3. Quartal

Es geht wieder los. Und ich kann es kaum erwarten.

Die Ferien habe ich wahnsinnig genossen und im Urlaub insbesondere HTC Zoe™ lieben gelernt: Mein neues Handy macht eigenständig aus Fotos einen 30-Sekunden-Film, ohne, dass ich irgendwas selbst machen muss. Das Ergebnis ist wirklich sehenswert.
Ich kann mir vorstellen, dass ich mir solche Film-Schnipsel in dreißig Jahren eher ansehe, als die zehn Millionen Fotos, die man hier und da und dort macht. Abgesehen davon war es ein toller Urlaub. Ich liebe Holland. Allein die Sprache ist großartig.  (weiterlesen …)

“Letzter Ferientag, hmm?”

Das bekomme ich von allen Seiten zu hören. Was natürlich die Wahrheit eine Frechheit ist – wir haben schon seit letzter Woche Konferenzen und planen wichtige Dinge rund um den Schullalltag. Trotzdem habe ich auch die letzten Tage sehr genossen. Ich wollte noch ein paar Blogeinträge schreiben, aber mir ist vor allem Albernes eingefallen – dass kann ich nur dosiert bloggen und wird seine Zeit finden.

Außerdem konnte ich meinem Spieltrieb nicht widerstehen und habe mir eine Hybrid-Festplatte gekauft.

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langsam geht’s wieder los…

So langsam nähern sich die Ferien in NRW ihrem Ende. Ich bin sowieso schlecht darin, während des Urlaubs in ein ganz anderes Leben zu wechseln, so dass ich mich durchweg auch mich Schulkram beschäftigt habe. Die kommenden Wochen werden eine echte Herausforderung für mich und ich mache mir schon in die Hose freue mich sehr auf das, was da kommt.

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Computerspiele betrügen

Als ich noch ein Kind war, also bevor wir dieses Internetz oder auch nur Festnetz hatten (wir hatten Telefon! Es gab kein Festnetz.) und Computerspiele noch auf vielen Disketten mit .arj gepackt wurden, da stand für meine Freunde und mich das Spielen am Computer nicht so sehr im Vordergrund. Wir haben größeren Spaß daran gehabt, die Programme zu modifizieren und neue, ungeplante Wege zu erforschen. Zu unserer Zeit ging das noch mit einem HEX-Editor, indem wir Wert für Wert unserer Savegames variiert und auf Veränderung im Spiel überprüft haben.  Ausrüstungsgegenstände ändern, Wände verschwinden lassen, Geschlecht ändern oder Monster ersetzen – nichts war unmöglich. Erinnert sich jemand an die Szene aus dem Film Matrix, indem die Leute sich den Code direkt angucken und darin eine schicke Blonde, Brünette oder Rothaarige sahen?

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Ferien. Und was bleibt.

Die ersten Ferien nach dem zweiten Staatsexamen sind ziemlich geil entspannend. Keine Unterrichtsbesuche. Keine Staatsarbeit. Nichts, woran man denken muss. Ich hatte nichtmal eine Klausur zu korrigieren, so dass ich Carolina und Papa testen statische Anziehungskräfte (2)ähnlich entspannt wie Frollein Rot, aber tatsächlich völlig ohne schlechtes Gewissen die Ferien genossen habe.

Aufregender waren die Ferien jedoch für meine Tochter. Denn während die Herbstferien noch im Eindruck des Schulbeginns standen und überdies voller Projekte und Ablenkungen waren, konnte sie die Weihnachtsferien bewusst erleben.

Und sich langweilen.

“Mir ist soooooo wangweilig”, quengelt sie dann und holt sogar einen alten Sprachfehler raus, um mir zu verdeutlichen, wie “wangweilig” ihr ist.

Langeweile.

Seit ich Internet und Handy habe, kenne ich das gar nicht mehr. Ich weiß mich tagein tagaus zu beschäftigen. Abzulenken. So richtig Langeweile hatte ich zuletzt als Kind.

