Osterferien 2015: Baby, Schule, Pool, BVB

Endlich Ferien. Ferien, die ich sehr herbeigesehnt habe und nun auch schamlos genieße.

IMG_20150401_161129 1Einiges an Zeit widme ich der Kombination Hund & Baby. Kleine Kinder greifen immer nach den spannenden Dingen – und bei einem Tier sind das stets die Augen: Aber Bailey lässt alles geduldig über sich ergehen. Jedes Grapschen und Ziehen und Zerren. Ich vergesse nie, dass ein Hund ein Raubtier bleibt – aber dieser scheint mit dem kleinen Mensch prima klarzukommen.

Ich habe mir vorgenommen, jeden Tag 8 Klassenarbeiten zu korrigieren und halte das (bisher) auch durch. Ich müsste auch noch jede Menge Unterricht vorbereiten – aber dazu habe ich aktuell keine Lust.
Ich gewöhne mich langsam an den Abschied von meiner 10. Klasse. Die letzte Arbeit wurde geschrieben, jetzt stehen nur noch die ZAP und das Länderspiel an. Ich bin nicht nur aus Verbundenheit auf die Ergebnisse gespannt, sondern auch aus lerndidaktischer Perspektive: Diese Klasse hat seit Klasse 7 praktisch ausschließlich mit Lerntheken gearbeitet. Das Mathematik-Buch haben wir nicht ein einziges Mal genutzt. Um sicherzustellen, dass ich nicht meine eigene Suppe auf Kosten der Schüler koche, schreiben wir im Jahrgang sehr ähnliche Klassenarbeiten. Mein Kurs schneidet dabei nicht signifikant besser oder schlechter ab. Also alles im gründen Bereich…!?
Ich werde die Lebensläufe auch die nächsten drei Jahre verfolgen um zu schauen, wie meine Schüler in der Oberstufe zurechtkommen: Haben sie “eigenverantwortliches Lernen” gelernt? Haben sie begriffen, dass ihr Lernerfolg maßgeblich von der eigenen Anstrengung und nicht von der Lehrperson abhängt? Oder werden sie am Bruch “offene Arbeitsform” vs. “frontale Abiturvorbereitung” scheitern? Auch hier bin ich gespannt.

IMAG0292 (Medium)Überdies verbringe ich viel Zeit im Garten.
Unsere Vorbesitzer haben uns einen heruntergekommenen Swimming Pool hinterlassen, der in den nächsten Wochen von mir generalüberholt wird.
Aktuell wird Schubkarre um Schubkarre Erde, Steine und Dreck abgehoben und weggebracht. Ziel wird eine Terrasse außen mit einem Pavillon sein, dazu muss das Becken gereinigt und repariert werden. Wenn es am Ende schön wird, schreibe ich vielleicht nochmal was zum Bau. Wenn es hässlich wird, frage ich die Chemiekollegen nach Sprengstoff (und würde auch darüber schreiben).

Zwei Highlights stehen in den Ferien noch an: Durch glückliche Umstände fahre ich nicht nur Samstagabend zum Spiel des BVB gegen die Münchener Batzis (je nach Spielverlauf korrigiere ich dann nächste Woche großzügiger oder schlechtgelaunter), sondern auch nach Gladbach zum Spiel der falschen Borussia gegen die richtige.
Aufregend wird Samstagabend: Als letzter großer Lothar Matthäus-Fan Deutschlands hoffe ich, die Expertenrunde im Anschluss auf dem Stadionrasen zu stören und den Loddar zu drücken.

Charakterschwäche

221131_276677482437751_1033654548_oEin Oberstufen-Schüler, den ich inzwischen nicht mehr unterrichte, begegnet mir auf dem Flur. Er ist Schalke-Fan und ich kann von weitem sein süffisantes Grinsen sehen.

Doch noch bevor er mir irgendeinen Spruch reindrücken kann, quatsche ich ihn zu. “Weißt du, Michel”, sage ich, “auf jemanden einzutreten, der schon am Boden liegt… Das sagt einiges über die Person aus. Über ihren Charakter.”

Ich blicke ihn mit enttäuschter Miene an – wie Lehrer oft schauen, wenn einer ihrer Zöglinge etwas richtig Dummes gesagt hat.

