Serien-süchtig…

Ich habe eine Abneigung gegen das Fernsehen. Ohne wenn und aber.

Und abgesehen von einzelnen Ausnahmen können mich auch Spielfilme nicht mehr sonderlich begeistern. Wer weiß, vielleicht haben die DVDs vom Grabbeltisch für eine Übersättigung gesorgt.

Was mich seit einigen Jahren mehr in den Bann zieht sind vereinzelte US-Serien. Es macht einfach Spaß, dem “Helden” nicht nur über 120 Minuten zu folgen, sondern über mehrere Jahre. Und wenn man – wie ich – Werbung und zerhackte Folgen nicht leiden kann, muss ja nicht das Fernsehen als Medium benutzen.

Auf jeden Fall sehenswert und aktuell:

The Mentalist

Eine grandiose Krimi-Serie die vor allem durch ihre Unkompliziertheit und die positive Ausstrahlung des Hauptdarstellers hervorsticht. Hier kann man immer quer einsteigen.

Weiter gehts mit Staffel 2 am 28.2.2010 – genau: morgen :-)

Greys Anatomy

Ja, ich gebs zu. Ich bin verfallen. Im Grunde könnte man bei fast jeder Episode ob der tragischen Unfälle, der Verzweiflung und all des Elends mitheulen. Katharsis nannte Aristoteles das. So positiv locker und lustig The Mentalist ist, so mitreißend traurig ist Greys Anatomy.

Die sechste Staffel startet am 31. März 2010 um 20:15 Uhr mit einer Doppelfolge.

Twitter für Lehrer?

An anderer Stelle schrieb ich bereits über den etwaigen Nutzen von Twitter als “Mitteilungszentrale” bspw. für Eltern, heimgebliebene Schüler etc.

Diesbezügliche Situationen halten sich natürlich arg in Grenzen – während ich mich mit dem bloggen und Facebook angefreundet habe, stehe ich Twitter nach wie vor kritisch gegenüber.

Anwendungen wie das gemeinsame Lästern über Fernsehsendungen kann ich persönlich stark nachvollziehen – reizen mich tatsächlich aber gar nicht. Zum einen schaue ich gar kein Fernsehen im üblichen Sinne, zudem besagt eine biblische Weisheit, dass man wird, was man ausspricht (oder so ähnlich…) und ich versuche Lästern so weit es geht zu vermeiden. Auch bei Freunden – aber erst recht öffentlich.

Samuel Dinkel macht jedoch auf einen weiteren, deutlich näherliegenden Nutzen aufmerksam. Twitter im Netzwerk als interaktives Forum zu nutzen. Man stellt via Twitter eine Frage und kann dann sinnvolle Antworten erhalten. Von Menschen – nicht von Google. Hier erfährt Twitter tatsächlich einen sinnvollen Zweck, der sich mir erschließt. Auch und gerade für Lehrer.

Mal sehen, wie sich das in Zukunft entwickelt :-).

“Alle Lehrer gefeuert”

Christopher Rinke machte mich gestern auf einen Artikel aufmerksam, der mir ansonsten wohl entgangen wäre:

Weil die Schüler einer High-School zu schlechte Leistungen erbrachten, feuerte die Schulbehörde kurzerhand alle Lehrer, den Rektor und seinen Stellvertreter – insgesamt 93 Lehrkräfte.

Nun ist es immer unangebracht anhand eines kurzen Berichtes auf die tatsächliche Situation zu schließen: Wie haben welche Lehrer wie und unter welchen Bedingungen gearbeitet (oder auch nicht?) und wie haben welche Schüler wie unter welchen Bedingungen zu leiden gehabt.

So viele Faktoren spielen da eine Rolle, dass ein Urteil darüber vermessen wäre.

Aber etwas anderes wird mir bewusst:

Wir Lehrer haben es in Deutschland richtig gut!