Natürlich haben wir in den Ferien viele tolle Dinge gemacht. Wild getobt. Fahrrad gefahren. Regenbögen entdeckt. Und Fernsehen geguckt. “Och nö”, stöhnt die kleine Streberin Prinzessin, als ich einen Disney-Film starten will. “Lieber eine Domuketation. Etwas mit Orcas. Oder Bären. Oder Robben.” Und um auch die anderen Naturwissenschaften genügend zu fördern haben wir Kristalle gezüchtet und uns mit der Elektrostatik unseres alten Fernsehers auseinandergesetzt.
Außerdem Computer gespielt. Böse Orks und Drachen in Aventurien erschlagen. Und weil Carolina sich “Drakensang” nicht merken kann, nennt sie es nur das “Monster-Spiel”. Nunja.
Und als es zum Ende der Ferien mit der Langeweile arg zuviel wurde, fing sie an aufzuräumen. Das Wohnzimmer. Die Küche. Ihr Zimmer. Mein Zimmer. Das Schlafzimmer. Betten wurden gemacht. Spülmaschinen ausgeräumt. Zwei Stunden die Nadeln vom Tannenbaum eingesammelt. Immer wieder.

Montag morgen quälen wir uns beide müde aus dem Bett.
”Und, freust du dich auf die Schule?”, frage ich sie beim Frühstück.
”Joaa”, kommt es etwas gequält von meiner Tochter.
”Wenn die Lehrerin euch fragt, was ihr in den Ferien so gemacht habt, was sagst du denn dann?”

Sie überlegt. Einen Moment. Einen zweiten.

“Ich habe aufgeräumt. Alle Zimmer. Jeden Tag. Den ganzen Tag nuuur aufgeräumt!”

Ich schaue entsetzt. “Na, du hast doch noch mehr gemacht!”
Sie zuckt mit den Schultern. Offenbar ist ihr egal, dass ich noch mehr hören will. Als ich sie fordernd anblicke, fügt sie noch hinzu: “Und wir haben das Monster-Spiel gespielt.”

Na großartig. Monster abgeschlachtet und dann geputzt.

Ich frage mich, was wohl die Lehrerin sagt. Aber herausgefunden habe ich es nicht – denn wegen plötzlich einsetzender Phantom- Kopfschmerzen musste meine Frau Carolina von der Schule abholen…

Halbtagsjob.

Herbstferien.

imageIn den Herbstferien ist mir die ganze Lernerei irgendwann über den Kopf gewachsen. Ich musste mal zwei, drei Tage raus. Ganz weg.
Auf meinen tränenrührigen verzweifelten Facebook-Aufruf erbarmten meldeten sich tatsächlich einige Freunde – bereit mich und Carolina aufzunehmen. Schlußendlich sind wir nach Tübingen gefahren und haben eine richtig schöne Zeit dort verbracht.

Als wir Donnerstag abends nach vielen schönen Stunden schließlich bei jenen Freunden ankamen, die uns Bett, Abendessen und Frühstück anboten, wurden wir mit einer Mischung aus Verzweiflung und Belustigung begrüßt. Sie hatten nämlich eben erfahren, dass die Schule ihrer Tochter für den morgigen Freitag eine Konferenz angesetzt hatte und der morgige Schultag deswegen ausfallen müsse.

… (Denkt euch an dieser Stelle eine spitze Bemerkung über das Baden-Württembergische Schulsystem…)

“Vermutlich werden am folgenden Montag – der erste Ferientag in Baden-Württemberg – viele Kollegen schon auf Fuerte Ventura in schwierigen Fortbildungen sein”, versuchte ich die Kollegen noch in Schutz zu nehmen.
Den Beiden, beides Ärzte mit einem – vorsichtig formuliert – sehr hohen Arbeitszeitaufwand, entlockte das nur ein müdes Lächeln. “Man kann sich schon denken, dass es für berufstätige Eltern herausfordernd ist, spontan für den nächsten Tag einen Kindersitter zu finden, oder? Normalerweise kriegen wir ja zumindest immer eine halbe Woche vorher Bescheid.” Okay. Kann ich verstehen.

Da wußte ich auch nichts darauf zu erwidern. Aber ich hatte eine Idee: Ich hatte frei und könnte auf die Tochter ja aufpassen. Gesagt. Getan. Ein aufregender Freitag folgte mit Brunch und Spazierengehen und Eis und Basketball und am Ende war alles gut.

Aber – wie immer in der Schule: Was die Moral von der Geschichte?

Wenn sich ein Haufen Lehrer unter fadenscheinigen Gründen frei nimmt und deinen Alltag durcheinander bringt, gibt es natürlich (!) immer auch mindestens (!) einen Lehrer, der auch gerade frei hat und dir aus der Patsche hilft.

