Weshalb PowerPoint großartig ist!

Man kann die vielen Abgesänge auf PowerPoint gar nicht mehr zählen. Ob der SPIEGEL (Schluss mit dem Powerpoint-Massaker) oder der Lehrerfreund (Powerpoint-Pest) – allenthalben wird über das Programm (und die Benutzer) geschimpft, dabei gibt es nicht nur unglaublich fantastische Präsentationen, wie bspw. der Vortrag “Identity 2.0” von Dick Hardt1 (wirklich sehenswert – so geht’s auch!), sondern Powerpoint bietet gerade Lehrern nahezu unerschöpfliche Möglichkeiten.

“nahezu unerschöpfliche…” bitte was?! Wo denn?

Beim Erstellen von Unterrichtsmaterial.

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Apps für den Unterricht #14

Screenshot_2014-08-21-08-43-09Von einem Leser (Danke, Markus!) wurde ich auf ein schülerfreundliches Angebot des DUDEN-Verlags hingewiesen, welches ursprünglich von hier stammt:

Ich nutze im Unterricht gerne die App “Formelsammlung” (hier für Android, hier für iOS) auf meinem Tablet. Um ein Extra-Buch mitzuschleppen, brauche ich irgendwelche Formeln zu selten – nutze die App aber oft genug, dass mich Schüler darauf ansprachen.

Durch die Beantwortung einer Frage unter dem Punkt “Freischalten” lässt sich die App… nunja… freischalten.
Ich bin etwas unsicher, ob ich die Antworten hier direkt schreiben darf und möchte ungern vom DUDEN-Verlag juristisch angezeigt werden. Leider habe ich telefonisch dort niemanden erreicht.
Mit freundlicher Genehmigung des DUDEN-Verlags darf ich auch weiter über das Angebot berichten und hier die Lösungen präsentieren. Danke!

Die Lösungen zum freischalten der App lauten:
• Höchste Stadt Deutschlands: Oberwiesenthal
• Einwohnerzahl von Hamburg 2008: 1771000
• Abkürzung GE: GEORGIEN, Tiflis
• Abkürzung BZ: BELIZE, Belmopan
• Abkürzung BT: BHUTAN, Thimphu

Danke nochmal für den Hinweis. Wenn es beim ersten Mal nicht klappt, einfach App schließen und nochmal probieren. Viel Freude!

Der letzte Abend.

Bis in den Nachmittag war es eine fantastische, vollumfänglich großartige Klassenfahrt und (wie immer?) fragt man sich im nachhinein, was man hätte tun können; warum man nicht einen Tag vorher abgereist ist.
Hätte. Wenn. Möglicherweise.

Aber der Reihe nach.

In einem anonymen Lehrerblog könnte ich an dieser Stelle mit Pseudonymen und Details aufwarten, die hier aber fehl am Platze und letztlich völlig uninteressant sind. Nur soviel: Es ist niemand ernsthaft zu Schaden gekommen und es ist auch nichts zerstört worden. Es wurde zu wild getobt und am Ende gab es viele Tränen und Vorwürfe und Anschuldigungen.
Um zu verdeutlichen, wie schwierig der Lehrerberuf auch sein kann, möchte ich euch heute ein Stück weit in diesen letzten Abend mitnehmen, der exemplarisch für hunderte Klassenfahrten von hunderten Schulen steht. (Ich werde gleiche alle möglichen Handlungsmuster aufzeigen, die so gestern gar nicht vorgekommen sind – aber das wird gleich klar.)

Bereit?

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Schummeln und Spionieren mit Smartwatches

2014-08-20 19.37.11

Ohne auf das (für sich selbst sprechende) “Neuland”-Zitat unserer Kanzlerin anspielen zu wollen, ist die technische Entwicklung der vergangenen 10 Jahre atemberaubend.
Das Schule stark von der Politik bestimmt wird, bemerkt man (auch) daran, dass wir es kaum schaffen, mit dem technischen Fortschritt mitzukommen.
Während ich mich noch ohne Wikipedia zum Abitur geschummelt habe, führte die Klasse meines Bruders ein eigenes Forum und übersetze im Schwarm die Französisch-Lektüre.

Stets hängt die Schule hinterher.

2014-08-20 19.38.12Nach vielen Jahren Facebook gibt es nun unsinnige Diskussionen darüber, ob Lehrer mit Schülern befreundet sein dürfen, ob Lehrer einen Account besitzen dürfen und überhaupt. Erst im April durfte ich im ARD-Morgenmagazin dazu ein paar Worte sagen. Eine Diskussion über whatsapp steht uns noch bevor. Neuland halt.

Und während zu Beginn von Klausuren immer noch die Lehrer herumlaufen und verkünden “die Speicher der Taschenrechner müssen gelöscht sein!” rollt die nächste Welle technischer Errungenschaften über uns: Google Glass.   Elektronische Kontaktlinse.   Smartwatches.

