
Mein 10er Physikkurs startet nun in relativ anstrengende Wochen – die Zentralen Abschlussprüfungen stehen an. Um ihren Lerneifer in dieser schweren Zeit zu unterstützen, fahre ich meinen Unterricht etwas zurück und lasse den Kurs die nächsten Stunden (d.h. Wochen) an einer Lerntheke alles Wichtige des Halbjahres noch einmal wiederholen bzw. anhand konkreter Rechenaufgaben Probleme mathematisch lösen.
Die letzte richtige Stunde beinhaltete das Hebelgesetz. Ich muss zugeben: Als wir in der Stunde davor die Energie des Asteroiden berechnet haben, der die Dinosaurier ausgerottet hat und dies mit der Energie der Atombombe von Hiroshima, dem Bügeleisen des Einbrechers Marv und Bruce Willis Fingern verglichen haben, war die Auf-merkamkeit größer. Zunächst.
Denn es gibt ein schönes “Hebelproblem”, dass mir leider nie in Schule oder Studium begegnete – das Flaschenöffner Problem: So ein Flaschenöffner kann nämlich auf zwei verschiedene Arten genutzt werden, um eine Flasche zu öffnen.
Im linken Bild dient der Flaschenöffner als einseitiger Heben, im rechten als zweiseitiger Hebel um den Kronkorken zu öffnen. Welche Methode ist nun, physikalisch, effektiver?
Für meine Schüler, sonst am späten Nachmittag eher selten zu Diskussionen zu bewegen, entbrandete daran ein Streit. Und insbesondere war interessant zu beobachte, wie die Argumente auf dem Niveau von “der verhakt doch im Bild links viel besser” und “aber rechts kann ich die Flasche besser halten” starteten, um sich dann in Richtung
“echter Physik” zu entwickeln. Irgendwann fielen Begriffe wie “Länge des Hebelarms” und “Angelpunkt” und dann war es auch nicht mehr weit, bis zum Ziel.
Zum Schluss sollten die Schüler in kleinen Gruppen von jeweils einem Gerät (Bolzenschneider, Schere, Nussknacker, Nagelschere etc.) messen, welche Kraft am Ende tatsächlich wirkt. Im Grunde eine triviale Aufgabenstellung – aber die Klasse stand vor dem Problem, herauszufinden, wie viel Kraft sie in den Kraftarm stecken kann. Konkret: Wie viel Kraft kann ich mit meinem Zeigefinger ausüben? Mit welcher Kraft kann ich den Bolzenschneider zusammenpressen? Um das zu beantworten, sollten die Schülerinnen und Schüler sich Messmöglichkeiten überlegen – und am Schluss den anderen Gruppen ihr Ergebnis präsentieren.
Ich mag die ja, diese Klasse.





Ich muss zugeben, das ich dem Prinzip des
Überrascht hat mich das Kapitel über – grusel – das Figurentheater. Doch statt Handpuppen und verstellter Stimme geht es mehr um ein Maskottchen. Eines, das für die dämlichen Fragen zuständig ist und in Form einer Geschichte auch für die Experimente verantwortlich sein kann. Bemerkenswert sind die Details, die Krämer erwähnt: So weist er bspw. darauf hin, der Figur keinen Mädchennamen zu geben – die (scheinbar) dämlichen Fragen des Maskottchens würden zu "typisch Mädchen”-Sprüchen im Physikunterricht verleiten.