Oder so ähnlich.
Ein Hoch auf unseren Berufsstand… :-D

Ferien. Vorbei.

Wie viele andere auch, überlege ich am Ende der Ferien stets, ob ich die Zeit der Ferien sinnvoll investiert habe. Ob ich das, was ich mir vorgenommen habe, auch realisiert habe.

Sechs Wochen scheinen so eine unfassbar lange Zeit.

imageIn Spaß und Unsinn habe ich einiges investiert. Ich habe meine zweite Android-App übersetzt und etwas Zeit in Überlegungen über diesen Blog investiert. Wie soll es weitergehen? Ziehe ich auf eine eigene Domain um? Soll ich überhaupt weiterschreiben?
Gerne hätte ich in meinem Blog die MetroUI-Oberfläche realisiert – aber meine Programmierfähigkeiten sind eher bescheiden und ich habe niemanden gefunden, der mir sowas machen kann. Darum bleibts erstmal beim alten Look. Nachdem auf meiner Facebook-Wand – trotz Reinigungsaktion - immer wieder irgendwelche Kommentare aus vergangenen Jahren erschienen sind, habe ich dort einen kompletten Neustart gewagt: Wer also empört ist, dass ich nicht mehr sein Freund bin – es ist nichts persönliches. Eine kurze Zeit habe ich mit dem Gedanken gespielt, Facebook nur noch auf klingonisch zu nutzen, aber das hätte außer mir mal wieder niemand lustig gefunden. Im August waren wir dann auf der Hochzeit eines Freundes, die einen ausführlichen Bericht wert ist und wir haben eine Woche in Dänemark verbracht – das war wirklich eine fantastische Zeit.

Außerdem habe ich viel Schulisches aufgeräumt. Im Ordner “Unsortiertes” lagen einige hundert neue und überarbeitete Arbeitsblätter, die ich in mein OneNote eingearbeitet habe. Der Fundus, auf den ich jetzt zugreifen kann, ist gigantisch. Altes Material musste eingescannt werden und manches weggeworfen.
Etwa eine Woche habe ich in das Planen meines Unterrichts investiert. Was kommt wann im nächsten halben Jahr wie dran? Die Methode “Lerntheke” ist hier ein dankbares Vorgehen – da lässt sich viel vorbereiten. Eine weitere Woche habe ich in die Prüfungsvorbereitung investiert. Das umfasst zehn Themenbereiche von “Leistungsmessung IMAG0356und –bewertung” über “Schule und Recht” bis hin zu “Individuelle Förderung” und kann Fragen beinhalten wie “Ist Erziehung eigentlich Aufgabe der Schule?” über “Gehört die Übernahme des Klassenlehramtes zu den Dienstpflichten? bis hin zu “Wie bewerten sie Rechtschreibfehler in ihren Fächern? Wie gehen Sie mit Dyskalkulie/LRS um?”

“Ein weites Feld”, würde Theodor Fontane sagen und er erhielte meine Zustimmung.

Das wichtigste aber ist die Einschulung meiner Tochter mitsamt aller Vorbereitung und Begleitung. Die Klassenlehrerin hat ihr einen lieben Brief geschrieben und Carolinas Vorfreude noch erhöht. Wirklich schön. Ob ich meiner zukünftigen 10 auch einen Brief hätte schreiben sollen?
Hach… wie aufregend. Smiley

Fast geschafft…

Gestern waren wir mit meiner siebten Klasse bowlen.
imageZum einen beginnen am Freitag in NRW die Sommerferien und zum anderen gab es tatsächlich einen Grund zum feiern:
Alle Schüler der Klasse werden ohne Wenn und Aber versetzt. Juchuu! Ein echter Grund zum feiern! Party-Smiley

Das Bowlen selbst hat Spaß gemacht. Die Schülerinnen und Schüler haben sich benommen (war auch nicht anders zu erwartenNach oben zeigen) und den Tag genossen. Einige haben sich als echte Talente bewiesen, das muss ich neidlos anerkennen. Eine heimliche Rückfrage beim Personal, ob man die Anzeigen dahingehend manipulieren könnte, damit ich als Lehrer nicht ganz so dämlich dastehe, wurde empört abgeschmettert. “Dass müssen Sie sich schon ehrlich erarbeiten”, wurde ich angegrinst. Auf meine Forderung, ich wolle mal mit den Eltern des jungen Mannes sprechen, wurde gar nicht erst reagiert.

