Blogs lesen… unterwegs (2)

Vor einigen Monaten schrieb ich über eine Möglichkeit, diverse Blogs zu lesen, ohne sich umständlich durchs Web navigieren zu müssen.

Fast alle Nachrichtenseiten, Blogs und Twitteraktualisierungen sind auch als RSS-Feed erhältlich. Das bedeutet, der Inhalt wird einem automatisch zugeschickt. Als Empfänger kann zum Beispiel Outlook dienen, Windows Mail oder Thunderbird. Auch fürs Handy gibt es eine Reihe RSS-Reader. Bis vor wenigen Wochen habe ich SPB News genutzt.

Mittlerweile habe ich davon aber Abstand genommen. Denn ich folge mittlerweile fast zwei Dutzend Blogs und Nachrichtenseiten. Einerseits interessiert mich, was meine Freunde und Kollegen so veröffentlichen, andererseits sind auch berufsbedingt einige Interessante SScreen004eiten dabei. Ich erhalte Anregungen für meinen Unterricht, Nachdenkliches für mein Leben, Neuigkeiten für mein Handy und Amüsantes aus dem Familienleben diverser Bekannter.

Nach wie vor habe ich jedoch keine Lust, zwei Dutzend Homepages jeden Tag anzusteuern, nur um zu sehen, ob und was jemand neues geschrieben hat. Dafür gibt’s ja RSS Reader ;-)

Meine neue, deutlich schnellere, kostenlose Alternative: RSS Hub. Im Vergleich zu SPB News ist es deutlich schneller und etwas übersichtlicher. Alle Abonnements zu aktualisieren dauert etwa 30 Sekunden. Und dann kann ich während der nächsten Stillarbeit bequem all das lesen, was andere Lehrer so in ihrer Freizeit publizieren.

Wer das Programm für sein Windows Phone ausprobieren möchte, wird hier fündig.

Das Dolomitproblem

Es gibt Menschen, die glauben, dass wir im Grunde alles Fassbare auf diesem Planeten, alles Sichtbare schon erforscht und analysiert haben (außer irgendwelchen Tiefseeschnecken oder so… *g*)

Und nach der Erforschung folgt häufig die Synthese, also die Herstellung dieser Stoffe im Labor. Natürlich gibt es im biologischen Bereich Stoffwechselprozesse, die wir verstanden haben, die wir aber niemals im Labor nachmachen können werden, weil zu viele Organellen und Organismen an solchen Prozessen beteiligt sind. Doch in der Kristallforschung und in der Geologie sieht das schon anders aus. Es gibt fast keine natürlich vorkommende  Mineralverbindung, die man im Labor und mit bestimmten Apparaturen nicht herstellen könnte. Ich sage absichtlich “fast keine”, weil ich keine genauen Zahlen habe.

1791 entdeckte der französische Mineraloge Déodat Gratet de Dolomieu das Mineral Dolomit, welches natürlich nach seinem Entdecker benannt wurde, genau wie eine italienische Gebirgskette, die zu einem kleinen Teil aus Dolomit besteht. Chemisch gesehen hat Dolomit eine relativ einfache Zusammensetzung und für den studierten Chemiker schien es ein leichtes dieses Mineral im Labor herzustellen. Leider war und ist dies nicht der Fall. Bis heute ist es niemandem gelungen diese Mineral, diese Kristalle zu züchten. Wissenschaftler haben Jahrzehnte damit verbracht der Synthese auf die Spur zu kommen und Chemiker haben sich die Köpfe darüber zerbrochen, warum man diese so einfach gebauten Kristalle nicht züchten kann. Sie gaben dem ganzen den Namen “Das Dolomit Problem”. Theorien gibt es mittlerweile genug.

Judith McKenzie vom Geologischen Institut der ETH Zürich machte eine erstaunliche Entdeckung. In einer Lagune in Brasilien fand sie eine große Ansammlung von Dolomit und untersuchte diese im Labor. Sie entdeckte nicht nur Dolomit, sondern auch Bakterien. Sie untersuchte diese Bakterien ebenfalls und fand heraus, dass diese Bakterien aus den im Meerwasser enthaltenen Stoffen Dolomit herstellten. Eine unglaubliche Entdeckung, die nicht nur für die Chemie, sondern auch für die Biologie revolutionär war. Mikroorganismen, die Minerale als Stoffwechselprodukt ausscheiden.

Die Lösung für das Dolomitproblem stellt diese Entdeckung noch nicht da, da sich niemand vorstellen kann, dass diese Bakterien eine gesamte Gebirgskette ausgeschieden haben, doch sie ermöglicht den Forschern einen neuen Einblick in die Geschichte der Erde.

