“Papa, was ist ein Negerkönig?”

Aus aktuellem Anlass.

Neulich sahen Carolina und ich ihrem großen Vorbild Pippi Langstrumpf bei allerhand Unsinn zu. Pippi vereinigt alle Eigenschaften in sich, die sich Kinder wünschen. So hat sie ein eigenes Pferd, das sie auch hochheben kann, da sie das stärkste Mädchen der Welt ist. Sie lebt ohne Eltern in der Villa Kunterbunt und kann tun und lassen, was sie möchte. Und sie hat einen Vater, Ephraim Langstrumpf, den König von Taka-Tuka-Land.

“Papa, was ist ein Negerkönig?”, fragt mich meine Tochter.

Was soll man darauf antworten?

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563,19€

Fünfhundertdreiundsechzig Euro und neunzehn Cent. Das ist meine Zahl des Jahres. Denn soviel Geld habe ich dieses Jahr für Unterrichtsmaterial ausgegeben. Lerntheken. Bastelmaterial. Arbeitsbücher. Ohne, dass ich auch nur einen Cent davon wiedergesehen habe. Tendenziell wird es eher mehr sein, denn ich habe nicht alle Rechnungen aufbewahrt.

Warum nur schreibt dieser Angeber und Selbstdarsteller gutverdienende Lehrer das hier?

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Amoklauf.

Eine kleine Geschichte:

imageVor einigen Jahren drang Charles Roberts in eine Schule der Amish ein, schickte die Jungen und die Lehrerin raus und bedrohte die Mädchen mit einer Pistole. Den Schülerinnen gelang es, ihn in ein Gespräch zu verwickeln und der Mann erzählte, er sei wütend auf Gott und verbittert. Sein erstes Kind sei kurz nach der Geburt gestorben und er könne das nicht verwinden. Er konnte nicht vergeben.
Die älteste Schülerin der Klasse bot dem Mann an, stellvertretend für die anderen zu sterben. Er solle die anderen gehen lassen und sie töten.
Aber er lehnte ab. (weiterlesen …)

Deshalb investieren wir in Wissenschaft.

imageVor kurzem brachte der SPIEGEL einen groß aufgemachten Artikel über die (kostenintensive) Suche nach dem Higgs-Teilchen. Daraufhin waren im nächsten SPIEGEL einige Leserbriefe zu lesen, unter anderem auch folgender:

“Na toll, da werden Milliarden für Technik und hochbezahlte Forscher ausgegeben, um theoretische Physik zu suchen. Ergebnis: Sie haben das Higgs-Teilchen entdeckt! Na und? Helfen diese Milliarden, die Welt besser zu machen, Klimaveränderungen zu beeinflussen, Atomwaffen abzuschaffen, die Wirtschaft zu stabilisieren, den Hunger und die Armut der Welt zu bekämpfen? Was bringt den Menschen diese Entdeckung?”

Hendrik Mosel, Tinizara, La Palma (Spanien)

Ein berechtigter Gedanke, nicht wahr?

Der statistische Hintergrund des EU-Vorschlags zur TÜV

Datei:Dampfkesselexplosion 1881.jpg2000 Menschen sterben auf Europas Straßen pro Jahr wegen technischer Mängel, schätzt die EU-Kommission. Deshalb sollen Autos und Motorräder jedes Jahr zum TÜV – wenn sie älter als sieben Jahre sind. Hinter solchen Vorschlägen steckt eine ganze Menge (morbide) Mathematik, und ich möchte versuchen, da einen Einblick zu geben.

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PKW-Maut. Physikalisch.

imageNoch im April sprach sich Verkehrsminister Peter Ramsauer gegen die PKW-Maut aus – inzwischen ist sie “unvermeidlich”.
Ich mag mich in keine politische Diskussion einmischen und auch nicht in das Für und Wider einer PKW-Maut. Statt dessen möchte ich gerne eine physikalische Frage aufwerfen: Inwieweit belasten unsere Autos eigentlich die Straße?