Eine Smartwatch gibt es inzwischen kostenlos zum Handy dazu und abgesehen vom Uhr anzeigen ist sie vor allem eine Mischung aus Fotoalbum, PDF-Reder und Wikipedia. Damit zu pfuschen ist so unfassbar einfach, dass sich die Schulen (und Universitäten) ganz schnell Gedanken machen sollten.
Zwar müssen unsere Schüler vor Klausuren ihre Smartphones abgeben – das hindert sie jedoch nicht daran, auf dem Klo mit einem Zweithandy nach Antworten zu googlen. Eine Smartwatch wird den wenigsten Kollegen auffallen, hat bei einer Klausur aber den gleichen Effekt wie ein aufgeschlagenes Lehrbuch. Muss ich zukünftig alle Handys und Uhren einsammeln wie das in Belgien üblich ist?

Schulentwicklung ist da ein unglaublich spannendes Feld und ich bin wirklich gespannt, wie sich das Verhältnis ‘technische Aufrüstung’ vs. ‘Prüfung’ in den kommenden Jahren weiterentwickelt.

Und wie sieht es im Mutterland der Technologie aus? Südkorea? USA?
In der kleinen Stadt Dubuque in Iowa dürfen müssen die Schüler zukünftig Pulsuhren tragen, damit die Lehrer beim Sportunterricht nur noch denjenigen gute Noten geben, die sich auch wirklich anstrengen:

“It will be a large portion of their grade, because we want to grade them on what they’re actually doing in our class,” Dubuque Schools Athletic and Wellness Director Amy Hawkins told ABC News.

Der Hersteller der Uhren zeigt auf seiner Homepage fröhliche, gutaussehende Lehrer und begeisterte Kinder.
Spannend, wie in den USA Kinder unter dem Deckmantel der Pädagogik medizinisch ausspioniert werden, während wir hier diskutieren, ob ich dem Rüdiger via Facebook mitteilen darf, dass er morgen erst zur 2. kommen muss – oder ob ich damit gegen Dienstrecht verstoße.

Rememer, remember…

Amüsant übrigens, dass in verschiedenen Kommentarspalten empfohlen wird, heimlich zu masturbieren: Das würde schließlich Puls und Blutdruck nach oben treiben und am Ende seien alle glücklich: “So ein fleißiger Junge – der bekommt eine Eins!” Zwinkerndes Smiley


Workbook “Elektronik”

imageNur noch wenige Tage Ferien, bis es wieder losgeht. Neben all dem renovieren und umbauen habe ich mir Gedanken über meinen WP-Technik-Kurs gemacht.
Nach dem Bau des großen Schulmodells im vergangenen Jahr (hier ein Video davon) mit einfachen elektrischen Schaltungen steht in diesem Jahr etwas mehr Elektrik auf dem Plan.

Ich habe einige Tage darüber gegrübelt, welche Methode hier sinnvoll wäre.
Normalerweise arbeite ich intensiv mit Lerntheken und Stationen. Sie ermöglichen ein differenziertes Arbeiten, d.h. ich kann die sehr guten Schüler genauso beschäftigen, wie die schwachen. Im Technikunterricht ist das ungleich schwieriger – ich kann das Material nicht in 25facher Ausfertigung bereitstellen, um jedem gerecht zu werden. Denn anders als in Mathematik kann man sich nicht direkt auf die komplizierten Schaltungen (= hohen Stationsnummern) stürzen, sondern fängt immer am Anfang an.

Im vergangenen Jahr habe ich überaus positive Erfahrung mit meinem NW-Workbook gemacht. Das Heft wird inzwischen von vielen Kollegen in ihren Klassen genutzt und beständig verbessert. Entsprechend versuche ich das dieses Jahr auch im Technikunterricht.

Ein Workbook bietet mir die Möglichkeit, alle Schüler mit Sachtexten, Schaltskizzen und Aufgaben zu versorgen und gleichzeitig komplexere Aufgaben so einzubauen, dass nur die “Nerds” sich damit beschäftigen dürfen müssen (“Wie funktioniert ein Transistor auf atomarer Ebene?”).
Abgesehen davon erschaffe ich gerne Unterrichtsmaterialien. Ein kurzer Überblick:

image

Das Heft wird in den nächsten Monaten anwachsen, bisher sind erst mal nur die Grundlagen eingebaut. Dinge wie Lichtschranken, Radios und Alarmanlagen kommen später. Realisiert wird alles mit billigem OPITEC-Material. Das kann man auch mal gut im Klassensatz bestellen.

Interessierte Kollegen lade ich wie immer ein, das Workbook zu durchwühlen, zu kritisieren und für eigenen Unterricht zu benutzen – es findet sich an der üblichen Stelle bzw. schreibt eine Anfrage als Kommentar.