Elternabend in den Ferien

Nachdem meine Tochter beschlossen hat, sie wolle gern die Schule wechseln, hat sie – bedingt durch die unterschiedlichen Bundesländer – immer noch Schule, wohingegen ich schon die Ferien genießen darf.
An ihrer neuen Schule war heute Elternabend, bei wir über die weiterführenden Schulen informiert wurden. Toll: Ein Elternabend, der weniger als 1 Stunde dauert. Auch toll: Gute Laune und sehr gut vorbereitete Lehrer.
Am allerbesten gefiel mir jedoch, dass die Kolleginnen die Eltern uns ermahnten, bitte nicht nur auf die Noten zu schielen und dass auch nicht nur die Ergebnisse der Klassenarbeiten für die Empfehlung relevant seien, sondern das Gesamtbild jedes einzelnen Schülers. Immer wieder auch die Betonung darauf, dass ihnen die Freude am Schulleben sehr, sehr wichtig sei.
Großartig! Kann ich so unterschreiben.
Carolina freut sich jeden Tag über ihre Entscheidung und ich ahne, weshalb.

2014-07-17 09.55.48Meine Zeit vertreibe ich mir gerade mit Renovierungs- und Sanierungsarbeiten. Im Unterschied zu meinem Handwerker-Schwiegervater, der sehr gründlich und durchdacht arbeitet, bin ich aus der schwätzenden Zunft: Körperliche Arbeit ist mir zuwider. Zwinkerndes Smiley
Also vertreibe ich mir die Arbeit mit allerlei Späßen: Während ich wir Decken verkleiden und Wände hochziehen, schreibe ich ständig Briefchen und Botschaften und verstecke sie hinter den Plastikfolien und Mauerritzen. Wenn in 50 Jahren irgendwelche Handwerker das Haus zerlegen, entdecken sie dann überall fröhliche Grüße, frivole Geständnisse und allerlei Unsinn. In den nächsten Tagen wird hoffentlich das Arbeitszimmer fertig, so dass ich (endlich) wieder mit Vorbereitungsarbeiten beginnen kann.

Australian ShepherdHin und wieder mache ich mit meinem kleinen  Hund Fahrradausflüge. Australian Shepherds eignen sich offenbar nicht nur, Pferde zu begleiten, sondern auch Fahrräder.
Nicht so toll: Der wandernde Flohteppich hat herausgefunden, wie gut Walderdbeeren und Himbeeren schmecken – also strolcht sie durch unseren Garten und frisst die Sträucher leer.

Neues Jahr.

Das neue Jahr hat begonnen und ich hoffe, ihr hattet schöne Weihnachten, einen guten Start ins neue Jahr und womöglich großartige Ferientage.

Ich habe mit Familie und Freunden gefeiert und die Zeit wahnsinnig genossen. Nebenher mehrere Bücher gelesen und außerdem Bill Cosbys Show “Far From Finished” genossen. Unglaublich komisch. Und typisch Cosby: Man kann die Show sowohl mit dem dreijährigen Enkel als auch der 97jährigen Uroma gucken: Er verzichtet konsequent auf Witze über Minderheiten, Drogen, Sex oder Gewalt. Statt dessen viel Selbstironie und amüsante Anekdoten. Herrlich.

Ein kurzer Rückblick, bevor ich wieder neu durchstarten kann: Das letzte Jahr hatte nicht nur Schönes, sondern auch einige negative Erlebnisse zu bieten: Im Frühjahr ein heftiger Autounfall und im Sommer die Beerdigung meines Opas. Großartig dagegen der traumhafte Urlaub in Florenz und die viele Zeit, die ich mit meiner Tochter genossen habe. Seit kurzem schreibt außerdem meine Kollegin Eva hier im Blog (was ich ganz fantastisch finde). Überhaupt – das Blog:
Im letzten Jahr durfte ich über 770.000 Besucher hier begrüßen. Das ist einerseits schmeichelhaft (man schreibt schließlich, um gelesen zu werden), hat mir aber auch meine Grenzen aufgezeigt – bin ich doch nebenberuflich auch Lehrer und Familienvater.

Was steht nun im kommenden Jahr an?