Heiße Luft in der Kirche

Wir führen zu Beginn der Gottesdienste hin und wieder naturwissenschaftliche Experimente durch. Es sind immer spannende Versuche mit meist überraschendem Ergebnis. So auch neulich.

Im Kern ging es um die Frage, wieviel die Luft in unserer Kirche wiegt. Ratlose Blicke. “1 Kilo”, versucht es ein erster. “10 Kilo” ein zweiter. “Luft ist doch nix, die wiegt auch nichts!”, meint ein dritter.

Das Ergebnis verblüfft. Und das, obwohl unsere Gemeinde nicht besonders groß ist.

“Was bitte? Eine Tonne? Niemals!! Das kann ich mir nicht vorstellen. Dafür will ich einen Beweis”, rief einer der Gottesdienstbesucher hinterher.

Es ist tatsächlich kaum vorstellbar.

Unsere Luft besteht aus rund 78 Prozent Stickstoff, 21 Prozent Sauerstoff, 0,9 Prozent Argon und Spuren von weiteren Edelgasen und 0,03 Prozent Kohlendioxid. Hinzu kommen dann noch Staub, Wasserdampf, Schwefel- und Stickstoffverbindungen, Abgase sowie pflanzliche und tierische Mikroorganismen. Um sich das Rechnen ein wenig zu vereinfachen führte man in der Chemie eine festgelegte Größe ein, das “Mol”. Ein Mol sind 602.300.000.000.000.000.000.000 Teilchen. Ebenfalls festgelegt ist das Volumen, dass ein Mol Gas einnimmt. Es sind genau 24,5 Liter (bei 25°C).

Sehen wir uns jetzt mal nur den Großteil der Luft an, so bleibt noch der Stickstoff und der Sauerstoff, die zusammen gut 99% der Luft ausmachen. Ein Mol Stickstoff wiegt 28g. Ein Mol Sauerstoff wiegt 32g.

Die Berechnungen…. stehen unten :-)

Auf jeden Fall wiegt 1 Liter Luft 1,166 Gramm . Ein Kubikmeter Luft sind 1000 Liter, also 1166 Gramm oder 1,166 Kilogramm.

Unser Gottesdienstraum mit quadratischer Grundfläche ist etwa 15×15×5 Meter groß, das entspricht 1125 m³ Raum, und somit wiegt die Luft darin 1125 × 1,166 Kilogramm = 1311,75 Kilogramm.

Verblüffend, nicht wahr? Über eine Tonne Luft in einer kleinen Kirche.

Diese kurze Rechnung bietet ein feines Beispiel für eine Richtung, die der moderne Mathematikunterricht in den letzten Jahren genommen hat: Die der offenen Aufgabe. Dabei geht es nicht mehr nur um ein auswendig zu lernendes Rechenschema. Bei offenen Aufgaben sollen die Schüler sich freier bewegen dürfen – es gibt keine eindeutig richtige Antwort, viele Wege führen hier zum Ziel. Und so bieten sich hier eine Reihe von schönen Nachfolgefragen:

Wie schwer ist die Luft in unserem Klassenzimmer? Wie schwer die Luft in der Schule? Und für die ganz Neugierigen: Wieviel wiegt die Luft auf der ganzen Welt überhaupt? Wie viel Kilo Luft lasten auf meinen Schultern? Und wieviel Luft drückt auf meinen ganzen Körper? Und wieviel Luft drückt auf den riesigen Herrn Klinge?

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Rechnung für die Fleißigen:

  • Das Volumen ist proportional zur Stoffmenge “n”.
  • n (Sticksoff) = 1/24,5 × 0,78 = 0,03184 mol
  • n (Sauerstoff) = 1/24,5 × 0,21 = 0,008572 mol
  • da die Masse = die Stoffmenge × die molare Masse ist (m = M × n), gilt hier:
    • Gesamtmasse = (0,03184mol × 28g/mol) + (0,008572mol × 32g/mol) ≈ 1,166 Gramm

DHMO – Viel Trubel um Wasser

Am 12.02. veröffentlichte ich einen Artikel über den unglaublich gefährlichen Stoff DHMO. Anstelle von Kommentaren, gab es diesmal eine Umfrage: “Sind Sie für ein Verbot von DHMO?” 71% der, an der Umfrage beteiligten Menschen, stimmten für ein Verbot von DHMO, 29% dagegen.