Es zeigt sich mal wieder, dass der Mensch nicht in der Lage ist alle Prozesse dieses Planeten zu beherrschen, egal wie trivial sie scheinen.

Elektrosmog

Arthur Firstenberg, ein Bürger der Stadt Santa Fe verklagt seinen Nachbarn, weil dieser ihn mit elektromagnetischer Strahlung in Lebensgefahr bringe.

Die elektrischen Geräte, allen voran der WLAN-Router und das Handy des Nachbarn würden ihn empfindlich stören, die elektromagnetische Strahlung gar zu Herzrythmusstörungen, Gedächtnisverlust und Bauchschmerzen führen. Firstenberg könne auch nicht in Hotels unterkommen, da diese grundsätzlich mit Wireless Lan ausgestattet seien, so dass

“…he will be forced to continue to sleep in his car, enduring winter cold and discomfort…”

(er gezwungen sei, in seinem Auto zu schlafen, trotz kaltem Winter)

Immer wieder finden solche Berichte ihren Weg in die Medien. Menschen haben Angst vor Handystrahlung, WLAN-Strahlung. Menschen haben Angst vor Mobilfunk-Sendemasten, Stromleitungen etc.etc.

Ich glaube, dass sehr viel Angst in Unwissen begründet liegt. Als das Radio Anfang des 20. Jahrhunderts zunehmende Verbreitung fand, behaupteten nicht wenige Menschen, dies könne nur eine Erfindung des Teufels sein – sie konnten sich nicht erklären, wie die Stimmen in den Apparat kamen.

Ich möchte nicht ausschließen, dass es Menschen gibt, die sehr sensibel auf alle möglichen Einflüsse reagieren. Aber eine Allergie gegen Elektromagnetische Strahlung halte ich für unsinnig. Zunächst einmal:

Was ist Elektromagnetische Strahlung?

Man kann elektromagnetische Strahlung (oder Wellen) anhand ihrer Wellenlänge klassifizieren, das heißt, man bildet Gruppen und gibt ihnen Namen.

Wenn die Welle sehr lang ist (im Bereich von einigen Metern) dann nutzen wir sie fürs Radio. Wo auch immer man Radio empfangen kann, da sind auch elektromagnetische Wellen.

Wenn die Wellen kürzer sind benutzen wir sie für die Mikrowelle oder den WLAN-Router. Und wird die Wellenlänge noch kürzer, dann haben wir Licht. Also, überall wo Licht ist, da sind auch elektromagnetische Wellen. (Übrigens: Auch “Wärme” ist (infrarotes) Licht. Nachts unter dem Bett ist es also nicht wirklich ‘dunkel’..)

Verkürzen wir die Wellenlänge immer weiter landen wir irgendwann bei der Gammastrahlung. Gammastrahlung finden wir zum Beispiel in unserem Garten. Und überall anders auch – denn die Erde strahlt ununterbrochen Gammastrahlung aus. Etwa 1-5 mSv pro Jahr.

Eine “natürliche Empfindlichkeit” allgemein gegen elektromagnetische Strahlung ist also eher zu bezweifeln.

Und wo wir gerade dabei sind: Wir Menschen strahlen auch. Im Körper eines jeden Erwachsenen befindet sich etwa 40 Milligramm radioaktives Kalium, dass eine Halbwertszeit von 1,3 Gigajahren hat – ein Überbleibsel aus der Entstehung unseres Sonnensystems vor rund 5 Milliarden Jahren.

Spannende Frage: Belastet uns diese interne radioaktive Quelle über die empfohlene Grenze von 20 mSv pro Jahr? Und: wird die Grenze überschritten, wenn mehrere Menschen auf engstem Raum zusammenstehen? Auf Antworten bin ich gespannt! :-)

HTC Sense Manila 2.5 2011

Genau einen Monat habe ich es ausgehalten. Ich habe nicht neu geflashed und allen Versuchungen widerstanden.

Bis heute.

Durch einen Leak ist eine neue Version der Benutzeroberfläche an die Öffentlichkeit gelangt – diesmal vermutlich eine Final.

Die Neuigkeiten: Manila lässt sich jetzt auf deutsch stellen, Twitter gibts auch im Landscape Modus. Wie üblich gibts bei NRGZ vorinstalliert haufenweise sinnvolle Software: Facebook-Client, eine Software die einen Screenshot macht, wenn man das Handy schüttelt, Backup-Programme, Tweak-Programme und und und.