Zunächst einmal machen viele Referendare ihr Examen und da bin ich auf die ein oder andere Weise involviert und fiebere sicher auch bei dem ein oder anderen mit.
Rob Bell hat sich im vergangenen Jahr eine wirklich coole Reihe über die Bibel verfasst, mit der ich mich intensiv auseinandersetzen will – mal sehen, wann ich dazu Zeit finde.
Außerdem haben meine Frau und ich gerade ein Haus gekauft – auch das wird ganz viel Zeit und Energie kosten.
Ich weiß von einem neuen Kurs, den ich ab dem Halbjahr übernehmen werde und nicht zuletzt laufen immer noch einige Projekte in der Schule und auch meine Inklusionsklasse wird mich weiter fordern.

2013-12-31 12.02.30Bis dahin aber spiele ich mit meiner Tochter weiter “Herr der Ringe” auf der Xbox. Ich bin ja kein großer Spieler vor dem Herrn, aber zu zweit im Splitscreen-Modus… das macht richtig Laune.

Waschbär-Babys im Unterricht

2013-09-09 12.04.16Die ersten paar Tage sind rum und wie prognostiziert sind sie anstrengend. Nach sechs Wochen Ferien sind die Kinder allesamt noch im “was-kümmert-mich-die-Welt”-Modus und lassen es sich gut gehen. Weil diese Woche viele Kurse (und Kollegen) auf Klassenfahrt sind, gilt Klassenlehrerunterricht: Ich muss mir also selbst Programm überlegen.

Eigentlich bietet so eine Woche viele Möglichkeiten, tolle Projekte anzugehen oder spannende Dinge zu erleben – aber mich strengen diese Tage sehr an. Die Schüler müssen wieder ans Lernen gewöhnt werden und der ein oder andere kämpft noch mit Disziplinschwierigkeiten. Alles dauert ein wenig länger und ist auch ein wenig lauter, als ich es gewohnt bin – da ist so eine hallodri-Woche eher kontraproduktiv.

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Fremdenführer.

(c) by Gage SkidmoreIch stehe an einer Tankstelle in Berlin, als mich ein holländisches Pärchen anspricht. Er weist eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem jungen Brent Spiner auf, bevor der als Commander Data bei Star Trek in Erscheinung trat, sie wirkt freundlich und spricht besser Deutsch.
Ob ich Richtung Süden führe, wollten sie wissen, und ob sie eine Strecke mitfahren dürften.

Kurz blicke ich in mein schmutziges Auto. Auf der Rückbank liegen ein paar Nägel und ein Schraubenzieher – Geschenke von Rabauki, die meine Tochter mitgebracht hat.
“Klar”, murmle ich und zu spät fällt mein Blick auf den blutbefleckten Zettel auf dem steht, dass Carolina sich beim Hausbau eine Schramme zugezogen habe.

Wir fahren los und unterhalten uns. Als er erzählt, dass er Artificial Intelligence studiert lache ich laut los täusche ich einen Hustenanfall vor, sie studiert Unterrichtsentwicklung. Es entwickelt sich ein kurzweiliges Gespräch, in dem ich erfahre, dass sie quer durch Deutschland reisen, hier und da und dort zelten und so ihre Ferien verbringen.

Irgendwann schläft das Gespräch ein und ich frage, ob es sie stört, wenn ich mein Hörbuch weiter hören würde. Nein, alles prima. Gewohnheitsmäßig – und wie immer ohne nachzudenken – schalte ich das Radio ein, und David Nathans Stimme begrüßt mich, um mir Stephen Kings “Wahn” vorzulesen.

“WIE HEISST DU, DU MISTSTÜCK? WIE HEISST DU, DU BILLIGE, MIT LUMPEN AUSGESTOPFTE NUTTE? SAG MIR DEINEN NAMEN, SONST BRINGE ICH DICH UM! SAG MIR DEINEN NAMEN, SONST BRINGE ICH DICH UM!”

“Erm.. da gehts um…”, versuche ich stotternd zu erklären. “..einen Mann, der wahnsinnig wird. Also nicht ich werde wahnsinnig, sondern er!”
Vermutlich haben sie keines meiner Worte verstanden, außer “wahnsinnig”. Und das zweimal.

Im Rückspiegel sehe ich, wie die Holländerin auf der Rückbank nervös auf den blutigen Zettel und die verbogenen Nägel guckt.

Und sie sieht, dass ich das sehe.

Danach wird nicht mehr viel gesprochen.

Eigentlich wollte ich Data um ein Foto fragen, aber sie sind dann Hals über Kopf ausgestiegen.

Ferien… ich sag euch, da überlebt erlebt man die verrücktesten Dinge. ;-)