Somit sind 71% für ein Verbot von…

Wasser.

DHMO steht für Di-hydrogen-monoxid = H2O. Verblüffend, nicht wahr? Und auch ein bisschen ärgerlich.

Die im Artikel erwähnten Studenten, wollten damals zeigen, dass viele Menschen sofort auf die Straße gehen und protestieren, bevor sie sich richtig Informieren. Und dies funktioniert immer wieder und die Verbotsschreie der Öffentlichkeit klingen nicht ab. Genau das ist der Grund, warum die Macher von DHMO-Internetseiten weiterhin die Gefährlichkeit von DHMO predigen, weil es zeigt, dass sehr viele Menschen gar nicht interessiert für, oder gegen was sie protestieren – Hauptsache ist, dass sie etwas zu protestieren haben. Warum Informieren? Die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft würde doch niemals jemand anzweifeln, oder? Jeden Tag unterschreiben Menschen Petitionen für ein Verbot von DHMO, die an die Regierung der Vereinigten Staaten weitergeleitet werden.

Ich möchte um Verziehung bitten, dass ich Sie so auf den Arm genommen habe. Aber:

Lesen Sie den Artikel noch einmal, diesmal mit dem Wissen, dass es um Wasser geht, und Sie werden merken, dass keine der Aussagen erfunden sind.

Aber da es sich ausschließlich um Gefahren und Verwendungen handelt und man natürlich keine Ahnung hat, was DHMO bedeuten könnte, glaubt man den Aussagen bedingungslos und stimmt für ein Verbot.

Wenn Sie also das nächste mal einen Text Lesen, der Ihnen nichts sagt, außer: “Vorsicht, das ist gefährlich. Es kann Krebs erregen, es kann töten, es kann…..usw.”,

Informieren Sie sich, bevor Sie sich eine Meinung bilden und dann gehen wir protestieren. :-)

Roboter-Lehrer ab 2012

Ich muss zugeben, ich bin ein Fan von I Robot. Aber was Südkorea da plant, jagt mir doch eine Gänsehaut über den Rücken:

Ab 2012 sollen an 500 Kindergärten und Vorschulen Roboter als Erzieher zum Einsatz kommen. Bis 2013 soll das System auf 8000 Einrichtungen ausgedehnt werden.

imageDie Roboter sollen zum Beispiel zum Vorlesen von Geschichten eingesetzt werden. Für mich als Lehrer ist das zunächst einmal eher spannend, als bedrohlich.

Denn es ist noch gar nicht so lange her, da ging man mit der zunehmenden Verbreitung von Computern davon aus, dass sich das Lernen durch eben diese steuern, individualisieren und verbessern ließe. Die Vision war, dass jeder Schüler eines Tages nur noch von und mit seinem Computer lernt, der ihn individuell immer genau richtig fordert und fördert.

Offenkundlich sieht die Realität anders aus. Schüler nutzen ihre Laptops, um im Unterricht Pornos zu gucken – nicht aber für abgestimmtes Lernen.

Und ein weiterer Punkt kommt mir in den Sinn.

Im 13. Jahrhundert wollte Kaiser Friedrich II. die Ursprache der Menschheit herausfinden. Zu diesem Zweck lies der Kaiser einige Babys direkt nach der Geburt von ihren Müttern trennen und gab sie in die Obhut von Ammen. Diese waren angewiesen, die Babys zu säubern und zu füttern, aber jeglicher liebevoller Kontakt, jedes Streicheln oder gar liebevolle Worte waren den Ammen verboten. Auf diese Weise wollte Friedrich herausfinden, welche Sprache die Babys entwickeln würden. Die Antwort ist

Gar keine.