Dazu eine weitere Frage:

“Was tut wohl mehr weh: zwei Schläge ins Gesicht mit einer Kraft von je einem Kilogramm oder einen Schlag mit zwei Kilogramm.”

Ich habe es nicht ausprobiert: Eine doppelt so große Kraft erzielt mehr als die doppelte Wirkung. Intuitiv fühlt man das. Ob ich hundertmal ganz leicht gegen eine Scheibe klopfe oder einmal fest zutrete macht einen Unterschied. Physikalisch gilt hierbei das sogenannte “Vierte-Potenz-Gesetz”. Es besagt, dass die Beanspruchung einer Straße mit der vierten Potenz, in Abhängigkeit von den Achslasten steigt.

Erm… Bitte, was?

Also: Mein Kleinwagen mit rund einer Tonne Gewicht  drückt entsprechend mit 500 Kilogramm je Achse auf die Straße.
Bei einem 30-Tonner mit fünf Achsen lasten pro Achse 6 Tonnen auf der Straße, das ist das 12-Fache. Das Vierte-Potenz-Gesetz sagt nun: Die Belastung für die Straße und damit der angerichtete Schaden ist pro Achse nicht 12-mal so groß wie beim Pkw, sondern der Faktor beträgt 12⁴, also 12 mal 12 mal 12 mal 12 mal so viel. Das ist das 20736-fache.
Da unser Beispiel-Lkw mit fünf Achsen nun deutlich mehr als mein Dacia hat, schädigt er die Straße insgesamt sogar mehr als 100.000-mal so stark.

Die Schlaglöcher und Straßenschäden, die durch PKWs erzeugt werden, sind entsprechend zu vernachlässigen. Wenn es also bei der PKW-Maut darum geht, die PKW-Fahrer (und, wie im Radio gesagt wurde, speziell die “ausländischen Fahrer”) an den Kosten für die auftretenden Schäden zu beteiligen, so ist dies… Nunja…

Aber wer glaubt schon uns Physikern…? Zwinkerndes Smiley

Wann senkt ihr endlich die Steuern???

Einmal mehr kämpft die BILD-Zeitung für den “kleinen Mann” und fragt nach, warum die Politiker uns die Kohle nicht gönnen?

So sieht es aus! Der Staat zieht uns das Geld aus der Tasche. Für die “Pleite-Griechen” ist genug da, aber für uns, für die kleinen Leute…

Mir wird ganz anders, wenn ich so etwas mitbekomme. Denn, mal anders gefragt – wer hätte denn etwas von Steuersenkungen in diesem Land?

Etwa 6 Millionen Vollbeschäftigte in diesem Land verdienen so wenig Geld, dass sie überhaupt keine Steuern zahlen. Dazu kommen mehr als 6 Millionen Hartz IV-Empfänger – das sind dann zusammen schon mal 12 Millionen Menschen, die von Steuererleichterungen überhaupt nichts haben.
Und wie sieht es mit dem “kleinen Mann” aus, für den BILD kämpft?
Ein Arbeitnehmer mit 1800 € Lohn zahlt als Single in Steuerklasse I etwa 193 € Steuern im Monat. Vereinfacht gesagt: Wenn die Politiker nun bspw. die Lohnsteuer um utopische 5% senken würden, hätte jener “kleine Mann” 10 Euro mehr im Monat zur Verfügung.

10 Euro.
Davon könnte man eine private Rente aufbauen. Oder ein kleines Haus bauen. Oder einmal im Quartal zum Arzt gehen. Oder den Krankenkassenbeitrag ausgleichen.

Nur die Besserverdienenden haben etwas von Steuersenkungenl.
Platt gesagt: Die BILD-Leser haben von Steuersenkungen gar nichts. Im Gegensatz zu den BILD-Machern. Und um es mit Volker Pispers zu sagen: “Die Steuern müssen nicht gesenkt werden. Steuern müssen bezahlt werden.”