Manila 2.5 ist jetzt so schnell wie 2.1 aber mit allen Features, die 2.5 zu bieten hat :-)

Alles in allem kann ich das neue ROM für alle WVGA Handys (HTC Diamond 2, Touch Pro 2, Sony XPeria, HTC HD, …), (erhältlich bei den xda-developers.com) nur empfehlen. :-)

Info für die Google-Reisenden: MaxManila ist zur Zeit noch nicht kompatibel.

Wie wird man… Beamter?

Gestern war es also soweit. Mein Sabbatjahr ist zu Ende – und auch mein Leben als freier Bürger. Denn ab heute bin ich “Beamter auf Widerruf”.

Wie wird man das?

Alle versammelten Lehramtsanwärter mussten die rechte Hand heben und einen Schwur sprechen (und später schriftlich unterzeichnen).

„Ich schwöre, dass ich das mir übertragene Amt nach bestem Wissen und Können verwalten, Verfassung und Gesetze befolgen und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe."

Der letzte Satz ist optional, erinnert mich aber daran, dass Gott auch im Grundgesetz genannt wird.

Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott…” steht da.

Ich finde das spannend – auch (oder erst recht?) wenn man sich vergegenwärtigt, dass die in Frankfurt beschlossene Verfassung des Deutschen Reiches vom 28.3.1849, ebenso wie die Verfassung des Deutschen Reiches vom 11.8.1919 weder in der Präambel noch im Text an irgendeiner Stelle eine Bezugnahme auf Gott enthielten.

Für die Gründerväter unseres Landes scheint es von enormer Bedeutung gewesen zu sein, dass man – angesichts des blinden Gehorsams im zweiten Weltkrieg – eben nicht in letzter Instanz dem Land, sondern einer übergeordneten Idee (Gott?) verantwortlich ist.

Spannend.

Meinen Eid habe ich natürlich geschworen – und freue mich sehr auf die vor mir liegende Zeit :-)

Kristallografie in der Schule

Vor einigen Tagen habe ich über meine ersten Versuche geschrieben, Kristalle zu züchten. Abseits des Hobbys bietet sich hierbei auch die Möglichkeit, dies in der Schule mit Kindern gemeinsam zu gestalten. Einige Anregungen und Hinweise dazu möchte ich dazu geben.

Zeitaufwand Arbeitszeit: 30 Minuten Wartezeit: 12-24 Stunden
Schwierigkeit ** leichte Ausführung
Material Je 2 Gefäße, destilliertes Wasser, Löffel, Alufolie, Handtücher, gutlösliches Salz Aufbewahrungsschale für Kristalle
Sicherheitshinweise Nur bei Verwendung von Kupfersulfat-pentahydrat
Gesundheitsschädlich Umweltgefährlich
Gesundheits-
schädlich
Umweltgefährlich

Zunächst einmal zu den Zutaten und den damit verbundenen Kosten. Man benötigt:

  • Am besten destilliertes Wasser. Dieses erhält man in jedem Edeka in 5 Liter Kanistern für 1,98 €.
  • Zwei unterschiedlich große Gefäße, am besten Bechergläser. Das kleinere sollte gut in das größere passen.
  • Ein gutlösliches Salz. Kaliumalaun, Kupfersulfat oder einfach Kochsalz.
  • Eine Heizplatte oder einen Wasserkocher.
  • Einen Löffel und eine Waage
  1. Man wiege die gewünschte Menge Salz ab, die man benötigt, pro 100ml Lösung:
    Kochsalz 40g/100ml Wasser
    Kaliumalaun 95g/100ml Wasser
    Kupfersulfat 80g/100ml Wasser

  2. Das große Gefäß wird in Alufolie eingewickelt und mit Handtüchern isoliert und an einen erschütterungsfreien Ort gestellt.
  3. Man bringe Wasser zum kochen und gieße es in das große Gefäß.
  4. In das kleine Gefäß gibt man die gewünschte Menge Salz und die dazu passende Menge kochendes Wasser (auf 80g Kochsalz z.B. gibt man 200ml Wasser) und rühre solange um, bis sich das Gesamte Salz gelöst hat.
  5. Anschließend stellt man das kleine in das Wasserbad im großen Gefäß und deckt dieses mit einem warmen, nassen Tuch zu.
  6. Nach ca. 12-24 Stunden sollten sich auf dem Boden des kleinen Gefäßes Kristalle gebildet haben.

