Die böse Hure Bab… äh.. Amazon.

Was wurde nicht alles über Amazon geschimpft. Nach einer Reportage im Februar über den Internetversandhändler Amazon brach ein Shitstorm über den Konzern herein. Aktuell kann man sich die Dokumentation “Ausgeliefert” in der ARD-Mediathek ansehen. Das Personal wird in “heruntergekommenen” Quartieren untergebracht, Mitarbeiter würden “abgefüttert wie die Schweine” und um jenen Menschen ein Gesicht zu geben, portraitierte man die polnische Leiharbeiterin Agnieszka Lewandowska. Dort das böse amerikanische Unternehmen, hier die einfache Frau aus dem Volk.

Doch halt!

Plötzlich kommt heraus, dass die Dokumentation vorne und hinten fehlerhaft ist. Der Speiseraum im Keller des gezeigten Hotels existiere überhaupt nicht.

(weiterlesen …)

Microsoft Office 2013

Immer wieder versuchen Bekannte mich erfolglos von Office Alternativen wie Open Office zu überzeugen. Aber keine Chance. Ich fand die Einführung der Ribbons in Office 2007 großartig und OneNote ist für mich sowieso die eierlegende Wollmilchsau schlechthin. Da gibt es keine Alternative.

Seit heute gibt es hier das neue Microsoft Office 2013 kostenlos für 2 Monate zum ausprobieren.
Ich möchte gar nicht auf den technischen Unterschieden und Feinheiten rumreiten, die – seien wir ehrlich – kaum jemand bemerkt. Aber zwei Dinge sind richtig cool und

(weiterlesen …)

Berufsverständnis [Forts.]

Samstag Abend war mein Paket immer noch nicht da. Zum dritten Mal wegen “Zeitmangels” nicht abgeliefert worden.
Also erneut die Hotline.
”Also”, erklärte man mir, “wenn der Bote es Montag wieder nicht schafft, lagern wir das Paket hier und schicken Ihnen eine Nachricht.”
”Schicken Sie die Nachricht via Hermes?”
, fragte ich – sichtlich genervt.
”Nein, die Nachricht kommt mit der richtigen Post.”
”Merken Sie was…? Das ist doch Irrsinn…”

Ich entschuldigte mich für meinen genervten Ton. Schließlich kann die freundliche Dame am Telefon nichts dafür. Aber das Beste kam noch.

(weiterlesen …)

E-Mail für Dich

Nachdem Frl. Rot gestern einen amüsanten E-Mail-Verkehr mit einem Schüler gebloggt hat – und weil ich heimlich in sie verliebt bin – muss ich ihr nacheifern. Vor langer Zeit schrieb ich bereits über die beeindruckend höfliche E-Mail eines Schülers aus der Klasse 10, der mich mit pointiertem Anstand zum Deppen machte. Aber damit kann ich gegen Frl Rot nicht ankommen – da muss mehr her.

(weiterlesen …)

“Facebookseiten von Schulen verbieten”

Als meine Tochter eingeschult wurde, hat niemand um Erlaubnis gefragt, das Gruppenbild auf die Homepage zu stellen, das wurde einfach gemacht. Und ich vermute, es hat sich hinterher auch niemand beschwert. Umgekehrt – wenn man erst um Erlaubnis fragt – finden sich immer zwei Leute, die sich weigern. Aber das ist bei jedem Tagesausflug, jeder Klassenfahrt und überhaupt bei jeder Umfrage gleich. Es gibt immer zwei oder drei, die dagegen sind. Gegen Facebook, gegen Internet, gegen alles. (weiterlesen …)

Noch mehr Zombies auf meinem Blog

Ich lese gerade “Feed” von Mira Grant.
Die Handlung spielt im Jahr 2040. Die Welt ist von einer Seuche befallen, die die Toten untot wieder auferstehen lässt. Die Menschheit lebt in Angst – es gibt keine großen Versammlungen mehr, jeder bleibt soweit es möglich ist, zu Hause. In dieser Zeit haben Internet-Blogs eine viel größere Glaubwürdigkeit, als die traditionellen Medien, so dass die Hauptfiguren der Buches (Shaun und Georgia Mason) entsprechend Blogger sind.