Wäre ja auch zu schön gewesen. Womit zu Guttenberg nicht durchkommt, ist mir natürlich auch verwehrt.

Um mich abzulenken, habe ich mich einer mathematischen Fragestellung gewidmet, deren Lösung nicht ganz trivial ist. Nach dem ersten Wurf eines jeden Spielers wurde auf den Bildschirmen über den Bahn ein Bild gezeigt, auf dem die Kegelformation zu sehen war, die noch stehen geblieben sind (s.u.).

IMAG0229

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Die Frage ist nun: Wie viele Bilder muss die Anzeige bereithalten, um jede erdenkliche – auch die unwahrscheinlichen – Positition der 10 Kegel Pins anzeigen zu können?

[Ich habe 9.864.100 raus – das erscheint mir aber arg viel. Kann das jemand bestätigen oder widerlegen? Hat der Computer tatsächlich 9 Millionen Bilder vorrätig? Vermutlich wird separiert – bestimmte Kegelformationen werden eher nicht auftauchen. Habe nach dem Gespräch nicht mehr den Mut besessen, zu fragen, ob ich die Kegelformation mit einem gefakten Wurf und per Hand umgeworfenen Kegel Pins manipulieren darf…]

Einschulung.

Meine Tochter wird im November sechs Jahre alt.
Sie ist so ein “Zwischenkind”. Sie kann jetzt schon in die Schule gehen, aber sie kann auch noch ein Jahr Kindergarten genießen. Meine Frau und ich sind da unsicher.
Einerseits kann sie schon ansatzweise Lesen und im Zahlenraum bis 15 rechnen – andererseits neigen Eltern eher dazu, ihre Kinder zu überschätzen, nicht wahr? (In Wirklichkeit kann sie also gerade MAMA krickeln und bis drei zählen.. *g*) Dazu kommt, dass sie einen Kopf größer ist, als gleichaltrige. Wir ahnen, woher es kommt.
Wenn ich jedoch an die weiterführende Schule denke, bin ich unsicher, ob es so klug ist, ein Jahr jünger zu sein, als der Rest. Wiederholer mit eingerechnet sind da zwei bis drei Jahre Altersunterschied in einer Klasse vorhanden.

Die einen haben gute Erfahrungen – entweder selbst oder mit den eigenen Kindern – gemacht, die anderen raten wiederum davon ab. Ich selbst tue mir arg schwer mit der Entscheidung. Erziehung ist ja vom Gefühl her immer so, dass man im Grunde alles falsch macht.

Neulich saßen wir gemeinsam mit Freunden zusammen und erzählen von unseren Zweifeln.

“Weißt du”, wirft jemand ein und versucht Carolina zu überzeugen, “mein Enkel wollte lange nicht in die Schule – aber jetzt freut er sich drauf. Denn nur wenn man in die Schule geht, bekommt man auch Ferien!”

Carolina schaut irritiert.

“Ja”, ruft meine Frau aus dem Keller der Küche, “schau dir nur den Papa an, der hat doch ständig frei!”

Ferien. Oder…!?

Ich muss jetzt mal an dieser Stelle einfach sagen, dass meine Schüler ein absoluter Kracher sind!

Keine zwei Ferientage sind vergangen, da hat mir ein Viertel (!) meiner Klasse 7 eine Mail geschrieben, ich möge ihnen bitte Aufgaben mit Lösungen zukommen lassen. Sie wollten sich vorbereiten.

Die ersten Mails von meinen Neunern trudeln auch ein, mit der gleichen Bitte.

Ganz ehrlich: In einer Million Jahren wäre ich in meiner Schulzeit nie auf die Idee gekommen, meine Lehrer um zusätzliche Aufgaben zu bitten. Aber meine Schüler haben richtig “Bock” auf Unterricht. Die wollen was lernen, wollen vorwärts kommen und ich habe eine ganze Menge Spaß dabei, sie zu motivieren, zu fördern, zu fordern und ihnen zu spiegeln, dass sie ein richtig guter Haufen sind.

Ganz ehrlich? Schule ist sowas von geil. Smiley mit geöffnetem Mund