Lehrerblogs sind tot. Nein. Doch. Nein! (Diskussionsbeitrag)

Herr Larbig schreibt einen ausführlichen (und lesenswerten) Artikel darüber, dass Lehrerblogs letztlich belanglos, weil unbekannt sind. Bei 800.000 Lehrern in Deutschland gibt es etwa 100 aktive Lehrerblogs. Fragt man im Kollegium, ob irgendwer irgendwelche Lehrerblogs kennt, erntet man nur Achselzucken.

Das Lehrerblog, laut Larbig, ist nicht nur tot – es hat auch nie gelebt.
Das ist ein bisschen ein trauriges Urteil über mein Seite und es schmeckt zunächst bitter. Nicht nur Herr Larbig, auch andere propagieren ein Abwandern der Diskussion und der Inhalte auf soziale Netzwerke. Kürzere Inhalte, größere Bereitschaft des Kommentierens.

Ich halte dies für einen Trugschluss. weiterlesen

DUPLO-Sammelbilder

547641_323700977735401_1150255225_nErinnert ihr euch noch an die spitzenmäßigen Sammel-Kleberbilder von deutschen Nationalspielern in DUPLO und HANUTA? Natürlich tut ihr das! Gab es etwas Größeres, als Uwe Bein samt Schnauzer (Serien-Bild Nr. 14, falls Günther Jauch mal fragt) im EM-Album von 92 zu haben?

Inzwischen bin ich meinem Traum, einmal selbst durch die wahrscheinlich längste Praline der Welt verewigt zu werden, so nah wie nie: Der wunderbare Herr Rau hat ein Lehrerblogger-Quartett erstellt und liefert die Vorlage zum selbst-Inhalte-füllen-für-den-Unterricht gleich mit.

Entstanden ist das, weil Fontanefan Walte Böhme zur Wahl des besten Lehrerblogs 2014 aufgerufen hat (und dazu, mehr Werbung untereinander zu machen) (Passend dazu auch Maik Rieckens Kommentar, wie Schulbuchverlage uns Blogs als Dorn im Auge betrachten (müssen)).

Kriminalfall #2

Frustriert sitze ich heute morgen in der Schule: Mein Blog ist schon wieder offline.
Seit der letzten Attacke habe ich alle meine Passworte durch kryptische Zahlen- und Zeichenfolgen ersetzt – mit der Folge, dass ich seitdem immer nachschlagen muss, was genau wo mein Zugangscode ist. Außerdem habe ich Filter installiert, die ein Einloggen in den Blog außerhalb von Deutschland unterbinden. Und auch wer dreimal hintereinander das falsche, ellenlange Passwort eingibt, muss sich zunächst eine neue ip suchen. Nach menschlichem Ermessen – zumindest aber nach Alltagsuser-Ermessen – habe ich alles getan, was in meiner Macht steht, um meine Homepage stabil zu halten.

Und trotzdem sitze ich frustriert da und vermute eine erneute Attacke aus dem Ostblock.

Hier und da ermuntern mich Schüler (Danke!) – ich solle meinen Blog nicht aufgeben. Das war sehr nett. Aber nach den vielen Stunden Arbeit letztes Mal, ist meine Motivation auf dem Boden. Ich werde das bloggen aufgeben. Ausführlich denke ich darüber nach, welches neue Hobby ich mir suchen könnte. Zumindest habe ich zukünftig wohl mehr Zeit, meinen Unterricht vorzubereiten – vorbei die Zeit der Schwellenpädagogik1.

“Herr Klinge”, unterbricht mich Yuri in meinem Tagtraum. Yuri ist ein stummer, blonder Junge, der erst seit kurzem in Deutschland ist. Ich weiß nicht, ob Juri in diesem Schuljahr überhaupt schon mal etwas gesagt hat. Mühsam konzentriere ich mich wieder auf den Unterricht. “Wenn Sie mir geben 5 Minuten an Computer, ich repariere Ihren Blog”.
Irritiert schaue ich ihn an, entsinne mich dann aber an meine Aufgabe. Wir sind hier in der Schule. Ich bin Lehrer. Und meine Aufgabe ist es – verdammt nochmal – Kinder zu beflügeln und etwas beizubringen.

“Los geht’s, Yuri!”, feuere ich ihn an und füge noch hinzu: “Und ihr andern, aufgepasst: Vielleicht lernt ihr noch was!”
Yuri setzt sich an den LehrerPC, über den Beamer schauen wir alle gebannt mit. Ob die NSA in diesem Moment auch zuschaut?

Zehn Minuten später steht mein Blog wieder. Yuri setzt sich wortlos auf seinen Platz und versinkt wieder in Schweigen. Ich traue mich nicht mal zu fragen, was eigentlich passiert ist, geschweige denn, wie er …das Dings… repariert hat.

Macht nichts.

