Top 5 der ätzendsten Sätze bei Elternsprechtagen :-)

Als Lehrer kennt man eigentlich nur andere Lehrer und erzählt sich auch ausschließlich Lehrergeschichten. Im Laufe der Jahre kommen einem absurde und komische Berichte unter, die ich – mehr zeichnerisches Talent vorausgesetzt – alle gerne in Comics  umgewandelt hätte. So bleibt mir heute nur eine kurze Sammlung von Tipps für Eltern, wie sie dem geschätzten Klassenlehrer Ihres Kindes eine echte Freude machen können: “…ich habe einen Lehrer in der Familie/im Freundeskreis und wenn ich dem erzähle, was hier abgeht, dann…” … weiterlesen

Eltern im Kindergarten.

Kollegin Henner erzählt in ihrem Blog von einem Elternabend im Kindergarten, bei dem die Eltern eingeladen gezwungen wurden, bis in den späten Abend hinein selbst zu erleben, wie sich Kindergarten anfühlt. Sie durften mussten nähen und basteln und allerlei.Es ehrt die KindergärtnerInnen, dass sie Einblick in ihre Arbeitswelt geben wollen – es gibt eben doch einen Unterschied zwischen dem IKEA-Smaland und einem richtigen Kindergarten. Aber – bei allem Respekt vor der Arbeit – ich hätte den Zirkus gewiss nicht mitgemacht, … weiterlesen

Schwangerschaftskurs vs. ChampionsLeague

Champions League. Bundesliga. Das Leben hat wieder einen Sinn. Zumindest für meine Freunde – denn ich muss heute zum Schwangerschaftskurs. Meine Frau und ich sind Intellektuelle. Das bedeutet, wir studieren und lesen über Dinge, die in der ganzen Welt völlig natürlich ablaufen. Die Geburt zum Beispiel. “Man kann nicht einfach ein Kind kriegen heutzutage. Das ist unnatürlich. Man muss sich darauf vorbereiten.” Ah. Und heute ist Partnerabend. Da können wir uns beide vorbereiten. “Alle Männer kommen” behauptet meine Frau um … weiterlesen

Der letzte Abend.

Bis in den Nachmittag war es eine fantastische, vollumfänglich großartige Klassenfahrt und (wie immer?) fragt man sich im nachhinein, was man hätte tun können; warum man nicht einen Tag vorher abgereist ist. Hätte. Wenn. Möglicherweise. Aber der Reihe nach. In einem anonymen Lehrerblog könnte ich an dieser Stelle mit Pseudonymen und Details aufwarten, die hier aber fehl am Platze und letztlich völlig uninteressant sind. Nur soviel: Es ist niemand ernsthaft zu Schaden gekommen und es ist auch nichts zerstört worden. … weiterlesen

Grillen mit den Eltern

Zum Ausklang des Schuljahres haben wir mit unseren Schülern und ihren Eltern zusammen gegrillt. Es war ein nettes Beisammensein mit lustigen Gesprächen; die Kinder sind allesamt nach wenigen Minuten zwischen den Büschen und Bäumen verschwunden – empfinde ich immer als gutes Zeichen. Morgen gibt es noch Zeugnisse. Außerdem haben sich die Schüler gewünscht, die “schriftliche Feedbackrunde” (unbedingt lesen!) zu wiederholen. Damit werden alle Kinder mit einem schönen, zweiten Zeugnis in die Ferien entlassen. Das wird gut.

‘Cybermobbing-Tage’ oder: ‘Vertrauen vs. Kontrolle’

Die letzten drei Tage waren an meiner Schule Cybermobbing-Projekttage. Die werden jedes Jahr für die sechsten Klassen durchgeführt. Dieses Mal gab es unter anderem ein Theaterstück (ich liebe Theater und freue mich, dass wir in den letzten Wochen gleich zweimal ein Stück ansehen durften), eine Polizistin war im Unterricht und es gab allerhand sonderpädagogische Einzelprojekte. Den Schülern haben die Tage Spaß gemacht und sicher auch zu der ein oder anderen Erkenntnis geführt. Besonders zwei Punkte sind bei mir hängengeblieben: Zum … weiterlesen

Fast Ferien. Fast.

Fast Ferien.Heute haben die Abiturienten ihren letzten Schultag gefeiert. Morgen ist dann letzter Schultag vor den Osterferien. Dieses Wochenende steht nochmal Hausumbau an, bevor wir nächste Woche umziehen und renovieren. Vorher darf ich aber noch ins ARD Morgenmagazin. Man möchte mich morgen gerne über Facebookfreundschaften zwischen Schülern und Lehrern interviewen. Auf der FB-Seite des Morgenmagazins wird schon darauf hingewiesen – wenn ich auch denke, dass der Begriff “befreundet sein” hier etwas überstrapaziert ist. Ich selbst nutze Facebook als Telefonbuchersatz; hin … weiterlesen

Was ich an “Schule” ändern würde, wenn…

Im Rahmen einer SPIEGEL ONLINE Kolumne wurde ich neulich gefragt, was ich an Schule ändern würde, wenn ich könnte. Heute, nach einem weiteren, langen Elternsprechtag ist mir völlig klar, dass ich nur eine einzige Antwort darauf geben kann. Es gibt da diese Comic-Zeichnung, die zweimal die gleiche Szenerie zeigt: Eltern bekommen das Zeugnis ihres Kindes in die Hand gedrückt. Links im Bild, im Jahr 1975, schimpfen sie das Kind an und verlangen eine Erklärung; rechts im Bild – 2010 – … weiterlesen

Die große Erschöpfung!?

Ich bin ein ganz großer Fan von Bill Cosby. Ich liebe seine Fernsehserie wegen ihres durchweg positiven Familienbildes, ich liebe Cosbys Humor und seine Art, über Familie und Ehe zu sprechen. Ich liebe das, weil ich Familie liebe. Weil ich meine Ehe liebe. Und weil ich meine Tochter liebe und auch noch das Vergnügen habe, beruflich mit Kindern arbeiten zu dürfen.Neulich bin ich über einen lustigen Test für werdende Eltern gestoßen. Er stammt aus dem Buch “A beginners guide to … weiterlesen

Elternsprechtagsvorbereitungen

“Herr Klinge?” Maria sitzt vor mir. Eigentlich sollte sie an der Lerntheke arbeiten. Aber ich ahne schon, dass das heute nichts wird. “Was gibt es denn?””Wenn meine Mama morgen zum Elternsprechtag kommt… sagen Sie dann schlimme Sachen?” Ich schaue ernst. Ich glaube ja, dass viele Lehrer auch gute Schauspieler geworden wären. “Ich weiß nicht, Maria, was soll ich ihr denn sonst erzählen?” Sie überlegt. Und noch bevor sie antworten kann, unterbreite ich ihr einen Vorschlag: “Wie wäre es, wenn du … weiterlesen

Sapperlot. Das Dinosaurier-Spiel.

Das wahrhaft Schönste am Lehrerberuf ist, dass ich viel Zeit mit meiner Tochter verbringen darf. Ich komme nicht abends um “7 vonne Maloche und bin fix und feddich mit die Welt”. Wir vertreiben uns die Zeit mit allerlei Schönem und Unsinnigem. Eines unserer Spiele ist das Dinosaurier-Spiel: Dabei geht es darum, möglichst viele Synonyme zu finden. Dinosaurier-Spiel heißt es deswegen, weil es nach der Thesaurus-Funktion von Word benannt ist und Thesaurus klingt wie ein Dinosaurier. Nach der Schule klingen unsere … weiterlesen

Perspektivwechsel

Alle paar Wochen wechsle ich in meiner Klasse die Sitzordnung, etwa alle 6 Wochen wird rotiert. Grobe Richtschnur: Immer nach meinen Klassenarbeiten. Den genauen Plan gebe ich komplett vor, die Wünsche der Schüler werden ignoriert. Vorherrschendes Muster ist Junge-Mädchen-Junge-Mädchen mit besonderem Schwerpunkt auf der gleichmäßigen Verteilung der Klassenclowns im Raum. Diese von mir bestimmte Rotation hat (in meinen Augen) mehrere Vorteile: es sitzen nicht immer nur die Cliquen und beste Freunde zusammen. Anders ausgedrückt: Die Außenseiter sitzen nicht immer allein. … weiterlesen

Kinder kriegen, Kinder haben

Die schönsten Tage im Lehrerleben sind die, an denen man eine neue Klasse bekommt. Das ist wie die oft zitierte Packung Pralinen – man weiß nie, was man bekommt. Und da Jan und ich an einer Gesamtschule arbeiten, haben wir Kinder von jeder Sorte: die Defensiven, die Selbstbewussten, faule Intelligente, usw. Wenn ich eine neue Klasse 5 bekomme, dann schaue ich mir vorher die Namensliste an und versuche für mich selbst zu raten, welche Kinder die besonderen Namen haben: Kann … weiterlesen

Inklusion & Aufsichtspflicht

Bei einem tragischen Unglück an einer Förderschule in unserer Gegend ist diese Woche ein Kind lebensgefährlich verletzt worden. Der neunjährige Junge wurde leblos im Schwimmbecken der Schule gefunden – vermutlich ist er durch einen nicht abgeschlossenen Nebeneingang während der Pause ins Gebäude gelangt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, ob ein Fall von Aufsichtspflichtverletzung vorliegt, aber so etwas geschieht immer, wenn an einer Schule Unfälle geschehen. Ich möchte an dieser Stelle nicht über mögliche Ursachen schwätzen oder über diese Tragödie als solches schreiben. … weiterlesen

Inklusion & Alltagsprobleme

Inzwischen hat das zweites Schuljahr für meine Klasse, in der auch zwei Mädchen mit Glasknochen sind, begonnen. Das erste verlief unproblematisch und der Alltag war geprägt von unkomplizierten, praktischen Lösungen. Inklusion nennt sich die Einbindung von Menschen mit Behinderungen in den normalen Schulalltag, (Bildquelle: http://inklusion-olpe.de/satzung.php ) die in Deutschland in den nächsten Jahren mehr und mehr umgesetzt wird und ich habe an vielen Stellen von den Erlebnissen und Bereicherungen der Inklusion erzählt. Aber – und auch darin sehe ich eine … weiterlesen

Wandern und schauspielern (mit Glasknochen)

  Noch zwei Tage, dann ist diese Kokolores-Woche rum. Gestern sind wir den „Grubenweg“ entlang gewandert. Vor einigen Jahren hat ein Kollege mit dem Kurs “Gemeinnützig Handeln” an unserer Schule einen 8 Kilometer langen Pfad durch den Wald entlang vieler Bergbaugruben erschlossen und mit Infotafeln versehen. Herausfordernd war der Weg für meine Rollstuhlkinder und dieser Ausflug ist ein gutes Beispiel für die Schwierigkeiten, die das Thema Inklusion mit sich bringt: Grundsätzlich ist der Pfad in Rollstühlen unpassierbar. Punkt. Als Lehrer … weiterlesen