Die Autorin vermischt geschickt (pseudo-)dokumentarische Blogartikel mit der Handlung des Buches. In dessen Zentrum stehen denn auch weniger die Untoten, als vielmehr die Lebenden: Wie sich die Menschen damit arrangiert haben. Interessant (zumindest für mich) ist es allemal, Blogger im Fokus eines Buches zu sehen und immer wieder zu denken ‘ah… kenne ich’. Werbung aussortieren. Anfragen abschmettern. Gastartikel aufnehmen. Gastartikel schreiben.

imageLetzte Woche erhielt ich dann eine neue Art Anfrage: Eine Firma wolle gerne Gastartikel zu einem bestimmten Thema  auf meinem Blog veröffentlichen und würde mich dafür auch bezahlen. Hui, dachte ich, jetzt geht’s aber los.
Anfragen zum Linktausch o.ä. kommen relativ häufig vor. Eine Firma (ich muss gestehen, ich weiß nicht mehr, welche) hat mir vor einiger Zeit ungefragt eine Mag-Lite Taschenlampe zugeschickt, in der Hoffnung, sie könnten hier werben.
Aber Geld?
Ich bin neugierig geworden und habe nachgefragt. Wie viel ist Werbung auf einem kleinen Blog wohl wert?
Vor allem aber warf diese Situation noch weitere Fragen auf: Darf ich als Beamter eigentlich einen Nebenverdienst haben? Bringt mich mein Blog jetzt ins Gefängnis? Was, wenn mir jemand einen Teppich anböte? Könnte ich dann in die FDP eintreten? Und nicht zuletzt: Muss der Artikel “Als Lehrer schnell reich werden in drei Schritten” jetzt umgeschrieben werden?

Ob Eitelkeit oder nicht – es ist immer auch spannend, welche Auswirkungen das Schreiben eines Blogs so nach sich zieht. Und das sind, nach nun bald drei Jahren, durchaus einige.

Zunächst: Die genannte Firma bot mir auf Nachfrage eine langfristige Zusammenarbeit an, also mehrere Artikel pro Monat ‘für mich’ zu schreiben. Es würde sich also um eine Nebentätigkeit meinerseits handeln. Nebentätigkeiten von Beamten sind durch das Beamtengesetz, ab § 64 geregelt. Dort ist die Genehmigungspflicht beschrieben und es sind auch sogenannte “Versagensgründe” aufgeführt, also Gründe, warum man mir eine Nebeneinkunft verbietet. Und da Werbung mich in meiner “Unparteiligkeit” beeinflusst [§64, (2) 2.], vermute ich, ein regelmäßiges Einkommen würde abgewiesen. Aber genau weiß ich das nicht.

Schwieriger ist die Sache mit der Taschenlampe. Denn Geschenke, die mich “materiell besser stehen” darf ich als Beamter nicht annehmen – Stichwort: Bestechung. Das regelt eine Verwaltungsvorschrift des Bundes. Dort steht, Geschenke bis 25 € dürfen angenommen werden, es besteht jedoch eine Anzeigepflicht gegenüber dem Dienstherrn. Schwierig. Die Lampe hat ja nichts mit meinem Beruf zu tun. Tatsächlich weiß ich nicht mal mehr, wer sie mir zugeschickt hat. Wäre ich verpflichtet gewesen, sie zurückzuschicken? Auf wessen Kosten? Hätte ich sie dem Land NRW zuschicken müssen? Man stelle sich nur mal vor, man hätte mir statt der Taschenlampe einen Teppich geschenkt – wenn ich den an die Landesregierung weiterschicke.. ;-) .
Um mein Gewissen zu beruhigen, habe ich mir folgende Regel auferlegt:

Das Bestechungsgeld
Die Taschenlampe wird nicht benutzt, bis zu dem Tag,
da sich die Toten wieder erheben um die Lebenden zu fressen.

Was uns schlussendlich zurück zum Buch “Feed” führt: Werde ich nun ein Zombieblogger? Erliege ich der Versuchung des Geldes und benenne meinen Blog in HalbneunLive-Gewinnspiel-Blog um?

Es bleibt spannend Smiley mit geöffnetem Mund

(Ach ja… für die Neugierigen: pro veröfffentlichtem Gastartikel hätte man mir 25 € gezahlt. Drei wären nur für den Juni drin gewesen, inkl. Aussicht auf längerfristige Zusammenarbeit.)

Arbeiten mit Google Documents

image

Nachdem eine meiner Klassen für den DFB Berichte zur kommenden EM schreibt, habe ich mich entschieden, den “Akt des Schreibens” ins Internet auszulagern.

