Stellenausschreibung (Ergänzung)

die Stelle einer/eines

Lehrers/Lehrerin

gelangt zum Eintritt voraussichtlich ab dem 1.September 2014 zur Ausschreibung.

Voraussetzung für eine Anstellung sind ein abgeschlossenes Studium mit erstem Staatsexamen und ein erfolgreich absolviertes Referendariat mit erfolgreich abgeschlossenem zweiten Staatsexamen.
Sie sollten ein gewisses Organisations- und Verwaltungsgeschick mitbringen, um zwischen dem täglichen Vorbereiten, Durchführen und Nachbereiten des Unterrichts auch Zeit für das Eintragen von Noten in die offiziellen Listen, das Kontrollieren des Klassenbuchs und sortieren der Krankheitsmeldungen finden. Sie sollten sich mit Buchhaltung auskennen und mit Geld umgehen können, da sie die Reiseanbieter (bei Klassenfahrten und Ausflügen) und Schreibwarengeschäfte (bei alltäglichem) nicht mit dem Zahlungsunwillen der Klasse beruhigen können.
Unbedingt erforderlich ist eine gewisse Entscheidungs- und Durchsetzungsfähigkeit, damit Sie in Ihrer zukünftigen Klasse einen guten Stand haben. Außerdem sollten Sie in der Lage sein, nicht nur Ihre Schüler, sondern auch Ihre Kollegen in den Fachkonferenzen zu motivieren.
Unabdingbar sind Erfahrungen im Bereich Inklusion: Ihnen werden Kinder mit Lernstörungen und körperlichen oder geistigen Einschränkungen begegnen und ihre volle Unterstützung brauchen. Gerne sehen wir, dass Sie auch Erfahrungen im beratenden Umfeld gesammelt haben – geben Sie psychologische Hilfestellung bei Liebeskummer und Leistungsdruck der Kinder. Beraten Sie Eltern mit Fragen zu Erziehung, bei Eheproblemen und diagnostizieren Sie Lernschwächen und lernbehindernde Krankheiten.
Neue Methoden sind für Sie kein Fremdwort? Dann sind Sie bei uns genau richtig! Leiten sie innovative Prozesse ein und überzeugen Sie das Kollegium von Ihren Fähigkeiten und Kenntnissen. Seien sie kreativ und stellen Sie ihre Kommunikations- und Konfliktfähigkeit unter Beweis.

Vielleicht haben Sie schon Erfahrungen als Clown oder Kindergärtner gesammelt? Beides sind willkommene Attribute und Sie sollten sich nicht zu schade sein, immer wieder auch als Reinigungsfachkraft ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

Es wäre gut (wenn auch nicht zwingend nötig), wenn Sie Handschriften “zuordnen” könnten: Sehr oft geben die Schüler Ihre Zettel ohne Namen ab und eine korrekte Identifizierung und Rückgabe sollte bei 30 Kindern nicht mehr als zwei Minuten in Anspruch nehmen.

Sie haben Erfahrung im Handwerk? Großartig! Sie müssen in der Lage sein, den Toner eines Kopierers ebenso anstandslos zu wechseln wie geschmolzene Folien und Papierstau zu beseitigen. Merken Sie sich: Ein guter Lehrer zerlegt und repariert einen Kopierer in weniger als drei Minuten.

Sind sie gerecht, aber menschlich und nachsichtig? Führen Sie ihren Unterricht straff, aber taktvoll und auf jedes Kind einzeln zugeschnitten? Wecken Sie verborgene Begabungen und gleichen pädagogische Defizite aus? Können Sie die Besten noch herausfordern und gleichzeitig den Schwächsten Hoffnung machen? Sind Sie in der Lage, den Lehrplan einzuhalten und gleichzeitig über den Horizont der Schule hinauszublicken?

Bewerben Sie sich!
Wir bieten Ihnen bis zum Beginn der nächsten Sommerferien eine sichere Stelle! Und sollten Sie Ihre Sache gut gemacht haben, können Sie die Ferien genießen* und sich anschließend neu bewerben!

