kostüm) hat sich den Schülerinnen und Schülern vorgestellt, geduldig Fragen beantwortet und Autogramme geschrieben. Zwischendurch im Kostüm herumgealbert und sich den ein oder anderen über die Schulter geworfen.
Klassenbild

Am Ende des Tages bin ich ziemlich platt.
Es ist ganz schön anstrengend, gleichzeitig zu organisieren und für Ruhe zu sorgen. Aber der Artikel über Griechenland wurde via Google-Docs binnen weniger Stunden fertig geschrieben. Und hier in NRW sind es nur noch zweieinhalb Wochen bis zu den Ferien. Das geht schon noch irgendwie. Smiley

Abschied

Hin und wieder sitze ich vormittags im Klassenzimmer nachmittags im Garten und denke bei mir “Hoppla, gerade gibt es gar nichts zu schreiben. Vielleicht wars das jetzt”

Und… genau: Immer dann geht’s los. Und zwar richtig.
Zunächst rief die Siegener Zeitung an. Sie wollten gerne mehr über unser DFB-Projekt erfahren, in die Schule kommen und uns beim Arbeiten zusehen. “Nun”, versuchte ich zu erklären, “der Gag ist ja gerade, dass wir eben nicht während der Unterrichtszeit arbeiten…” Naja, irgendwas wird sich schon finden.
Einen Tag später fragte der DFB höchstselbst an. Sie wollten gerne mit Maskottchen und Filmteam an die Schule kommen und meine Klasse beim Arbeiten filmen. “Nun… gerne!”

Und heute dann. Eine Tragödie:

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Ich bin mit einem SUV über mein EVO 3D gerollt. Aus Versehen. Wirklich.

Als Carolina mein Handy sieht, fängt sie an zu weinen. Es tut ihr so leid für mich. Nach einem Moment der Stille klingelt es plötzlich. Es ruft mich… ich weiß es! Tatsächlich funktioniert das Gerät noch. Nur der Bildschirm ist hin. Aber jetzt… wie geht es weiter?

Warum schreibt mich eigentlich nicht Samsung an, um auf meinem Blog zu werben? Oder Nokia? Oder HTC?

Ich bin verzweifelt!

(Nächste Woche dann, wenn die Tränen getrocknet sind… ein Bericht über mein neues Handy und meine Erfahrungen mit Zeitung und Filmteam.)

Noch mehr Zombies auf meinem Blog

Ich lese gerade “Feed” von Mira Grant.
Die Handlung spielt im Jahr 2040. Die Welt ist von einer Seuche befallen, die die Toten untot wieder auferstehen lässt. Die Menschheit lebt in Angst – es gibt keine großen Versammlungen mehr, jeder bleibt soweit es möglich ist, zu Hause. In dieser Zeit haben Internet-Blogs eine viel größere Glaubwürdigkeit, als die traditionellen Medien, so dass die Hauptfiguren der Buches (Shaun und Georgia Mason) entsprechend Blogger sind.

Die Autorin vermischt geschickt (pseudo-)dokumentarische Blogartikel mit der Handlung des Buches. In dessen Zentrum stehen denn auch weniger die Untoten, als vielmehr die Lebenden: Wie sich die Menschen damit arrangiert haben. Interessant (zumindest für mich) ist es allemal, Blogger im Fokus eines Buches zu sehen und immer wieder zu denken ‘ah… kenne ich’. Werbung aussortieren. Anfragen abschmettern. Gastartikel aufnehmen. Gastartikel schreiben.

imageLetzte Woche erhielt ich dann eine neue Art Anfrage: Eine Firma wolle gerne Gastartikel zu einem bestimmten Thema  auf meinem Blog veröffentlichen und würde mich dafür auch bezahlen. Hui, dachte ich, jetzt geht’s aber los.
Anfragen zum Linktausch o.ä. kommen relativ häufig vor. Eine Firma (ich muss gestehen, ich weiß nicht mehr, welche) hat mir vor einiger Zeit ungefragt eine Mag-Lite Taschenlampe zugeschickt, in der Hoffnung, sie könnten hier werben.
Aber Geld?
Ich bin neugierig geworden und habe nachgefragt. Wie viel ist Werbung auf einem kleinen Blog wohl wert?
Vor allem aber warf diese Situation noch weitere Fragen auf: Darf ich als Beamter eigentlich einen Nebenverdienst haben? Bringt mich mein Blog jetzt ins Gefängnis? Was, wenn mir jemand einen Teppich anböte? Könnte ich dann in die FDP eintreten? Und nicht zuletzt: Muss der Artikel “Als Lehrer schnell reich werden in drei Schritten” jetzt umgeschrieben werden?