Ausgangspunkt ist der Wunsch nach einer eleganten Möglichkeit, mit zwanzig Leuten an einem Dokument zu arbeiten, ohne dass achtzehn gelangweilt herumstehen.
Die Google Documents bieten hier ein fabelhaftes, kostenloses Umfeld um genau das zu tun – verschiedene Leute können an einem Dokument arbeiten.
Um Datenschutz etc. habe ich mir im Vorfeld keine besonderen Gedanken gemacht. Die Hälfte der Schüler hat bereits über ihr Android-Handy einen Google-Account, der Rest hat sich mit mehr oder weniger gefakten Namen schnell einen gemacht.

Seitdem sind ein paar Tage vergangen. Unsere Vorstellung war ein erster Test – der reibungslos abgelaufen ist.
Heute ist der Vorbericht über Portugal fertig geworden – ebenfalls ausschließlich von zu Hause in kooperativer Arbeit entstanden.
Positiv dabei: Mein zusätzlicher Arbeitsaufwand beträgt pro Tag etwa 5 Minuten. Ich schaue abends kurz in die Dokumente und lese, was die Schüler so geschrieben haben. Korrigiere hier und da einen Rechtschreibfehler und setze eine Anmerkung [Klinge: Was bedeutet das? Warum vertragen die Portugiesen weder Otternnasen noch Ozelothmilch?]. Mit einigermaßen motivierten Schülern kommt dabei recht zügig ein brauchbares Ergebnis zustande.
Negativ: Ich kann nicht nachprüfen, welcher Schüler was geschrieben hat. Es kann sein, dass sich die ganze Arbeit auf die fünf, sechs Schüler verteilt, deren Namen ich im “zuletzt bearbeitet von”-Feld sehe. Für eine gerechte Beurteilung ist das zu wenig.

Bei zukünftigen Projekten würde ich aber jederzeit wieder so arbeiten. Der Arbeitsaufwand ist im Verhältnis zum Ergebnis absolut marginal. Unseren Bericht gibt es ab Donnerstag oder Freitag übrigens hier zu lesen.

EM Berichterstatter (1)

Nachdem der DFB unsere Bewerbung als Nachwuchs-Reporter angenommen hat, standen zwei Dinge auf dem Plan.
Zunächst einmal die spöttischen Kommentare meiner Kollegen ertragen und zum anderen musste ich mir Gedanken über die Organisation machen. Unsere Aufgabe wird sein, verschiedene Länder der EM vorzustellen. Zum einen sachliche Informationen, zum anderen Anekdoten oder welchen Stellenwert der Fußball dort hat. Mit reichlich Erfahrung in Sachen Gruppenarbeit stand ich vor einem Problem:

23 Schülern, aber wenige Artikel.

Ich habe mich für eine technisch-spielerische Lösung entschieden: Google Documents, bzw. Google Drive, wie es heute heißt. Das ist im Grunde eine Art “Online-Word”, auf dem jeder von zu Hause zugreifen kann, dem ich es erlaube und der einen Google Account hat.
Ich habe bisher gar nicht mit Google Documents gearbeitet und war gespannt, wie ich selbst hineinfinden würde und ob ich zwei Dutzend Siebtklässlern den Zugang ermöglichen könnte.

1. Schritt: Alle brauchen einen Google-Account.
Bei gefühlten 30° im Computerraum (einer der spärlichen Sonnentage der Stadt Siegen…) gegen den Lärm von zwanzig begeisterten Kindern anzukämpfen ist antrengend selbstmörderisch. Meine Fresse! Der eine hat sein Passwort vergessen, der nächste die Ziffer in seiner E-Mail-Adresse. Wieder einer hat eine Nicht-Google-Adresse und benutzt sie aber für seinen Google-Account und möchte wissen, ob das auch bei Google-Documents klappt und noch jemand hat sich verklickt und weiß nicht mehr vor und nicht zurück. Und alle versuchen gleichzeitig bei 35° C auf mich einzureden. Und wie Grundschüler kommen sie dazu ganz nach vorne und bilden eine verschwitzte Menschentraube um mich. Ich schwitze. Die Schüler schwitzen. Und es ist ohrenbetäubend laut.

2. Schritt: Alle müssen Zugriff auf den von mir freigestellten Ordner und die Dokumente bekommen.
Ging eigentlich ganz schnell. Nur flux die E-Mail-Adressen eintragen und fertig.