Wir haben 1 Stelle frei. ;-)

* Während der Sommerferien können wir Sie leider nicht bezahlen.

Kleine Beobachtungen

Während ich mit einem Kollegen in der Mittagspause im Physikraum sitze und eine verzweifelte Schülerin durch eine mündliche Prüfung bugsiere, höre ich vom Gang plötzlich lautes Kinderlachen und schnelle Schritte.

Schon wieder.

Während allen Pausen ist den Schülern der Aufenthalt vor den naturwissenschaftlichen Räumen streng verboten. Das wissen auch alle. Ärgerlich springe ich auf und trete auf den Gang – nur um meine eigenen Schüler als Übeltäter zu identifizieren. Sie spielen Fangen und jagen sich johlend durch die Gebäude und Flure.

Nach einer deutlichen Ermahnung (die nur die langsamsten aus der Gruppe trifft) muss ich innerlich grinsen: Denn es waren nicht nur ¨die Mädchen¨ oder ¨die Klassenclowns¨, sondern eine wilde Mischung aus fast allen Schülern. Und obwohl ich mich darüber ärgere, dass sie die Hausordnung völlig außer Acht lassen, bin ich innerlich ganz dankbar: Seit dem ersten Tag lege ich viel Wert darauf, dass es keine Außenseiter gibt, dass jeder mit jedem gut klarkommt.

Wenn sie jetzt schon Mist machen – dann wenigstens alle gemeinsam. Und das ist eine gute Sache :-).

Bibel #1: Jemand schrieb etwas nieder.

Klasse 13. Deutsch Grundkurs.
Es geht um Hiob. Jene tragische Gestalt aus der Bibel, die zunächst ein gesegnetes Leben führt und dann entsetzliches Unheil erlebt.
In einer Klausur bewertet ein Schüler das Ende der Geschichte:

Dass Gott Hiob schließlich wieder Kinder schenkt, ist kein Trost. Denn wer will schon geschenkte Kinder? Die eigenen sind doch unersetzlich!!

Skurril.

imageIch bin mit einer Pastorin verheiratet – und das eröffnet mir immer wieder Ansichten und Erkenntnisse, vor denen ich nur ehrfürchtig dasitzen kann.

Hin und wieder habe ich das hier erwähnt. Natürlich wird das eine ganze Menge von euch überhaupt nicht interessieren. Ein paar werden meinen Gedanken zustimmen, andere widersprechen. All das ist, glaube ich, gar nicht so wichtig.

Zum einen nutze ich den Blog und den Akt des Schreibens als eine Form der Verarbeitung. Ich durchdenke und begrüble verschiedene Dinge, während ich schreibe. Das geht sicher vielen Bloggern so. Bei Serverkosten von 17,79 € im Jahr für das Blog ist das billiger, als einen Psychotherapeuten zu engagieren.

Vor einigen Wochen begann der Pastor Rob Bell einen Blog zu führen, indem der ein wenig durch die Bibel streift. Ich finde den ganz spannend – und kenne genug Leute, die das gerne lesen würden, deren Englisch aber zu schlecht ist. Mit clip_image001Rob Bells freundlicher Erlaubnis darf ich seine Texte schamlos kopieren, übersetzen und hier posten. Vieles ist von ihm – hier und da habe ich eigene Gedanken ergänzt. Für mich ist es… atemberaubend – womöglich zieht der ein oder andere hier und da neue Erkenntnisse an Land.

Genug der Vorrede – los geht’s: weiterlesen

Abschied von meinem Physikkurs

Zum Abschied von meinem (großartigen) 12er Physikkurs habe ich meinen Freund Nils gebeten, mit etwas flüssigem Stickstoff und einer Handvoll netter Experimente in meinem Unterricht aufzutauchen.

Besonders interessant: Man kann Marshmallows auf -190°C abkühlen und dann sofort essen. Anschließend kondensiert der Atem, was zu lustigen Effekten führt.