“Und wenn ich ehrlich bin, dann macht mich das wirklich betroffen. Ich hätte da einfach mehr von dir erwartet. Aber so.. ich bin ehrlich traurig darüber.”

Der Schüler nickt verstehend.
”Herr Klinge”, erwidert er freundlich, “ich trete nicht nur, ich spucke auch auf Leute, die am Boden liegen.”

Schalker. Muss ich mehr sagen…?!

Datenverbrauch von SkyGo

Rechtzeitig zu unserem Umzug gibt es SkyGo kostenlos für alle Kunden dazu. Großartig für mich, denn in unserem neuen Heim gibt es (noch) keine Satellitenschüssel und dadurch kann ich die Bundesliga nur am Radio verfolgen. Spannend ist für mich vor allem die Frage gewesen, wie viel Traffic das Schauen eines (!) BVB-Spiels kostet. Die Antwort: 3,4 Gigabyte für die Samstagabend-Partie zwischen dem BVB und dem Plastikverein aus Leverkusen.

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Das ist abgefahren viel – sieht aber auch prima aus. Zwinkerndes Smiley

Wie die Bundesliga die Schule widerspiegelt.

2013-06-27 15.30.49Letzte Woche wurde ich von einem Online-Magazin angefragt, welche “Tipps” ich für Eltern zur Schulvorbereitung hätte. Und während ich noch ein paar freie Tage genießen darf, habe ich mir Gedanken darüber gemacht, während ich mich gleichzeitig am Beginn der Bundesliga erfreut habe. Meiner Ersatz-Religion.

Freude hatte ich zumindest, bis ich die Interviews der Gladbacher nach der Niederlage gegen Bayern München hörte. Obwohl Gladbach nicht schlecht gespielt und durchaus einige Torchancen herausgearbeitet hatte, jammerte der Torwart ter Stegen hinterher sinngemäß: “Andere Gegner sind unsere Kragenweite… wir müssen gegen andere Gegner die Punkte holen… gegen die Bayern kann man verlieren…”

Das hat mich maßlos geärgert. Da war kein Frust über die vertane Chance zu spüren, nur das allgegenwärtige Kuschen vor den übermächtigen Bayern.

Vor allem, wenn ich das mit den Stimmen der Augsburger vergleiche, die mit 0:4 gegen Dortmund verloren. Dort schimpfte Halil Altintop: „Das Ergebnis ist definitiv zu hoch und spiegelt das Spiel nicht komplett wieder. Wir brauchen nicht über Borussia Dortmund zu reden […]. Die eigenen Fehler waren entscheidend heute.”

Die Augsburger waren zurecht frustriert. Sie hatten richtig gut gespielt und “es war mehr drin”. Das galt für beide Spiele – aber gegen die Münchener scheint sich ein Großteil der Liga in stiller Angst zu ergeben: Wenn wir nur mit zwei, drei Toren Unterschied verlieren, ist alles in Ordnung.

Zum Kotzen.

Und es erinnert mich an Schule.

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Wer es verpasst hat…

Vorgestern gab es ein unfassbares (!) Interview mit dem Trainer von Borussia Dortmund, Jürgen Klopp.

Arnd Zeigler hinterfragt ganz kritisch die Situation beim BVB. Zwei Dinge sind daran außergewöhnlich: Zum einen, dass Klopp das ganze Interview ernst bleibt (“…und wenn man ihn morgens sieht.. schreckliches Bild!”) und zum anderen, dass die Verantwortlichen beim BVB offenbar jede Regel und jedes Gesetz erfolgreichen Fußballs in den Wind schießen.

Menschenskinder… den Mann muss man einfach lieben!

Video: Kritisches Interview mit Jürgen Klopp.

Solche Perlen gibt es ganz, ganz selten – zuletzt vielleicht, als Oliver Kahn auf die Frage eines Reporters (“Was will der FC Bayern nach so einem schlechten Spiel tun?”) knochentrocken erwiderte, dass man jetzt wohl den Betrieb einstellen werde, denn das hätte ja keine Zukunft mehr…

Einfach großartig! Unbedingt ansehen!