Elternabend für die neuen 5er

Wenn man so junger Lehrer ist wie ich, macht man alles vieles zum ersten Mal. Nächstes Jahr bekomme ich meine erste 5 und ich bin mindestens so aufgeregt und fröhlich, wie die Schüler.

Vorgestern war Elternabend, bei dem allerlei Informatives weitergegeben wurde. (Auch für mich Zwinkerndes Smiley)

Am Anfang einige Schüler, die allerlei Kunststücke vorführten. Jonglieren. Tanzen. Jonglieren und tanzen gleichzeitig.

Anschließend eine Präsentation der “Top-10-Elternfragen”.

  • “Mein Kind war nach der Grundschule spätestens um zwei zu Hause. Wie soll es da mit Ganztag klarkommen?”
  • “Die Schule ist ja rieeesig. Wie sollen sich die Kleinen denn hier zurechtfinden?”
  • “Bis jetzt hatten die Schüler eine Klassenlehrerin, aber jetzt sind da ganz viele Lehrer! Wie sollen die Kindes damit zurechtkommen?”
  • “Wie teuer ist das Mittagessen in der Schule?”
  • “Was bedeuten die ganzen Abkürzungen? MuKu? DuG? NW? WP1?”
  • “Wie kommen die Kinder mit dem Bus zur Schule?”

 

Danach die Vorstellung der neuen Klassenlehrer (IIICCCHHH Party-Smiley) und dann der allgemeine Infoteil über Bücher etc.

Wirklich skurril ist: Ich kann mich noch an meine eigene “Einschulung” in der 5. Klasse erinnern. Wie ich aufgeregt in der Aula saß und versucht habe, mir die Gesichter zu merken. Und natürlich weiß ich noch, wie man sich als ‘Eltern’ bei so einem Info-Abend fühlt.
Aber… vorne zu stehen. Und zu wissen, da kommt ein ganz grandioser Jahrgang mit viel Spaß auf mich zu, ist einfach.. Wow!

Auf die Gefahr, mich zu wiederholen: Dieser Beruf ist sooo geil! Smiley

Suppe pusten

Am Mittagstisch mit meinen Kollegen bemerkte ich die riesige Anzahl an Studenten, die äußerst intensiv in bzw. auf die brühend heiße Mensa-Vorspeisensuppe pusteten. Einige Löffel später entschied ich mich ein paar Studenten zu befragen, ob sie überhaupt wüssten, was sie da täten. Nach einer äußerst erfolgreichen Umfrage konnte ich mit Sicherheit sagen, dass es keinen fast alle Studenten in der Mensa sehr interessiert hat. “Die Luft die man in die Suppe pustet ist kälter als die Suppe und kühlt diese ab”, war die häufigste falsche Antwort auf meine Frage neben der Antwort: “Verschwinde du Nerd”.

Unsere heiße Suppe besteht aus Wasser und einigen geschmackgebenden gelösten und ungelösten Substanzen. Betrachten wir diese Suppe im molekularen Maßstab können wir erkennen, dass sich die Wassermoleküle in der Suppe bewegen. Je schneller sich die Wassermoleküle bewegen, desto heißer empfinden wir die Suppe. Da die Moleküle ziellos und mit unterschiedlichsten Geschwindigkeiten durch die Suppe hüpfen Suppekann es passieren, dass sich ein Wassermolekül in Richtung der Wasseroberfläche bewegt. Reicht die Energie seiner Bewegung aus, um die Anziehungskräfte zwischen ihm und den anderen Molekülen zu überwinden springt es sozusagen aus der Suppe raus. Da es nur die schnellen und damit Energiereichen Moleküle schaffen aus der Suppe zu hüpfen, bewegen sich die Moleküle in der Suppe im Durchschnitt langsamer, die Suppe wird kälter. Beim Pusten auf die Suppe werden Wassermoleküle von der Oberfläche weggeblasen, jedes Wassermolekül, das die Suppe verlässt entzieht der Suppe also Energie und damit Wärme. Das Prinzip der Verdunstung kommt auch bei der Thermoregulation unseres Körpers zum Einsatz, wir schwitzen.

Wenn also das nächste mal eine Suppe auf den Tisch kommt, fleißig pusten!!

Über meine neue Umfrage über das Thema “Warum der Kaffee länger warm bleibt, wenn man die Milch direkt zugibt” berichte ich ein anderes mal.