3. Schritt: Kooperatives Arbeiten.
Alle schauen sich ein Dokument an und ich möchte demonstrieren, wie man kooperativ (also zu mehreren daran arbeiten kann. Das klappt irgendwie zu gut. Denn ständig ändert irgendein Schüler etwas. Und bei jeder Änderung poppt ein kleines Farbfeld im Text auf, dass einen informiert, wer hier gerade rumpfuscht. Ping. Ein Schüler fügt ein Wort hinzu. Ping. Ein andere löscht es sofort wieder. Ping. Einer schreibt HAHA ans Ende. Ping. Ein anderer löscht es. Dreiundzwanzig Schüler fangen an, gleichzeitig an einem Dokument zu fummeln und bei gefühlten 38° sehe ich nur noch bunte Punkte vor mir. Einige regen sich auf. Andere lachen. Wieder andere beteuern ihre Unschuld. Es wird lauter. Und heißer.

Aber es funktioniert.

image

Irgendwann herrscht Ruhe. Alle Bildschirme sind aus. Die Schüler sitzen wie Strafgefangene auf ihren Händen, um weder Maus noch Tastatur zu berühren zu können.
Endlich kann ich ein paar Worte sagen. Organisatorisches. “Kommentare bitte in eckigen Klammern. Jeder Schüler kann überall die Stichpunkte ergänzen – den Fließtext dürfen aber nur die Kerngruppen bearbeiten.”

Und es klappt. Ganz wunderbar sogar.
Abends sitze ich zu Hause uns kann zusehen, wie einzelne Schüler die Texte bearbeiten. Ich kann ihnen sogar beim Denken zu sehen: Sätze werden geschrieben. Gelöscht. Umformuliert. Neu geschrieben.

Ein absoluter Traum für konspiratives kollaboratives Arbeiten in der Schule. Ich wünschte, so etwas hätte es schon zu meiner Zeit gegeben!

Als ich völlig erschöpft im Lehrerzimmer niedersinke und stolz auf die Stunde zurückblicke, nähert sich meine Lieblingskollegin von der Seite. “Sag mal”, grinst sie, “kann es sein, dass Schule für dich eine Art Spiel ist? Du willst herausfinden, wie schlimm eine Situation werden kann und wie es dir dann geht?”

Ich überlege kurz. “Ich bin Dortmund-Fan. Da ist man Leidenszeiten gewöhnt!” ;-)

Hurra – Ich bin im Focus (Zusatz)

Meine Schwiegermutter hat sich den Focus gekauft. Ganz stolz. Gestern abend schlägt sie ihn dann endlich auf und runzelt die Stirn: Da ist doch Schrift auf des Schwiegersohnes Stirn…?!
Sie vermutet, der Opa habe die Tageszeitung auf dem Artikel abgelegt und beginnt, mit einem feuchten Tuch mein Hochglanz-Gesicht zu säubern. Natürlich erfolglos.

Hm.
Ist halt Kunst, ne? Smiley

(Habe mich direkt bei der Kollegin entschuldigt.)

OneNote für Android

Seit einigen Tagen ist OneNote auch in einer Variante für Android herausgekommen.

Damit bin ich (endlich) MobileNoter los, das nur eine sehr rudimentäre Übersetzung von OneNote auf der Android-Ebene war (read only, viele Fehler & Abbrüche).

Die offizielle App hat auch einige Mankos: Sie funktioniert nur mit Notizbüchern, die man via Windows Live Synchronisiert. Meine riesigen Unterrichtsnotizbücher sind damit ausgeschlossen. Bleiben kleinere Notizbücher. Organisatorisches (bspw. Schülerlisten: Wer hat schon für den Ausflug bezahlt?), AGs und Ideen für Vertretungsstunden. Hin und wieder schiebe ich mir auch die Stunden für den nächsten Tag da rein. Viel mehr als meinen Tablet brauche ich nicht. Nichts großes, aber ganz gut, es immer dabei zu haben.

Schade: Der Stift vom Flyer wird bisher nicht unterstützt. Da aber inzwischen auch Samsung einige Geräte mit Stift ausliefert, hoffe ich, dass das noch nachgerüstet wird.

Auf den Bildern (Fotoexperimente mit Schülern) der Vergleich zwischen dem mobilen OneNote (oben) und dem echten (unten). Die Synchronisation klappt ganz wunderbar.
Und mit der Zeit… wer weiß. :-)

2012-02-26_12-36-50

image