Notenverwaltung zum Halbjahr

Ich berichtete bereits über das von mir genutzte Notenverwaltungsprogramm auf meinem Android Tablet. Zum Sommer sind einige Kollegen mit auf den Zug aufgesprungen und nach wie vor zufriedene Benutzer. Das spricht zumindest dafür, dass das Programm mich nicht nur überzeugt, weil ich ein Nerd bin – sondern dass es wirklich etwas taugt.

Zum Halbjahr taucht jedoch ein Problem auf, über dessen Lösung ich mir Gedanken machen soll: Bis zum Halbjahr hat man einen ganzen Packen an Noten gesammelt, die nun überflüssig werden.

Während man die Klassenarbeitsergebnisse, Quartalsnoten und Halbjahresnoten womöglich behalten möchte, trifft dies auf die zahlreichen mündlichen Noten womöglich nicht zu.

Screenshot_2014-02-04-21-30-17

Wie kann man also nur bestimmte Notenkategorien löschen? (Also bspw. alle mündlichen Noten?) Ein kurzer (und wie immer freundlicher) Kontakt mit Andreas Schilling, dem Autoren der Software bestätigte mir, dass dieses Feature noch nicht vorhanden sei, aber in den kommenden Monaten nachgereicht würde.

Screenshot_2014-02-04-21-29-17Ich bin arg wenig motiviert, alle mündlichen Noten per Hand zu löschen, will sie andererseits aber auch nicht stehen lassen, weil das letztlich arg unübersichtlich wird.

Die Lösung ist so einfach wie praktikabel: Eine weitere Kategorie. Ich habe nun (selbsterklärend)

  • H1 mündlich
  • H2 mündlich
  • schriftlich
  • Selbsteinschätzung
  • Quartal 1
  • Halbjahreszeugnis
  • Quartal 3
  • Zeugnis.

Ich glaube, damit komme ich prima ein Jahr über die Runden, ohne irgendwann, irgendwas löschen zu müssen. H2 mündl. wird dann im zweiten Halbjahr gefüllt. Dann kann ich mit “Zeitraum abschließen” auch nichts falsch machen und versehentlich Noten löschen ;-).

Alltagsrassismus

Es klingelt.
Ein Vertreter für Markisen steht vor mir und strahlt mich freundlich an. Ob das Haus mir gehöre (nein) und ob die Vermieter womöglich Interesse an einer Markise haben könnten (ebenfalls nein). Wir plaudern ein bisschen über das Verhältnis Mieter-Vermieter und auch darüber, wie besorgniserregend wir es finden, dass die Immobilienfirma Deutsche Annington an die Börse will, was letztlich vor allem Profitmaximierung auf Kosten der Mieter bedeuten könnte.

Der Gespräch wird depressiver. German Angst kommt mir in den Sinn. Aber es wird noch schlimmer.

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Markt der Argumente

Diese Methode ist eine Variante des einfachen T-P-S.

Sie hat zum Ziel, Argumente zu sammeln und zu strukturieren. Sinnvoll ist diese Methode in Sprachen und in Geisteswissenschaften, und zwar eher nicht als Einstieg, sondern weiter hinten in der Reihe, wenn bereits Input erfolgt ist.

Wir haben ein Thema, das diskutiert werden soll, z.B. die Todesstrafe. Jede/r SchülerIn bekommt sechs kleine Zettel. Die SchülerInnen sollen sich drei Argumente überlegen und jedes Argument doppelt aufschreiben, sodass auf zwei Zetteln das Gleiche steht. Drei Zettel behalten die SchülerInnen. Diese bleiben auf dem Platz liegen. Dann sollen die SchülerInnen ihre doppelten Argumente mit anderen SchülerInnen tauschen. Dafür müssen sie in der Klasse rumlaufen und den Mitschülern ihre Argumente “andrehen”, denn es geht darum, “gute”, neue Argumente zu sammeln. Dazu gehört, dass man seine eigenen Argumente, auch die schwächeren, gut “verkauft” (erklärt). Nach etwa 10 Minuten sollten die SchülerInnen drei andere Argumente ertauscht haben; d.h. sie haben jetzt sechs: drei eigene + drei fremde.