Hurra! Ich habe meinen Blog wieder. Smiley mit geöffnetem Mund

 

 

1: ein müder Lehrerscherz: Als Schwellenpädagogik wird jene Pädagogik bezeichnet, die man sich beim Übertreten der Türschwelle ausdenkt. Fällt in die Gleiche Kategorie wie die Hammer-Pädagogik (“Was hammer letzte Stunde gemacht?”)

Krimi der Woche

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Vergangenen Montag sprach mich ein Kollege an und wies mich darauf hin, dass meine Homepage nicht zu erreichen sei. Ich winkte ab und schob die Schuld auf das überlastete Schulnetz. So brauchte ich einen halben Tag, um festzustellen, dass wirklich etwas schief lief. Ziemlich clever von mir – einen Job beim Geheimdienst werde ich wohl nicht so schnell bekommen.

Jedenfalls war die Homepage weg. Komplett. Ich hatte weder Zugriff auf das Blog, noch auf den ftp-Server oder irgendwas.
Es mag den aktuellen, politischen Debatten geschuldet sein, aber in meiner Naivität fielen mir nur zwei Möglichkeiten ein, wieso meine Domain gesperrt wäre: Eine Reihe hochbezahlter Anwälte ist einem Hollywoodfilm entsprungen um mich wegen raubkopierter Zitate oder Bilder zu verklagen… oder: Die NSA fühlt sich durch meine Lerntheken derart bedroht, dass sie mich abgeschossen haben.

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Uni-Umfragen (usw.)

Einigermaßen regelmäßig bekomme ich Anfragen von Studierenden, die sich mit diesem und jenem Thema beschäftigen und gerne meine Unterstützung wollen. Manchmal geht es um die Arbeit mit Lerntheken, häufiger Anfragen bzgl. der Filmlerntheken und manchmal geht’s um das Bloggen an sich. In den allermeisten Fällen unterstütze ich die Fragesteller gerne und antworte ausführlich, gebe Material dazu etc.etc.

Aber hin und wieder erreichen mich “Massenanfragen”. Wie diese:

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Den Halbtagsblog als Android-App

imageEnde dieses Monats beendet der Google Reader seinen Dienst. Dies ist insofern für mich von Belang, als ich fast 500 RSS Abonnenten habe – also Leute, die den Blog nicht über den Browser aufrufen, sondern meine Inhalte über ein Programm geliefert bekommen. Dieses Programm wird bei den meisten der Google Reader sein.

Bis es hier einen vernünftigen Nachfolger gibt und weil ich einen Ruf als Nerd zu verteidigen habe, also die Alternative: Meinen Blog als eigenständige Android-App.

Screenshot_2013-06-10-19-49-22Wie teuer ist die denn?
Kostenlos! Was sonst! Creative Common Lizenz!

Und was bekommt man dafür?
Jeder neue Artikel wird direkt auf das Handy geschickt. In voller Länge, inklusive Bilder und fast genauso lustig wie hier im Blog.

Warum gibts deine App nicht im PlayStore? (Appstore?)
Google verlangt 25 $ Entwicklergebühr, damit man Apps in den Playstore stellen kann. Das lohnt sich bei meinen paar Lesern nicht.

Das ist aber schade!
Finde ich auch. Darum ein Angebot: Wird die App 100x heruntergeladen und installiert, dann bringe ich sie in den PlayStore für alle.

Wirklich?
Es gibt nur eine Möglichkeit, das herauszufinden!

Wie installiere ich diese App denn?
Du lädst diese Datei hier runter. Kopierst sie auf dein Handy und klickst in einem Dateimanager einfach drauf. Fertig.

Das wars?
Ja.

Gibts keine coolere Möglichkeit?
Klar! Alternativ mit dem Handy diesen QR-Code scannen – dann startet der Download der App direkt auf das Smartphone, wo man es dann bequem installieren kann:

ein bisschen Statistik

image…über diesen Blog.
Nicht so wahnsinnig sehr, weil es viele interessiert – sondern in erster Linie, damit ich in 47 Jahren zum güldenen Jubiläum meines Blogs nochmal schauen kann, was wann wie so war.

WordPress selbst konzipiert einen amüsanten Bericht mit relevanten Zahlen. Einigermaßen amüsant die Formulierung: “Dein Blog hat mehr Besucher als ein kleines Land in Europa.” Klingt hübsch, ist aber natürlich Unsinn.

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Die c’t über Kontrollverlust in der Schule

Inhaltsverzeichnis der c't 03/2013Ziemlich cool: Die aktuelle c’t erwähnt mich in einem Artikel über Schule und das Web 2.0.
Für einen Nerd wie mich eine große Ehre. Für Nicht-Nerds: Die c’t verhält sich zu anderen Computerzeitschriften wie die ZEIT zur BILD: Mehr Text, weniger Bilder. Smiley mit geöffnetem Mund

In dem Artikel geht es um die Schwierigkeiten von Lehrern, Eltern und Schülern das Web 2.0 mit dem schulischen Alltag zu vereinbaren.

Ich! In der c’t! Die c’t! Eine Zeitschrift, in der ich für die allermeisten Artikel zu dämlich bin.
Abgefahren!