Ob Eitelkeit oder nicht – es ist immer auch spannend, welche Auswirkungen das Schreiben eines Blogs so nach sich zieht. Und das sind, nach nun bald drei Jahren, durchaus einige.

Zunächst: Die genannte Firma bot mir auf Nachfrage eine langfristige Zusammenarbeit an, also mehrere Artikel pro Monat ‘für mich’ zu schreiben. Es würde sich also um eine Nebentätigkeit meinerseits handeln. Nebentätigkeiten von Beamten sind durch das Beamtengesetz, ab § 64 geregelt. Dort ist die Genehmigungspflicht beschrieben und es sind auch sogenannte “Versagensgründe” aufgeführt, also Gründe, warum man mir eine Nebeneinkunft verbietet. Und da Werbung mich in meiner “Unparteiligkeit” beeinflusst [§64, (2) 2.], vermute ich, ein regelmäßiges Einkommen würde abgewiesen. Aber genau weiß ich das nicht.

Schwieriger ist die Sache mit der Taschenlampe. Denn Geschenke, die mich “materiell besser stehen” darf ich als Beamter nicht annehmen – Stichwort: Bestechung. Das regelt eine Verwaltungsvorschrift des Bundes. Dort steht, Geschenke bis 25 € dürfen angenommen werden, es besteht jedoch eine Anzeigepflicht gegenüber dem Dienstherrn. Schwierig. Die Lampe hat ja nichts mit meinem Beruf zu tun. Tatsächlich weiß ich nicht mal mehr, wer sie mir zugeschickt hat. Wäre ich verpflichtet gewesen, sie zurückzuschicken? Auf wessen Kosten? Hätte ich sie dem Land NRW zuschicken müssen? Man stelle sich nur mal vor, man hätte mir statt der Taschenlampe einen Teppich geschenkt – wenn ich den an die Landesregierung weiterschicke.. ;-).
Um mein Gewissen zu beruhigen, habe ich mir folgende Regel auferlegt:

Das Bestechungsgeld
Die Taschenlampe wird nicht benutzt, bis zu dem Tag,
da sich die Toten wieder erheben um die Lebenden zu fressen.

Was uns schlussendlich zurück zum Buch “Feed” führt: Werde ich nun ein Zombieblogger? Erliege ich der Versuchung des Geldes und benenne meinen Blog in HalbneunLive-Gewinnspiel-Blog um?

Es bleibt spannend Smiley mit geöffnetem Mund

(Ach ja… für die Neugierigen: pro veröfffentlichtem Gastartikel hätte man mir 25 € gezahlt. Drei wären nur für den Juni drin gewesen, inkl. Aussicht auf längerfristige Zusammenarbeit.)

Vater-Tochter-Dialoge.

Ich bin eigentlich ziemlich überzeugt von meiner Erziehung.
Meine Tochter ist das, was ich als wilde Mischung von Ronja-Räubertochter und Prinzessin-Lillifee bezeichnen würde: Sie kann sich benehmen, wenn wir irgendwo zu Besuch sind oder es mir wichtig erscheint, ist dabei aber nicht immer apathisch-brav, sondern sieht abends aus wie ein schmutziger Räuber Hotzenplotz.

Hin und wieder jedoch gerate ich ins Grübeln, ob das, was ich da tue, nicht doch in einer Katastrophe enden wird.
Neulich zum Beispiel liefen Carolina und ich durch die Stadt, als ihr Blick zufällig in das Schaufenster eines Kaufhauses fiel. Dort standen eine Reihe Schaufensterpuppen in Sportklamotten, jedoch… ohne Köpfe.
Meine Tochter erstarrte, und schrie dann: “PAPAAAA! DA SIND ZOMBIES!” 
Kinder haben einen sechsten Sinn dafür, wie sie ihre Eltern ärgern können – und als Carolina merkte, dass ich sie vom Laden wegzog und mir die ganze Situation “ein wenig” unangenehm war, brüllte sie nur umso lauter. “ZOMBIES! DA SIND ZOMBIES!”

Mittwoch dann saßen wir beim Frühstück, als sie plötzlich den Löffel akurat zur Seite legte, mich ansah und sagte: ”Papa, du weißt erst was Angst ist, wenn ein Ork auf einem Fahrrad an dir vorbeifährt.”

Irgendetwas habe ich falsch gemacht. Ganz bestimmt. Zwinkerndes Smiley