Manchmal würde ich schon gerne Deutsch oder Politik unterrichten. Smiley

Gastbeitrag: KIVA

Ein Gastbeitrag von der unglaublich tollen Ramona, einer alten Freundin aus Tübinger Zeiten. Smiley

clip_image002Auf einem Kongress Anfang des Jahres hörte ich eine junge sympathische Frau namens Jessica Jackley sprechen. Sie mochte so in meinem Alter gewesen sein und sie sprach über ihren Traum. Den Traum, die Welt zu verbessern, die Armut der Welt zu bekämpfen. Mit ein paar Freunden saß sie vor ca. 5 Jahren zusammen und träumte. Wie konnte man die ärmsten der Armen unterstützen aus dem Teufelskreis der Armut auszubrechen und Leben zu gestalten? Wie konnte man diesen Menschen eine neue Chance bieten? Es entstand eine Idee und die jungen Leute waren verrückt genug zu sagen – das probieren wir jetzt einfach mal aus. Das hat mich wahnsinnig beeindruckt und tut es bis heute.

clip_image004http://www.kiva.org/ ist ein Online-Dienst durch den Menschen von überall auf der Welt Mikrokredite vergeben können.

Wie das funktioniert? Irgendwo auf der Welt gibt es eine Frau – zum Beispiel Elizabeth in Peru – die einen Kleiderladen eröffnen will. Dafür benötigt sie ein paar Hundert Dollar, die sie nicht hat. Eine Bank würde ihr niemals einen Kredit geben und wenn dann zu nicht überwindbaren Konditionen. Doch wer von uns könnte nicht mal $ 25 für ein paar Monate entbehren? Und genau so funktioniert es. Mitarbeiter vor Ort, nehmen Elizabeths Daten auf, machen ein Foto und beschreiben ihre Geschäftspläne. Dieses Profil können wir auf kiva.org sehen. Über ein paar wenige Klicks (z.B. PayPal) leihen wir Elizabeth $ 25 (oder mehr). Das machen jetzt mehrere Personen auf der ganzen Welt, bis sie ihre Kreditsumme zusammen hat. Dann bekommt sie das Geld von den lokalen Mitarbeitern (non-profit Institutionen, mit denen kiva.org zusammenarbeitet) und eröffnet also ihren Laden. Sobald das Geschäft läuft und sie Gewinn machen kann, clip_image006zahlt sie das Geld zurück und die Summe erscheint innerhalb von Monaten Stück für Stück auf unserem Kiva-Konto (übrigens mit einer Rückzahlungsrate von fast 99%). Ich habe schon $ 20.83 von meinen $ 25 von Elizabeth zurückbekommen. Ob ich das Geld nun wieder durch Paypal einziehen möchte oder vielleicht Pedro mit seiner Ziegenfarm in Brasilien unterstützen möchte, J bleibt mir überlassen.

Was ich besonders cool fand, ist, dass man wirklich in Sekundenschnelle online sehen kann, wie die Kredite aufgefüllt werden. Man kann mit seinen Leuten, die man unterstützt, richtig mitfiebern. Neuerdings gibt es auch so was wie Studienkredite, um jungen Leuten Bildung zu ermöglichen.

clip_image008Die Hürde, in ein armes Land zu gehen und aktiv vor Ort zu helfen, mag uns manchmal zu hoch zu sein. Doch bei einem solchen System zählt die Frage „was können wir schon tun“ nicht mehr. Denn ein paar Euro kann jeder für eine begrenzte Zeit entbehren. Und wie viele Klicks machen wir täglich in unseren Online-Communities – warum nicht mal Klicks, die die Welt verändern?

Die Facts:

  • Registrierung ist kostenlos und geht schnell und einfach. (https://www.kiva.org/register) Man kann seinen Account auch mit Facebook verbinden.
  • Man braucht ein PayPal Konto (http://www.paypal.de/de). Dadurch hat Kiva die Möglichkeit bei allen finanziellen Abwicklungen Kosten zu sparen.
  • Falls man mal Fragen hat oder etwas schief lief, hat Kiva einen Service – ich bekam innerhalb eines Tages eine Email von einem Mitarbeiter!

Heute werd ich eingebürgert – hoffentlich!

Heute muss ich meinen Einbürgerungstest bestehen.