Denn alle starben.

Wir Menschen sind Beziehungswesen. Das Bedürfnis nach Geborgenheit, Anerkennung und Liebe ist so tief in uns verwurzelt, dass wir nicht ohne können.

Ich wage zu behaupten, dass wir in einigen Jahren genug von all dem haben: Genug von der Hektik, von dem technischen Firlefanz und der Anstrengung, stets mit der Zeit gehen zu müssen.

David Levy sieht das allerdings anders ;-).

Wie flashe ich mein Handy?

Ein Großteil der Besucher kommt durch die Kombination der Suchbegriffe “HTC” + “Manila” + “[kryptische Nummer]” + ROM auf meinen Blog.

Ein individuelles (oder “Custom”) Rom zu installieren ist wirklich kinderleicht.

Ausgangspunkt ist das Forum der xda-developers hier.

Dort das gesuchte Handy auswählen und in das Unterforum “ROM Development” gehen.

Einer der ersten Threads in jedem dieser Foren heißt “Hard-SPL Unlocker for” oder “Complete upgrading guide (HardSPL+Radio+ROM)” oder so ähnlich.

Erster Schritt: HardSPL für das richtige (!) Handy runterladen und Akku auf mindestens 50% aufladen. Das Gerät an den PC anschließen und dann dieses HardSPL installieren. Fertig. Dies macht man nur ein einziges Mal – das Handy ist jetzt von jener Sperre befreit, die nur offizielle (und gebrandete) ROMs zulässt.

Nun kann man jedes beliebige ROM runterladen und auf dem Smartphone installieren. Wichtig: Immer im passenden Forum suchen – kein HD2-Rom auf einem Touch Pro 2 installieren oder so.

Installiert wird genauso wie schon beim HardSPL. Runterladen, Handy anschließen, .exe ausführen – fertig.

Und jetzt steht euch die Welt offen. Besonders interessant ist beispielsweise dieses Dual-Rom: Es ermöglicht das Booten von Googles Android oder Windows Mobile – bei jedem Neustart wird das für 5 Sekunden abgefragt (genauso, wie auf einigen Rechnern gefragt wird, ob man Windows XP oder Windows 2000 booten will).

Ich habe zur Zeit auf meinem TouchPro2 ein ROM drauf, welches mir einige Vorteile bringt, siehe hier.

All das geschieht jedoch auf eigene Gefahr: Ich kann keine Verantwortung für irgendwelche Schäden übernehmen, die möglicherweise entstehen!

Ich habe zwar noch nie gehört, dass jemand sein Handy dadurch beschädigt hat, aber ich will es zumindest gesagt haben. Ich flashe seit Jahren und habe noch nie irgendwelche Probleme gehabt. Und – ja: Der Hersteller sieht es natürlich nicht so gerne, wenn da nicht mehr das eigene, gebrandete ROM drauf ist. Etwaige Software-Fehler bzw. Garantiefälle werden dann evtl. auf das neue ROM geschoben.

Wieviele Orangen braucht man, um ein iPhone zu laden?

Die meisten von euch werden sich an die “Kartoffel-Uhr” aus dem Physik- oder Chemieunterricht erinnern:

Eine Kupferelektrode und eine Zinkelektrode werden in eine Kartoffel / Zitrone / Orange gestochen und anschließend an ein Voltmeter angeschlossen. Unsere galvanische Zelle erzeugt eine Spannung.

Früher – genauer gesagt: im letzten Jahrtausend – wurde das genutzt, um im Unterricht eine Uhr zu betreiben oder ein kleines Lämpchen.

Heute interessieren sich die Schüler wohl noch weniger für Uhren und Lämpchen, als sie es Neunzehnhundertund… ohnehin schon taten. Also schließt man ein Handy an. Und die Frage kommt auf:

Wieviele Orangen braucht man, um ein iPhone zu laden?

Die Antwort gibt es in diesem schönen Video: