Trennung

Meine Frau hat mich rausgeworfen.

Sechs Jahre sind wir verheiratet und haben uns in diesen sechs Jahren immer ein Arbeitszimmer geteilt. Aber jetzt ist das vorbei.

Ich bin mit meinem Schreibtisch unters Dach gezogen, dafür ist die Schlafcouch in das Arbeitszimmer meiner Frau verlegt worden. Meine Frau hat nun ein schönes Arbeitszimmer mit Schreibtisch und Schlafcouch – genau das richtige, für den ruhigen Job eines Theologen. Und ich habe die gesamte Dachetage mit Schreibtisch und unserem alten Ehebett – genau das richtige für den Halbtagsjob … weiter

Namen.

Von meiner Großmutter habe ich vor etlichen Monaten einen riesigen Stapel voller Urkunden und Stammbäume bekommen. Einen großen Teil der Daten habe ich abgearbeitet, aber oft kann ich die Handschrift nicht entziffern und muss ahnen, was da stehen könnte.

Genealogie. Obwohl dieses Thema vor wenigen Jahren zu viel Leid in Deutschland beigetragen hat, darf ich mit der kindlichen Unschuld der Nachkriegsgeneration an dieses Projekt herangehen.

Und finde es wahnsinnig spannend.

Da gibt es einen George Knobloch, 11.11.1665 geboren. Ob da … weiter

Zeitarbeit

Gestern morgen hatten wir jene Freundin und Sozialarbeiterin zum Frühstück zu Gast, die letzte Woche den Ausflug zum Zoo initiiert hat. Ich liebe unser offenes Haus. Ich liebe es, Besuch zu haben und Einblick in Tätigkeiten zu gewinnen, die einem eher fremd sind.

Im Verlaufe des Frühstücks äußerte sich jene Freundin darüber, dass Menschen oft in bester Absicht einmalige Projekte für Kinder im Randbereich der Gesellschaft starten. Aber, und das sagte sie voller Überzeugung,

“Sozialarbeit ist Beziehungsarbeit.”

 

Nachmittags saß ich mit … weiter

Zoobesuch

Vorgestern ging es mit Kindern aus einem sozialen Projekt in den Zoo. Meine Frau hat ja bereits darüber geschrieben: Es war Wahnsinn!

Einige der Kids sind noch nie Zug gefahren, die meisten kannten Tiere nur aus dem Fernsehen. Ein herzlicher Dank IMAG0013 an den Spender dieses Ausfluges!

Schon am Bahnsteig sind mir die leuchtenden Augen der Kinder aufgefallen. Natürlich waren sie überdreht. Natürlich hatten sie hauptsächlich Cola … weiter

Unsterblich

Meine Tochter hat ein Lieblingslied.

Unsterblich.

Von den Toten Hosen.

Das Lied läuft im Auto rauf und runter. Und von hinten kräht begeistert eine kleine Kinderstimme:

Ich will mit dir für immer leben,
wenigstens in dieser einen Nacht.

Mit dir hab ich dieses Gefühl,
dass wir heut Nacht unsterblich sind.
Egal, was uns jetzt noch geschieht,
ich weiß, dass wir unsterblich sind.

Am Dienstag dann plötzlich die Frage:

“Papa? Was heißt … weiter

Das Kartoffelfest – oder – Väter sind doof

Heute Abend war Kartoffelfest. Vom Kindergarten. Für die Eltern Kinder.

Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Ich habe echten Respekt für KindergärtnerInnen und ihre Geduld mit verzogenen Kindern und bescheuerten Eltern umzugehen.

Eltern wie mir zum Beispiel.

Ich gehöre zu jener Gattung Väter, die allen Oster-Frühstückstreffen, Nikolaus-Backnachmittagen oder eben Kartoffel-Festabenden tunlichst aus dem Weg gehen. Ich stehe bei solchen Events dämlich in der Ecke herum und IMAG0009 bemühe mich den … weiter

Liebe verletzt

Ein unglaublich intensives, lustiges, ernstes, tiefsinniges und spirituelles Gemeinewochenende ging für mich mit einem bunten Drogenrausch im Rettungswagen und dem Aufwachen in der Notaufnahme zu Ende.

Was war passiert?

Alle Taschen waren gepackt, ein letzter Gang ins Freizeitheim Nordhelle. Eine Freundin erlaubte sich einen Spaß und spritzte etwas Wasser auf mich. Ich wollte zurückweichen, stürzte unglücklich und kugelte mir zwei Finger der rechten Hand aus.

Kein schöner Anblick.

Aber eine gute Situation, um so etwas heil zu überstehen. Es ist … weiter

Vorbei…

Wir haben in unserer Familie ein heiliges Ritual. Es ist sogar noch heiliger, als das goldene Kalb damals am Berg Sinai, denn der HERR, dein Familienoberhaupt, sprach:

Carolina badet nicht allein.

So ist es Tradition. Natürlich, mit drei Jahren ist meine Prinzessin alt genug, um halbwegs unbeaufsichtigt zu baden. Aber seit ihrer Geburt habe ich sie in die Wanne gebracht und wieder herausgeholt.

Bis gestern.

Fröhlich rief ich von unten, ob es ihr im Bad gut gehe.

“Ja, Papa. Aber ich trockne mich schon ab!”

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Allein(v)erziehend

Vor einigen Tagen habe ich mich jedem merkwürdigen Ritual hingegeben, das wohl nur junge Väter wirklich nachvollziehen können: Ich habe mit meiner Tochter Monster gespielt.

Klingt toll, oder?

Irgendwann war meine Tochter das Monster, aber bevor sie mich erreicht hat, habe ich die Gartentür zugemacht und sie ausgesperrt. Zunge rausgestreckt. Lange Nase gemacht. Und anschließend das Rollo ein wenig runtergelassen. Gekichert. Gelacht. Anschließend wieder rein gelassen und was getrunken und unterhalten.

Dann wollte sie fangen spielen. Kein Monster mehr. Also gut. Ich renne raus … weiter

… und was wir wahrnehmen. (2)

Also probierten sie es aus.

Der großartigste Violinist der Welt spielt auf der besten Violine der Welt eines der schönsten Stücke der Welt – mitten in einer U-Bahn-Station in Washington D.C.

Es gibt sogar eine Videoaufnahme davon. Wahnsinnig spannend zu sehen. Die Leute kamen… und gingen vorbei. 1097 Menschen. Nichts. Ohne Reaktion. Bell spielte acht grandiose Stücke. Unter anderen Umständen hätten die Menschen Schlange gestanden und hunderte Dollar gezahlt, um in den Genuss eines so persönlichen, so distanzlosen Konzertes von Joshua Bell zu gelangen. … weiter

Worauf es ankommt… (1)

Eine Menge Freunde von mir stecken gerade in den Examensprüfungen. Mein Bruder macht gerade das Physikum. Mein eigenes Examen ist wenige Monate her.

Wenn man nicht mitten drin steckt, vergisst man leicht, wie viele schlaflose Nächte, welche Bauchschmerzen und was für furchtbare Gedanken einen durch diese Zeit begleiten.

Welche Fragen stellen die Prüfer? Was werden meine Freunde sagen, wenn ich durchfalle? Von dem Thema habe ich gar keine Ahnung! Die anderen haben soviel gelernt und ich hocke hier nur rum…! Wie stehe ich da, wenn … weiter