Denn ich habe im Ausland studiert. Also… in Baden-Württemberg. Und weil dort das Staatsexamen nur so wischi-waschi ist und man überhaupt drei Fächer studiert haben muss und keine ordentlichen zwei wie hier, wird das hier in Nordrhein-Westfalen nicht anerkannt.

Nicht einfach so jedenfalls.

Darum musste ich im Frühling zu einem Einbürgerungskurs Fortbildungsseminar damit ich lerne gute Bürger von NRW zu sein Smiley. Jetzt ich weiß: Nix Kinder schlage. Zumindest in ÄN ÄR WE. Nur ein Scherz

Also: Staatsexamens-Anerkennungs-Prüfung. Oder wir wir Ausländer es nennen: Einbürgerungstest. Ein Teil meiner Kollegen hat in den vergangenen Tagen Wetten darauf abgeschlossen, dass ich womöglich ausgewiesen werde. Wir werden sehen…

Eine einstündige mündliche Prüfung zur Mathematikdidaktik der Grundschule. Menschenskinder… ich will nicht zurück nach BaWü Erstauntes Smiley.

Blog Action Day 2010

Blog… was?!

Der Blog Action Day ist so etwas wie ein Klassentreffen aller teilnehmenden Weblogs weltweit: Immer am 15. Oktober eines Jahres werden Posts zu einem gemeinsamen Thema veröffentlicht:

Blog Action Day is an annual event that unites the world’s bloggers in posting about the same issue on the same day. Our aim is to raise awareness and trigger a global discussion around an important issue that impacts us all.

Sozusagen, wie wenn die BILD einmal im Jahr ihre Schmuddelkampagne ruhen lässt und sich einem ernsten Thema widmet Zwinkerndes Smiley.

In diesem Jahr geht es um “Wasser”.
Vielen werden die Daten und Statistiken bekannt sein. Durch verschmutztes Wasser sterben jährlich mehr Menschen als an allen Formen von Gewalt oder Krieg zusammen. Alle 20 Sekunden stirbt ein Kind durch eine – mit dreckigem oder fehlendem Wasser zusammenhängende – Krankheit. Diarrhö ist die zweithäufigste Todesursache für Kinder unter fünf Jahren weltweit. Ein wirklich tolles Projekt ist 20liters, die sich in Ruanda seit Jahren stark machen.

Global.

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Wasser ist ein kostbarer Rohstoff.

Aber nicht global.

Nicht in Deutschland. Wir drehen beim Zähneputzen den Hahn zu, damit die Hirsebauern im Senegal auch genügend Wasser haben. Wir haben ein schlechtes Gewissen, wenn wir zu lange duschen und bei uns in der Schule hängt ein großes Plakat, welches die Schüler anhält, Wasser zu sparen, weil es Menschen auf der Welt gibt, die kein Wasser haben.

Soweit der ‘Unsinn’.
Denn was ich hier an Wasser spare fliesst sicher nicht in den Senegal. Auch nicht nach Portugal oder Spanien. Das Wassersparen führt in Deutschland dazu, dass die Rohre hier nicht mehr ausgelastet sind. Wenn das Trinkwasser aber zu lange in den Rohren bleibt, reichert es sich mit allen möglichen Metallen an und wird toxisch. Und weil die Abwasserrohre nicht mehr mit genügend Spülwasser durchschwemmt werden, bleibt das brackige Wasser stehen, Essensreste verstopfen die Rohre und stinken durch die Kanalisation. Die künstliche Instandhaltung, Reparatur und Wiederaufbereitung kostet uns in Deutschland Millionen.
Wir schützen die Umwelt nicht durch Wassersparen, sondern – im Gegenteil – schädigen sie. Einen weiterführenden Artikel kann man beispielsweise im SPIEGEL nachlesen. Fazit: Würden wir in Deutschland etwas mehr Wasser verbrauchen, täte das der Umwelt gut.

Das Thema Wasser ist für mich eines, dass in die gleiche Richtung geht wie die Kleiderspenden für die Uno – je mehr ich weiß, desto weniger Ahnung habe ich.