Empfehlungen und Hinweise:

  • Als Gefäße eignen sich am besten Bechergläser.
  • Die Größe der Kristalle hängt von der Geschwindigkeit der Abkühlung ab. Je besser das Wasserbad isoliert ist, desto größer und schöner werden die Kristalle ( Züchtung von wirklich großen Kristallen durch die “Verdunstungsmethode” in einem späteren Blogeintrag).
  • Je nach Art und Verunreinigung des Salzes kann trotz langen Rührens ein Bodensatz bleiben. In diesem Fall sollte die Lösung in ein anderes Becherglas dekantiert werden.

Die Wahl des richtigen Salzes

Je nach dem was man mit den Kristallen machen möchte ist die Wahl des Salzes entscheidend.

Kochsalz(NaCl) eignet sich sehr gut, um kubische, farblose Kristalle zu erhalten. Die Kosten für Kochsalz belaufen sich auf ein paar Cent.

Kaliumalaun (Aluminiumkaliumsulfat-Dodecahydrat) bildet oktaedrische Kristalle (oft auch pyramidale und kubische). Bei der Zugabe von 1%tiger Natron- oder Kalilauge bilden sich kubische Kristalle. Es ist das meist verwendetste Salz zur Kristallzüchtung. 1000g kosten ca. 7 Euro. 5000g 25 Euro.

Kupfersulfat-pentahydrat bildet wunderschöne dunkelblaue Kristalle, die parallelogrammartig kristallisieren. Kupfersulfat ist umweltschädlich und gesundheitsgefährlich, bildet aber die schönsten Kristalle der hier aufgezählten. 1000g erhält man schon für ca. 9 Euro.

Ein paar Anregungen für die praktische Umsetzung:

Hausgebrauch: Dieser Versuch ist schnell und einfach nachzumachen und es macht riesigen Spaß, den Kristallen beim Wachsen zuzusehen. Sie können auch Haushaltsübliche Utensilien benutzen. Ich verspreche euch, das ihr Erfolg haben werdet. Anschließend kann man sich die schönen Kristalle unter der Lupe oder dem Lichtmikroskop anschauen, oder einfach als Dekoration ins Regal stellen. In einem weiteren Eintrag werde ich eine Methode erläutern, mit der man sich einen riesigen Kristall züchten kann. :-)

Mathematikunterricht: Mit den entstandenen Kristallen kann man Schülern sehr gut Grundlagen der Geometrie praktisch nahe bringen. Seitenlängen können gemessen, Flächen und Volumina der Kristalle können berechnet werden. Gerade bei “quadratischen” oder parallelogrammartigen Kristallen funktioniert dies ausgezeichnet. Die individuelle Größe der Kristalle lässt Schüler über Zusammenhänge zwischen Kantenlängen, Flächen und Volumina nachdenken und kreiert eine praktische Anwendung dieses Zweigs der Mathematik. Leider lässt sich hier mit Winkeln nicht viel anfangen, da die Kristalle oft verwachsen sind und somit eine Winkelberechnung schwierig werden könnte. Trotzdem kann man, bei gleichmäßig gewachsenen Kristallen, Winkelberechnungen anstellen, indem man die Schüler Skizzen von der Kristallfläche malen und anschließend die Winkel bestimmen lässt. Ein Vergleich aller Ergebnisse kann dazu dienen, Gemeinsamkeiten bei allen Kristallen festzustellen.

Chemieunterricht: Mit diesem Versuch lässt sich sehr schön das Verhältnis Wachstums- und Keimbildungsgeschwindigkeit darstellen und deren Abhängigkeit von der Abkühlungsgeschwindigkeit und die Temperaturabhängige Löslichkeit von Salzen. Zum Vergleich sollte man den selben Versuch wiederholen, ohne das Wasserbad, sondern mit einem Eisbad. Natürlich ist diese Reaktion schon nach wenigen sekunden beendet. Durch die unterschiedlich Großen Kristalle, die beim sofortigen Abkühlen und langsamen Abkühlen entstehen, kann man so Rückschlüsse auf Wachstums- und Keimbildungsgeschwindigkeit ziehen. Um die temperaturabhängige Löslichkeit von Salzen zu demonstrieren, kann man einfach die gleiche Menge Salz in kochendem und in raumtemperiertem Wasser lösen. Schnell werden die Schüler erkennen, dass sich die meisten Salze in heißem Wasser besser lösen als in kaltem. Natürlich lassen sich auch hier geometrische Lerninhalte vermitteln. So wäre es möglich auf Kristallsysteme überzuführen oder die kubische Kristallisation von Kochsalz anhand der Koordination der Liganden zu besprechen.