Jetzt kommt die Partnerphase: Gemeinsam werden die Argumente gesichtet: doppelte werden rausgenommen, sinnlose auf Seite gelegt und die übrigen werden sortiert (meinetwegen nach pro und contra, nach der wissenschaftlichen Position o.ä.)
In der Gruppenphase wird über die Argumente gesprochen: Welche Argumente tauchten gehäuft auf? Welche Positionen waren neu? Nicht nachvollziehbar? Welches Argument hat man genommen, obwohl es bei näherer Betrachtung doch nicht so gut war? Was diese Methode bringt: Die SchülerInnen müssen Positionen/ Argumente sich zu eigen machen und diese vertreten. Sie müssen die Qualität von Agrumenten/ Positionen abwägen und schlechte ablehnen. Sie müssen diese in eine Struktur bringen.

Erfahrungen: Diese Methode funktioniert frühestens ab Klasse 9. In der Oberstufe ist das kein Problem mehr. Schwache SchülerInnen haben Probleme auch in der Partnerphase noch die Konzentration zu halten, und manchen fällt es schwer Argumente zu strukturieren.
Meine Erfahrungen beziehen sich auf den Gesellschftslehreunterricht und auf Deutsch in der Sek. II (Sprachwandel). In Geschichte wäre das gut denkbar bei historischen Kontroversen (Kriegsschuld, willige Helfer usw.) Viel Erfolg!

Hohe Ziele

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Während meine Tochter jeden Morgen in den Genuss eines Schulbrotes kommt, bin ich (ehrlich gesagt) zu faul, mir selbst eines zu machen. Und spätestens Donnerstags, nach 9 Stunden Unterricht, bereue ich das zutiefst.

Also beriet ich mich mit meinen Kollegen im Lehrerzimmer und habe letzte Woche einen dieser Obstkörbe über meinem Platz angebracht, die man normalerweise in der Küche hängen hat. Mein Plan ist war, dort immer ein paar Äpfel vorrätig zu haben – schließlich gilt: “An Apple a day, keeps the doctor away!” Und da der Obstkorb nicht nur mir allein dienen soll, sondern dem ganzen Tisch, war ich umso begeisterter.

Das war eine tolle Idee. Dachte ich.

Den während ich noch bewundernd vor meinem Platz stand – flog von hinten (von dem Tisch, an dem die Sportlehrer sitzen) die erste zusammengeknüllte Papierkugel zielsicher in den untersten Korb. Applaus und Freude im restlichen Kollegium – und bei mir eine Ahnung, dass das vielleicht doch keine so gute Idee war.

Eine Stunde später sind die Hängekörbe voller Papierkugeln und ich bin um zwei Erkenntnisse reicher:

  1. Ich gehe unglaublich gern in die Schule. Und das meine ich genau so.
  2. Ich muss schnell ein paar Äpfel besorgen, bevor sich die Kollegen an den erhöhten Mülleimer gewöhnen.

Mathestunde (Gedicht)

Ich weiß nicht: Gehört das in die Rubrik “Feedback zu Ihrem Unterricht, Herr Klinge”?

 

2013-12-20 08.23.16In der Mathestunde müssen wir alle sitzen

die Sonne scheint, die Schüler schwitzen.

Das Thema hat kaum einer verstanden,

der Lehrer schreit “Ihr werdet auf der Straße landen!”

In der letzten Reihe sind alle am pennen,

die vorne müssen die Zähler nennen.

Die Schüler müssen büffeln,

man riecht, wie sie nach Schweiß schon müffeln.

Langeweile verbreitet sich im Raum,

das Thema interessiert uns alle kaum.

Der Lehrer merkt, die Klasse schwätzt,

“Oh warum wurde die Prügelstrafe abgesetzt?”

Nach dem Klingeln machen wir alle Pause,

doch können wir noch lange nicht nach Hause.

Ja, so ist sie unsere Runde,

in der schönen Mathestunde!