“Facebookseiten von Schulen verbieten”

Als meine Tochter eingeschult wurde, hat niemand um Erlaubnis gefragt, das Gruppenbild auf die Homepage zu stellen, das wurde einfach gemacht. Und ich vermute, es hat sich hinterher auch niemand beschwert. Umgekehrt – wenn man erst um Erlaubnis fragt – finden sich immer zwei Leute, die sich weigern. Aber das ist bei jedem Tagesausflug, jeder Klassenfahrt und überhaupt bei jeder Umfrage gleich. Es gibt immer zwei oder drei, die dagegen sind. Gegen Facebook, gegen Internet, gegen alles. Continue reading

Filmen mit dem DFB

2012-06-20 16.12.40Heute war es also soweit. Am späten Vormittag sollte ein freundlich gestimmter Tross vom DFB ankommen.
Das Vorfeld zu so einer Aktion ist, besonders an einer großen Schule, etwas kniffelig. Alle Kollegen müssen informiert werden, dass ich ihnen die Klasse an dem Tag wegnehme.
“Ab wann?” – “Keine Ahnung.”
“Wie lange?” – “Keine Ahnung.”

Außerdem müssen vorsorglich verschiedene Räume belegt werden. “Brauchst du den PC-Raum wirklich?”“Keine Ahnung.”
”Ab wann brauchst du die Turnhalle?” – “Puuhh.”

Außerdem ist die Klasse völlig aufgedreht. Eine enorme Lautstärke, jeder hat noch Fragen oder Ideen. “Dürfen die fünf Leute aus dem G-Kurs auch dabei sein oder müssen die Unterricht haben?”  Als mich zwei Schülerinnen fragten, ob sie in der Turnhalle ihr Glätteisen anschließen könnten, habe ich mich kurz gefragt, was zur Hölle ich hier eigentlich mache.
Natürlich verspätet sich das Team vom DFB. Und natürlich suchen zwischendurch irgendwelche Kollegen völlig panisch die Schüler. Und unser Klassenraum war belegt. Und in den Computerraum mussten wir doch nicht. Dafür aber in die Turnhalle – wenn auch deutlich später als geplant. Die ist dann aber belegt. Also stören wir den Sportunterricht einer anderen Klasse. Und die nachfolgende AG ebenso.

Und irgendwann realisiere ich, dass ich an einer ganz großartigen Schule bin: Obwohl die Kollegen von den Störungen nicht begeistert sind, höre ich keine Beschwerde. Statt dessen ein Schmunzeln hier und ein amüsiertes Lächeln dort. Danke dafür!

Im Vorfeld hatte man mir ein Skript zugeschickt, in dem der Film kurz erläutert und Szene für Szene beschrieben wurde. Optimistische zwei Stunden hatte das Team angesetzt, am Ende wurden es fünf. Fünf Stunden mit knapp dreißig Schülern, die sich allesamt bis zum Schluss vorbildlich verhalten und auch mal längere Pausen über sich ergehen lassen haben. Fast eine Stunde lang wurden die Schüler z.B. einzeln interviewt. Für den Rest durchaus herausfordernd, da Ruhe zu bewahren, aber die Klasse hat sich insgesamt von ihrer besten Seite gezeigt.
Im Laufe des Films wird eine (nachgestellte) Unterrichtsszene gezeigt: Langweiliger Mathematikunterricht als Kontrast zum aufregenden DFB-Projekt. Um Himmels willen… als ob ich so unterrichten würde. Und als ob es je eine Klasse wagen würde, sich so zu benehmen, wie die Klasse es im Film durfte. Aber es ist eher ein “So geht es nicht, liebe Lehrer”-Video geworden.

Ganz großartig war das Maskottchen Paule. Er (also, der Mensch unter dem Kostüm) hat sich den Schülerinnen und Schülern vorgestellt, geduldig Fragen beantwortet und Autogramme geschrieben. Zwischendurch im Kostüm herumgealbert und sich den ein oder anderen über die Schulter geworfen.
Klassenbild

Am Ende des Tages bin ich ziemlich platt.
Es ist ganz schön anstrengend, gleichzeitig zu organisieren und für Ruhe zu sorgen. Aber der Artikel über Griechenland wurde via Google-Docs binnen weniger Stunden fertig geschrieben. Und hier in NRW sind es nur noch zweieinhalb Wochen bis zu den Ferien. Das geht schon noch irgendwie. Smiley